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Haussperling: Aussehen, Nest, Jungvogel & mehr im Steckbrief

Sie möchten wissen, wie Sie Haussperling und Feldsperling unterscheiden und Haussperling-Weibchen und -Jungvogel erkennen können? Dann lesen Sie unseren Steckbrief über den Spatzen.

Haussperlinge nebeneinander sitzend
Haussperlinge sind gesellig [Foto: Rudmer Zwerver/ Shutterstock.com]

Der Haussperling oder Hausspatz (Passer domesticus) ist einer unserer bekanntesten Singvögel. Die kleinen, braunen Gesellen sind echte Kulturfolger und haben sich hervorragend an menschliche Lebensräume angepasst. Sie tummeln sich in Siedlungen und Städten und pfeifen fröhlich von den Dächern – so das bekannte Bild. Tatsächlich steht es jedoch nicht mehr so gut um unsere kleinen Hausspatzen. Seit einigen Jahren geht der Bestand der Vögel so stark zurück, dass die Art mittlerweile auf der Vorwarnliste der Roten Liste steht. Wie Sie den Haussperling in ihrem eigenen Garten daher unterstützen können und alles, was sie sonst noch über den kleinen Singvogel wissen müssen, erfahren Sie hier bei uns.

Haussperling: Steckbrief

GrößeCirca 14 - 15 cm
GewichtEtwa 30 g
BrutzeitMärz - August
LebensdauerBis zu 14 Jahre
LebensraumÜberall dort, wo es auch Menschen gibt
FutterpräferenzSamen, Knospen und Insekten
BedrohungenRückgang an Lebensraum und Nahrung

So erkennt man den Haussperling

Den Haussperling erkennt man an seiner kompakten Gestalt und dem typischen kräftigen Schnabel. Rücken und Flügeldecken der Vögel sind braun-schwarz gestreift und die Unterseite grau gefärbt. Scheitel und Wangen des Hausspatzen sind ebenfalls grau. Verwechseln kann man die Art eigentlich nur mit dem Feldsperling. Dieser unterscheidet sich vom Haussperling durch einen schokoladenbraunen Scheitel und kleine, schwarze Wangenflecke.

Hinweis: Zwischen ‚Sperling‘ und ‚Spatz‘ gibt es übrigens keinen Unterscheid. Die beiden Begriffe bezeichnen die gleiche Vogelgruppe. Der wissenschaftlich korrekte Ausdruck ist jedoch ‚Sperling‘.

Haussperling auf Holz
Hausspatzen gehören zu den bekanntesten Singvögeln [Foto: Steve Byland/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Haussperling-Weibchen und -Männchen?

Weibliche Haussperlinge sind nicht ganz so auffällig wie die Männchen. Während bei den Männchen ein brauner Hinteraugenstreif die hellen Wangen einrahmt, ist das Gesicht der Weibchen fast einheitlich grau. Außerdem ziert die Kehle der Männchen ein schwarzer Streif, der sich in einen mehr oder weniger großen Brustfleck ausdehnt. Auch dieses Kennzeichen fehlt bei den weiblichen Exemplaren.

Hinweis: Der schwarze Brustfleck der Männchen dient übrigens als Statussymbol. Seine Größe steht in Beziehung zur Kampfkraft der Männchen und damit auch zu seiner Dominanz gegenüber anderen. Im Schlichtkleid – außerhalb der Brutzeit – ist der Brustfleck jedoch reduziert und die Männchen erscheinen etwas unscheinbarer.

Haussperling-Weibchen neben Männchen
Weibliche Haussperlinge (rechts) sind sehr viel schlichter als die männlichen Exemplare [Foto: Steve Byland/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man einen Haussperling-Jungvogel?

Junge Haussperlinge sind das Abbild ihrer Mütter. Auch die männlichen Jungvögel zeigen noch keine der typischen Merkmale. Allerdings wechseln die jungen Hausspatzen schon recht früh in ihr adultes Federkleid. Keine acht Wochen nach dem Schlupf verlieren sie ihr jugendliches Aussehen und erstrahlen im fertigen Gefieder, bevor der Winter hereinbricht.

Haussperling-Jungvogel auf Zaun
Junge Haussperlinge sehen wie die Weibchen aus [Foto: Rob Christiaans/ Shutterstock.com]

Wie sehen Haussperling-Eier aus?

Haussperlinge legen zwischen drei und sechs Eier pro Nest. Diese sind etwa 1,5 Zentimeter groß, von einer weißen oder grauen Grundfarbe und mit braunen Sprenkeln übersät. Die Eier werden in ein kugelförmiges, unordentliches Nest aus Halmen, Zweigen, Blättern und anderen verfügbaren Materialien gelegt. Die Nestmulde wird zusätzlich mit weichen Federn ausgepolstert.

Haussperling-Eier im Nest
Haussperlinge legen 3 bis 6 Eier [Foto: Alan B. Schroeder/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugt der Haussperling?

Als ausgesprochene Kulturfolger kommen Haussperlinge fast nur noch in der Nähe von menschlichen Siedlungen vor. Am besten sind landwirtschaftliche Gebiete mit angrenzenden Feldern, auf denen die kleinen Spatzen nach Sämereien suchen können. Außerdem gibt es auf dem Land viele alte Gebäude, in denen die Spatzen Löcher und Nischen zum Brüten finden. Aber auch in Großstädten sind Hausspatzen zu finden, die in Fassaden und Kletterpflanzen brüten.

Wo baut der Haussperling sein Nest?

Haussperlinge sind sehr kreativ, wenn es um die Wahl eines Nistplatzes geht. In der Natur nisten sie hauptsächlich in Baumhöhlen oder alten Nestern von Spechten oder Schwalben. Als Kulturfolger brüten sie heutzutage jedoch hauptsächlich in Gebäude- oder Mauernischen, unter Dachpfannen oder in Nistkästen. Die Größe des Nestes richtet sich dabei nach der verfügbaren Höhle und kann stark variieren. Ab und zu werden auch freistehende Nester gebaut. Haussperlinge brüten außerdem besonders gerne in kleineren Kolonien.

Haussperling-Brutstelle auf Dach
Haussperlinge brüten wirklich überall [Foto: Marut Sayannikroth/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit des Haussperlings?

Die Brutzeit des Haussperlings beginnt im März und kann sich bis spät in den August hinein ziehen. In dieser Zeit kann ein Brutpaar bis zu vier Bruten aufziehen. Die Eier werden nach der Ablage etwa zwei Wochen bebrütet. Bei kalten Temperaturen kann sich die Brutdauer jedoch verlängern. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel etwa 14 Tage lang im Nest gefüttert. Danach verlassen die kleinen Spatzen das Nest, werden aber noch weiter mit Nahrung versorgt. Nach weiteren zwei Wochen sind sie vollkommen selbstständig.

Wo verbringt der Haussperling den Winter?

Haussperlinge sind Standvögel. Das bedeutet, dass sie auch den Winter in ihrem Brutgebiet verbringen und sich nie weit von ihren Revieren entfernen. Im Winter finden sich die Vögel jedoch zu mitunter großen Schwärmen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen.

Haussperling im Winter
Haussperlinge verbringen auch den Winter bei uns [Foto: Maslov Dmitry/ Shutterstock.com]

Hinweis: Haussperlinge bilden übrigens lebenslange Einehen. Hat sich ein Brutpaar einmal gefunden, bleibt es viele Jahre zusammen und kehrt häufig jedes Jahr an den gleichen Nistplatz zurück.

Wie klingt Haussperling-Gesang?

Der Gesang der Haussperlinge besteht aus einem unermüdlichen „tschilp“, das ständig von hoher Warte aus vorgetragen wird. Die Spatzen pfeifen also nicht nur sprichwörtlich von den Dächern. Bei Aufregung oder Gefahr stoßen die Hausspatzen außerdem wilde Rufe aus: „Tscherret-herett“.

Den Haussperling im Garten unterstützen: So geht´s

Der zunehmende Rückgang der Haussperlinge ist alarmierend. Durch Sanierungen von alten Gebäuden und Neubauten bleiben den Vögeln immer weniger Nistmöglichkeiten. Und auch das Nahrungsangebot wird weniger. Wie Sie den Hausspatzen in ihrem eigenen Garten unterstützen können, erfahren Sie hier.

Was fressen Haussperlinge?

Die kleinen Hausspatzen ernähren sich hauptsächlich von Sämereien. Das ganze Jahr über können sie in kleinen Trupps auf Feldern bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Aber auch Blattknospen und kleinere Insekten werden genutzt. Besonders während der Aufzucht ihrer Jungen sammeln die Spatzen vorwiegend Insekten, da die enthaltenen Proteine wichtig für die Entwicklung der Jungvögel sind.

Wenn Sie den Vögeln im Winter eine Futterstelle einrichten möchten, sollten Sie zu einem klassischen Körnerfutter greifen. Sonnenblumenkerne und andere Sämereien werden gerne angenommen. Aber auch Mehlwürmer verschmähen die Spatzen nicht.

Haussperling mit Insekt als Futter
Ihre Jungen füttern die Haussperlinge mit Insekten [Foto: Coatesy/ Shutterstock.com]

Welche Nistkästen eignen sich für Haussperlinge?

Haussperlinge nehmen gerne Nistkästen an. Für sie eignen sich klassische Vollhöhlennistkästen, die ein rundes Einflugloch an der Vorderseite haben. Dieses Einflugloch sollte 32 mm breit sein. Da Hausspatzen Koloniebrüter sind und sich gerne in kleineren Gruppen zusammenfinden, bietet es sich an, gleich mehrere Nistkästen in unmittelbarer Nähe anzubringen.

Tipp: Sie können ganz einfach einen solchen Nistkasten selber bauen und spielend in ein Bastelprojekt für die ganze Familie verwandeln.

Haussperling in Nistkasten
Auch Nistkästen werden gerne angenommen [Foto: Matthias Meckel/ Shutterstock.com]

Wie kann man den Haussperling zusätzlich unterstützen?

Während der Brutzeit sind Haussperlinge vermehrt auf Insekten als Nahrung angewiesen. Verzichten Sie daher auf chemische Spritzmittel, die das Insektenangebot nicht nur mindern, sondern die Vögel auch über die Nahrungskette vergiften können. Über die Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens können Sie außerdem neues Leben in Ihr Zuhause bringen. Auch das Anlegen einer Blumenwiese, wie zum Beispiel mit unserem Plantura Nützlingsmagnet, bietet neuen Lebensraum für eine Vielzahl kleiner Gartenbewohner und macht auch unsere gefiederten Freunde glücklich.

Plantura Nützlingsmagnet
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Stauden sind übrigens besonders dann hilfreich, wenn sie erst nach dem Winter zurückgeschnitten werden. Denn die Samen von Distel, Natternkopf oder der Wilden Karde sowie die in den Stängeln überwinternden Insekten sind natürliche Nahrungsquellen für die Vögel.

Über einen lebendigen und wuselnden Garten freuen sich übrigens auch noch zahlreiche andere Vogelarten, wie zum Beispiel die Bachstelze oder die Mehlschwalbe.

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