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Elster: Nest, Brutdauer, Futter & Co im Steckbrief

Auch die „diebische“ Elster hat einen Platz in unserem Garten verdient. Wir verraten alles über die Elster-Jungvögel, -Männchen und -Weibchen und zeigen, wo der Vogel brütet und was Elstern fressen.

Elster auf Nahrungssuche
Elstern haben zu Unrecht einen schlechten Ruf [Foto: Tobyphotos/ Shutterstock.com]

Gemein, diebisch, räuberisch – so wird die Elster (Pica pica) häufig dargestellt. Dabei sind die Rabenvögel außerordentlich intelligent und alles andere als bösartig. Sie zeigen ein sehr komplexes Sozialverhalten und können sogar einzelne Individuen voneinander unterscheiden. Diese Eigenschaften sowie die Fähigkeit, verstecktes Futter wiederzufinden, unterstreichen nur die Intelligenz und hohe Entwicklung der Elstern. In Asien gelten die eleganten Vögel sogar als Glücksbringer und in indianischen Kulturen als Geistwesen, die mit dem Menschen verbunden sind. Weitere spannende Informationen finden Sie in unserem großen Steckbrief, der alte Vorurteile in einem neuen Licht erscheinen lässt und alles erklärt, was Sie über die Elster wissen müssen.

Elster: Steckbrief mit Merkmalen des Nesträubers

GrößeBis zu 51 cm
GewichtEtwa 200 – 230 g
BrutzeitApril – Juni
LebensdauerBis zu 15 Jahre
LebensraumOffene Landschaften, Wälder, Parks, Siedlungen
NahrungAllesfresser: Insekten, Amphibien, Mäuse, Früchte, Aas, Samen etc.
BedrohungenBejagung und Vergiftung durch den Menschen

So erkennt man die Elster

Elstern sind mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, den metallisch-blauen Elementen und dem langen, dunklen, grün glänzenden Schwanz unverkennbar. Selbst als Laie kann man die Elster mit keinem anderen Vogel verwechseln, weshalb sich diese Rabenvögel sehr gut als Einstieg in die Vogelbeobachtung eignen. Männliche und weibliche Elstern unterscheiden sich rein optisch leider nicht voneinander.

Elster auf Ast
Elstern überzeugen mit ihrem schönen Gefieder [Foto: AlekseyKarpenko/ Shutterstock.com]

Wie klingt Elster-Gesang?

Der Gesang der Elster besteht aus einem kehligen Schwatzen ohne Struktur und ist nur sehr selten zu hören. Viel eindeutiger erkennt man den intelligenten Rabenvogel an seinem Ruf. Dieser klingt wie ein heißeres, schnelles „Tscha-ka!“ und wird bei Gefahr wild und laut: „Tscha-tscha-tscha-tscha-tscha“.

Eine Aufnahme des Elster-Rufs finden Sie hier:

Wie erkennt man einen Elster-Jungvogel?

Junge Elstern sehen ihren adulten Vorbildern bereits sehr ähnlich und sind daher auch schon sehr früh eindeutig bestimmbar. Die Jungvögel unterscheiden sich von den adulten Tieren in wenigen Details: Der Schwanz ist kürzer, die weißen Elemente an Schulter und Bauch sind oft etwas schmutzig-grau und dem Gefieder fehlt größtenteils noch der metallische Glanz.

Elster-Jungvogel im Gras
Auch junge Elstern sind bereits unverkennbar [Foto: Julija Kumpinovica/ Shutterstock.com]

Wie sieht ein Elster-Ei aus?

Elstern legen in der Regel zwischen vier und sieben Eier in ein Nest aus Zweigen, Wurzeln und Reisig. Die Nestmulde wird davor mit Blättern, Gräsern oder Lehm ausgepolstert. Die Eier selbst sind bis zu 3,4 Zentimeter groß, von einer blassgrünen Grundfarbe und mit dunkleren, olivgrünen bis braunen Sprenkeln überzogen.

Elstern-Eier im Nest
Elstern-Eier sind blassgrün gefärbt [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugt die Elster?

Elstern sind sehr vielfältig, was die Wahl ihres Lebensraums angeht. Sie besiedeln Waldränder und offene, strukturreiche Landschaften, Siedlungen und Stadtränder, Parks und Gärten. Aber auch in kleineren Waldstücken und sogar in Gebirgsregionen kommen sie vor. Brutpaare verteidigen ihre Reviere vehement gegen Konkurrenten und Angreifer. Unverpaarte Vögel finden sich dagegen oft in kleineren Gruppen zusammen, gehen gemeinsam auf Nahrungssuche und bilden Schlafverbände.

Wo baut die Elster ihr Nest?

Ihre Nester bauen die Elternvögel gemeinsam in hohen Bäumen. Das kugelförmige Konstrukt aus Zweigen kann bis zu 80 Zentimeter groß sein. Darüber wird häufig eine haubenartige Struktur angebracht, die das Nest vor Greifvögeln und anderen Räubern schützen soll. Wird das angefangene Nest von Greifvögeln erobert, zerstört oder fühlen sich die Elstern anderweitig in ihrem Nestbau gestört, geben sie den Nistplatz auf und beginnen an einer anderen Stelle von vorne.

Elster beim Nestbau
Elstern bauen kugelförmige Nester [Foto: AnnaPh/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit der Elster?

Elstern brüten zwischen April und Juni. In dieser Zeit ziehen sie in der Regel nur eine einzige Brut auf. Bei Verlust des ersten Geleges kann sich jedoch ein zweiter oder sogar dritter Versuch anschließen. Die Brutdauer beträgt 17 bis 22 Tage, in welcher das Weibchen die Eier allein bebrütet und vom Männchen mit Nahrung versorgt, bewacht und verteidigt wird. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel 30 Tage im Nest mit Nahrung versorgt. Dann unternehmen sie erste Erkundungen außerhalb des Nestes, bleiben aber noch in unmittelbarer Nähe. Erst nach weiteren zwei Wochen fangen die jungen Elstern an, eigenständig nach Futter zu suchen. Die umsorgenden Eltern unterstützen ihre Jungen jedoch noch bis zu acht Wochen nach dem Ausfliegen bei der Nahrungsaufnahme.

Wo verbringt die Elster den Winter?

Elstern gelten in ganz Europa als Standvögel, was bedeutet, dass sie auch den Wintern in ihren Brutgebieten verbringen. Anders als während der Brutzeit sind die Vögel im Winter jedoch nicht in einzelnen Brutpaaren unterwegs, sondern in kleineren und größeren Trupps von bis zu 50 Vögeln, die Schlafgemeinschaften bilden und gemeinsam auf Nahrungssuche gehen. Elstern legen außerdem über das ganze Jahr Futterverstecke an, von denen sie in kargen Wintermonaten zehren können.

Elster im Winter
Auch im Winter ist die Elster bei uns anzutreffen [Foto: Sergey Uryadnikov/ Shutterstock.com]

Die Elster im Garten unterstützen: So geht´s

Auch wenn Elstern überaus intelligente Zeitgenossen sind und sich in der Regel gut selbst zu helfen wissen, wird auch für sie im Winter mal das Futter knapp. Wie Sie den eleganten Vögeln in der kargen Jahreszeit helfen und die Elster auch über das Jahr hinweg unterstützen können, erfahren Sie hier.

Was fressen Elstern?

Elstern sind regelrechte Allesfresser und nutzen daher sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung. Ihr Futterspektrum reicht von Insekten, Würmern und Spinnen über kleinere Wirbeltiere wie Amphibien, Wühlmäuse, Jungvögel und Eier bis hin zu Früchten und Samen. Nach Nahrung gesucht wird am Boden, unter Laub oder im niedrigen Gras. Aber auch fortgeschrittene Wege des Nahrungserwerbs sind möglich, zum Beispiel das Umdrehen von Steinen auf der Suche nach Insekten oder der gemeinschaftliche Raubzug auf andere Vogelnester – auf der Suche nach Nestlingen, Eiern oder Beutetieren von Greifvögeln.

Elster an Futterhaus
Elstern sind am Futterhaus nicht wählerisch [Foto: Howard Marsh/ Shutterstock.com]

Auch an Futterhäuschen bedienen sich Elstern vor allem im Winter gerne. Dabei sind sie nicht besonders wählerisch und nutzen so ziemlich jedes Streufutter. Besonders gerne fressen sie jedoch größere Samen, beispielsweise Sonnenblumenkerne. Mit unserem Plantura Streufutter für Wildvögel können Sie den intelligenten Vögeln daher etwas Gutes tun, denn es enthält energiereiche Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Hanfsamen und viele weitere gesunde Sämereien.

Plantura Streufutter für Wildvögel
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Welche Nisthilfen eignen sich für Elstern?

Mit klassischen Nistkästen können Elstern erst einmal nichts anfangen. Sie bauen sich ihre sperrigen Nester lieber selbst. Wer die Vögel trotzdem in ihrem Unterfangen unterstützen möchte, kann geeignete Nistplätze schaffen, indem zum Beispiel Bäume nicht zu stark zurückgeschnitten werden. Die Elstern nutzen gerne stark verzweigte und hohe Baumkronen als Neststandort. Und falls doch einmal Zweige und anderes Schnittgut bei Ihnen im Garten anfallen, lassen Sie diese ruhig an einem ungestörten Ort liegen. Derartiges Baumaterial wird im Frühjahr immer gebraucht und dient im Winter als zusätzlicher Schutz für zahlreiche kleinere Gartenbewohner.

Wie kann man die Elster zusätzlich unterstützen?

Elstern suchen gerne im kurzen Gras oder auf Rasenflächen nach Nahrung. Eine derartige Freifläche kann im Garten deshalb durchaus sinnvoll sein. Auch Amseln und andere Drosseln nutzen diese Strukturen, um im Boden nach Würmern und Insekten zu suchen. Aber Achtung: Ein schöner grüner Rasen ist noch lange kein Garant für ein vitales Gartenleben. Verzichten Sie deshalb auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln und schneiden Sie ihren Rasen nicht zu oft und nicht zu kurz, um Tieren einen Lebensraum zu bieten sowie den Boden im Sommer vor Trockenheit zu bewahren. Und wenn Sie für zusätzliches Leben im Untergrund sorgen möchten, können Sie Ihre Erde mit unserem Bio-Bodenaktivator anreichern. Dieser fördert ein aktives und gesundes Bodenleben auf nachhaltige und umweltschonende Art und Weise. Darüber freuen sich Ihre Pflanzen genauso sehr wie die Vögel, die in der gesunden Erde wieder nach Nahrung suchen können.

Plantura Bio-Bodenaktivator
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Wenn die Elster kein willkommener Gast im Garten ist

Oftmals werden Elstern im Garten nicht freundlich empfangen. Ihr Ruf, andere Vogelkinder zu stehlen, ihren Eltern das Futter streitig zu machen und unsere mühevoll angelegten Gemüsebeete zu zerstören, eilt ihnen seit langer Zeit voraus. Aus diesem Grund werden die Rabenvögel bis heute bejagt, vergiftet und mutwillig vertrieben. Tatsächlich zeigen Studien jedoch, dass Elstern keinen bleibenden Schaden an unseren Singvogelbeständen anrichten. Der gelegentliche Nestraub ist nun einmal Teil der natürlichen Nahrungskette und wird auch von vielen anderen Tieren begangen, zum Beispiel Eichelhähern, Mardern oder Hauskatzen. Viel mehr zu schaffen macht den Singvögeln heutzutage der zunehmende Verlust an Nahrung und Nistmöglichkeiten durch die Intensivierung unserer Landwirtschaft und den Einsatz von toxischen Pestiziden.

Katze auf Nistkasten
Elstern sind nicht die größten Feinde der Singvögel [Foto: HildeAnna/ Shutterstock.com]

Hinweis: Dass Elstern glänzende Objekte mögen und gezielt stehlen, ist übrigens ein Mythos. Forscher haben herausgefunden, dass die schlauen Vögel sich nicht besonders für Schmuckstücke oder Alufolie interessieren. Es kommt natürlich vor, dass Elstern statt Nüssen kleine Gegenstände wegtragen: Auf der Grundlage dieser Beobachtungen hat sich bei den Menschen schnell ein Vorurteil entwickelt. Diese Fälle bleiben jedoch eine Ausnahme. In Studien haben sich Elstern sogar äußert kritisch gegenüber fremden Objekten verhalten

Überlegen Sie es sich deshalb genau, ob die Elster in Ihrem Garten wirklich ein Störfaktor ist oder Sie sich nur an alten Vorurteilen festklammern. Und bedenken Sie auch, dass Sie als Privatperson nicht das Recht haben, ein Elsternnest zu zerstören oder die Vögel aktiv anzugreifen. Wenn Ihnen die Tiere tatsächlich lästig werden sollten, dann betreiben Sie besser Prävention statt Konfrontation. Sorgen Sie dafür, dass keine Lebensmittel im Garten herumliegen, die die Elstern anlocken. Wenn Sie Angst um Ihr frisch ausgesätes Beet haben, dann decken Sie dieses mit einem engmaschigen Netz ab. Und wenn Sie Ihren Singvögeln etwas mehr Schutz bieten möchten, können Sie auf dornige und dicht wachsende Sträucher setzen, in denen die Vögelchen Zuflucht finden können.

Wenn durch die Elster Ihr Interesse an den gefiederten Gartenbesuchern geweckt wurde, dann schauen Sie doch auch einmal bei unseren Vogelportraits zu Goldammer, Gartenrotschwanz & Co. vorbei.

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