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Grünfink: Alles zu Nahrung, Brutzeit & mehr

Woran erkennt man den Grünfinken? Wovon ernährt er sich und wie kann man ihn zusätzlich unterstützen? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem großen Steckbrief rund um den grünen Finken.

Grünfinken auf Ast
Der Grünfink ist ein munterer Geselle [Foto: Manzetta/ Shutterstock.com]

Der Grünfink (Chloris chloris oder Carduelis chloris), auch Grünling genannt, ist ein in ganz Europa verbreiteter Singvogel. Auch bei uns ist er ein häufiger Gast in offenen Landschaften, Parks und Gärten. Mit seiner wunderschönen grün-gelben Gefiederfärbung ist er ein echter Blickfang und selbst für den unerfahrenen Vogelbeobachter leicht zu erkennen. Allerdings hatten die Grünfinken 2009 ein sehr unglückliches Jahr: Eine Krankheit, genannt Trichomonadose, befiel große Teile der Populationen und sorgte für das Verenden von rund 80.000 Tieren. Glücklicherweise konnte die Krankheit eingedämmt werden und die Bestände haben sich seither gut erholt. Trotzdem sollten kranke oder tot aufgefundene Tiere dem NABU gemeldet und Futterstellen sowie Vogeltränken regelmäßig gereinigt werden, da diese sonst zu einer Übertragungsstelle für Infektionskrankheiten werden können. Weitere interessante – und erfreulichere – Informationen zum Thema Grünfink finden Sie in unserem nachfolgenden Artenportrait.

Grünfink: Steckbrief

GrößeEtwa 15 cm
GewichtEtwa 35 g
BrutzeitApril – Juni
LebensdauerEtwa 5 Jahre
LebensraumOffene Landschaften, Parks und Gärten
FutterpräferenzPflanzensamen, Blatt- und Blütenknospen
BedrohungenVerlust an Lebensraum, Trichomonadose

Wie erkennt man den Grünfinken?

Der Grünfink ist ein recht großer, kompakter Singvogel. Er zeichnet sich durch den für Finken typischen kräftigen dreieckigen Schnabel und sein intensiv gefärbtes Gefieder aus. Kopf, Rücken, Bauch und Flügel sind von einem leuchtenden Grün, durchzogen mit grauen und gelben Elementen. Ein besonderes Merkmal sind außerdem die leuchtend gelben Flügelbinden, an denen man den Grünling selbst im Flug zweifelsfrei erkennen kann. Durch diese charakteristische Färbung ist der Grünfink mit keinem anderen heimischen Vogel zu verwechseln.

männlicher Grünfink
Der Grünfink macht seinem Namen alle Ehre [Foto: YK/ Shutterstock.com]

Wie sieht der Grünfink-Jungvogel aus?

Junge Grünlinge sind bereits eindeutig an dem kräftigen Finkenschnabel und der gelben Flügelbinde zu erkennen. Im Gegensatz zu den adulten Tieren ist bei den Jungvögeln das Gefieder allerdings noch nicht so intensiv grün gefärbt und von schwachen grauen Strichen durchzogen.

junge Grünfinken
Junge Grünfinken sind noch nicht so farbintensiv wie ihre Eltern [Foto: stmilan/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man die Eier der Grünfinken?

Die Eier des Grünfinken sind von einer weißen Grundfarbe und mit kleinen rötlichen bis bräunlichen Sprenkeln überzogen. Je vier bis sechs Eier werden in ein Nest aus Zweigen, Gras und Moos gelegt, welches mit kleinen Wurzeln und Tierhaaren ausgepolstert wurde.

Wie unterscheiden sich Grünfink-Weibchen und -Männchen?

Weibliche und männliche Grünfinken sehen auf den ersten Blick sehr ähnlich aus. Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass das Weibchen nicht so intensiv grün gefärbt ist wie das Männchen. Frau Grünfink hat einen etwas bräunlicheren oder gräulicheren Grundton als ihr Partner. Der genaue Farbton kann je nach Lichteinfall variieren und der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist am besten im direkten Vergleich erkennbar – wie auf dem nachfolgenden Bild.

Grünfink Weibchen und Männchen
Das Grünfink-Männchen (links) ist intensiver gefärbt als das Weibchen [Foto: Dervis Kokenek/ Shutterstock.com]

Was ist der bevorzugte Lebensraum des Vogels?

Grünfinken bevorzugen halboffene Lebensräume. Diese reichen von lichten Wäldern, Waldrändern und Lichtungen über Baumgruppen in Kulturlandschaften bis hin zu Stadtparks, Friedhöfen und Gärten. Die grünen Finken sind außerdem über mehrere Breitengrade verbreitet und kommen in ganz Europa und angrenzenden Teilen von Afrika und Asien vor.

Wo baut der Grünfink sein Nest?

Als Nistplatz nutzen Grünlinge jede Form von Gehölzansammlung – seien es Bäume, Sträucher oder gar Kletterpflanzen an den Fassaden von Häusern. Die grünen Finken nisten dabei nicht in trauter Zweisamkeit, sondern finden sich in kleinen Kolonien von bis zu sechs Brutpaaren zusammen. Gemeinsam verteidigen sie ihr Revier und die sich darin befindenden Nester vehement gegen konkurrierende Artgenossen und Räuber.

Wann ist die Brutzeit des Grünfinken?

Die Brutzeit der Grünfinken dauert von April bis Juni. In dieser Zeit können zwischen einer und drei Bruten möglich sein. Das Weibchen bebrütet die Eier nach der Ablage für 10 bis 14 Tage. Währenddessen wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach dem Schlupf werden die schutzlosen Jungvögel noch einige Tage vom Weibchen unter ihren Flügeln geborgen und gewärmt. Dieses Verhalten wird auch als „Hudern“ bezeichnet. Danach werden die Jungtiere von beiden Eltern mit aufgeweichten Sämereien gefüttert.

Grünfink-Eier im Nest
Das Grünfink-Weibchen legt vier bis sechs Eier [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Was macht der Grünfink im Winter?

Auch außerhalb der Brutzeit sind Grünfinken außerordentlich gesellig. Sie sind im Winter häufig in kleinen Schwärmen zusammen mit anderen Finken oder Ammern unterwegs und suchen gemeinsam nach Nahrung. Außerdem bilden sie Schlafgemeinschaften, um sich gegenseitig zu wärmen. Unsere heimischen Populationen fliegen daher nicht in den Süden, aber nicht selten können Wintergäste aus nördlicheren Teilen Europas zugegen sein oder auf ihrer Durchreise in südlichere Regionen beobachtet werden.

Wie hört sich der Grünfink-Gesang an?

Der Gesang des Grünfinken setzt sich aus zwei sehr unterschiedlichen Komponenten zusammen. Die erste ist eine recht melodische Strophe aus wilden Trillern und schnellen Pfiffen. Die zweite ist ein langgezogenes „Dschüüüüi“, das in Kombination mit dem Rest oder auch einzeln vorgetragen wird.

So kann man die Grünfinken im Garten unterstützen

Durch den zunehmenden Verlust von natürlichen Lebensräumen, wie halboffenen Landschaften und lichten Wäldern, zieht sich der Grünfink vermehrt in Stadtparks und Siedlungen zurück. Wer den kleinen grünen Vögeln in seinem eigenen Garten eine Heimat bieten möchte, findet hier praktische Tipps für die Gestaltung eines Grünfinken-Paradieses.

Was frisst der Grünfink?

Grünfinken ernähren sich ausgesprochen vegetarisch. Sie verzehren eine ganze Reihe an Pflanzen- und Baumsamen, die sie mit ihrem kräftigen Schnabel aufspalten. Aber auch beerentragende Büsche, wie zum Beispiel Hagebutten, sind eine wichtige Nahrungsquelle.

Wer im Winter etwas zufüttern möchte, kann allerhand Samen auslegen, beispielsweise Sonnenblumenkerne. Unsere Plantura Sonnenblumenkerne haben dabei den Vorteil, dass sie ohne Schale kommen und daher ohne zusätzlichen Aufwand von den Vögeln aufgenommen werden können. Außerdem enthalten sie eine extra Ladung an Vitaminen, Jod und Honig und sorgen so für eine bessere Nährstoffversorgung.

Plantura Sonnenblumenkerne für Wildvögel
Plantura Sonnenblumenkerne für Wildvögel
Geschälte Sonnenblumenkerne
mit extra Honig, Vitaminen & Jod,
zur Winterfütterung von Wildvögeln

Das Futter sollte dabei vor Regen geschützt und so angeboten werden, dass die Vögel sich nicht hineinsetzen können. Denn durch die Verunreinigung des Futters mit Kot kann es zu Ansteckungen mit Krankheiten kommen. Wertvolle Tipps zur Wartung und optimalen Konstruktion einer Futterstelle finden Sie in unserem Spezialartikel zum Thema „Vogelfutterhaus selber bauen“.

Gruenfinken an Futterstelle
Grünfinken sind im Winter häufig an Futterstellen zu beobachten [Foto: Gints Ivuskans/ Shutterstock.com]

Welche Nisthilfen sind für den Finken geeignet?

Klassische Nistkästen mit kleinen Einflugöffnungen sind für Grünfinken nicht geeignet, denn die farbenfrohen Vögel sind Freibrüter und bevorzugen daher offene Nester. Stattdessen kann man sogenannte Zweigtaschen anbringen. Dazu nimmt man Zweigbündel – bevorzugt von immergrünen Nadelbäumen – und bindet diese in einer Schlaufe an einen Baumstamm. Außerdem kann man für natürliche Nistplätze sorgen, indem man seine Hecken nicht zu sehr ausdünnt oder Kletterpflanzen an der Hauswand emporkriechen lässt.

Wie kann man Grünfinken zusätzlich unterstützen?

Wer den Grünfinken nicht nur im Winter mit zusätzlicher Nahrung versorgen will, sondern auch im Sommer das Futterangebot erhöhen möchte, kann dies mit einer Reihe von samen- und beerentragenden Pflanzen erreichen. Eine Auswahl dieser wertvollen Pflanzen finden Sie in unserem Spezialartikel zum Thema „Gestaltung eines vogelfreundlichen Gartens“.

Körnerfresser wie der Grünfink sind außerdem immer auf ein ausreichendes Wasserangebot angewiesen. Abhilfe kann da eine einfache Vogeltränke in Form eines Topfuntersetzer oder einer flachen Schale liefern, die an heißen Tagen praktischerweise auch als Vogelbad dient. Auch hier ist eine regelmäßige Reinigung wichtig, um die Weitergabe von Krankheiten zu verhindern. Über eine derartige Erfrischung freuen sich übrigens auch noch viele weitere Gartenvögel wie zum Beispiel die Wacholderdrossel oder der Zilpzalp.

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