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Grünspecht: Der grüne Specht im Portrait

Woran erkennt man einen Grünspecht? Wie hört sich sein Gesang an? Und wie unterscheidet man männliche und weibliche Exemplare? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserem großen Grünspecht-Steckbrief.

Grünspecht auf dem Boden
Der Grünspecht, auch Erdspecht oder Grasspecht genannt, ist häufig am Boden zu beobachten [Foto: Marcin Perkowski/ Shutterstock.com]

Der Grünspecht (Picus viridis) ist nach dem Buntspecht der zweithäufigste einheimische Specht. Er ist regelmäßig in Parks und Gärten zu beobachten, wo er gerne auf dem freien Boden oder im Gras sitzt, um nach seiner Leibspeise, den Ameisen, zu suchen. Aufgrund dieser Besonderheit wird der Grünspecht auch Erdspecht oder Grasspecht genannt. Versteckt er sich einmal im dichten Unterholz, ist sein lauter, lachender Gesang im Frühjahr trotzdem deutlich zu hören. Der Grünspecht hat einen breit aufgestellten Lebensraum, zu dem auch Streuobstwiesen gehören. Als Stellvertreter für all die Arten, die auf diesen wertvollen Flächen ein Zuhause finden, und um auf die Bedrohung und den zunehmenden Rückgang dieses Lebensraums aufmerksam zu machen, wurde der Grünspecht zum „Vogel des Jahres 2014“ gewählt. Weitere interessante Hinweise zu Brutgeschehen, Aussehen und Unterstützungsmöglichkeiten finden Sie in unserem großen Steckbrief zum Thema Grünspecht.

Steckbrief zum Grünspecht

GrößeEtwa 31 - 33 cm
GewichtEtwa 180 g
BrutzeitApril - Juni
LebensdauerBis zu 10 Jahre
LebensraumWälder, Streuobstwiesen, Parks oder Gärten
FutterpräferenzAmeisen und deren Larven
BedrohungenRückgang an Nahrung und natürlichem Lebensraum

Grünspechte erkennen

Der Grünspecht macht seinem Namen alle Ehre. Er ist leicht an der moosgrünen Färbung seiner Rücken-, Flügel- und Schwanzfedern zu erkennen. Mit über 30 Zentimetern ist der Erdspecht außerdem ein recht großer Vogel, der sich durch seinen langen, spitzen Schnabel, die schwarze Gesichtsmaske und den leuchtend roten Scheitel auszeichnet. Im Flug ist der Grünspecht außerdem an dem typischen wellenartigen Flug der Spechte, dem strahlend gelben Unterrücken, auch Bürzel genannt, und den schwarzen, weiß-gepunkteten Schwingen zu erkennen.

Grünspecht an Baum
Der Grünspecht ist leicht an seinem grünen Gefieder und dem roten Scheitel zu erkennen [Foto: Adrian Eugen Ciobaniuc/ Shutterstock.com]

Verwechseln kann man den Grünspecht nur mit dem Grauspecht, der zwar die gleiche grüne Grundfarbe hat, im Vergleich zum Grünspecht aber etwas kleiner ist und einen grauen Kopf ohne schwarze Gesichtsmaske und roten Scheitel besitzt. 

Grauspecht am Baum
Der Grauspecht ähnelt dem Grünspecht sehr [Foto: Mihai Baciu/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man Grünspecht-Jungvögel?

Junge Grünspechte sind sehr einfach zu erkennen, da sie bereits aussehen wie kleine Exemplare ihrer Eltern. Sie unterscheiden sich lediglich durch das grau-gefleckte Gefieder in Gesicht und Bauchbereich, die fehlende schwarze Gesichtsmaske und den noch etwas fleckigen roten Scheitel von den adulten Tieren. 

Grünspecht-Jungvogel in Wiese
Junge Grünspechte sehen ihren Eltern schon sehr ähnlich [Foto: Martin Mecnarowski/ Shutterstock.com]

Wie sehen die Eier aus?

Die Eier des grünen Spechts messen etwa 31 x 23 Millimeter und sind strahlend weiß. Die Weibchen legen zwischen fünf und acht Eier pro Gelege in eine bereits bestehende oder selbst gezimmerte Baumhöhle.

Wie kann man Grünspecht-Weibchen und -Männchen unterscheiden?

Weibliche und männliche Grünspechte sehen auf den ersten Blick gleich aus. Erst bei näherem Hinschauen erkennt man den kleinen, aber feinen Unterschied: Der Bartstreif, der sich vom Hinterrand des Schnabels in Richtung Nacken zieht, ist bei den Weibchen einfarbig schwarz – bei den Männchen dagegen ist er leuchtend rot ausgefüllt. 

Grünspecht-Männchen auf Ast
Die Männchen des Grünspechts besitzen einen roten Bartstreif [Foto: Steve Midgley/ Shutterstock.com]

Wo lebt der Erdspecht?

Der Lebensraum des Grünspechts ist sehr variabel, doch er bevorzugt eine etwas offene Landschaft. Der grüne Specht kommt auf Streuobstwiesen, in Parks und großen Gärten vor. Auch in Laub- oder Mischwäldern fühlt er sich zu Hause, dort besiedelt er allerdings eher Waldränder, Lichtungen oder andere offenere Bereiche.

Wie und wo bauen Grünspechte ihre Nester?

Grünspechte nutzen gerne bereits bestehende Höhlen von anderen Spechten, da sie im Vergleich zu anderen Arten einen weniger kräftigen Schnabel besitzen, der besser für die Nahrungssuche im weichen Holz und Boden als zum kräftigen Hämmern geeignet ist. Ist keine derartige Höhle vorhanden, legt der Grünspecht aber trotzdem selbst Hand – beziehungsweise Schnabel – an. Dann nutzt er bevorzugt weiches Holz oder bereits kranke Bäume, um seine Bruthöhle zu bauen. Diese Arbeit wird hauptsächlich von den Männchen verrichtet und kann bis zu drei Wochen dauern. Die Bruthöhle selbst ist am Ende etwa 50 Zentimeter tief und besitzt ein leicht ovales Einflugloch mit den Maßen von ungefähr sechs mal sieben Zentimetern.

Wann brüten Grünspechte?

Das Grünspecht-Weibchen legt seine Eier im April und bebrütet diese dann für etwa zwei Wochen. Die Jungvögel sind nach dem Schlüpfen 23 bis 27 Tage von der Fürsorge ihrer Eltern abhängig, bevor sie das Nest verlassen. Und selbst dann werden sie weiter von den Eltern betreut und bis zu sieben Wochen lang bei der Nahrungssuche unterstützt. Eine zweite Brut schließt sich bei Grünspechten nur dann an, wenn der erste Nachwuchs nicht überlebt. 

Grünspecht-Baby wird gefüttert
Grünspechte kümmern sich viele Wochen um ihre Jungvögel [Foto: PJR-Photography/ Shutterstock.com]

Wo überwintert der Erdspecht?

Grünspechte sind sehr standorttreue Vögel. Sie verlassen ihr Brutgebiet auch im Winter nur bis auf wenige Kilometer und ziehen nicht in den Süden. Stattdessen streifen sie als Einzelgänger durch die kalte Landschaft und suchen nach Nahrung. Ihre liebste Nahrungsquelle sind Ameisennester. Diese finden die grünen Spechte sogar unter einer dicken Schneedecke.

Wie klingt der Grünspecht-Gesang?

Im Gegensatz zum Buntspecht trommelt der Grünspecht nur sehr selten, da sein Schnabel weniger kräftig und für derartige Anstrengungen nicht so gut geeignet ist. Stattdessen verschafft sich der Erdspecht durch einen lauten, lachenden Gesang Gehör, der aus einer langen, in der Tonhöhe leicht abfallenden Strophe besteht: „Ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha-ha“. Diese charakteristische Vogelstimme hat dem Grünspecht den Beinamen „Lachvogel“ eingebracht. Neben seinem lachenden Gesang besitzt der Grünspecht einen Ruf, den er manchmal im Flug oder bei Erregung von sich gibt. Der Ruf des Grünspechts besteht aus einer schnellen, aufgeregten Strophe: “Kjück-kjück-kjück-kjück-kjück!”

Grünspecht auf Baum sitzend
Weil sein Schnabel weniger kräftig ist, trommelt der Grünspecht seltener als der Buntspecht

Wie kann man den Grünspecht im Garten unterstützen?

Nicht selten kann man den Grünspecht auch in großen Gärten und Parks beobachten. Durch den fortschreitenden Verlust von halboffenen Lebensräumen wie Streuobstwiesen oder lichten Mischwäldern ist der Lachvogel immer mehr auf diese sekundären Habitate angewiesen. Wer es dem heimischen Vogel im eigenen Garten daher etwas angenehmer machen möchte, findet nachfolgend einige Tipps, wie man den Grünspecht unterstützen kann.

Welche Nahrung bevorzugen Grünspechte?

Grünspechte lieben Ameisen. Die kleinen Insekten und deren Larven sind die Hauptnahrung der hübschen Vögel. Haben sie erst einmal ein Ameisennest ausfindig gemacht, kehren sie oft viele Male dorthin zurück, um ihren Appetit zu stillen und können dabei gut beobachtet werden. Mit ihrem Schnabel graben sie Löcher in den Ameisenhügel, um mit ihrer langen, klebrigen Zunge die kleinen Tierchen aufzusammeln. Selbst im Winter und unter einer dicken Schneedecke können sie diese Nahrungsquellen wiederfinden. Bei einem Mangel an Ameisen greifen die Grünspechte auf andere Insekten zurück, die sie aus Baumrinden picken. 

Grünspecht auf Nahrungssuche im Winter
Auch unter der Schneedecke findet der Grünspecht seine Ameisen [Foto: aabeele/ Shutterstock.com]

Welche Nistkästen sind für den Grünspecht geeignet?

In der Theorie sind Grünspechte Höhlenbrüter, die gerne bereits vorhandene Höhlen annehmen und daher eigentlich gut mit geräumigen Vollhöhlennistkästen unterstützt werden könnten. Leider hat es sich in der Praxis jedoch als sehr schwierig erwiesen, Nistkästen zu entwickeln, die tatsächlich von Grünspechten angenommen werden. Einen Nistkasten für Grünspechte aufzuhängen ist daher eher vergebene Liebesmühe. Hier macht es mehr Sinn, sich auf die Arten zu konzentrieren, die man tatsächlich mit Nistkästen unterstützen kann, wie zum Beispiel Blaumeisen, Stare oder Zaunkönige.

Wie kann man ihn zusätzlich unterstützen?

Mit Nistkästen kann man den Grünspecht in seinem Brutgeschehen also nicht unterstützen. Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie aber für natürliche Nistplätze sorgen. Überlegen Sie es sich zum Beispiel genau, ob ein etwas kranker oder morscher Baum wirklich weg muss oder nicht vielleicht als Brutstätte für einen Specht herhalten kann.

Auch das natürliche Nahrungsangebot kann gefördert werden, indem man seinen Garten in ein Insekten- und Ameisenparadies verwandelt. Auch wenn Ameisen von Menschen häufig nicht gerne im Garten gesehen werden, sind die kleinen Tierchen als Nahrung für viele Vögel sehr wichtig. Darüber hinaus lockern die Nützlinge unseren Boden auf und sorgen so für einen reibungslosen Stoffkreislauf. Es lohnt sich daher, zweimal darüber nachzudenken, ob Ameisen mit chemischen Mitteln aus dem Garten vertrieben werden, die zudem auch vielen anderen Tieren schaden können. Wenn Sie dagegen noch einen Schritt weiter gehen und mehr Leben in Ihren Garten bringen wollen, kann dies beispielsweise mithilfe unseres Plantura Nützlingsmagnets gelingen. So können Sie ein wahres Paradies für kleine Gartenbesucher anlegen, für das Ihnen auch die Grünspechte danken werden.

Plantura Nützlingsmagnet
Plantura Nützlingsmagnet
Ein- & mehrjährige Arten für Nützlinge
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Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Noch häufiger als der Grünspecht ist der Buntspecht in unseren Gärten zu Besuch. Schauen Sie doch auch einmal in seinem Steckbrief vorbei und lernen Sie noch mehr über einheimische Spechte.

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