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Buntspecht: Steckbrief zum bunten Specht

Wie unterscheidet man männliche und weibliche Buntspechte, wie unterscheidet man ihn von anderen Spechten und woran erkennt man eine Buntspechthöhle? Sämtliche Fragen rund um den auffälligen Gartenbesucher beantworten wir Ihnen hier in unserem großen Steckbrief.

Buntspecht-Weibchen an Baumstamm
Der auffällige Buntspecht ist der bei uns meist verbreitete einheimische Specht [Foto: Michael Kolodkin/ Shutterstock.com]

Der Buntspecht (Dendrocopos major) ist unser häufigster einheimischer Specht. Sein schwarz-weiß gezeichnetes Gefieder mit den roten Farbelementen macht ihn zu einem sehr auffälligen Gast – genau wie sein durchdringendes Trommeln, das bereits früh im Jahr erklingt. Obwohl der Buntspecht auch häufig im Garten zu beobachten ist, bevorzugt er strukturreiche und lebendige Wälder mit jungen und alten Bäumen sowie reichlich Insekten. Leider ist dies ein stark bedrohter Lebensraum, der durch die zunehmende Intensivierung und Ausweitung von eintönigen Forsten immer weiter zurückgeht. Um auf diesen Verlust aufmerksam zu machen, der nicht nur dem Buntspecht, sondern auch vielen weiteren Arten die Lebensgrundlage entzieht, wurde der Buntspecht im Jahre 1997 zum „Vogel des Jahres“ gekürt. Weitere spannende Informationen zum Aussehen und Verhalten des bunten Spechts finden Sie in unserem großen Buntspecht-Steckbrief.

Buntspecht: Steckbrief

GrößeEtwa 20 – 24 cm
GewichtEtwa 80 – 100 g
BrutzeitApril – Mai
LebensdauerBis zu 10 Jahre
LebensraumWälder, Parks und Gärten
FutterpräferenzInsekten und Insektenlarven, Baumsamen, Eier und Jungvögel
BedrohungenRückgang an natürlichen, strukturreichen Wäldern

Wie erkennt man den Buntspecht?

Den erwachsenen Buntspecht erkennt man an seinem typischen dreifarbigen Gefieder. Rücken und Scheitel sind schwarz gefärbt, während Wangen und Brust sich kontrastreich und hell absetzen. Die Schultern sind reinweiß und die schwarzen Flügel weiß gebändert. Der hintere Bereich des Bauches unter dem Schwanz ist leuchtend rot gefärbt, die Farbe reicht aber nur bis hinter die Beine. Auffällig sind ebenfalls der lange, spitze Schnabel und der schwarze Gesichtsstreif, der auch Zügel genannt wird. Wie alle Spechte ist der Buntspecht außerdem im Flug an dem typischen wellenförmigen Flugbild zu erkennen.

Es gibt noch drei weitere schwarz-weiß-rote einheimische Spechtarten, die allerdings sehr viel seltener sind. Trotz großer Ähnlichkeiten setzt sich der Buntspecht von allen durch seinen einfarbigen, hellen Vorderbauch ab, der bei den anderen Arten dunkel gestrichelt ist.

Wie kann man Buntspecht-Weibchen und -Männchen unterscheiden?

Buntspecht-Männchen und -Weibchen sind größtenteils gleich gefärbt. Das einzige – aber eindeutige – Unterscheidungsmerkmal ist der rote Nackenfleck des Männchens, der bei den weiblichen Exemplaren fehlt.

Buntspecht-Männchen in Baum
Das Buntspecht-Männchen ist am roten Nackenfleck zu erkennen

Wie erkennt man die Buntspecht-Jungvögel?

Ein junger Buntspecht ist bereits eindeutig als solcher zu erkennen, denn er besitzt bereits die typische schwarz-weiße Zeichnung auf seinen Federn. Im Gegensatz zu den ausgewachsenen Exemplaren ist sein Scheitel allerdings rot gefärbt, die rote Farbe des Hinterbauches ist dafür noch nicht so intensiv ausgeprägt wie bei seinen Eltern.

Durch diese Eigenschaften sehen die Buntspecht-Jungvögel den übrigen Arten wie Mittel- oder Kleinspecht noch ähnlicher. Aber auch hier ist der weißliche, ungezeichnete Vorderbauch wieder ein eindeutiges Buntspecht-Kriterium.

Buntspecht-Jungvogel auf Ast sitzend
Die jungen Buntspechte besitzen einen roten Scheitel [Foto: Yuriy Balagula/ Shutterstock.com]

Woran erkennt man die Eier?

Die Eier des Buntspechtes sind etwa 2,7 mal 2 Zentimeter groß und reinweiß gefärbt. Das Weibchen legt zwischen vier und sieben Eier pro Gelege, die dann abwechselnd von beiden Elternteilen bebrütet werden. Abgesehen von etwas Holzmulm, der beim Zimmern der Höhle anfällt, verwenden Buntspechte kein Nistmaterial.

Welchen Lebensraum bevorzugt der Buntspecht?

Natürlicherweise bevorzugen Buntspechte strukturreiche Wälder mit viel Alt- und Totholz. Sie nutzen dabei sowohl Laub- als auch Nadelwälder. Durch den zunehmenden Rückgang dieses Lebensraums hat der Buntspecht sich auch in menschengemachten Habitaten ausgebreitet und war dabei recht erfolgreich. Er ist ein häufig gesehener Gast in Parks und Gärten aller Art.

Wo baut der Buntspecht sein Nest?

Der Buntspecht nutzt alte und nicht mehr ganz gesunde Bäume zum Nestbau. Er zimmert sich selbst eine Höhle mithilfe seines spitzen Schnabels und formt durch stetiges Klopfen ein ovales Einflugloch von 5 bis 6 Zentimetern Durchmesser. Die Höhle wird in zwei bis zehn Metern Höhe angebracht und wohlüberlegt positioniert – häufig beginnt der Buntspecht mit dem Bau mehrerer Höhlen, bevor er eine von ihnen vollendet. Alte Höhlen werden nur selten wiederverwendet, dafür aber von anderen Vogelarten in den Folgejahren genutzt.

Hinweis: Das Gehirn des Buntspechtes ist übrigens gut abgefedert durch eingebaute „Stoßdämpfer“ und viel Gehirnflüssigkeit, sodass es bei der Klopfbewegung keinen Schaden nimmt. 

Buntspecht beim Nestbau
Buntspechte sind Höhlenbrüter [Foto: andrekoehn/ Shutterstock.com]

Wann brüten Buntspechte?

Nach der Eiablage wird das Gelege 11 bis 13 Tage bebrütet, bevor die jungen Buntspechte schlüpfen. Die Brutzeit reicht dabei von April bis Mai. Die Jungvögel werden anschließend drei bis vier Wochen im Nest gefüttert, bevor sie flügge werden. In dieser Zeit betteln die jungen Spechte lautstark: „Wi-wi-wi-wi-wi“. Häufig kann man daran Nester in Parks oder Gärten entdecken und daraufhin die Eltern bei der Fütterung beobachten.

Was macht der Buntspecht im Winter?

Der Buntspecht ist als Standvogel das ganze Jahr über in Deutschland zu beobachten. In dieser Zeit ernährt er sich hauptsächlich von übrig gebliebenen Beeren und Baumsamen wie Fichten- oder Kiefernzapfen. Männchen und Weibchen leben im Winter in getrennten Revieren, im Frühjahr aber finden sich die Brutpaare aus dem Vorjahr häufig wieder zusammen und können einander bis zu drei Jahre treu bleiben.

Wie hört sich der Buntspecht-Gesang an?

Tatsächlich besitzt der Buntspecht keinen echten Gesang. Er verwendet stattdessen einen kurzen, schnellen Trommelwirbel, um sein Revier zu markieren oder um im Frühjahr einen Partner zu werben. Getrommelt wird dabei mit dem Schnabel auf wohlklingende, tote Äste, die sich der Buntspecht extra für diesen Zweck sucht. Neben dem Trommeln besitzt der Buntspecht außerdem noch einen sehr charakteristischen Ruf, der wie ein metallisches „Kix“ klingt.

Junger Buntspecht an Baum
Statt zu singen trommelt der Buntspecht mit seinem Schnabel gegen Holz

Den Buntspecht unterstützen: So geht’s

Wer dem Buntspecht im eigenen Garten einen geeigneten Lebensraum bieten möchte, findet hier praktische Tipps zu Fütterung, Nistkästen und weiteren Unterstützungsmöglichkeiten.

Was frisst der Buntspecht?

Buntspechte ernähren sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, die sie entweder mit ihrer klebrigen Zunge absammeln oder mit ihrem spitzen Schnabel aufspießen. Daneben nutzen sie Fichten- oder Kiefernzapfen, die sie in Rindenspalten – sogenannte Spechtschmieden – einklemmen, um die Samen herauszupicken. Während der Brutzeit wird der Buntspecht außerdem zum Nesträuber und stielt häufig Eier oder Jungvögel aus ihren Nestern. Im Winter sind die bunten Spechte auch gerne in Futterhäuschen zu Besuch, wobei sie Fettfuttermischungen und Nüsse, beispielsweise Haselnüsse oder Erdnüsse, bevorzugen. Sehr beliebt sind außerdem unsere Plantura Sonnenblumenkerne für Wildvögel, die ohne Schale besonders leicht für die Vögel aufzunehmen sind und zudem mit wertvollen Vitaminen, Jod und Honig angreichert wurden.

Plantura Sonnenblumenkerne für Wildvögel
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Tipp: Mit unserer praktischen Anleitung können Sie ganz leicht ein Vogelfutterhäuschen selber bauen. Die Futterstelle unterstützt nicht nur die hungrigen Vögel im Winter, sondern bietet außerdem einen wunderbaren Einstieg in die Vogelbeobachtung.

Welche Nistkästen sind geeignet?

Buntspechte nehmen nur sehr selten Nistkästen an, denn sie legen lieber selbst Hand – oder Schnabel – an und zimmern sich ihre Höhlen in der Regel selbst. Wer sein Glück trotzdem versuchen möchte, sollte zu einem rundum geschlossenen Nistkasten greifen, der lediglich ein kleines Einflugloch besitzt. Die ideale Lochgröße beträgt dabei 6 Zentimeter, der Buntspecht hämmert sich jedoch auch kleinere Löcher zurecht. Gelegentlich werden Nistkästen von den Spechten auch einfach als Übernachtungsgelegenheit verwendet.

Wie kann man Buntspechte zusätzlich unterstützen?

Der ideale Buntspecht-Lebensraum mit vielen alten und morschen Bäumen ist vermutlich in den wenigsten Gärten realisierbar. Aber auch im Kleinen kann man versuchen, den bunten Specht zu unterstützen. Neben der zusätzlichen Fütterung im Winter kann man für ein natürliches, reiches Nahrungsangebot im Sommer sorgen – zum Beispiel durch das Anlegen einer Nützlingswiese, die zahlreiche Insekten und damit auch hungrige Vögel in Ihren Garten locken wird. Mit unserem Plantura Nützlingsmagnet erschaffen Sie ein Paradies für kleine Gartenbesucher und bringen neues Leben in Ihr Zuhause.

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An heißen Tagen freuen sich Buntspechte außerdem über eine Vogeltränke im Garten, die aus einer flachen Schale oder einem Topfuntersetzer bestehen kann. Damit unterstützen Sie außerdem viele weitere Vögel, zum Beispiel Zaunkönig oder Stieglitz.

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