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Orchideenpflege: Die 7 häufigsten Fehler

Orchideen zu pflegen benötigt Fingerspitzengefühl, denn die Zimmerpflanze kann eine echte Diva unter den Pflanzen sein. Um bei der Orchideenpflege keine Fehler zu machen, ist es gut zu wissen, worauf man achten muss. Deshalb haben wir für Sie die sieben wichtigsten Pflegefehler bei Orchideen zusammengefasst.

Fehler in der Orchideenpflege
Wer diese typischen Fehler vermeidet, darf sich auf prächtige Orchideen freuen [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

Kaum eine Zimmerpflanze ist beliebter als die Orchidee (Orchidaceae). Davon, dass viele dieser extravaganten Pflanze nicht sehr pflegeleicht sind, lassen sich zum Glück aber nur die wenigsten abschrecken. Wenn es dann doch mal nicht klappt mit der perfekten Orchideenblüte, kann das verschiedene Gründe haben. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit den tropischen, epiphytisch wachsenden Orchideen-Gattungen und klären die häufigsten Fehler bei der Pflege dieser besonderen Schönheiten.

Tipp: Als Epiphyten bezeichnet man Pflanzen, die an ihrem Naturstandort als „Aufsitzer“ auf größeren Pflanzen, etwa Bäumen, wachsen. Nicht alle Orchideen, doch sehr viele der tropischen Gattungen führen ein solches Leben in luftiger Höhe.

Orchideenpflege Fehler 1: Der falsche Standort für Orchideen

Wo ist der richtige Standort für Orchideen? Diese Frage stellen sich sicher viele Orchideen-Liebhaber. Manche Orchideen können in der Wohnung nicht richtig gedeihen – ganz einfach, weil sie am falschen Standort platziert sind. Die Familie der Orchideen ist sehr groß und divers – die verschiedenen Arten haben dabei ganz unterschiedlichste Standortansprüche. Nicht alle Orchideen lassen sich also über einen Kamm scheren. Um Ihrer Orchidee die besten Wachstumsbedingungen und den richtigen Standort zu bieten, ist es wichtig, dass Sie sich eingehend mit Ihrer Pflanze befassen und sich informieren, welche besonderen Ansprüche an Licht, Luftfeuchte und Wärme Ihre Orchidee hat.
Bei den meisten Orchideen für den Innenraum handelt es sich jedoch um tropische, epiphytische Orchideen. Auf deren Standortansprüche gehen wir im Folgenden näher ein.

Richtiger Standort für Orchideen
Welcher Standort der richtige ist, hängt stark von der Orchideen-Art ab [Foto: Claudio Pardo/ Shutterstock.com]

Diese Orchideen wachsen in ihrer Heimat im Halbschatten großer Bäume. Das heißt, sie sind nie direktem oder prallem Sonnenlicht ausgeliefert. Außerdem ist es in der tropischen Heimat dieser Orchideen warm und feucht. Diesen Umstand sollten sich Orchideenbesitzer als Vorgabe nehmen und ähnliche Bedingungen zuhause schaffen. Viele Orchideen sind auf der Fensterbank gut aufgehoben, da sie dort durchweg genügend Licht bekommen. Aber Achtung: Ein Fenster an der Südseite ist nicht immer geeignet. Bei der Orchideenpflege spielt Sonne eine große Rolle, denn bei zu starker Sonneneinstrahlung können die Pflanzen geschädigt werden und sogar Sonnenbrand bekommen. West- oder Ostseiten eignen sich dagegen für beinahe alle Orchideenarten. Achten Sie dabei auf eine konstante Temperatur, die Ihrer jeweiligen Orchideen-Art zusagt. Oft liegt der optimale Bereich zwischen 16 °C und 30 °C. Beinahe alle Arten lieben allerdings eine Luftfeuchte über 60 Prozent, wie sie auch im tropischen Regenwald herrscht.

Orchideen pflegen: Der richtige Standort im Überblick:

  • Ideale Temperaturen liegen artabhängig zwischen 16 und 30 °C
  • Luftfeuchte: 60 – 90 %
  • Möglichst hell, aber keine pralle Sonne
  • Ost- oder Westfenster sind ideal

Orchideenpflege Fehler 2: Die falsche Orchideenpflege im Winter

Kommt die dunkle und kalte Jahreszeit, ist es wichtig, die Pflege Ihrer Orchidee anzupassen. Einige Arten lieben auch im Winter die Wärme, andere benötigen hingegen kühlere Temperaturen um 10 °C. Auch hier ist es also wichtig, die eigene Pflanze genau zu kennen. Frost verträgt übrigens keine der tropischen Orchideen-Arten. Auch sollte man vermeiden, dass die Zimmerpflanze der Zugluft ausgesetzt wird. Die kalte Winterluft schadet der empfindlichen Orchidee nämlich sehr.

Einige Orchideen dürfen in den Wintermonaten ausnahmsweise an einen Standort mit mehr Licht ziehen. Die Sonne ist dann nicht mehr stark genug, um der Orchidee Schaden zuzufügen. Vielmehr braucht die Pflanze jetzt so viel Licht, wie sie nur kriegen kann. Bekommt sie selbst am hellsten Fenster nicht genügend davon, können Sie auch mit künstlicher Pflanzenbeleuchtung nachhelfen. Der nächste Punkt für die optimale Orchideenpflege im Winter ist die Luftfeuchtigkeit. Diese sollte nicht unter 60 Prozent fallen. Und das kann in geheizten Räumen schon mal schwierig werden. Deshalb möchte Ihre Orchidee mindestens alle zwei Tage mit lauwarmem Wasser besprüht werden. Wirklich schädlich für die Orchidee ist ein Standort über der Heizung – hier ist die Luft einfach zu trocken. Zur Winterpflege von Orchideen gehört zudem, nur noch sparsam zu gießen. Werden die Tage wieder länger und die Sonne kräftiger, sollten Sie Ihre Orchidee Anfang März wieder an einen geschützteren Ort stellen, an dem sie keine pralle Sonne abbekommt.

Tipp: Einige Orchideen-Arten werfen im Winter ihr Laub ab. Diese sollten dann umso sparsamer gegossen werden. Andernfalls kann die Vernässung leicht zur Ausbreitung schädlicher Schimmelpilze führen.

Orchidee wirft Blätter ab
Wenn Orchideen über den Winter Laub abwerfen, sollten sie umso weniger gegossen werden [Foto: bogdych/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Orchideen pflegen im Winter:

  • Orchidee möglichst hell stellen
  • Im Winter mögen es einige Arten kühl, andere weiterhin warm – Frost verträgt keine der tropischen Arten
  • Luftfeuchtigkeit über 60 %
  • Nicht direkt über die Heizung stellen
  • Alle 2 Tage mit lauwarmem Wasser besprühen
  • Zugluft vermeiden
  • Sparsam gießen
  • Ab März wieder vor praller Sonne schützen

Orchideenpflege Fehler 3: Die falsche Erde für Orchideen

Zur Pflege einer Orchidee gehört, sie mit der richtigen Erde zu versorgen. In normaler Erde können die tropischen Epiphyten nicht wachsen. Wer sich die Wurzeln der Orchidee einmal genauer angeschaut hat, der weiß: Es handelt sich nicht um normale Wurzeln, sondern um Luftwurzeln. Diese brauchen es möglichst luftig und hell, denn Orchideen können mit ihren Wurzeln sogar Photosynthese betreiben und Sauerstoff herstellen. Kein Wunder also, dass diese besonderen Wurzeln eine spezielle Erde benötigen: sogenanntes Orchideensubstrat. Diese Orchideenerden sind durch ihre besondere Zusammensetzung und grobe Struktur optimal auf die Ansprüche der schönen Pflanzen abgestimmt.

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Wenn Sie noch mehr über Orchideensubstrat erfahren möchten, dann lesen Sie doch unseren Artikel über die richtige Orchideenerde.

Tipp: Es gibt auch terrestrische Orchideen, die in (fast) ganz normaler Erde wachsen können. Hierzu zählen ebenfalls unsere heimischen Orchideen, die auch draußen im Garten wachsen können.

Orchideenpflege Fehler 4: Falsches Gießen und Bewässern

Wer seine Orchidee richtig pflegen möchte, sollte sich ausführlich mit dem Gießen beschäftigen. Denn das benötigt bei der empfindlichen Pflanze Fingerspitzengefühl. Schließlich mag sie weder zu wenig noch zu viel Wasser.

Faustregel: Bei Orchideen in durchsichtigen Töpfen wird immer dann gegossen, wenn der Topf von innen nicht mehr beschlägt.

Orchidee gießen
Wenn der Topf von Innen nicht mehr beschlägt, darf die Orchidee gegossen werden [Foto: Uryutova Elena/ Shutterstock.com]

Was beim Gießen von Orchideen zu beachten ist und wie Sie dabei richtig vorgehen, können Sie in unserem Artikel zum Gießen von Orchideen nachlesen.

Orchideenpflege Fehler 5: Die falsche Düngung

Ein häufiger Fehler bei der Orchideenpflege ist, dass der Nährstoffbedarf der Pflanze falsch eingeschätzt wird. Meist wird zu viel gedüngt. Die exotischen Pflanzen benötigen aber gar nicht so viel Dünger. Hinzu kommt, dass es viele unterschiedliche Orchideen-Arten gibt, die alle ganz verschiedene Nährstoffansprüche haben. Dementsprechend müssen sie auch unterschiedlich gedüngt werden.

Damit Sie dabei nicht den Überblick verlieren und wissen, wie Sie Ihre Zimmerpflanze richtig düngen, haben wir alles dazu in unserem Artikel über das Düngen von Orchideen zusammengefasst.

Orchideenpflege Fehler 6: Orchideen nach der Blüte falsch pflegen

Die prächtige Blüte von Orchideen ist schön anzusehen. Neigt sich die Blütezeit dem Ende entgegen, ist es aber an der Zeit, der Pflanze eine Ruhepause zu gönnen. Die braucht sie, um sich von der letzten Blüte zu erholen und neue Kräfte zu sammeln. Je nach Orchideen-Art kann diese Pause einige Wochen oder sogar mehrere Monate dauern. Wann genau der Zeitpunkt für die Ruhephase ist, hängt natürlich davon ab, wann die Orchidee blüht. Meistens ruhen sich die schönen Blumen allerdings im Winter aus.

Orchideenpflege nach der Blüte
Nach der Blüte benötigen Orchideen eine Ruhepause [Foto: Tanee/ Shutterstock.com]

Die Pflege der Orchideen nach der Blüte geht mit einem Wechsel der Temperatur einher. Stellen Sie die Pflanze, sobald sie verblüht ist, bei Temperaturen zwischen 15 und 16 °C auf. Das kann zum Beispiel im Schlafzimmer sein. Die vertrockneten Blütenstände werden erst dann abgeschnitten, wenn sie vollständig abgestorben sind. Sind sie noch prall und grün, dürfen sie nicht gekürzt werden. In der Ruhepause gießen Sie Ihre Orchidee sparsamer als sonst. Trotzdem können sämtliche Pflanzenteile alle zwei Tage mit lauwarmem Wasser besprüht werden. Gedüngt wird so lange nicht, bis die Pflanze wieder erneut austreibt. Dann ist die Ruhepause offiziell beendet.

Orchideen pflegen nach der Blüte im Überblick:

  • Viele Orchideen benötigen nach der Blüte eine Ruhepause
  • Blütenstände erst abschneiden, wenn sie ganz vertrocknet sind
  • Verblühte Orchidee kühler stellen
  • Temperatur während der Ruhepause ist artabhängig, oft in etwa 15 – 16 °C
  • Weniger gießen
  • Bis zum neuen Austreiben nicht mehr düngen

Tipp: Die unterschiedlichen Orchideen-Arten unterscheiden sich teils stark in ihren Ruhe-Bedürfnissen und auch darin, was die Temperatur angeht. Die oben genannten Temperaturen und Pflegehinweise sind daher mehr als Richtwerte zu verstehen, können aber von Art zu Art stark variieren. Einige Orchideen-Arten ruhen nach der Blüte nicht. Dazu gehören zum Beispiel Phalaenopsen oder Paphiopedilum. Sie werden, sobald die vertrockneten Blütenstände abgeschnitten sind, ganz normal weiter gegossen und gedüngt. Bei richtiger Pflege können sie so das ganze Jahr über blühen.

Orchideenpflege Fehler 7: Die Wurzeln falsch schneiden

Die Luftwurzeln der Orchidee können schon mal über den Rand des Blumentopfes oder die Abflusslöcher hinauswachsen. Das mag für manche unansehnlich aussehen, ist aber noch lange kein Grund, überstürzt zur Schere zu greifen. Die Wurzeln der exotischen Pflanze sind sehr empfindlich und lebensnotwendig. Werden sie einfach abgeschnitten, schadet das der Orchidee sehr. Wachsen mehr Wurzeln aus dem Topf als im Topf, ist es besser an der Zeit, die Orchidee in frisches Orchideensubstrat umzutopfen. Hierbei können dann auch vertrocknete oder verfaulte Wurzelteile abgeschnitten werden.

Wurzeln der Orchidee schneiden
Die Wurzeln der Orchidee sollten nur beim Umtopfen geschnitten werden [Foto: Andrei Dubadzel/ Shutterstock.com]

Eine ausführliche Anleitung zum Umtopfen von Orchideen in spezielle Orchideenerde finden Sie in unserem Spezialartikel. Wann und was bei der Orchidee am besten geschnitten wird, können Sie außerdem in unserem Artikel zum richtigen Schneiden von Orchideen nachlesen.

Herzlichen Dank an Floragard für die Unterstützung!

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