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Urban Gardening: Gärtnern in der Stadt für Kinder & Erwachsenen

Urban Gardening liegt seit einiger Zeit im Trend. Wie genau Kinder und Erwachsene im Großstadtdschungel gärtnerisch aktiv werden können, finden Sie hier.

Tomatenkeimlinge auf Fensterbrett

Der Schwerpunkt beim urbanen Gärtnern liegt bei sozialer Sinnstiftung und bewusstem wie nachhaltigem Konsum

Frische Kräuter, bunte Blumen und selbst gezogenes Gemüse: Immer mehr Menschen haben im hektischen Stadttrubel das Bedürfnis zu Gärtnern. Aus den vereinzelt kultivierten Gurken, Tomaten und Erdbeeren erwuchs in den letzten Jahren ein neuer Trend: das Urban Gardening. Noch vor einiger Zeit wurden die Menschen mit grünem Daumen, welche die Natur in die Städte zurückbrachten, lediglich müde belächelt. Heute ist das Urban Gardening ein Sinnbild für ökologisches Bewusstsein. Gleichzeitig kann es in städtischer Umgebung Kindern und Erwachsenen eine wertschätzende Haltung zur Natur vermitteln.

Wie Urban Gardening die Gesundheit und die Lebensqualität von Kindern verbessert

Die städtische Gartenbewegung wächst neben dem Urban Farming seit den 1990er-Jahren stetig an. Ihre Wurzeln führen allerdings in die New Yorker Gemeinschaftsgärten der Siebzigerjahre. Damals nutzen die Menschen der „Community Gardens“ die innerstädtischen grünen Oasen zur Selbstversorgung. Einen neuen Aspekt dieser gemeinschaftlichen Gärten stellen die untrennbar miteinander verbundenen gärtnerischen, ökonomischen, künstlerischen und sozialen Gesichtspunkte dar. Das gemeinsame Lernen und die Vermittlung von (gärtnerischem) Wissen gelten als zentrale Leitaspekte des Urban Gardenings. Bei Kindern und Jugendlichen kommt dem Urban Gardening eine besonders wichtige Rolle zu.

Sie kommen bereits im Vorschulalter mit der Natur in Kontakt. Viele Kinder können sich inmitten von Beeten, Sandkästen oder Schulgärten stundenlang beschäftigen. Laut einem Artikel von Kita.de erfüllen die städtischen Holz- oder Kunststoff-Sandkästen somit eine wichtige pädagogische Funktion. Sie schulen, ebenso wie die Arbeit an einem gemeinnützigen Urban Gardening Projekt mit den Eltern, die motorischen Fähigkeiten. Gleichzeitig bringt das frühe In-Kontakt-Kommen mit der Natur weitaus mehr als bloße biologisch-materielle Vorteile mit sich. Wie das Bundesamt für Naturschutz auf bfn.de näher beleuchtet, wirkt sich die städtische Natur auch auf das psychische Wohlbefinden der Kinder aus.

Kind hat Gurken auf dem Schoß und in der Hand

Viele Kinder können sich inmitten von Beeten, Sandkästen oder Schulgärten stundenlang beschäftigen

Erst durch eine vielfältige Reizumgebung inmitten einer begrünten städtischen Atmosphäre kann sich ein Kind kognitiv entwickeln. Je grüner und reizvoller die städtische Umgebung für Kinder erscheint, desto entdeckungsfreudiger und neugieriger werden sie. Außerdem bieten die urbanen grünen Projekte einen angenehmen, beruhigenden Ausgleich zu den negativen Sinnesreizen der Großstadt. Nicht zuletzt durch ein eigenes kleines Urban Gardening Projekt unter elterlicher Aufsicht lernt ein Kind, etwas verantwortungsvoll zu erschaffen. Die Tragweite des Urban Gardenings für Kinder wird prognostisch betrachtet weiter wachsen. Einer Abschlussarbeit auf bvnw.de zufolge wächst aktuell rund die Hälfte aller Kinder in einer großstädtischen Umgebung auf. Somit erfolgen die meisten der kindlichen Begegnungen mit der Natur im innerstädtischen Raum. Erwachsenen stehen viele Möglichkeiten offen, den Sprösslingen den Umgang mit der Natur näherzubringen.

  • Regelmäßige Gärtnerprojekte sind wichtig, um das Bewusstsein für das ökologische Gefüge zu entwickeln. Dabei muss das Projekt nicht unbedingt bei Sonnenschein und warmen Temperaturen stattfinden. Kindern bereitet es ebenso Freude, in Gummistiefeln und Regenmänteln bekleidet ein städtisches Beet anzulegen oder Gemüse in großen Töpfen auf dem Balkon anzupflanzen.
  • Die Natur hat ihren Tisch für kreative Menschen reich gedeckt. Besonders im Herbst finden Erwachsene und Kinder in Städten viele bunte Blätter, Kastanien und Eicheln. Sie lassen sich auf dekorative Weise in das Urban Gardening auf dem eigenen Balkon einbinden. Ein tolles Projekt hierfür ist der eigene Kürbisanbau auf der heimischen Dachterrasse. Dieses Gemüse auf dem Balkon anzupflanzen, ist mit den richtigen Vorkehrungen kinderleicht. Zwar hat ein Kürbis gemeinhin einen hohen Flächenanspruch, doch sind die vergleichsweise kleinen Hokkaido-Kürbisse zum Balkonanbau Den Kindern offenbart sich bei diesem Projekt ein wunderschöner Anblick: Die Rankhilfen, an denen die Kürbisse hoch oben über den Dächern der Stadt ansehnlich hinunterbaumeln.
  • Nützliche „Forscherutensilien“ unterstützen die Kinder bei ihren ersten Urban Gardening Projekten. Nichts fasziniert den neugierigen Nachwuchs mehr, als inmitten von begrünten Anlagen Insekten und Spinnen in freier Wildbahn zu beobachten. Oder mit einem Eimer und anderen Behältnissen beim Gärtnern interessant ausschauende Eicheln, Steine, Kastanien oder Schneckenhäuser zu sammeln und mitzunehmen.
  • In vielen großen Städten sind mittlerweile die sogenannten Waldkindergärten zu finden. Dort fördern geschulte Pädagogen und Fachkräfte das Naturverständnis der Kinder. Vormittags spielen die kleinen Entdecker gänzlich im Freien mit natürlichen Materialien. Anders als in gewöhnlichen Kindergarten misst ein Waldkindergarten der naturellen Vielfalt größere Beachtung bei.

Urban Gardening für Erwachsene: Verschiedene Konzepte und ihre Vorteile

Bei den verschiedenen Gartenprojekten der europäischen Städte geht es darum, das Leben in der Metropole zu bereichern und zu verschönern. Die junge urbane Avantgarde findet stets neue Wege, um den begrenzten Platz für die Saat von Blumen und Pflanzen zu nutzen. Aus der Notwendigkeit heraus haben sich neue gärtnerische Konzepte entwickelt.

KonzeptNutzungVorteile
GemeinschaftsgärtenVon Gruppen genutzte kollektive städtische GärtenSozialer Austausch, gemeinsamer grüner Daumen stärkt die emotionale Bindung
Interkulturelle GärtenGemeinschaftsgärten für alle Menschen verschiedener NationenFördern den internationalen Austausch, sind therapeutische Heilstätten und soziale Zufluchtsorte
NachbarschaftsgärtenFür eine Anwohnergemeinschaft, die gemeinsam im Hof gärtnertStärkt den Zusammenhalt von Nachbarn
Guerilla GardeningKleine Form des politischen Protests in Form von Gemüsepflanzen oder bepflanzten Baumscheiben auf politischen GebäudenFriedliche subversive Variante des Urban Gardenings für politische Aktivisten, die ihre Stadt mitgestalten möchten
Mobile GärtenInnerhalb der Stadt an „mobilen“ Plätzen verteilte Blumenkübel oder GemüsebeeteKreatives, flexibles und recyclingfreundliches Gärtnern

Unsere Top 10 für Ihre Urban Gardening Projekte auf dem Balkon

Welches grüne Projekt sich auf dem eigenen Balkon verwirklich lässt, hängt mit dem angestrebten Nutzen der Freifläche zusammen. Obst und Gemüse ernten oder doch eher inmitten von Blumen Ruhe vor der großstädtischen Hektik genießen? Die begrenzte Fläche muss kein Hindernis sein, schließlich ist der Trend des „Vertikalen Gärtners“ eng mit dem Urban Gardening verzahnt.

Blumen in einem alten Radio

Viele Gemüsearten wie Kapuzinerkresse, Karotten, Paprika oder Radieschen gedeihen wunderbar in vertikalen Kisten

  • DIY Kräuterregale auf mehreren Etagen anbauen. Hierfür lässt sich ein selbstgebautes Regal aus Europaletten oder hübsche übereinander gehangene Körbe zweckentfremden
  • Alte Weinkisten zum Anbau von Gemüse, Gurke und Zucchini verwenden
  • Konservendosen in bunten Farben anstreichen und als Blumentöpfchen auf dem Balkontisch   verwenden
  • Pflaster und Teerflächen auf dem Innenhof zu Obst- und Gemüsebeeten umfunktionieren
  • Upside down: Einen Topf zweimal – oben und unten – verwenden. Oben wachsen Tomaten, unten Kräuter
  • Pflanzenleitern und Blumenleitern bauen. Die Leiter ist gleichzeitig ein dekoratives Balkonelement.
  • Leckere Erdbeeren in praktischen Pflanztaschen anbauen
  • Zuckererbsen am Balkongeländer anpflanzen
  • Upcycling: Einen vertikalen Garten aus alten Schubladen und Holzkisten anlegen
  • Nicht revolutionär, aber immer schön anzusehen: Blumenampeln für Kräuter, Obst, Blumen oder Salate
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