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Saatgut für das nächste Jahr gewinnen

Wie die Saat, so die Ernte: Wir zeigen Ihnen, wie Sie aus Ihren Lieblingspflanzen Saatgut für das nächste Jahr schon gewinnen können.

Saatgut Samen in papiertüten

Saatgut für das nächste Jahr kann aus den eigenen Pflanzen gewonnen werden [Foto: Maria Evseyeva/ Shutterstock.com]

Wer ernten will, muss auch säen – doch muss es wirklich sein, dass man sich jedes Frühjahr neues Saatgut kaufen muss? Nein! Saatgut kann man auch im eigenen Garten gewinnen und zwar ganz einfach. Wir zeigen Ihnen, wie Sie von Tomate bis Salat Samen entnehmen und für die folgenden Jahre konservieren können.

Saatgut entnehmen: Welche Pflanzen sind überhaupt zur Saatgutgewinnung geeignet?

Für die Saatgutgewinnung aus dem eigenen Garten eignen sich leider nicht alle Pflanzen. Generell gilt: Nur was geblüht hat, kann auch Samen produzieren. Das bedeutet aber auch, dass alle Pflanzen, die vor ihrer Blüte geerntet wurden, keine Samen ausbilden. In diese Kategorie fallen alle Gemüse, bei denen die Blätter gegessen werden, also beispielsweise Kohle oder Salate. Auch Wurzel- und Knollengemüse wird meist vor der Blüte geerntet. Wer von diesen Pflanzen trotzdem Saatgut gewinnen möchte, darf sie also nicht ernten, sondern muss die Blüte abwarten.

salat ernten per Hand frisch aus dem Garten

Pflanzen, die schon vor der Blüte geerntet werden, sind weniger gut geeignet [Foto: Nataliia Melnychuk/ Shutterstock.com]

Auch müssen Sie auf die Angaben des Herstellers beim ursprünglichen Saatgut achten. Nur aus sogenannten samenfesten Sorten kann ohne Probleme neues Saatgut gewonnen werden, dass die Eigenschaften seiner Eltern trägt. Bei Hybriden, also Pflanzen, die aus einer Kreuzung verschiedener Sorten entstanden sind, sind die Eigenschaften der Nachkommen dagegen ungewiss. So können die neuen Pflanzen plötzlich ganz andere Charakteristika als ihre Vorgänger haben und sich auch untereinander stark unterscheiden. Achten Sie deshalb darauf, ob die Pflanzen, von denen Sie Saatgut beziehen wollen, samenfest sind oder ob es sich um Hybride handelt. Kleiner Tipp: Hybride werden oft mit dem Hinweis „F1“ auf der Tüte versehen.

Saatgut packungen zum Verkauf im Gartencenter

Auf der Packung finden sich Hinweise, ob aus den Früchten Samen entnommen werden können [Foto: ArtCookStudio/ Shutterstock.com]

Samen entnehmen: Übersicht

Das Entnehmen von Saatgut ist im Prinzip bei allen Pflanzen sehr ähnlich. So sollte man als erstes die besten Pflanzen ausfindig machen und nur von diesen Saatgut entnehmen – so stellt man sicher, dass die Pflanzen von Generation zur Generation besser werden und die Erträge steigen. Hat man die Pflanzen ausgewählt, muss man etwas Geduld beweisen und die Blüte abwarten. Doch wo sind die Samen? Keine Bange, Sie müssen nicht wild die ganze Pflanze absuchen. Die Samen befinden sich bei den Pflanzen immer an der Stelle, an welcher vorher die Blüte stand. Merken Sie sich also, wo die Pflanze geblüht hat und erscheint an dieser Stelle eine Frucht oder eine Hülse, können Sie sich sicher sein, dass sich in dieser die Samen befinden. Damit sich die Samen voll entwickeln können, sollten Sie auf jeden Fall abwarten bis die Frucht reif ist. Nun können Sie die Samen entfernen und vorsichtig vom Fruchtfleisch lösen. Überprüfen Sie, ob die Samen auch wirklich sauber sind: Jede Verschmutzung kann später dazu führen, dass die Samen anfangen zu schimmeln oder Krankheiten an die neue Generation übertragen werden. Danach können Sie die Samen trockenen und an einem dunklen, kühlen Ort aufbewahren. Am besten eignet sich dazu ein Papierumschlag oder ein geschlossenes Glasgefäß –  welches von beiden besser ist, bleibt wohl eine Glaubensfrage. Nach zwei bis drei Jahren verlieren die Samen ihre Keimfähigkeit, also sollten sie in dieser Spanne ihren Weg zurück ins Beet finden.

Samen in Papiertütchen

In einem Papiertütchen lassen sich Samen gut aufbewahren [Foto: Charlotte Lake/ Shutterstock.com]

Samen aus dem eigenen Garten gewinnen: Anleitung

  1. Beste Pflanze aussuchen
  2. Die Samen befinden sich immer, wo einmal die Blüte war
  3. Nun die Frucht voll ausreifen lassen
  4. Samen sauber vom Fruchtfleisch und anderen Verunreinigungen trennen
  5. Samen trocken
  6. An einem trockenen, dunklen und kühlen Ort gelagert, sind die Samen bis zu drei Jahre haltbar

Saatgut gewinnen bei Zucchini, Kürbis oder Gurke

Kürbiskerne entnehmen mit Löffel in der Küche

Beim Kürbis lassen sich die Samen einfach aus den reifen Früchten entnehmen [Foto: Agnes Kantaruk/ Shutterstock.com]

Da Zucchini (Curcubita pepo), Kürbis (Cucurbita) und Gurke (Cucumis savitus) alle zu den Kürbisgewächsen (Cururbitaceae) gehören, ist die Gewinnung ihrer Samen relativ ähnlich. Bei allen drei Gemüsen können die Samen einfach in einem Sieb aus dem Fruchtfleisch gespült und dann vollständig getrocknet werden. Bei Kürbissen ist dieses ganz einfach zum Erntezeitpunkt möglich, bei der Zucchini und der Gurke dagegen müssen Sie etwas länger warten: Beide Früchte werden oft vor der vollkommenden Reife geerntet, da sie dann besser schmecken. Lassen Sie die Früchte also länger als gewöhnlich an der Pflanze. Am besten machen Sie dies am Ende der Saison, da die Pflanzen ansonsten weniger andere Früchte produzieren.

Saatgutgewinnung bei Bohnen

Bohnensamen bunt verschiedene Sorten

Wenn die Hülsen der Bohnen vertrocknet sind, lassen sich die Samen ganz leicht entnehmen [Foto: Madlen/ Shutterstock.com]

Egal, ob bei Zuckerschoten oder Ackerbohnen – die Saatgutgewinnung ist immer die gleiche und an sich extrem einfach. Denn auch hier heißt es einfach nur: Geduld haben. Lassen Sie die Hülsen so lange an der Pflanze bis die Samen dick werden und die Hülsen vertrocknen. Warten Sie bestenfalls bis zum Ende der Saison damit, da die Bohnenpflanzen sonst weniger Schoten produzieren. Haben Sie die vertrockneten Hülsen geerntet, können Sie die Samen vorsichtig aus den Hüllen entfernen und sie noch einmal etwas nachtrocknen lassen – schon sind die Samen für die nächste Bohnengeneration gesichert.

Saatgut von Tomaten gewinnen

Tomatensamen in aufgeschnittenen Tomaten

Die galleartige Hülle um die Tomatensamen kann nach 2-3 Tagen entfernt werden [Foto: Peter Zijlstra/ Shutterstock.com]

Natürlich möchte man auch von Tomaten (Solanum lycopersicum), dem Gartenliebling der Deutschen, selber Saatgut gewinnen. Zuerst sollte man die vollreifen Tomaten ernten und halbieren. Danach quetscht man die Hälften über einem Glas aus, sodass die Samen mit den Resten vom Fruchtfleisch sich herauslösen. Nun lässt man diese Masse bei 20°C etwa zwei bis drei Tage gären: Dadurch löst sich das Fruchtfleisch und die galleartige Hülle vom Samen, sodass man sie einfach in einem Sieb trennen kann. Schließlich können die Samen getrocknet und bis zum nächsten Jahr gelagert werden.

Saatgut von Salaten, Möhren oder Kohlen gewinnen

Wie oben bereits erwähnt, ist die Samengewinnung aus diesen Pflanzen etwas schwieriger, da man sie im Regelfall vor dem Blühen erntet. Jedoch ist die Saatgutgewinnung sehr wohl möglich, wenn einzelne Pflanzen im Garten verweilen dürfen. Damit die Pflanzen Saatgut produzieren, muss man sie absichtlich blühen lassen. Das bedeutet aber auch, dass eine Ernte oder der Verzehr nicht mehr möglich sind. Nach der Blüte bildet die Pflanze kleine Samen aus, die ebenfalls geerntet und getrocknet werden können.

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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