Klimabäume: Erklärung & Liste für den Garten

Regina
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Regina
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Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Zukunftsfähige Baumarten werden in vielen Bereichen nun bevorzugt gepflanzt, um dem Klimawandel zu trotzen. Was einen sogenannten Klimabaum auszeichnet und welche Arten sich besonders eignen, erfahren Sie bei uns.

Baumhasel als Klimabaum
Hitze- und trockenheitstolerante Baumarten wie die Baumhasel werden immer öfter gepflanzt [Foto: Irina Borsuchenko/ Shutterstock.com]

In den letzten Jahren zeigte es sich immer mehr, dass manche alteingesessenen Baumarten den steigenden Temperaturen, geringerem Niederschlag und Extremwetterereignissen nicht gewachsen sind. An ihre Stelle können nun robustere Arten treten, die „Klimabäume“.

Was sind Klimabäume?

Klimabäume sind besonders robuste Baumarten, die beispielsweise starken Frost, Trockenheit und Hitze gut ertragen oder sich gegenüber Wetterextremen wie Stürmen oder stark schwankenden Temperaturen unempfindlich zeigen. In der Stadt ist zusätzlich wichtig, dass die dort gepflanzten Bäume „stadtklimatauglich“ sind. Das bedeutet: Sie müssen je nach Standort ebenfalls mit höherer Luftverschmutzung, oft kleinem Wurzelraum mit geringen Humusgehalten, begrenzter Sonneneinstrahlung und teils hohen Salzkonzentrationen im Boden durch den Winterdienst zurechtkommen.

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Liste von Klimabäumen für den Garten

In der folgenden Auflistung stellen wir Ihnen 14 Klimabaumarten mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften vor. Bestimmte Arten eignen sich eher für kleinere Gärten, als Stadtbaum am Straßenrand oder aufgrund ihres starken Wachstums vorrangig für Wälder oder Parkanlagen. Viele Klimabäume sind zusätzlich wertvolle Lebensräume und bieten Nahrung für Insekten, Vögel und Säugetiere.

Baumhasel (Corylus colurna)

Die Baumhasel ist eine Verwandte der Haselnuss (Corylus avellana) und wächst zu einem stattlichen Baum bis über 20 m Höhe heran. Sie stammt ursprünglich aus Südosteuropa und Kleinasien. Die Baumhasel besitzt ähnliche Blätter, Blüten und Früchte wie die Haselnuss. Im Herbst zeigt sich eine goldgelbe Herbstfärbung und die schmackhaften, essbaren Nüsse fallen zusammen mit ihren Büscheln herab. Die Baumhasel bevorzugt tiefgründige Böden und ist ansonsten sehr anpassungsfähig. Die wärmeliebende, extrem hitze- und trockenheitstolerante Klimabaumart zeigt sich zudem frei von Krankheiten und Schädlingen.

Nüsse der Baumhasel
Die Baumhasel bildet essbare Nussfrüchte aus [Foto: Svetlanko/ Shutterstock.com]

Baum-Magnolie (Magnolia kobus)

Die Baum-Magnolie stammt ursprünglich aus Japan und wächst zu einem großen Strauch bis Kleinbaum bis maximal 10 m Höhe heran. Pro Jahr legt die noch vor dem Laubaustrieb blühende Magnolie etwa 30 cm an Wuchshöhe zu. Die circa 10 cm großen, weißen Blüten erscheinen zwischen Mitte April und Anfang Mai. Die Baum-Magnolie bevorzugt frische bis feuchte, tiefgründige Böden in voller Sonne bis lichtem Schatten. Sie gilt als äußerst frosthart und anpassungsfähig auf absonnigen, feuchten Standorten.

Blüten der Baum-Magnolie
Die Baum-Magnolie ist ein äußerst frosthartes Gehölz [Foto: Dariusz Majgier/ Shutterstock.com]

Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa)

Der Blauglockenbaum oder Paulownia kann 12 bis 15 m hoch werden und wächst in jungen Jahren stark. Der mittelhohe Baum bildet sehr große, leicht gelappte und behaarte Blätter aus. Noch vor dem Laubaustrieb ab April zeigen sich lange, aufrechte Blütenrispen mit hellvioletten Blüten. Die nussartigen Samenkapseln bleiben bis ins Frühjahr am kahlen Baum hängen. Als Klimabaum ist die Paulownia für trockene und heiße Sommer gut gewappnet und erträgt als erwachsenes Gehölz starke Fröste und auch Luftverschmutzung. Der Blauglockenbaum ist anspruchslos und wächst auf nahezu allen durchlässigen Böden.

Blauglockenbaum als Klimabaum
Der Blauglockenbaum bildet sehr große, herzförmige Blätter aus [Foto: Monika_1/ Shutterstock.com]

Eisenholzbaum (Parrotia persica)

Der Eisenholzbaum stammt aus Vorderasien und ist mit der Zaubernuss (Hamamelis) verwandt. Der Kleinbaum erreicht eine Wuchshöhe und -breite von 6 bis 10 m. Die leuchtend rote Blüte erfolgt bereits vor dem Blattaustrieb im März. Später erscheinen die eiförmigen, spitz zulaufenden Blätter mit prächtiger Herbstfärbung. Der Eisenholzbaum wurzelt eher flach und gedeiht auf allen durchlässigen, nährstoffreichen Böden bei eher neutralem pH-Wert. Er ist nicht krankheitsanfällig – dafür frosthart, wärmeliebend und stadtklimafest. Der optimale Standort liegt sonnig auf frischen Lehmböden.

Eisenholzbaum im Herbst
Der Eisenholzbaum eignet sich gut als Klimagehölz und zukunftsfähige Baumart [Foto: AlessandroZocc/ Shutterstock.com]

Elsbeere (Sorbus torminalis)

Die Elsbeere ist eine der besonders attraktiven Klimabäume für den Garten, kann aber auch im Wald gut gepflanzt werden. Der heimische Baum kann 5 bis 20 m hoch werden und legt in jungen Jahren bis zu 60 cm an Höhe im Jahr zu. Später gilt die Elsbeere als schwachwüchsig, weshalb es etwa 100 Jahre dauert, bis sie die endgültige Höhe erreicht hat. Die Verwandte der Vogelbeere (Sorbus aucuparia) bildet hellgrüne, ahornähnliche Blätter aus. Sie sind leicht gelappt und auf der Unterseite graugrün gefärbt. Zwischen Mai und Juni zeigt sich die Blüte in Form von breiten, weißen Schirmrispen, die gerne von Bienen und anderen bestäubenden Insekten besucht werden. Aus den Blüten bilden sich kleine, bronzefarbene Früchte, die ab Oktober geerntet und zu Wildobstspezialitäten verarbeitet werden. Die Elsbeere liebt warme und sonnige Standorte auf nährstoffreicher, kalkhaltiger und durchlässiger Erde. Sie ist frostfest, trockenheits- und hitzetolerant, wächst jedoch nicht auf zu sandigen oder nassen Böden.

Elsbeere
Die Elsbeere ist ein heimisches Vogel- und Insektennährgehölz [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Esskastanie (Castanea sativa)

Bei der Esskastanie oder Marone handelt es sich um einen großen Baum zwischen 15 bis 30 m Wuchshöhe, der die Wärme liebt. Die Esskastanie gehört zu den Bäumen, die Hitze und Trockenheit vertragen, selbst Stürmen trotzen und bis 500 Jahre alt werden können. Ihre Blätter sind länglich und am Blattrand grob gesägt. Im Herbst zeigt sich eine gelbe Herbstfärbung. Die länglichen, cremeweißen Blüten erscheinen ab Mai. Die schmackhaften Nüsse reifen im Oktober heran und fallen dann aus ihrer stacheligen Fruchthülle heraus. Maronen besitzen keine besonderen Ansprüche an den Boden, meiden jedoch nasse Standorte und bilden gern ein tiefgründiges Wurzelsystem aus.

Großer Esskastanienbaum
Die Esskastanie bevorzugt warme, tiefgründige Böden [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Feldahorn (Acer campestre)

Der Feldahorn ist ein äußerst anpassungsfähiges Klimagehölz mit einer Wuchshöhe zwischen 5 bis 15 m. Die kleinen Bäume oder dicht verzweigten Sträucher legen im Jahr 40 bis 45 cm an Höhe zu. Die kleinen, fünflappigen Blätter bestechen im Herbst durch ihre sonnengelbe bis orangefarbene Herbstfärbung. Die typisch geflügelten Ahornfrüchte zeigen sich bis in den Winter hinein am Baum. Der Feldahorn kann ein flaches Wurzelsystem ausbilden – benötigt also nicht zwingend tiefgründige Böden. Insgesamt meidet das anspruchslose Gehölz lediglich Staunässe und liebt kalkhaltige Substrate. Der Feldahorn ist frosthart, hitze- und trockenheitstolerant sowie äußerst windfest und daher ein optimaler Klimabaum.

Feldahorn im Herbst
Der Feldahorn besitzt eine leuchtend gelbe Herbstfärbung [Foto: Alex Puddephatt/ Shutterstock.com]

Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Die Kupfer-Felsenbirne gehört zu den Sträuchern, die Trockenheit vertragen und auch gegenüber Hitze, Frost und Wind gut gewappnet sind. Felsenbirnen wachsen zu mehrstämmigen Sträuchern oder Kleinbäumen von 4 bis 6 m Höhe heran und sind ausgezeichnete Bienen- und Vogelnährgehölze. Die heidelbeerähnlichen Früchte reifen im Juli heran und sind auch roh essbar und äußerst schmackhaft. Im Herbst zeigt sich eine purpurne Blattfärbung. Die anspruchslose und anpassungsfähige Kupfer-Felsenbirne gedeiht auf sauren bis leicht kalkhaltigen, mäßig trockenen bis feuchten Böden.

Kupfer-Felsenbirne
Die Kupfer-Felsenbirne ist ein anspruchsloses Wildobstgehölz [Foto: TasfotoNL/ Shutterstock.com]

Mispel (Mespilus germanica)

Die Mispel ist ein Wildobstgehölz und eignet sich ideal für kleinere Gärten, da der Kleinbaum lediglich 3 bis 5 m an Höhe erreicht. Im Alter kann der kurzstämmige Baum breiter als hoch werden. Ab Mai bis Juni erscheinen schalenförmige, weiße Blüten, die gern von Insekten besucht werden. Ab Ende Oktober reifen die nach Apfelmus schmeckenden Früchte heran und können nach dem ersten Frost geerntet und verarbeitet werden. Auch Vögel und kleine Säugetiere fressen die zuckerreichen Früchte im Winter. Die Mispel ist frosthart, hitze- und trockenheitsverträglich und wächst mit Vorliebe auf tiefgründigen und kalkhaltigen Lehmböden.

Mispel-Blüten
Die Blüten der Mispel werden gerne von Bienen besucht [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Pekannussbaum (Carya illinoiensis)

Die Pekannuss stammt aus Nordamerika und ist einer der zukunftsfähigen Klimabäume für den Wald. Die hochwachsenden Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 35 m und bilden bis zu 70 cm lange, gefiederte Blätter mit goldgelber Herbstfärbung. Waldtiere und Menschen profitieren außerdem von den nahrhaften, walnussähnlichen Nussfrüchten, die einen süßlichen Geschmack besitzen. Die Pekannuss gedeiht sogar auf extrem trockenen, steinigen Schuttflächen und ist dank der starken, tiefen Pfahlwurzel äußerst robust gegenüber Sturm und Orkanböen. Sie sollte daher auf tiefgründige, eher kalkarme Böden gepflanzt werden.

Pekannüsse
Der Pekannussbaum ist besonders sturmfest und tiefwurzelnd [Foto: Gaston Cerliani/ Shutterstock.com]

Schwarznuss (Juglans nigra)

Die Schwarznuss ist eng mit der Walnuss (Juglans regia) verwandt und stammt aus dem Osten Nordamerikas. Sie eignet sich besonders für Mischwälder, da sie ein besonders schnellwachsender Klimabaum ist und pro Jahr 70 bis 90 cm an Höhe zulegt. Die Schwarznuss wird 20 bis 30 m hoch und bildet im Alter eine weit ausladende Krone mit langen, gefiederten Blättern. Die Nüsse reifen im Herbst heran und sind essbar. Die gut frostharte Schwarznuss ist stadtklimafest und hitzeverträglich, jedoch sind Jungpflanzen empfindlich gegenüber Spätfrösten. Der optimale Standort liegt sonnig bis absonnig auf frischen bis feuchten, durchlässigen und nährstoffreichen Böden.

Schwarznuss
Die Schwarznuss gehört zu den Bäumen, die Trockenheit vertragen [Foto: Karel Bock/ Shutterstock.com]

Steinweichsel (Prunus mahaleb)

Die Steinweichsel oder Weichsel-Kirsche ist eine heimische Baumart für Extremstandorte. Der Großstrauch oder mehrstämmige Kleinbaum erreicht Wuchshöhen zwischen 4 und 6 m. Die rundlich bis herzförmigen Blätter sind glänzend grün gefärbt. Zwischen April und Mai zeigen sich zahlreiche duftende Blüten in länglichen Doldentrauben. Nach der Bestäubung bilden sich dunkelrote bis schwarze, runde Früchte, die zwar essbar sind, aber einen herb-bitteren Geschmack besitzen. Die Steinweichsel ist ein gutes Insekten- und Vogelnährgehölz für Gärten, im Stadtbereich und an Waldrändern. Sie ist frosthart, extrem hitze- und trockenheitsresistent und sogar unempfindlich gegenüber starker Luftverschmutzung. Die Steinweichsel wächst auf Böden mit neutralem bis stark kalkhaltigem pH-Wert in voller Sonne.

Steinweichsel-Beeren
Die Steinweichsel bildet essbare, aber bittere Früchte aus, die besonders von Vögeln gefressen werden [Foto: Voodison328/ Shutterstock.com]

Stieleiche (Quercus robur)

Die heimische Stieleiche ist ein mächtiger, breit ausladender Baum mit Wuchshöhen bis 40 m. Für die Pflanzung in der Stadt und im Garten gibt es die schmale, säulenartig wachsende Stieleichen-Sorte ‘Fastigiata‘. Das typisch geformte Eichenlaub und die für Wildtiere essenziellen Eichelfrüchte gedeihen an olivbraunen Trieben. Die Stieleiche benötigt tiefgründige, eher schwere Böden, toleriert dann aber sowohl Frost, Trockenheit und Überschwemmungen als auch Luftverschmutzung, Sturmböen und extreme Temperaturschwankungen. Stieleichen können bis zu 1000 Jahre alt und manchmal sogar noch älter werden.

Stieleiche im Garten
Stieleiche ist eine heimische Baumart mit extrem langer Lebensdauer [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Zelkove (Zelkova serrata)

Die Zelkove ist ein Ulmengewächs (Ulmaceae) und stammt aus Japan, China und Korea. Der mittelgroße Baum erreicht Wuchshöhen von 20 bis 25 m und bildet breit ausladende Äste. Die länglich elliptischen Blätter sind scharf gezähnt und oberseitig weich behaart. Im Herbst zeigt sich eine gelborange bis leuchtend rote Herbstfärbung. Sie bildet unauffällige, braune Früchte in den Blattachseln. Wie die meisten Ulmengewächse ist sie ein Auwaldbewohner und bevorzugt wasserführende Böden, erträgt jedoch sommerliche Trockenheit gut. Die Zelkove ist äußerst frosthart, windfest, wärmeliebend und stadttauglich.

Zelkove
Die Zelkove ist ein stadtverträglicher Klimabaum für nicht zu trockene Böden [Foto: DSGNSR1/ Shutterstock.com]

Besonders im Sommer kommt es immer öfter zu längeren Hitze- und Trockenheitsperioden, sodass viele Gärtner auf robustere Gewächse umsteigen. Wir stellen besonders hitzebeständige Pflanzen für Garten und Balkon vor.

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