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Teure Shizuoka-Melone: Was macht sie so besonders?

Als wir von der sehr teuren Shizuoka-Melone (Cucumis melo) hörten, wunderten wir uns nicht, dass dieser sündhaft teure Leckerbissen aus Japan stammt. Shizuoka ist eine japanische Präfektur entlang der Pazifikküste südlich der Chubu Region. Die Präfektur ist bekannt für die aromatischsten und teuersten Zuckermelonen (Syn. Netzmelonen). Je nach Qualität und Optik zahlt man pro Melone zwischen 3000 und 12000 Yen, was in etwa 25 bis 100 Euro entspricht.

Von Japanern hörten wir, dass sich der teure Kauf lohnt und sich jeder Yen auszahlt. Swee ein junger Singapurer besuchte in Shizuoka eine der wenigen öffentlich zugänglichen Betriebe und testete eine der kostbaren Melonen für uns.

Zirka zwei Stunden vom Bahnhof in Shizuoka entfernt, liegt der Betrieb. Einheimische bestätigen, dass nur dieser Betrieb Besuchern einen Blick hinter die Kulissen und den Anbauprozess der teuren Shizuoka-Melone erlaubt. Zu Beginn der Tour zeigt eine Übersichtskarte den Anbauprozess in zahlreiche Schritten auf.

Anbau Shizuoka Melone

Der Anbau von Shizuoka-Melonen ist eine Kunst für sich. Mit Ausnahme von einem Betrieb ist die Anzucht ein gut gehütetes Geheimnis. [Foto: Swee Tim]

Für alle, die kein japanisch sprechen, haben wir versucht einige der Schritte zu übersetzen und mit entsprechenden Bildern zu visualisieren. Obwohl in den Sommermonaten ein Anbau auch im Freien problemlos möglich wäre, wachsen die Melonen im Gewächshaus heran. Hier können die Bedingungen exakt überwacht und angepasst werden.

1. Die Aussaat: Selektioniertes Saatgut der Shizuoka-Melone wird unter streng kontrollierten Bedingungen ausgesät und zum Keimen gebracht. Besonders eine gute Abstimmung von Temperatur und Feuchtigkeit ist für ein optimales Ergebnis vonnöten.

Aussaat Shizuoka Melone

Zeitlich versetzt werden immer neue Chargen der Shizuoka Melone ausgesät. Dies garantiert eine kontinuierliche Ernte. [Foto: Swee Tim]

2. Die Reihenbepflanzung: Nachdem die kleinen Sämlinge einmal pikiert wurden und eine Größe von zirka zehn Zentimetern erreicht haben, werden die Pflanzen im Abstand von 50-60 Zentimetern in Reihen gesetzt.

Junge Melonen nach dem Auspflanzen.

Sämlinge der Shizuoka Melone nach dem Auspflanzen. [Foto: Swee Tim]

3. Die Wachstumsphase: Die Jungpflanzen werden an Schnüren aufgebunden und wachsen in die Höhe. Während die Pflanze immer größer werden und unter optimalen Bedingungen heranwachsen, muss penibel auf Ungeziefer und Pilzkrankheiten geachtet werden. Besonders letztere können im Gewächshaus auf Grund der hohen Luftfeuchtigkeit schnell auftreten.

Honigmelone Shizuoka Anbau

Die Jungpflanzen der Shizuoka Melone werden aufgebunden. [Foto: Swee Tim]

4. Der Fruchtansatz: Pro Pflanze wird lediglich nur ein Fruchtansatz stehen gelassen. Die kleine Babymelone erhält somit die volle Aufmerksamkeit der Mutter. Durch diese Maßnahme sollen die Früchte besonders nährstoffreich und süß werden.

Gewächshauskultur der Shizuokamelone

Die Shizuoka Melone (Cucumis melo) wird in Gewächshäusern angebaut. Denn nur hier lassen sich die Kulturbedingungen optimal kontrollieren. [Foto: Swee Tim]

5. Das Einhüllen: Einige Zeit später werden die etwas größeren Früchte mit einer speziellen Schutzhülle bis zur Ernte eingepackt. Dies soll die makellose Optik der Pflanze vor äußeren Einflüssen schützen. Pro Pflanze reift nur eine Frucht heran. Die anderen Blütenstände werden manuell entfernt. [Foto: Swee Tim]Shizuokamelone Frucht

Shizuokamelone Frucht

Am Ende der Tour hat man die Gelegenheit die Früchte zu probieren. Zum Vorzugspreis von etwa 10 Euro erhält man ein Viertel der Melone und ein Früchteeis. Als Laie denkt man beim Anblick des Melonenstücks, dass das Fruchtfleisch nicht sonderlich ansprechend aussieht. Die Frucht ist weder schlecht noch überreif. So muss eine reife Shizuoka-Melone aussehen.

Sobald man probiert hat, kann man nicht mehr aufhören. Der Geschmack ist aromatisch-parfümiert, das Fruchtfleisch sehr süß und saftig. Je weniger von der Melone übrig ist, desto mehr versucht man das letzte Fruchtfleisch aus der Schale zu kratzen. Die Shizuoka-Melone ist definitiv die wohl schmackhafteste Melone, die Swee je verspeiste. Ob es einem die umgerechnet 30 bis 100€ wert ist, entscheidet wohl der eigene Geldbeutel. Eine lukullische Köstlichkeit ist die Shizuoka-Melone auf jeden Fall.

Shizuokamelone auf Eis

Am Ende der Führung bekommt man eine sehr leckere Kostprobe: Shizuoka Melone auf Eis. [Foto: Swee Tim]

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