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Schwarze und blaue Tomaten: Hintergründe & die besten Sorten

Seit einigen Jahren kommen immer mehr schwarze und violett-blau gefärbte Tomatensorten auf den Markt. Erfahren Sie hier alles zu den besonderen Früchtchen.

Schwarze Tomaten hängen am Baum

Schwarze oder blaue Tomaten sind in Ihrem Garten garantiert ein Hingucker [Foto: thekovtun/ Shutterstock.com]

Auf den ersten Blick wirken sie künstlich, ja irgendwie unnatürlich, diese violett bis mitternachtsblau gefärbten Früchte. Manche tragen nur an den Schultern Schwarz, andere wiederum ähneln eher Heidelbeeren als Tomaten. Auch das Laub und der Stiel sind oft violett angehaucht und schon die blauen Keimlinge zeigen, dass sie etwas Besonderes sind: Sternchentomaten nämlich.

Schwarze und blaue Tomatensorten

Der Begriff „Sternchentomate“ leitet sich von der kuriosen Eigenschaft ab, dass sich unter dem sternförmigen Stielansatz die eigentliche Grundfarbe versteckt. Die eher von Auberginen bekannten blauen bis schwarzen Farben bilden sich bei Tomaten nur unter UV-Strahlung aus – je mehr Sonnenlicht einfällt, desto dunkler und vollständiger wird die Färbung. Das Schwarz und Violett des Anthocyans sind sozusagen die Sonnenbräune der Tomaten. Im Inneren allerdings und auf der Schattenseite der Frucht kann man die Grundfarbe oft noch erkennen.

Schwarze Tomaten hängend

Je stärker die Sonneneinstrahlung, desto dunkler wird die Tomate [Foto: Huy Thoai/ Shutterstock.com]

Woher kommt die neue Farbe?

Vor einigen Jahren begannen Züchter damit, natürlich schwarze Wildtomaten in unsere Kulturtomaten einzukreuzen, und so brachten sie auch diese dazu, den dunklen Farbstoff Anthocyan zu bilden. Leider gingen durch die Kreuzung auch unerwünschte Eigenschaften in die neuen Sorten über – beispielsweise ein eher fader Geschmack. Das Aroma wurde jedoch im Laufe der letzten Jahre laufend verbessert und die Farben blieben erhalten, sodass nun schon einige attraktive und wohlschmeckende Sorten erhältlich sind. Als erste Sorte kam 2012 die komplett schwarze, innen rosafarbene Salattomate ‚Indigo Rose‘ auf den Markt. Mittlerweile wird an verschiedensten Kombinationen von Grundfarbe und violetten Deckfarben gearbeitet, sodass sich nun auch nicht nur Rot unter der schwarzen Schale versteckt.

Schwarze Tomaten unreif

Schon im unreifen Zustand wird der blaue Farbstoff gebildet [Foto: thekovtun/ Shutterstock.ocm]

Sind blaue Tomaten gesünder als andere?

Der neu eingegliederte Farbstoff Anthocyan besitzt tatsächlich wertvolle Eigenschaften für unsere Gesundheit. Anthocyane gehören zu den phenolischen Verbindungen und haben eine antioxidative Wirkung, das heißt, sie fangen freie Radikale in unserem Körper, die ansonsten unsere Zellen und unser Erbgut schädigen würden. Da viele Tomaten aber nur sehr geringe Mengen an Blau besitzen, lässt sich kaum sagen, ob sich das Naschen ausschließlich violetter Früchte spürbar auf unsere Gesundheit auswirkt. Den „normalen“ Tomaten stehen die Sternchentomaten jedenfalls in nichts nach.

Die 10 besten schwarzen/blauen Tomatensorten im Überblick

Falls Sie sich noch nie mit den schwarzen und blauen Sorten auseinandergesetzt haben, ist die Auswahl der Sorte zu Beginn sicherlich nicht einfach. Hier haben wir für Sie die aktuell überzeugendsten Sorten in Geschmack und Wuchs zusammengefasst.

‚Indigo Blueberry‘: Stark verzweigte Cocktailtomate mit spitzem, violettem Laub und vielen kleinen blaurot reifenden Früchten mit aromatischem, würzig-süßem Geschmack. Nicht ausgeizen!

‚Dancing with Smurfs‘ / ‚Schlumpfentanz‘: Rotorange Cocktailtomate mit violett gefärbter Schulter und Sonnenseite, sehr schöner Erntestern. Guter und langer Ertrag mit süßlich-aromatischen Früchten auch im Freiland

‚Glossy Rose Blue‘: Rosarote Kirschtomate mit blau behauchter Schulter und stark glänzender dünner Schale. Braucht Wärme, denn dann ist sie fruchtig süß im Geschmack mit langanhaltendem frühen Ertrag

‚Indigo Rose‘: Stammt aus dem Züchtungsprogramm von Jim Myers von der Oregon State University als eine der ersten verfügbaren blauen Sorten. Innen und schattenseitig rosa bis kirschrote Stabtomate, färbt in der Sonne mitunter komplett schwarz aus und reift auch so ab. Ein echter Hingucker

Schwarze Tomaten im Garten

Die Sorte ‚Indigo Rose‘ ist ein wahrer Blickfang im Garten [Foto: govindji/ Shutterstock.com]

‚Antho gelb‘: Sonnengelbe Kirschtomaten mit blauem Überzug an den Schultern und sehr süßem, aromatischem Geschmack. Muss nicht ausgegeizt werden. Stammt von Reinhart Kraft, einem deutschen Hobbyzüchter. Auch als weiße bzw. rote Varianten ‚Antho weiß‘ und ‚Antho violettrot‘ erhältlich

‚Indigo Kumquat‘: Oval bis dattelförmige goldgelbe Kirschtomate mit blauem Überzug vor allem an den Schultern und sehr gutem, fruchtigem Aroma. Langanhaltender Ertrag ab Juni bis in den Spätherbst

‚Blue Pitts‘: Ein Farbenspiel von blauviolett-rosa reifenden Cocktailtomaten vom Züchter der berühmten ‚Green Zebra‘, dem Amerikaner Tom Wagner. Benötigt für das süße und saftige Aroma Wärme, ist dafür sehr robust und die Früchte platzen auch im Freiland kaum auf

‚Purple Dragon‘: Mittelgroße ovale Stabtomate bis ca. 50 Gramm mit würzig-fruchtigem Geschmack. Reift in den Farben Gelb, Orange, Pink und Violett und um die Schulter herum in Blau ab, ein farbliches Spektakel unter den blauen Tomaten. Bildet kaum Geiztriebe

‚Blue Keyes‘: Birnenförmige Salattomate mit goldgelben bis orangen Streifen und schwarz-violettem Überzug. Platzfeste, lange haltbare Früchte mit fruchtigem Geschmack

‚Blue Green Zebra‘: Entwickelt von Tom Wagner in den USA. Genügsame Stabtomate mit grünblau gestreiften mittelgroßen Früchten und dem typischen frisch-fruchtigen Geschmack der grünen Tomaten

Sternchentomaten selber züchten

Durch Kreuzung ist es möglich, den blauen Farbstoff auch in eine seiner eigenen Lieblingssorten einbringen. Hierzu wird eine violette Sorte gezielt eingekreuzt und die Nachkommen werden im nächsten Jahr dann selektiert. Da sich die Tomate jedoch am liebsten selbst bestäubt, muss man zu einem Trick greifen: Am besten gelingt das Kreuzen, wenn man mit einer Pinzette die noch nicht ganz geöffnete Blüte von den Pollenzäpfchen befreit und dann die übriggebliebene Narbe der Blüte mit dem zuvor gesammelten Pollen der blauen Sorte bestäubt. Dann die Blüte vorzugsweise eintüten, beschriften und auf Früchte hoffen. Die Samen dieser Früchte tragen dann wahrscheinlich schon die Gene für die Anthocyane in sich.

Tomatenblüte

Die freigelegte Narbe wird mit vorher gesammeltem Pollen bestäubt [Foto: potiros tanarm/ Shutterstock.com]

Viele Hobbyzüchter und auch kommerzielle Betriebe haben in den vergangenen Jahren damit begonnen, sich für die interessante Farbe und deren Verbreitung zu engagieren. Fleißig werden neue Sorten und Formen der Sternchentomaten gezüchtet. Auch der Verein ARCHE NOAH entwickelt derzeit zusammen mit Hobbygärtnern in einem langjährigen Projekt neue „Sternparadeiser“. Ziel des Projektes ist zum einen die Verbesserung des Geschmacks und zum anderen auch das Einbringen der Farbenvielfalt in die blauen Sorten, da bei den meisten Sorten der Grundton bisher nur rot ist.

Falls Sie noch mehr über die Vielfalt der Tomate lernen möchten, finden Sie hier eine Übersicht der 50 besten altbewährten und neuen Tomatensorten.

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