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Erlenzeisig: Bilder, Lebensraum, Weibchen & mehr im Steckbrief

Wie Sie den Erlenzeisig von Grünfink und Girlitz unterscheiden können, woran Sie einen Erlenzeisig-Jungvogel erkennen und wie Sie den heimischen Singvogel im eigenen Garten unterstützen – all dies erfahren Sie in unserem Artenportrait.

Erlenzeisig auf einem Ast
Der Erlenzeisig ist ein farbenfroher Gartenbesucher [Foto: Jesus Giraldo Gutierrez/ Shutterstock.com]

Der Erlenzeisig (Carduelis spinus) ist ein etwas seltenerer Gartenbesucher. Der farbenfrohe Singvogel besiedelt hauptsächlich Nadelwälder und ist in Europa ein recht weit verbreiteter Brutvogel. Seinen Namen trägt er aufgrund seiner besonderen Vorliebe für Erlen und deren Samen, die er mit seinem schmalen, spitzen Schnabel gezielt aus den Zapfen picken kann. Wie Sie einen Erlenzeisig eindeutig bestimmen, ihn von anderen Vogelarten unterscheiden und wie Sie die Singvögel im eigenen Garten unterstützen können, erfahren Sie hier. Unser Steckbrief bietet Ihnen viele lebhafte Bilder und spannende Informationen rund um den Erlenzeisig.

Erlenzeisig: Steckbrief

Größeetwa 12 cm
Gewicht12 – 16 g
BrutzeitApril – Juli
Lebensdaueretwa 5 Jahre
LebensraumNadelwälder, Parks und Gärten mit Nadelbäumen
FutterpräferenzBaumsamen, Nüsse und Insekten
BedrohungenRückgang an Nahrung und Lebensraum

So erkennt man den Erlenzeisig

Erlenzeisige sind recht kleine, zierliche Singvögel. Ihr Rücken ist von einer olivgrünen Farbe, während die Flügeldecken und der Schwanz recht dunkel sind und von kräftigen und kontrastreichen, gelben Binden durchzogen werden. Im Flug ist außerdem der untere Rücken, auch Bürzel genannt, zu erkennen, welcher ebenfalls gelb gefärbt ist. Der Bauch der Erlenzeisige ist dagegen weiß und mit kräftigen schwarzen Stricheln durchzogen, die besonders von vorne gut zu erkennen sind.

Erlenzeisig auf einem Ast
Erlenzeisige sind leicht zu erkennen [Foto: Romuald Cisakowski/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Erlenzeisig und Grünfink?

Verwechseln kann man den Erlenzeisig zum Beispiel mit dem Grünfinken, welcher ein ähnliches Farbspektrum besitzt. Erlenzeisige sind jedoch sehr viel kleiner und besitzen einen weniger kräftigen Schnabel. Außerdem unterscheiden sie sich durch die fast schwarzen Flügel- und Schwanzfedern sowie die kräftigen gelben Elemente – der Grünfink hat eine eher verwaschenere, grau-grüne Färbung.

Grünfink auf einem Ast
Zum Vergleich: Der Grünfink hat weniger dunkle Elemente [Foto: hfuchs/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Erlenzeisig und Girlitz?

Noch höher als beim Grünfinken ist die Verwechslungsgefahr mit dem Girlitz. Dieser besitzt nämlich ebenfalls dunkle Gefiederpartien, einen gelben Bürzel und einen dunkel gestrichelten Bauch. Unterscheiden kann man den Girlitz jedoch durch seine gelbe Stirn, das dunkle, olivfarbene Wangenfeld und die schmaleren, gelben Flügelbinden.

Girlitz auf einem Ast
Zum Vergleich: Der Girlitz hat eine gelbe Stirn und dunkle Wangen [Foto: Mark Caunt/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Erlenzeisig-Weibchen und -Männchen?

Wie bei vielen Vogelarten ist der männliche Erlenzeisig etwas auffälliger und farbenfroher als seine Partnerin. Er besitzt eine leuchtend gelbe Brust und passende Kopfseiten, die in Kontrast zu seiner tiefschwarzen Stirn und dem passenden Kehlfleck stehen. Die Weibchen dagegen sind im Kopfbereich grau-grün gefärbt und ihre Brust weist lediglich einen gelblichen Stich auf, bevor sie in das weiße Bauchgefieder übergeht.

Weiblicher und männlicher Erlenzeisig
Weibliche Erlenzeisige (rechts) sind sehr viel schlichter als ihre Partner [Foto: Marcin Perkowski/ Shutterstock.com]

Wie sehen Erlenzeisig-Eier aus?

Erlenzeisig-Weibchen legen zwischen zwei und sechs Eier pro Gelege. Diese sind etwa 1,6 cm groß und können in ihrer Farbgebung leicht variieren. Manche Gelege sind weiß, andere grau und wieder andere haben sogar eine leicht blaue Grundfarbe. In der Regel sind sie jedoch alle mit kleinen zart-braunen Flecken übersät.

Wie erkennt man einen Erlenzeisig-Jungvogel?

Junge Erlenzeisige sind noch etwas unscheinbar. Sie ähneln von der Farbgebung her den Weibchen, geben sich aber noch schlichter. Ihr Rücken ist von einem grau-braunen Ton, die Unterseite ist schlicht weiß und das Gefieder insgesamt von feinen dunklen Streifen durchzogen. Die grünen und gelben Farbelemente der erwachsenen Tiere entwickeln sich erst später. Dass es sich bei den Jungvögeln um Erlenzeisige handelt, kann man jedoch bereits an den schwarzen Elementen der Flügeldecken und der Schwanzfedern erkennen. So grenzen sie sich zum Beispiel von jungen Grünfinken ab.

Junger Erlenzeisig sitzt auf einem Ast
Junge Erlenzeisige sind noch recht unscheinbar [Foto: Mircea Costina/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugt der Erlenzeisig?

Erlenzeisige bevorzugen Nadel- und Mischwälder. Aber auch in Parks und Gärten können sie sich zuhause fühlen, wenn sie einladende Nadelbaumbestände vorfinden. Erlenzeisige sind weit verbreitet und ihr Vorkommen in Europa orientiert sich stark an dem Angebot an Nadelbäumen. Selbst in etwas höheren Lagen fühlen sie sich wohl.

Wo bauen Erlenzeisige ihr Nest?

Ihr Nest bauen Erlenzeisige in hohen Nadelbäumen – bevorzugt in buschigen Fichten. Das Nest wird in hoch liegenden Ästen versteckt und dort aus Zweigen, Gräsern und Moosen errichtet. Die Nestmulde, in welche die Eier ableget werden, wird mit weichen Daunenfedern ausgepolstert.

Erlenzeisig auf einem Fichten-Ast
Erlenzeisige nisten gerne in Fichten [Foto: Vitaly Ilyasov/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit des Erlenzeisigs?

Erlenzeisig-Pärchen finden sich gewöhnlich bereits in den Wintermonaten – lange bevor die Brutzeit beginnt. Start dieser aufregenden Zeit ist dann im April, wenn die ersten Eier gelegt werden. Das Gelege wird etwa 13 Tage lang bebrütet, bevor die Jungvögel schlüpfen. Diese werden anschließend weitere 15 Tage im Nest gefüttert, bevor sie erste Erkundungen unternehmen. Danach bleiben die Jungen jedoch weiter in Nestnähe und finden noch einige Wochen durch ihre Eltern Unterstützung, bevor sie allein zurechtkommen müssen. Erlenzeisige brüten in kleineren Kolonien von bis zu sechs Brutpaaren und beginnen gegen Juni häufig noch mit einer zweiten Brut.

Wo verbringt der Erlenzeisig den Winter?

Auch die kalten Wintermonate harren die Erlenzeisige bei uns aus. In dieser Zeit schließen sich die kleinen Brutkolonien zu teils großen Schwärmen zusammen, die gemeinsam über die Felder ziehen und nach Nahrung suchen. Zu diesen Schwärmen gesellen sich häufig auch noch andere Wintervögel, zum Beispiel Stieglitze oder Birkenzeisige. Wer im Winter spazieren geht, kann oftmals große Trupps vor sich auffliegen sehen.

Kampf zwischen Erlenzeisigen im Schnee
Im Winter sind Erlenzeisige gerne in Gruppen unterwegs [Foto: Victor Tyakht/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Erlenzeisig-Gesang?

Der Gesang des Erlenzeisigs besteht aus einer Strophe von klaren Pfeiftönen, die mit Trillern und teilweise quietschenden Lauten versetzt ist. Der Gesang kann außerdem Imitationen anderer Vogelarten enthalten, was eine Bestimmung nicht immer einfach macht. Des Weiteren besitzt der Erlenzeisig außerdem noch mehrere Rufe, die genauso klar und hoch sind wie die Pfeiftöne seines Gesanges.

Den Erlenzeisig im Garten unterstützen: So geht´s

Je nach Region sind Erlenzeisige schon fast eine kleine Seltenheit unter den Gartenvögel. Umso schöner ist es, wenn man tatsächlich einen der gelb-schwarzen Vögel in seinem Zuhause beobachten kann. Wie Sie den Erlenzeisig in Ihren Garten locken und ihn in seinem täglichen Kampf um Futter und Nistplätze überstützen können, erfahren Sie hier.

Was fressen Erlenzeisige?

Erlenzeisige ernähren sich hauptsächlich von Baumsamen, beispielsweise von Birken oder Erlen. Sie nutzen jedoch auch andere samentragende Pflanzen wie Disteln, Ampfer oder Mädesüß. Während der Brutzeit fressen sie außerdem Insekten, die sie von Bäumen und Pflanzen picken. Diese proteinreiche Kost ist besonders für die Aufzucht der Jungvögel von Bedeutung.

Auch in Gärten und an Futterhäuschen kommen Erlenzeisige, besonders im Winter. Dort picken sie feine Sämereien aus Streu- und Körnerfuttern und bedienen sich auch an Fettfutterkuchen und Meisenknödeln.

Erlenzeisig an einem Futtersilo
Auch an Futtersilos sind Erlenzeisige anzutreffen [Foto: Stephan Morris/ Shutterstock.com]

Welche Nisthilfen eignen sich für Erlenzeisige?

Klassische Nistkästen, wie man sie für Blaumeisen oder Stare anbringt, sind für Erlenzeisige nicht geeignet, da diese Freibrüter sind und ihre Nester freistehend in Bäumen errichten. Wer jedoch mit Nadelbäumen – am besten Fichten – in seinem Garten dienen kann, der hat Chancen auf einen Erlenzeisig in seinem eigenen Grün. Achten Sie in diesem Fall aber darauf, die Bäume auf keinen Fall zu stark auszudünnen oder zurückzuschneiden, da die Singvögel ihre Nester im Schutz der dichten Äste errichten.

Wie kann man den Erlenzeisig zusätzlich unterstützen?

Neben dem Anbieten von Vogelfutter kann man den Erlenzeisig auch noch anderweitig bei der Nahrungssuche unterstützen. Mit samentragenden Stauden und Wildkräutern, zum Beispiel Disteln oder Mädesüß, können Sie eine natürliche Futterquelle schaffen. Und während der Brutzeit sorgt ein insektenfreundlicher Garten für den nötigen Proteinbedarf der Jungvögel.

An heißen Sommertagen kann man dem Erlenzeisig außerdem durch eine Wasserstelle im Garten das Leben erleichtern. Ein Teich, ein Bachlauf oder eine einfache Wasserschale kann in dieser Zeit eine große Hilfe sein und lockt zahlreiche kleine Besucher an. Achten Sie jedoch darauf, ihre Wasserstelle regelmäßig zu reinigen. Besonders bei hohen Temperaturen können sich Vogeltränken und -bäder schnell zu Brutstätten und Ansteckungsorten für Vogelkrankheiten entwickeln und sollten daher am besten täglich gereinigt werden.

Erlenzeisig sitzt in einer Wasserstelle
Im Sommer sind Wasserstellen eine willkommene Abkühlung [Foto: manfredxy/ Shutterstock.com]

Ein weiterer Gartenbesucher, der die kalten Wintermonate bei uns verbringt und sich gerne in Nadelbäumen herumtreibt, ist die Tannenmeise. Auch diesen heimischen Singvogel können Sie in unserem Artenportrait kennenlernen.

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