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Mehr Gärten für unsere Schulen

Mathe, Englisch, Pflanzenbau? Wir verraten Ihnen, warum Kinder auch in der Schule etwas über den Anbau von Lebensmitteln lernen sollten.

Kinder bei der gartenarbeit jubelnd glücklich

Gärtnern macht Kindern Spaß, kommt aber in der Schule viel zu kurz [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

Früher war Hauswirtschaft und Gartenbau Teil fast jeder Schulausbildung. Heute sieht das leider anders aus: Fast keine Schule besitzt einen Schulgarten, in dem gelernt, aber auch genascht werden kann. Hauswirtschaft und Gartenarbeit gilt schlicht und ergreifend als veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Aber wäre es nicht gut, wenn auch die Kleinsten wieder den Umgang mit Pflanzen lernen? Wir zeigen Ihnen, warum Gartenarbeit und Lebensmittelanbau wieder in Schulen unterrichtet werden sollte.

Lila Kühe geben Schokolade und Pommes wachsen an Bäumen

Einer der Hauptgründe, warum sich Kinder mit dem Garten auseinandersetzten sollten, ist, ein Verständnis über den Ursprung mit Lebensmitteln zu entwickeln. Tatsächlich sind viele urbane Märchen wie die lila Kuh, die Schokolade gibt, oder der Pommesbaum keine schlechten Scherze mehr, sonder bittere Realität: Besonders kleine Kinder glauben immer mehr an Fantasiepflanzen und haben keinen Bezug zum Ursprung ihres Essens. Grund dafür ist auch das Fehlen von Gärten: Während früher die meisten Kinder mit einem Gemüsegarten hinter dem Haus aufwuchsen, aus dem noch eben schnell Salat für das Mittagessen geholt wurde, kommen viele Kinder heute erst im Supermarkt mit Gemüse in Kontakt. Auch von den Eltern fehlt oft eine ausreichende Aufklärung – denn wer selber nie mit Gemüseanbau zu tun hatte, tut sich schwer, seine Kinder mit dem Thema vertraut zu machen. Außerdem ist es in vielen Gegenden schlicht und ergreifend nicht möglich, einen tollen Garten anzulegen. Deshalb ist die Aufklärung in der Schule besonders wichtig.

oma und Enkelin bei der gartenarbeit im Garten

Verständnis für den Ursprung von Lebensmitteln und Pflanzen ist besonders wichtig [Foto: Tania Kolinko]

Die Schule und der Gartenbau

Glücklicherweise haben viele Schulen auf ihrem Schulhof genug Platz, um einen kleinen Garten anzulegen. Die Vorteile eines solchen Schulgartens liegen dabei auf der Hand: So können die Kinder nicht nur in trockener Theorie die Ursprünge ihres Mittagessens erkunden, sondern auch erste praktische Erfahrungen sammeln. Schließlich ist es gleich viel spannender, über die Kartoffel zu sprechen, wenn man selbst dabei war, als sie gepflanzt wurde. Gleichzeitig wird das Verständnis für den Ursprung unserer Nahrung gestärkt: Lila Kuh und Pommesbaum gehören ab sofort der Vergangenheit an.

Kinder im Garten beim Gießen

Wer etwas gepflanzt hat, möchte es später auch essen [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

Aber nicht nur das Verständnis und Interesse an Gartenbau wird in den Kindern geweckt. Auch eine gesunde Ernährungsweise kann den Kindern so spielerisch beigebracht werden. Bei der gemeinsamen Ernte und dem anschließenden Zubereiten werden die Grundsteine für eine gesunde Zukunft mit viel Gemüse anstatt von Schnitzel und Co. gelegt. So lassen es sich selbst hartnäckige Gemüseverweigerer nicht nehmen, die Karotten, die sie selbst gepflanzt haben, zu probieren. Auch völlig unbekannte Gemüsearten finden so vielleicht den Weg in den heimischen Speiseplan: Ob Rote Beete, Mangold oder Dicke Bohnen, wenn man es selbst geerntet hat, möchte man es auch essen.

Mehr als nur Gemüse

Aber nicht nur der Umgang mit Nahrungsmitteln wird den Kindern durch die Einbindung von Gartenarbeit in den Schulalltag beigebracht. Es können auch viel abstraktere Dinge und Werte spielerisch vermittelt und gefestigt werden. So braucht es beispielsweise Geduld, bis aus einem Samen eine richtige Pflanze wird, auch wenn man lieber sofort ein Ergebnis sehen will. Auch Zuverlässigkeit wird geschult, schließlich wollen die Pflanzen regelmäßig versorgt werden, sonst gehen sie ein. Zu guter Letzt tut die Bewegung den Kindern gut: Aufstehen und anpacken statt rumsitzen und zuhören macht nicht nur Spaß, sondern lockert auch den Unterricht auf und fördert die Konzentration der Schüler in den folgenden Stunden. So stellt der Gartenbau eine gute Ergänzung zum Schulalltag der Kinder dar und es wäre wünschenswert, wenn der Anbau von Lebensmitteln bald zum Unterrichtsplan einer jeden Schule gehört.

Kind beobachtet Tomaten im Garten beim Wachsen

Beim Anbau von Pflanzen lernt man auch Geduld [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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