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Schmetterlingshaus im Garten: Schmetterlinge schützen

Schmetterlinge sind wichtig für die Artenvielfalt. Ein Schmetterlingshaus in den Garten oder auf den Balkon zu stellen, kann eine sinnvolle Idee sein, um diese Insekten zu schützen. Wir zeigen, wie und wo man ein Schmetterlingshotel aufstellen kann und warum es für unsere Umwelt und Ihren Garten sinnvoll ist.

Blaues Schmetterlingshaus in Garten
Schmetterlinge freuen sich über ein eigenes Haus im Garten [Foto: Jill Callahan Klaver/ Shutterstock.com]

Viele Insektenarten lösen bei Menschen Ekel oder Angst aus – der Schmetterling ist dabei aber meist eine kunterbunte Ausnahme. Die farbenfrohen Tiere sind bei Groß und Klein beliebt und sorgen nicht nur mit ihren bunt schillernden Flügeln für gute Laune, sondern leisten als Bestäuber einen wichtigen Beitrag im Garten. Doch leider gibt es ein Problem: Viele einheimische Schmetterlingsarten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht oder gelten als stark gefährdet. Wer den bunten Faltern unter die Arme greifen möchte, kann ihnen zum Beispiel mit dem Anlegen einer Blumenwiese etwas Gutes tun. Genauso wie Nahrung ist für die Insekten ein schützendes Quartier überlebenswichtig, das Sie ihnen in Form eines Schmetterlingshauses anbieten können.

Wie hilft ein Schmetterlingshaus seinen Bewohnern?

Schmetterlingshäuser sind bis jetzt noch relativ unbekannt in Deutschland, weshalb viele ihren Sinn bezweifeln. Tatsächlich funktionieren die Schmetterlingskästen aber nach dem gleichen Prinzip wie die bekannten Insektenhotels, die bereits in vielen Gärten zu finden sind: Der künstliche Kasten dient als Ersatz für natürliche Rückzugsmöglichkeiten und schützt vor Wind und Wetter, aber auch vor Fressfeinden. Besonders der letzte Punkt ist für die Schmetterlinge entscheidend – niedrige Temperaturen (beispielsweise in der Nacht) schaden den Faltern meist nicht, sorgen aber dafür, dass sie beinahe unbeweglich sind und somit ein leichtes Ziel für Beutegreifer darstellen. In einem Schmetterlingshotel können die Tiere dagegen auch unbeschadet kalte Nächte überstehen. Bei manchen Schmetterlingsarten wie dem Tagpfauenauge und dem Zitronenfalter ist das Schmetterlingshaus sogar so beliebt, dass es als sicheres Winterquartier für die kalte Jahreszeit benutzt wird.

Was bringt ein Schmetterlingshaus im Garten?

Ein Schmetterlingshaus im Garten ist immer eine Bereicherung, denn im Gegensatz zu herkömmlichen Insektenhotels ist es nicht auf verschiedene andere Insektenarten zugeschnitten, sondern speziell auf die Bedürfnisse der zauberhaften Falter angepasst. Besonders in Kombination mit schmetterlingsfreundlichen Pflanzen sorgt das Schmetterlingshotel dafür, dass zahlreiche bunte Falter den Weg in Ihren Garten finden – ein faszinierendes Schauspiel, das Kinder wie Erwachsene verzaubert. Doch nicht nur optisch machen die kleinen Schmetterlinge im Garten mächtig Eindruck: Als Bestäuber sorgen die Nützlinge dafür, dass der Garten blüht und gedeiht. Durch ihre langen Rüssel können die Falter nämlich auch Pflanzen bestäuben, deren Blütenkelche für Bienen und Hummeln zu lang sind, was besonders bei Wildblumen häufig der Fall ist. So bereichert ein Schmetterlingskasten den Garten nicht nur optisch, sondern hilft auch aktiv beim Erhalt der Artenvielfalt.

Schmetterling auf Levendel
Schmetterlinge sind wie Bienen nützliche Bestäuber [Foto: Thijmen Piek/ Shutterstock.com]

Schmetterlingshotel bauen oder kaufen?

Wer dabei helfen will, unsere heimischen Schmetterlingsarten zu erhalten, wird früher oder später über die Anschaffung eines Schmetterlingskastens nachdenken, denn dieses ist (anders als ein Insektenhotel, welches die Anforderungen von Faltern nicht immer optimal erfüllt) speziell auf die Bedürfnisse von Schmetterlingen angepasst und wird daher besser von den bunten Faltern angenommen. Dabei stellt sich schnell die Frage, ob man das Schmetterlingshotel selber bauen oder nicht vielleicht doch lieber im Fachmarkt kaufen sollte.

Tatsächlich ist der Bau eines Schmetterlingshauses nicht besonders schwer, wenn man über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügt. Im Grundgerüst ähnelt das Schmetterlingshotel einem typischen Nistkasten für Vögel aus Holz mit angeschrägtem Dach. Der einzige Unterschied: Statt aus einem einzelnen Einflugloch besteht die Vorderseite aus mehreren Schlitzen. Diese Einflugschlitze sollten jeweils 15 Zentimeter lang und etwa einen Zentimeter breit sein – sind die Schlitze kleiner, ist das Schmetterlingshaus nicht für alle Falter benutzbar. Sind sie dagegen größer, haben Beutegreifer leichtes Spiel. Außerdem lohnt es sich, eine „Wartungsklappe“ – beispielsweise in Form einer aufklappbaren Frontseite – einzubauen, durch welche Sie das Schmetterlingshaus befüllen und reinigen können. Damit das Schmetterlingshotel seine kleinen Bewohner ausreichend vor Wind und Wetter beschützt, sollte man außerdem darauf achten, das Holz mit Öl oder Lasur vor Verwitterung zu schützen und das Dach mit Dachpappe zu bedecken.

Wer nicht mit handwerklichem Talent gesegnet ist, kann jedoch auch zu Schmetterlingskästen aus dem Fachhandel greifen. Wichtige Punkte, die beim Kauf eines Schmetterlingskastens zu berücksichtigen sind, sind die richtige Größe der Einflugschneisen und die Verwendung von haltbarem Material. Außerdem empfiehlt es sich, einen Kasten zu wählen, der sich an einer Seite öffnen lässt, sodass man die Füllung ohne Probleme austauschen kann.

Schmetterlingsaus in Garten
Ein Schmetterlingshaus ähnelt in seinem Aufbau einem Vogelnistkasten [Foto: Zoroyan/ Shutterstock.com]

Schmetterlingshaus befüllen

Theoretisch reicht bereits ein leeres Schmetterlingshaus aus, um den Insekten den nötigen Schutz vor der Witterung zu geben, da sich die Tiere oft an den Wänden des Häuschens niederlassen. In der Praxis hat es sich allerdings bewährt, das Schmetterlingshaus zusätzlich zu befüllen: Trockenes Reisig oder Rindenstücke sorgen im Schmetterlingshotel dafür, dass die Falter vermehrt Halt finden. Wer sein Schmetterlingshaus auch für andere Insekten attraktiv machen will, kann die untersten Zentimeter des Hauses mit Holzwolle oder Rindenmulch füllen – Fliegen und Käfer, besonders der Marienkäfer, nutzen das Schmetterlingshäuschen ebenfalls gern und stellen keine Bedrohung für die Schmetterlinge dar. Einmal im Jahr sollte das Füllmaterial ausgetauscht und das Schmetterlingshotel auf eventuelle Mängel überprüft werden. Idealerweise findet dies im Spätherbst statt, da zu diesem Zeitpunkt die Sommerbesucher des Schmetterlingskastens bereits ausgezogen, die Überwinternden sich aber noch nicht eingerichtet haben.

Monarchfalter auf rosa Blüte
Idealerweise steht das Schmetterlingshaus in der Nähe von blühenden Pflanzen [Foto: Sean Xu/ Shutterstock.com]

Schmetterlingshaus aufstellen: Der perfekte Standort 

Ist das Schmetterlingshaus fertig ausgestattet, steht die Wahl des Standortes an: Am besten eignet sich ein geschützter halbschattiger bis sonniger Platz. Eine Hauswand mit schützendem Dachvorsprung ist ein idealer Platz für das Schmetterlingshotel, da es so zusätzlich vor Regen und Schnee abgeschirmt ist. Zusätzlich muss darauf geachtet werden, dass der Schmetterlingskasten außerhalb der Reichweite von Haustieren (insbesondere Katzen) aufgehangen wird, da diese gerne Jagd auf die bunten Insekten machen – höher als zwei Meter sollte das Schmetterlingshäuschen jedoch nicht hängen. Auch in der unmittelbaren Nähe von Vogel-Futterhäuschen bzw. Vogelbrutkästen sollte das Schmetterlingshotel nicht stehen, da die Schmetterlinge sonst leichte Beute sind. Optimal ist es außerdem, wenn es in der Nähe von geeigneten Schmetterlingsblumen aufgestellt wird: Das sorgt nicht nur dafür, dass das Schmetterlingshaus besser angenommen wird, sondern bietet den Schmetterlingen auch ein Buffet direkt vor der Haustür. 

Neben einem Schmetterlingshaus gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, die bunten Insekten im Garten zu unterstützen. Wie Sie Ihren Garten möglichst schmetterlingsfreundlich gestalten können, erfahren Sie in unseren Artikeln über naturnahes Gärtnern und das Anlegen eines insektenfreundlichen Gartens.

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