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Microgreens anbauen: Anleitung zum Selberziehen

Microgreens überzeugen mit ihrem Geschmack und farbenfrohem Aussehen. Der Anbau von Microgreens ist dabei gar nicht schwer und gelingt auf fast jeder Fensterbank.

Microgreens-Anbau
Microgreens überzeugen im Geschmack und sind leicht im Anbau [Foto: almaje/ Shutterstock.com]

Trends kommen heutzutage oft aus Amerika zu uns nach Europa und Deutschland geschwappt. Mit Microgreens ist es nicht anders: Sie erobern inzwischen auch bei uns die gehobene Gastronomie und werden bei Hobbygärtnern immer beliebter. Kein Wunder: Schließlich kann man die nahrhaften Pflanzen im Miniformat besonders platzsparend anbauen.

Was sind Microgreens?

Microgreens gelten als Blattgemüse, sind aber tatsächlich Keimlinge unterschiedlicher Gemüsesorten, die sonst nicht unbedingt als Blattgemüse verzehrt werden. Die Keimblätter sind immer voll entwickelt und es können noch weitere Blätter vorhanden sein. Für das Microgreens-Saatgut werden die unterschiedlichsten Gemüse- und Kräuterarten wie Erbsen (Pisum sativum), Sonnenblumen (Helianthus anuus), Brokkoli (Brassica oleracea var. italica), Rettich (Raphanus sativus), Petersilie (Petroselinum crispum) und viele weitere verwendet. Die meisten Pflanzenarten können schon nach 7 – 21 Tagen geerntet werden. Zum Ernten werden die Microgreens einfach knapp über der Erde abgeschnitten und mit dem Spross gegessen. Durch die leichte Pflege und die Tatsache, dass Microgreens den Ruf eines besonders gesunden Lebensmittels genießen, werden Microgreens von immer mehr Menschen angebaut.
Microgreens besitzen tatsächlich meist eine höhere Nährstoffdichte als die ausgewachsene Pflanze, dafür isst man allerdings in der Regel auch eine deutlich geringere MengeMicrogreens sind also gut für eine ausgewogenere Ernährung, sollten aber wie viele andere sogenannte „Superfoods“ nicht als Wundermittel verstanden werden.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie auch Sie kinderleicht Microgreens anbauen.

verschiedene Microgreen-Arten
Die Variation an Microgreen-Arten ist riesig [Foto: Tatjana Baibakova/ Shutterstock.com]

Übrigens: Eine Microgreen-Art kennen viele und haben sie auch schon angepflanzt. Die Rede ist von der Gartenkresse (Lepidium sativum). Mit einem scharf-würzigen Geschmack überzeugt Kresse und wird geerntet, wenn die Keimblätter voll entwickelt sind.

Microgreens anbauen

Microgreens sind nicht nur gesund und lecker, sondern auch einfach im Anbau. Die meisten Materialien, die zum Microgreens-Anbau benötigt werden, finden sich in fast jedem Haushalt.

Microgreens-Anzucht
Microgreens lassen sich in fast jedem Haushalt ganz leicht anbauen [Foto: Anastasiia Mishchenko/ Shutterstock.com]

Samen oder Saatpads?

Normale Samen, die auch im Garten gepflanzt werden, können auch für den Anbau von Microgreens verwendet werden. Diese sind meistens aber sehr teuer und für eine Schale Microgreens benötigt man doch eine ganze Menge an Samen. Spezielle Microgreens-Samen, die in größeren Mengen und günstiger angeboten werden, sind inzwischen aber auch in einigen Gartencentern und Baumärkten zu finden. Für manche Microgreen-Arten wie Erbsen, Sonnenblumen oder Bohnen kann man auch die Pflanzensamen verwenden, die eigentlich zum Kochen gedacht sind. Wichtig hierbei ist, dass die Samen nicht gewürzt, geröstet, gekocht oder anderweitig verarbeitet sind. Eine größere Auswahl bieten spezialisierte Onlineshops. Dort findet man auch Saatpads: Das sind Matten, in die das Saatgut bereits eingearbeitet ist. Die Pads müssen nur noch in eine Schale gelegt und gegossen werden. Dadurch braucht man keine zusätzliche Erde, muss aber etwas mehr Geld ausgeben.

Tipp: Wenn Sie aus Ihrem Garten selbst gewonnenes Saatgut übrig haben, können Sie auch dieses zum Anbauen von Microgreens verwenden.

Passende Anzuchtschalen

Im Prinzip eignet sich jede flache Schale zur Anzucht von Microgreens. Egal ob alte Auflaufform, Blumentopf-Untersetzer oder Kunststoffschalen, worin zuvor Obst oder Gemüse verpackt war. Natürlich gibt es auch spezielle Anzuchtschalen für Microgreens, die den Anbau etwas erleichtern.

Microgreens in Anzuchtschale
Microgreens können in beinahe jedem Anzuchtgefäß kultiviert werden [Foto: Shadow Inspiration/ Shutterstock.com]

Microgreens mit oder ohne Erde ziehen?

Auch beim Pflanzsubstrat gibt es viele Möglichkeiten. Neben Pflanzerde, wie unserer hochwertigen und bio-zertifizierten Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde, können auch Hanf- oder Kokosmatten als Anbaumedium dienen. Diese Matten speichern Wasser aber weniger gut als Pflanzerde und müssen deswegen häufiger gegossen werden. Alternativ legen Sie auch mehrere Lagen Küchenpapier in die Anzuchtschale und säen die Samen darauf aus. Wenn Sie Erde verwenden, sollte die Schicht 3 bis 4 cm hoch sein.

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Tipp: Microrgreen-Substrate wiederverwenden? Nein, die Erde kann nach dem Anbau nicht für Microgreens wiederverwendet werden, denn deren Wurzeln geben zum Teil wuchshemmende Stoffe ab. Allerdings kann man das Substrat großflächig im Beet oder auf dem Kompost verteilen.

Microgreens-Anbau ohne Erde
Einige Lagen Küchenpapier können auch als Substrat für Microgreens verwendet werden [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Der richtige Standort

Der geeignete Platz für Microgreens ist eine warme, helle Fensterbank ohne direkte Sonneneinstrahlung. Stellt man den Topf für eine bessere Luftzirkulation auf ein kleines Podest, haben die Microgreens optimale Standortbedingungen. Die optimale Keimtemperatur liegt je nach Pflanzenart etwa zwischen 15 – 22 °C, der Anbau in Wohnungen gelingt daher meist gut.

Wie viel Licht brauchen Microgreens? Im Gegensatz zu Sprossen benötigen Microgreens Licht, um sich voll zu entwickeln. Besonders viel Licht ist aber nicht nötig. Wenn Sie regelmäßig Microgreens anbauen möchten oder zu wenig Helligkeit vorhanden ist, können Sie auf LED-Lampen für Pflanzen zurückgreifen, um genügend Licht bereitzustellen. Für kleine Mengen und die ersten Versuche reicht in der Regel eine helle Fensterbank.

Mikrogrün-Anbau
An einem hellen Platz am Fenster gedeihen Microgreens besonders gut [Foto: Oksana Shufrych/ Shutterstock.com]

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wenn Sie eine geeignete Anzuchtschale und Saatgut für Microgreens gefunden haben, kann es an das Säen gehen. Hier haben wir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den erfolgreichen Anbau von Microgreens für Sie zusammengefasst:

  1. Füllen Sie das Pflanzgefäß etwa 3 – 4 cm hoch mit Pflanzerde, wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Alternativ können Sie auch eine Hanfmatte oder mehrere Lagen Küchenpapier auf die Größe der Schale zuschneiden.
  2. Am besten wird das Substrat vor dem Aussäen gewässert, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Wird Erde verwendet, sollte diese kräftig gewässert werden. Hanfmatten können für ein paar Minuten in einen Eimer Wasser gelegt werden.
  3. Nun können auch schon die Microgreens-Samen eingesät werden. Die Samen sollten hier sehr dicht nebeneinander liegen, aber das Substrat sollte dazwischen noch sichtbar sein. Die Samen sollten möglichst gleichmäßig verteilt werden. Genauere Angaben zur Saatgutmenge finden Sie häufig auf der Verpackung der Samen.
  4. Im Anschluss sollten Sie die Microgreen-Samen vorsichtig etwas andrücken.
  5. Zur besseren Keimung werden die Schalen abgedeckt. Dadurch steigt die Luftfeuchtigkeit und die Samen keimen besser. Am besten klappt das, wenn Sie zwei gleiche Schalen ineinander stecken. In die untere werden die Samen gesät und die obere Schale wird zum Abdecken direkt darauf gestellt. Bei vielen Arten ist es ebenfalls sinnvoll, die obere Schale noch etwas zu beschweren. Das hilft den jungen Pflanzen, mehr Halt im Substrat zu finden.
  6. Nach 3 – 4 Tagen wird die Abdeckung abgenommen. Zu diesem Zeitpunkt sollten die meisten der Samen gekeimt und die obere Schale etwas von den Keimlingen angehoben sein. Die Pflanzen haben ohne Lichteinfluss eine eher gelbliche Farbe. Das ist normal und ändert sich sehr schnell, wenn die Pflanzen ins Licht gestellt werden.
  7. Je nach Pflanze und Substrat müssen die Microgreens alle 1 – 2 Tage gegossen werden. Gießen Sie vorsichtig etwas Wasser in die Schale, bis die Erde wieder gut feucht ist.
Mikrogrün in Anzuchtschalen
Wenn die Samen mit einer Schale abgedeckt werden, keimen sie besser

Tipp: Große und hartschalige Samen wie beispielsweise Erbsen (Pisum sativum) oder Sonnenblumenkerne (Helianthus annuus) sollten vor der Aussaat eine Nacht in Wasser eingelegt werden. Das beschleunigt die Keimung, denn es wäscht keimhemmende Stoffe aus und aktiviert durch die Wasseraufnahme den Keimprozess.

Microgreens richtig gießen

Nur 7 – 21 Tage dauert es für die meisten Microgreens, bis sie erntereif sind. Doch auch in dieser kurzen Zeitspanne wollen die Keimlinge sorgfältig gepflegt werden. Die einzige Schwierigkeit bei ihrem Anbau ist es, das richtige Maß an Wasser zu finden: Die Keimlinge wachsen in einer gleichmäßig feuchten Umgebung am besten. Trockenheit sollten Sie vermeiden. Wird es dauerhaft zu nass für die Samen, können diese zu schimmeln beginnen. Am besten eignet sich frisches Leitungswasser, das nicht ganz handwarm ist. Die Häufigkeit des Gießens ist von der Pflanzenart und dem Substrat abhängig und sollte darauf angepasst werden. Üblich ist es, Microgreens alle ein bis zwei Tage zu wässern.

Microgreens gießen
Besonders am Anfang brauchen die Microgreens gleichmäßige Feuchtigkeit [Foto: Helen Sushitskaya/ Shutterstock.com]

Microgreens ernten

Erntereif sind die Keimlinge, wenn sich die Keimblätter und teilweise auch die ersten echten Blattpaare gebildet haben. Bei der Ernte werden die Pflanzen etwa fingerbreit über dem Substrat abgeschnitten. Eine große Schere oder ein scharfes Messer reicht dafür aus. Allerdings darf man nicht zu viel auf einmal ernten: Da die Microgreens schnell anfangen zu faulen, müssen sie direkt verarbeitet werden. Ernten Sie also nur nach Bedarf.

Ernte von Microgreens
Microgreens können einfach mit der Schere geerntet werden [Foto: ronstik/ Shutterstock.com]
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