skip to Main Content

Tomoffel: Tomaten auf Kartoffeln veredeln (Video-Anleitung)

Tomoffel? Richtig gehört: Der Mix aus Kartoffel und Tomate trägt nicht nur doppelte Ernte sondern lässt sich auch noch ganz einfach zu Hause anbauen.

 

Tomaten und Kartoffeln zählen wohl zu den beliebtesten Pflanzen in deutschen Gärten. Doch vertragen sich die beiden Nachtschattengewächse nur schlecht und sollten im Beet möglichst weit auseinander stehen. Wäre es nicht wunderbar, wenn man beide Pflanzen anbauen könnte, obwohl man nur wenig Platz zur Verfügung hat? Kein Problem mit der Tomoffel: Der clevere Pflanzen-Mix trägt oben leckere Tomaten, an seinen Wurzeln lassen sich jedoch die beliebten Knollen finden. Dabei entsteht die Tomoffel nicht etwa aus Gentechnik, sondern basiert auf dem Prinzip der Veredelung, dass viele schon von Obstbäumen kennen. Und das Beste: Die Tomoffel gedeiht auch in Töpfen und lässt sich so problemlos auch auf kleinstem Raum anbauen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einfachsten Mitteln eine Kartoffel zur Tomoffel veredeln und leckere Kartoffeln und Tomaten von ein und derselben Pflanze ernten können.

Tomoffel: Einkaufsliste

  1. Zwei Plastik-Pflanzkübel (Fassungsvermögen 30 Liter oder mehr)
  2. Teppichmesser
  3. Bleistift und Lineal
  4. Hochwertige Pflanzerde
  5. Kartoffeln
  6. Tomatensetzlinge
  7. Klebeband
  8. Haarspange
  9. Pflanzstab
Tomoffel-Pflanze zum ernten Topf

So sieht die fertige Tomoffel-Pflanze aus

Tomoffel anbauen: Anleitung

  1. Zuerst muss das richtige Zuhause für die Tomoffel geschaffen werden. Dazu brauchen Sie zwei gleichgroße Plastik-Pflanzkübel. Ein Fassungsvermögen von 30 Litern oder mehr ist dabei ideal, damit die Wurzeln genug Platz haben, um sich auszubreiten. In einen der Töpfe werden nun mit einem Teppichmesser drei identische Sichtfenster geschnitten. Am besten zeichnen Sie diese vorher mit einem Bleistift und Lineal vor, um einen guten Überblick über Größe und Anordnung zu erhalten. Achten Sie dabei darauf, dass Sie sich nicht selbst aus Versehen verletzen. Ist der erste Topf vorbereitet, können Sie ihn einfach in den zweiten stecken.
  2. Füllen Sie nun den Topf zu etwa einem Drittel mit Erde. Dann schneiden Sie die Kartoffeln in der Hälfte durch und legen sie mit der offenen Schnittfläche nach unten auf den Boden. Die Wahl der hängt dabei vom individuellen Geschmack ab: Wer es besonders ausgefallen mag, kann auch zu bunten Kartoffelsorten wie der ‚Violetta‘ greifen. Nun wird der Rest des Topfes mit Erde ausgefüllt und es heißt: „Abwarten und Tee trinken.“
  3. Nach etwa 14 Tagen sollten sich aus den Kartoffeln kräftige Triebe entwickelt haben, die deutlich aus dem Boden herausragen. So weit, so gut, aber wo bleibt die Tomate?
  4. Keine Sorge, beim Pfropfen erhält auch die Tomate ihren großen Auftritt: Mit einem leicht schrägen Schnitt trennen Sie die junge Tomatenpflanze etwa mittig durch. Optimal ist eine Stelle kurz über oder unter einem schlafenden Auge, aus dem sich später ein Geiztrieb entwickeln würde. Als Sorten eignen sich im Übrigen am besten Kirsch- oder Cocktailtomaten.
  5. Die Kartoffel wird dagegen drei bis vier Zentimeter über dem Boden mit einem geraden, sauberen Schnitt gekürzt. Dann wird die Kartoffelpflanze etwa einen Zentimeter tief und mittig gespalten. Denken Sie bei allen Schnitten daran, ein sauberes, scharfes Messer zu benutzen.
  6. Nun kann der Tomatensteckling vorsichtig in den Schnitt der Kartoffelpflanze eingesetzt werden. Ein einfacher Streifen Klebeband fixiert die beiden Pflanzenteile solange miteinander, bis sie zusammenwachsen konnten.
  7. Mit einer Haarspange kann man die Tomoffel zusätzlich an einem Pflanzstab fixieren – so sorgt man dafür, dass der oberirdische Tomatenteil der Pflanze schön aufrecht wächst und nicht von seinem eigenen Gewicht nach unten gedrückt wird.
    tomoffel Klebeband fixiert Pflanzstab

    Mit Klebeband die beiden Pflanzenteile fixieren und an einen Pflanzstab anklammern

Tomoffel Pflege

Von nun an braucht die Tomoffel eigentlich nur noch regelmäßige Pflege und Zuwendung: Düngen Sie die Pflanze regelmäßig, achten Sie jedoch auf eine ausgewogene Stickstoffbilanz, ansonsten neigt die Tomoffel zu übermäßigen Blattwachstum während die Früchte verkümmern. Auch regelmäßiges Gießen ist wichtig, vor allem da die Pflanze im Topf durch höhere Verdunstung mehr Wasser braucht als ihre Schwestern im Beet. Jedoch sollte es auch nicht zur Staunässe kommen, diese kann die Tomoffel nämlich nicht besonders gut vertragen. Ansonsten sollten Sie bei der Tomoffel die gleiche Pflege zukommen lassen, die auch eine normale Kartoffel oder Tomate braucht. Beachtet man diese Punkte, kann man sich schon bald über eine reiche Ernte freuen. Die Kartoffeln können dabei besonders einfach und bedarfsgerecht geerntet werden, wenn man den inneren Topf herausnimmt und die reifen Kartoffeln einfach durch die Sichtfenster entnimmt. So spart man nicht nur Zeit, sondern vermeidet auch die Wohnung mit Blumenerde zu verschmutzen.

Tomoffel mit Dünger

Die Tomoffel benötigt die gleiche Pflege wie normale Kartoffeln oder Tomaten (Anzeige: Herzlichen Dank an Cuxin)

Tomoffel im Topf: Kurzfassung

  • Drei Sichtfenster in einen Pflanzkübel schneiden.
  • Pflanzkübel ineinander stecken und zu einem Drittel mit Erde befüllen.
  • Kartoffeln halbieren, mit Schnittfläche nach unten in den Topf legen und mit Erde bedecken.
  • Etwa 14 Tage warten, bis sich kräftige Triebe gebildet haben.
  • Etwa 4 cm über der Erde waagerecht abschneiden, dann etwa 1 cm senkrecht, mittig spalten.
  • Oberen Teil der Tomatensetzlinge mit schrägem Schnitt abtrennen.
  • Tomatensteckling in den Spalt der Kartoffelpflanze pfropfen.
  • Verbindungsstelle mit Klebeband fixieren.
  • Triebe mit Haarklammern an Pflanzstäbe binden.
  • Regelmäßig gießen und düngen.
  • Ernten (Kartoffeln durch Sichtfenster) und genießen.
Wir empfehlen folgende Produkte:
  • Garten- und Baumschulhippe von Tina: Veredelungsmesser und Gärtnermesser aus rostfreiem Stahl.
  • Veredelungsband: Wasserdichtes, flexibles, dehnbares und selbstklebendes Pfropfband ist für einen Schutz der Veredelungsstelle wichtig.
  • Cuxin BIO Tomatendünger : Organischer BIO-Naturdünger für Gemüse und Zierpflanzen mit Langzeitwirkung. Optimales Nährstoffverhältnis für gutes Wachstum, kräftige Wurzeln und schmackhaftes Gemüse.

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

Back To Top
[i]
[i]
[i]
[i]