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Goldammer: Aussehen, Nahrung & Lebensraum des Vogels

Wie sehen Goldammer-Weibchen und -Männchen aus? Wie kann man die Goldammer vom Girlitz unterscheiden? Alles Wichtige zu Nest, Futter & Co. finden Sie in unserem Steckbrief zum Vogel.

Goldammer im Baum
Die Goldammer ist ein kleiner Farbtupfer in der Landschaft [Foto: Jesus Cobaleda/ Shutterstock.com]

Die Goldammer (Emberiza citrinella) macht ihrem Namen alle Ehre. Die kleinen gelb-goldenen Singvögel sind wunderschöne Farbtupfer in der Landschaft und bereichern ihre Umgebung außerdem mit ihrem hohen, lieblichen Gesang. Goldammern haben sich an unsere menschengemachten Kulturlandschaften angepasst und sind daher auch vom Erhalt dieser Landschaften abhängig. Leider werden sie – wie viele andere Vogelarten auch – durch die veränderte Nutzung und zunehmende Intensivierung dieser Flächen bedroht, die Bestände der Goldammern sinken stetig. Wie Sie den „Vogel des Jahres 1999“ eindeutig bestimmen, ihn vom ähnlich aussehenden Girlitz unterscheiden und in Ihrem eigenen Garten unterstützen können, erfahren Sie hier bei uns.

Goldammer: Steckbrief

GrößeCirca 16 cm
GewichtBis zu 30 g
BrutzeitApril – August
LebensdauerBis zu 10 Jahre
LebensraumStrukturreiche Kulturlandschaften und Waldränder
FutterpräferenzSämereien, Insekten und Spinnen
BedrohungenVerlust an Lebensraum durch Intensivierung der Kulturlandschaft

So erkennt man die Goldammer

Goldammern erkennt man am besten während der Brutzeit, wenn sich die Männchen in ihrem strahlenden Prachtkleid zeigen. Dann stehen die olivbraunen, schwarz gestreiften Deckflügel und der gleichfarbige, lange Schwanz in Kontrast zu den leuchtend gelben Kopf-, Brust- und Bauchpartien. Der obere Rücken der Singvögel ist ebenfalls olivbraun-schwarz gezeichnet, der untere Rücken, auch Bürzel genannt, aber erstrahlt in einem kräftigen Rostbraun.

Wie unterscheiden sich Goldammer-Weibchen und -Männchen?

Weibliche Goldammern sind etwas schlichter als ihre männlichen Gegenstücke. Während das Gesicht der Männchen im Prachtkleid bis auf wenige schwarze Streifen vollkommen gelb erstrahlt, ist das der Weibchen eher von einer olivgrünen bis -braunen Farbe und wird lediglich von gelben Streifen durchzogen. Auch die Brust der Weibchen ist olivfarben und schwarz gestrichelt. Nur die Kehle und der Bauch sind heller und von einem schmutzigen Hellgelb, das sich aber noch lange nicht mit der gelben Pracht der Männchen messen kann. Im Schlichtkleid sind die männlichen Goldammern jedoch genauso farbarm wie ihre Partnerinnen.

weibliche Goldammer
Wie bei vielen Vogelarten ist die weibliche Goldammer weniger auffällig als das Männchen [Foto: Erni/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man Goldammer-Jungvögel?

Die Jungvögel der Goldammern sehen sogar noch schlichter aus als ihre Mütter. Die Kleinen sind von einer ähnlichen olivbraunen Grundfarbe und tragen bereits die schwarzen Streifen auf Rücken, Schwanz und Deckflügeln. Aber ihnen fehlen jegliche gelben Akzente, die die erwachsenen Tiere so farbenprächtig machen. Nur der helle, gestrichelte Bauch lässt einen gelben Hauch erahnen.

Füttern eines Goldammer-Jungvogels
Eine junge Goldammer wird gefüttert [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Woran erkennt man die Eier der Goldammer?

Das Gelege der Goldammer besteht aus 3 bis 5 Eiern, deren Farbe zwischen einer bläulichen, grauen und bräunlichen variieren kann. Typisch sind außerdem dunkelviolette bis schwarze Flecken oder Kritzel, die die Eier bedecken. Das bodennah gebaute Nest besteht aus Halmen, Blättern und anderen Pflanzenteilen. Die Nestmulde, in welche die Eier gelegt werden, wird sorgsam mit weichen Tierhaaren ausgepolstert.

Goldammer-Eier im Nest
Goldammern legen zwischen 3 und 5 Eier [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Goldammer und Girlitz?

Trotz ihrer markanten Gestalt sind Goldammern schnell mit anderen Vogelarten zu verwechseln. Die häufigste Art, die für eine derartige Verwechselung in Frage kommt, ist der Girlitz. Dieser kleine Singvogel hat ein ganz ähnliches Farbschema wie die goldene Ammer, unterscheidet sich aber in einigen Details. Zunächst einmal ist der Girlitz etwas kleiner als die Goldammer. Zudem unterscheidet sich sein Gesicht von der Goldammer, da es von einem dunklen, olivfarbenen Wangenfleck und einem gleichfarbigen Scheitel gezeichnet ist. Die Goldammer-Männchen haben dagegen ein fast reingelbes Gesicht. Und zuletzt leuchtet der zuvor beschriebene Bürzel der Girlitze strahlend gelb, während der der Goldammern rostbraun gefärbt ist.

Girlitz auf Ast
Girlitze haben ein deutlich weniger gelbes Gesicht als Goldammern [Foto: John Navajo/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugen Goldammern? 

Goldammern leben bevorzugt in offenen Kulturlandschaften, die aber trotzdem von Strukturen wie Hecken und kleinen Bäumen geprägt sind. Auch an Waldrändern sind sie zu finden, wenn diese an offene Flächen angrenzen. Außerhalb der Brutzeit sind Goldammern häufig in kleineren Trupps bei der gemeinschaftlichen Futtersuche auf Feldern und Wiesen zu beobachten.

Wo baut die Goldammer ihr Nest?

Als Nistplatz nutzen Goldammern schützende Strukturen in der Landschaft wie Hecken oder Büsche. Das Nest selbst wird entweder direkt am Boden in der dichten Vegetation errichtet oder in Bodennähe in den tieferen Lagen von Hecken. Welcher Brutplatz sich am besten dafür eignet, bestimmt das Weibchen. Den Nestbau übernehmen jedoch beide Partner.

Goldammer-Babys im Nest
Das Nest der Goldammer befindet sich meist am Boden [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Wann brütet die Goldammer?

Goldammern können von April bis spätestens Ende August brüten. In dieser Zeit sind zwei, manchmal auch drei Bruten die Norm. Die Eier werden für bis zu zwei Wochen vom Weibchen bebrütet. Das Männchen versorgt seine Partnerin in dieser Zeit mit Nahrung. Nach dem Schlupf kommen die jungen Goldammern zunächst nackt und blind auf die Welt. Sie werden bis zu 14 Tage im Nest mit Nahrung versorgt, bis sie groß genug sind, um auf eigene Faust das Nest zu verlassen.

Wo verbringen die Goldammern den Winter?

Unsere heimischen Goldammern verbringen das ganze Jahr in Deutschland und gehören somit zu den Standvögeln. Populationen aus nördlicheren Gebieten, zum Beispiel aus Skandinavien, ziehen jedoch teilweise in den Süden und können dann auch bei uns als Wintergäste zu Besuch sein. Während dieser Zeit finden sich die Goldammern außerdem gerne in kleineren Trupps zusammen, um gemeinsam auf die Suche nach der spärlichen Nahrung zu gehen und sich am gemeinsamen Schlafplatz gegenseitig zu wärmen.

Goldammern im Winter
Goldammern finden sich im Winter oft zu kleinen Trupps zusammen [Foto: serav/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Goldammer-Gesang?

Der Gesang der Goldammer ist sehr einzigartig und daher ein gutes Bestimmungsmerkmal. Er besteht aus einer Strophe mit hellen, klaren und schnell vorgetragenen Tönen, die in einem gedehnten Schlusston endet: „Ti-ti-ti-ti-ti-ti-ti-ti-tüüüüüh“. Neben diesem prägnanten Gesang besitzt die Goldammer auch noch ein reiches Repertoire an Rufen, die jedoch sehr viel schwerer zu erkennen sind.

Die Goldammer unterstützen: So geht´s

Durch die zunehmende Intensivierung von Kulturlandschaften sind Goldammern – wie viele andere Feldvögel auch – bedroht. Ihr Bestand ist abhängig von naturnahen, strukturreichen Feldern und Wiesen. Diese können etwa durch biologische Anbaumethoden in der Landwirtschaft erhalten werden.

Aber auch in Ihrem eigenen Garten können Sie der Goldammer etwas Gutes tun. Alles, was Sie über Futter und Nisthilfen wissen müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Was frisst die Goldammer?

Goldammern ernähren sich hauptsächlich von einer Vielzahl an Baum- und Pflanzensamen. Im Frühjahr und insbesondere für die Aufzucht ihrer Jungtiere nutzen sie auch eine Reihe von Insekten, wie Käfer oder Raupen, sowie Spinnen und andere Kleintiere.

Wer im Winter zusätzliches Futter anbieten möchte, um die goldenen Singvögel in der kargen Zeit zu unterstützen, sollte zu Körnerfutter greifen. Sonnenblumenkerne alleine oder in Kombination mit Wildkräutersamen locken in der kalten Jahreszeit auch Goldammern an ein Futterhaus.

Goldammern an Futterstelle
Auch an Futterhäuschen sind Goldammern zugegen [Foto: TTphoto/ Shutterstock.com]

Welche Nisthilfen eignen sich für die Goldammer?

Als freibrütende Vögel sind Goldammern nicht mit klassischen Nistkästen zu beeindrucken. Diese eignen sich eher für Höhlenbrüter wie Stare, Feldsperlinge oder Kohlmeisen. Wenn Sie den gelben Singvögeln trotzdem ein Heim bieten möchten, dann achten Sie auf genügend Unterwuchs in Ihrem Garten. Dünnen Sie zum Beispiel Hecken und Büsche nicht zu stark aus, um gut geschützte Nistplätze zu schaffen.

Wie kann man die Goldammer zusätzlich unterstützen?

Besonders während der Brutzeit sind Goldammern nicht nur auf Samen, sondern auch auf proteinreiche Insekten und andere Kleintiere angewiesen, mit denen sie ihre Jungvögel bevorzugt aufziehen. Ein summender und lebhafter Garten ist daher auch für Vögel unglaublich wichtig. Mit unserem Plantura Nützlingsmagnet können Sie ein kleines Paradies für eine Vielzahl kleiner, nützlicher Gartenbesucher anlegen und tun damit nicht nur den Vögeln, sondern auch Ihren Pflanzen etwas Gutes.

Plantura Nützlingsmagnet
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Ein- & mehrjährige Arten für Nützlinge
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Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Verzichten Sie außerdem auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln, da sich diese negativ auf das Gartenleben auswirken und nicht nur Insekten, sondern auch Vögel über die Nahrungskette vergiften können.

Über einen vogelfreundlichen Garten freuen sich natürlich auch noch viele weitere Gartenvögel. Ähnlich wie die Goldammer ist zum Beispiel auch das Wintergoldhähnchen – wie der Name schon verrät – ein häufiger Wintergast in heimischen Gärten.

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