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Sprossenglas: So gelingt der Anbau zu Hause kinderleicht

Mit nur wenig Aufwand lassen sich Sprossen ganz einfach im Glas ziehen. Wie der Anbau im Sprossenglas funktioniert, erfahren Sie hier.

Sprossen im Glas
Schneller geht es kaum – nach nur wenigen Tagen sind die Sprossen bereits erntereif [Foto: grafvision/ Shutterstock.com]

Wer Sprossen selber zieht, kann bereits nach wenigen Tagen seine eigene Ernte auf Sandwichs, im Salat, in Dips oder einfach pur genießen. Dabei sind die kleinen Keimlinge nicht nur besonders schnell und einfach kultiviert, sondern enthalten außerdem viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Sprossen können das ganze Jahr über gezogen werden, das heißt, immer frisches Grün in der Küche.

Sprossen im Glas anbauen

Um zu Hause seine eigenen Sprossen anzubauen, brauchte es nicht viel: Lediglich ein geeignetes Gefäß und die ausgewählte Sprossenmischung. Eine besonders einfache Methode ist der Anbau im sogenannten Sprossenglas. Wie so ein Sprossenglas genau aussieht, erfahren Sie in den nächsten Abschnitten.

Sprossenglas anlegen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Da Sprossen meistens direkt in der Küche angebaut werden, können Sie zu jedem Zeitpunkt im Jahr mit der Sprossenanzucht beginnen. Gerade im Winter, wenn die Auswahl an frischem Gemüse begrenzter ist, findet man in den aromatischen Sprossen eine leckere Zugabe zu Suppen, Aufstrichen oder Salaten.

Welche Sprossen eignen sich für ein Sprossenglas?

Wer Sprossen anbauen will hat die Qual der Wahl, denn zur Anzucht kann man die Samen verschiedenster Gemüsesorten, Getreide und Hülsenfrüchten verwenden. Die Keimdauer, der Geschmack und die Größe der Sprossen ist je nach Sorte unterschiedlich. Typische Sorten sind beispielsweise Alfalfa (Medicago sativa), Mungbohne (Vigna radiata) oder Kresse (Lepidium sativum).

Im Sprossenglas kann fast jede Sprossensorte kultiviert werden. Nur sehr kleine Samen wie die von Kresse, Rauke (Eruca sativa) oder Brokkoli (Brassica oleracea) lassen sich am besten in einer sogenannten Keimschale ziehen. Auch bei Getreidesamen kann es zu Problemen kommen, da hier meistens keine hundertprozentige Keimfähigkeit geleistet werden kann und somit ein Teil der Samen eventuell zu gammeln beginnt.

Trotzdem bleibt für das Sprossenglas noch eine große Auswahl an Sprossensamen übrig. Wie wäre es zum Beispiel mit Kichererbsen-, Linsen-, Radieschen- oder Zwiebelsprossen?

Hinweis: Sprossen aus Hülsenfrüchten, wie beispielsweise Kichererbsen, müssen vor dem Verzehr blanchiert werden, da sie roh ungenießbare Substanzen enthalten.

Verschiedene Sprossensamen in Gläsern
Für die Sprossenanzucht gibt es eine große Auswahl an Keimsaat [Foto: Benoit Daoust/ Shutterstock.com]

Das perfekte Sprossenglas

Bei einem Sprossenglas handelt es sich um ein normales Glas mit einer Höhe von circa 15 Zentimetern. Mit dem Glas erhält man den passenden Deckel, der kleine Löcher besitzt. Diese sind wichtig, damit das Gießwasser abfließen und durch das Glas genügend Luft zirkulieren kann. In Kombination mit dem Deckel gibt es außerdem eine sogenannte Stellvorrichtung, die das Glas in Schräglage hält und dafür sorgt, dass überflüssiges Wasser direkt ablaufen kann. Sprossengläser gibt es sowohl mit Deckel und Halterung aus Plastik, als auch aus Metall. 

Sprossenglas mit Stellvorrichtung
Sprossenglas mit Deckel und Stellvorrichtung [Foto: julie deshaies/ Shutterstock.com]

Sprossenglas selber basteln

Wer sich kein Sprossenglas kaufen möchte, kann sich auch ganz einfach sein eigenes Sprossenglas basteln. Alles was Sie dafür brauchen ist ein großes Glas, beispielsweise ein Einmachglas, 1 bis 2 Haushaltsgummis und zur Abdeckung ein wasserfestes Material mit Löchern, beispielsweise Fliegengitter. Dieses wird so zurechtgeschnitten, dass es großzügig über die Glasöffnung passt. Dann das Material mit den Haushaltsgummis befestigen. Für die Schräglage kann man entweder eine flache Schale oder ein Geschirr Abtropfgestell benutzen.

Vorgehen beim Anbau von Sprossen im Glas

Der Weg zu den fertigen Sprossen umfasst nur wenige Schritte.

  • Zuerst geben Sie 2-3 Esslöffel Samen in ein Küchensieb und spülen diese unter laufendem Wasser ab. Geben Sie danach die Samen in das Keimglas und bedecken Sie die Samen mit Wasser.
  • Nun müssen die Samen für circa 10 Stunden einweichen. Dieser Vorgang wird bei fast allen Sprossensorten durchgeführt, nur einige Ausnahmen wie Kresse oder Leinsamen müssen nicht in Wasser eingeweicht werden. Nach der Einweichzeit wird das Wasser abgeschüttet (super Wasser zum Gießen!) und nicht aufgequollene Samen können aussortiert werden. Nun wird das Glas in Schräglage gebracht, damit das restliche Wasser abtropfen kann.
  • Um ideale Keimbedingungen zu schaffen, platzieren Sie Ihr Sprossenglas am besten in der Nähe eines Fensters, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Temperatur sollte zwischen 18 und 22 Grad liegen.

Die richtige Pflege von Sprossen im Glas

Damit das Sprossenkeimen ein voller Erfolg wird, gibt es nur eine wichtige Pflegemaßnahme zu beachten: Das tägliche Spülen. Spülen Sie Ihre Keimlinge morgens und abends mit frischem Wasser und stellen Sie danach das Glas zum Abtropfen zurück in die Halterung, so wird die Bildung von Bakterien oder Schimmelpilzen verhindert. Währenddessen können Sie außerdem einen kurzen Blick auf Ihre Sprossen werfen. Falls Sie Schimmel entdecken oder Ihnen ein modriger Geruch entgegenkommt, starten Sie den Keimprozess lieber noch einmal von vorne.

Hinweis: Einige Sprossensorten wie Radieschen oder Rettich haben an ihrer Faserwurzel eine Art weißen Flaum, der leicht mit Schimmel verwechselt wird.

Sprossen mit weißem Flaum an der Wurzel
Der weiße Flaum um die Wurzel der Radieschen wird schnell mit Schimmel verwechselt [Foto: Aneta_Gu/ Shutterstock.com]

Wann kann im Sprossenglas geerntet werden?

Je nach Keimzeit der Sprossen, können Sie bereits nach 3-4 Tagen ernten. Wenn Sie nicht direkt alle Sprossen verwenden können, ist es möglich, sie in einem Glas im Kühlschrank für einige Tage aufzubewahren. Bevor ein neuer Keimzyklus begonnen wird, ist es wichtig, das Keimglas gründlich mit heißem Wasser zu reinigen.

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