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Schmetterlinge: Die 10 beliebtesten heimischen Schmetterlingsarten

Schmetterlinge gehören wohl zu den beliebtesten Insekten. Wir stellen Ihnen die zehn schönsten Schmetterlingsarten vor, die in Deutschland heimisch sind.

Tagpfauenauge

Die Zahl der Schmetterlinge in Deutschland hat in den letzten zehn Jahren um zehn Prozent abgenommen [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Wer an sommerliche Wiesen und Gärten denkt, denkt dabei auch an die bunten Schmetterlinge. Bunt ist auch ihre Vielfalt mit rund 3700 Arten in Deutschland. Leider sind viele mittlerweile bedroht. In den letzten zehn Jahren hat die Anzahl an Schmetterlingen um zehn Prozent abgenommen und immer mehr Arten werden als gefährdet eingestuft. Was dagegen hilft? Bunte Gärten, in denen es auch einmal etwas wilder zugehen darf. Im Folgenden erfahren Sie etwas über zehn wunderbare Schmetterlingsarten, die es Ihnen danken werden.

Schmetterlinge

Je nach Umweltbedingungen entwickeln sich Sonderformen und -farben von Schmetterlingen. Um 1900 wurde ausführlich nachgeforscht: Man fand heraus, dass hohe beziehungsweise niedrige Temperaturen und ungewöhnliche Nahrung während dem Raupenstadium zu extremen Abweichungen führen. Das erklärt, warum einzelne Arten in gewissen Gebieten oder besonders heißen Jahren anders aussehen, als sie es eigentlich sollten. Besonders große Effekte wurden beim Trauermantel beobachtet, der unter Kälteeinwirkungen deutliche Merkmale des Großen Fuchses aufwies. Nachfolgend stellen wir Ihnen 10 heimische Schmetterlingsarten vor, die Sie vielleicht auch in Ihrem Garten antreffen.

1. Schachbrett (Melanargia galathea)

Als Schmetterling des Jahres 2019 wurde das Schachbrett ausgezeichnet. Der Tagfalter fällt durch sein auffälliges schwarzweißes Muster auf und bevorzugt nährstoffarme Blühwiesen, wobei er auf lila bis violette Blüten wie Disteln und Skabiosen fliegt. Die Wiesen dürfen allerdings erst Ende Juli gemäht werden, um dem Schmetterling als Nahrungsquelle dienen zu können. Das Schachbrettweibchen lässt seine Eier im Flug auf den Boden fallen, wo dann die Raupen schlüpfen. Lassen Sie deshalb ein paar Ecken im Garten ungemäht – das Schachbrett und andere Insekten werden dieses Angebot dankend annehmen.

Schachbrett Schmetterling

Das Schachbrett ist Schmetterling des Jahres 2019 [Foto: Artur Dobrowolski/ Shutterstock.com]

2. Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Der erste Schmetterling, der im Frühjahr durch die Gegend flattert, ist der Zitronenfalter. Er hat die erstaunliche Fähigkeit, im kalten Winter einen großen Teil seiner Körperflüssigkeit auszuscheiden und so Temperaturen von bis zu -20 °C überstehen zu können. Sobald es dann wieder etwas wärmer wird, erwacht er aus seiner Winterruhe. Im Hochsommer fallen die Tiere dann in eine zweite Ruhephase, die Sommerruhe. So können sie als einziger deutscher Schmetterling bis zu zehn Monate alt werden. Zitronenfalter sind durch ihre charakteristisch blattähnlich geformten Flügel leicht zu erkennen. Männliche Exemplare sind dabei zitronengelb, während weibliche Tiere eher grünlichgelb gefärbt sind.

Zitronenfalter

Der Zitronenfalter übersteht Temperaturen von bis zu -20 °C [Foto: Ferdy Timmerman/ Shutterstock.com]

3. Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Ein sehr außergewöhnlicher Schmetterling ist das Taubenschwänzchen. Es fällt vor allem durch seinen gewichtigen Körper auf. Auf den ersten Blick wird es ab und zu mit einem Kolibri verwechselt, auch wenn Kolibris in Europa natürlich nicht vorkommen. Dennoch ist dieser Vergleich gar nicht so abwegig, denn durch seine Größe und besonders die Eigenschaft, schwirrend vor einer Blüte zu verharren, ergeben sich durchaus Ähnlichkeiten. Taubenschwänzchen haben einen etwa drei Zentimeter langen Rüssel, der es ihnen ermöglicht, im Flug zu trinken. Dabei wählen sie vor allem Blüten mit langem Kelch. Die schnellen, wendigen Tiere wandern im Winter meist in Mittelmeerregionen ab, neuerdings überwintern aber auch immer mehr Taubenschwänzchen in Deutschland.

Taubenschwänzchen

Das Taubenschwänzchen erinnert äußerlich an einen Kolibri [Foto: Vladimir Staykov/ Shutterstock.com]

4. Tagpfauenauge (Inachis io)

Das Tagpfauenauge ist einer der häufigsten Schmetterlinge in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er ist gut zu erkennen an seinen vier großen Pfauenaugen auf der rotbraunen Flügeloberseite. Da die Tiere nicht wandern, sondern an leicht feuchten Orten wie in Kellern oder Erdhöhlen überwintern, gehören sie zu den Schmetterlingen, die im Frühjahr als erstes wieder da sind, sobald es wärmer wird. Die Raupen des Tagpfauenauges sind ebenfalls gut zu erkennen. Sie sitzen fast ausschließlich an Brennnesseln und sind tiefschwarz gefärbt mit weißen Punkten. Auffällig ist die Abwehrstrategie des Falters: Nähert sich ein Angreifer, schlägt das Tagpfauenauge schnell mit den Flügeln, um die Augen darauf zur Geltung zu bringen und gibt dazu ein lautes Zischen von sich.

Tagpfauenauge auf lila Blume

Die Raupen des Tagpfauenauges sitzen fast ausschließlich an Brennnesseln [Foto: skyfish/ Shutterstock.com]

5. Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Der prachtvolle Schwalbenschwanz ist mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimetern einer der größten unserer heimischen Schmetterlinge. Seine Flügel sind auffällig gemustert mit einem blauen Streifen am unteren Rand und den länglichen Fortsätzen. Die Bestände des beeindruckenden Falters haben sich in den letzten Jahren erholt, und so ist er wieder ab und an auf Blumenwiesen oder in Gärten zu sehen. Besonders Gärten mit Möhren, Dill und Fenchel haben es ihm angetan. Zur Paarungszeit zwischen Mai und August sind die Schwalbenschwänze auch oft auf Hügelkuppen zu sehen, wo sich Männchen und Weibchen treffen. Die Eier legt das Weibchen auf einzelne Doldenblütler, dabei aber immer nur so wenige, dass die Pflanze von den Raupen nicht zu stark geschädigt wird.

Schwalbenschwanz

Der Schwalbenschwanz ist einer der größten heimischen Schmetterlinge [Foto: orlandin/ Shutterstock.com]

6. Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Es gibt verschiedenste Bläulingsarten, und wie der Name schon sagt, weisen sie sich durch eine bläuliche Färbung aus. Die häufigste Art ist der Hauhechel-Bläuling. Die Männchen sind auf der Flügeloberseite intensiv blau gefärbt. Weibchen hingegen sind vor allem braun, haben aber dennoch einen Blaustich. Die Flügelunterseite ist auf hellem Grund auffällig schwarz und orange gepunktet und die Flügel selbst sind gesäumt von einer hellen Fransenborte. Ihre Eier legt die Schmetterlingsart passenderweise nur auf Schmetterlingsblütlern ab – also beispielsweise Weiß- und Hornklee.

Hauhechel Bläuling

Der Hauhechel-Bläuling legt seine Eier nur auf Schmetterlingsblütlern wie Weiß- und Hornklee ab [Foto: Radka Palenikova/ Shutterstock.com]

7. Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Wenn Wiesenschaumkraut und Knoblauchrauke blühen, ist auch der Aurorafalter nicht weit. Der weißliche Schmetterling lebt auf Wiesen und in lichten Wäldern. Männliche Exemplare unterscheiden sich von den Weibchen durch leuchtend orange Flügelspitzen. Beide Geschlechter haben jedoch weiß und grün gemusterte Flügelunterseiten. Die Tiere sind Einzelgänger und überstehen den Winter als Puppen, aus denen sie dann im Frühjahr ausschlüpfen.

Der männliche Aurorafalter hat leuchtend orange Flügelspitzen [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

8. Admiral (Vanessa atalanta)

Häufig trifft man im Garten auch auf den Admiral. Diese Schmetterlingsart ist nicht besonders spezialisiert in ihren Lebensraumansprüchen. Sie besiedelt offene Landschaften mit Wiesen und Äckern, ist auf Waldlichtungen und in Streuobstwiesen, aber auch in Gärten anzutreffen. Dort trinkt sie gern von Phlox, Schmetterlingsflieder oder Goldrute. Seine Raupen ernähren sich von Brennnesseln. Der Admiral ist oberseitig dunkelbraun, umrandet von einer roten Borte. Die Flügelspitzen sind schwarz mit weißen Zeichnungen. Der Schmetterling überlebt keine kalten Temperaturen und wandert deshalb im Winter in südliche Regionen Europas.

Admiral

Die Raupen des Admirals ernähren sich von Brennnesseln [Foto: Jarvna/ Shutterstock.com]

9. Kaisermantel (Argynnis paphia)

Der Kaisermantel bewohnt naturnahe Wälder, Waldränder und neuerdings auch des Öfteren Gärten und Gebüsche. Die Männchen sind oberseitig intensiv orange gefärbt mit einem schwarzbraunen Muster auf den Flügeln. Weibchen sind etwas bräunlicher, im Osten Deutschlands kommt sogar eine grünbläuliche Farbvariante des Kaisermantelweibchens vor. Unterseitig sind die Flügel von Kaisermänteln grünlichweiß mit einem Hauch von Silber. Die Tiere ernähren sich vom Nektar von Disteln, Dost und Brombeeren, aber auch Sommerflieder. Ihre Eier legen sie an Baumstämmen ab, wo die Raupen schlüpfen und überwintern, ehe sie sich im Frühjahr von wilden Veilchen ernähren.

Kaisermantel

Die Raupen des Kaisermantels überwintern an Baumstämmen [Foto: Kurkul/ Shutterstock.com]

10. Trauermantel (Nymphalis antiopa)

Ein ganz besonderer Schmetterling ist der Trauermantel. Sein Name klingt nicht gerade fröhlich, ist wohl jedoch seiner samtig-braunen Flügeloberfläche geschuldet. Diese wird gerahmt von einer Borte blauer Punkte und schließlich einem cremefarbenen, gezackten Rand. Der Trauermantel gehört zu den großen Schmetterlingsarten und kann bis zu siebeneinhalb Zentimeter Flügelspannweite aufweisen. Er ernährt sich jedoch nur im Frühjahr von Weidenblüten. Den Rest des Jahres bevorzugt er Fallobst und austretende Baumsäfte. Seine natürliche Heimat sind offene, feuchte Wälder mit Weiden, Birken und Ulmen. Dennoch ist er ab und an auch in Streuobstwiesen und sogar Gärten zu sehen.

Trauermantel

Der Trauermantel ernährt sich nur im Frühjahr von Blüten [Foto: Marek Mierzejewski/ Shutterstock.com]

Falls Sie mehr zum Thema Artenvielfalt und Biodiversität erfahren möchten, haben wir hier eine Artikel für Sie parat.

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