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Kohlmeise: Brutzeit, Lebensraum, Futter & mehr

Wann und wie oft brüten Kohlmeisen? Wie erkennt man die Kohlmeise und wo fühlt sie sich im Garten wohl? Wir verraten alles rund um Lebensraum, geeignetes Futter und Brutzeit der Kohlmeise.

Kohlmeise im Flug
Die Kohlmeise ist unsere größte heimische Meisenart [Foto: Bachkova Natalia/ Shutterstock.com]

Die Kohlmeise (Parus major) ist die größte und zugleich häufigste Meisenart Mitteleuropas. Im Volksmund ist sie auch unter den Namen Kohlheinz, Frechmeise oder Zizibe bekannt – letzterer erinnert an ihren eingängigen Gesang. Kohlmeisen scheuen sich nicht vor menschlichen Nachbarn und sind deshalb sehr häufig in Parks und Gärten anzutreffen. Auch unsere Hilfe in Form von Nisthilfen und Futterstellen nehmen sie sehr gerne an und erweisen sich so als anpassungsfähige und unkomplizierte Zeitgenossen. Was Sie sonst noch über den Allerweltsvogel Kohlmeise wissen müssen, erfahren Sie hier.

Kohlmeisen: Ein ausführlicher Steckbrief

GrößeEtwa 14 cm
GewichtEtwa 20 g
BrutzeitMärz - Juli
LebensdauerEtwa 5 Jahre
LebensraumLichte Laub- und Nadelwälder, Gärten, Heckenansammlungen
FutterpräferenzInsekten, ölreiche Samen und Nüsse, Früchte
BedrohungenRückgang an natürlichem Lebensraum und Nahrungsangebot

So erkennt man die Kohlmeise

Wie der Name verrät, besitzt die Kohlmeise einen glänzenden, tiefschwarzen Kopf, der lediglich von großen, weißen Wangenfeldern durchbrochen wird. Ihr Rücken ist moosgrün und die Flügeldecken blau-grau gefärbt. Die Bauchseite leuchtet gelb und wird mittig von einem schwarzen Längsstreifen durchzogen. Dieses Brustband stellt für die Kohlmeisen-Männchen außerdem eine Besonderheit dar: Es dient als Statussymbol. Vögel mit einem breiteren Band gelten als höher in der Rangfolge und besetzen in der Regel die besseren Reviere.

Die Kohlmeise ist auf den ersten Blick leicht mit der Blaumeise zu verwechseln. Diese ist jedoch etwas kleiner und hat im Gegensatz zur Kohlmeise einen blauen Scheitel.

Kohlmeisen-Männchen auf Ast
Die Kohlmeise erhielt ihren Namen durch den kohlschwarz gefärbten Kopf [Foto: ArCaLu/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man die Jungvögel der Kohlmeise?

Die jungen Kohlmeisen ähneln den ausgewachsenen Tieren bereits sehr – ihr Federkleid ist jedoch etwas blasser als das der adulten Vögel und der dunkle Kopf eher schiefergrau. Die Wangenfelder sind von einem schmutzigen Gelb und noch nicht durch das kräftige, schwarze Halsband vom Rest des Körpers abgetrennt, wie bei den Eltern.

Kohlmeise-Jungvogel mit -Weibchen
Junge Kohlmeisen ähneln ihren Eltern schon sehr [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Woran erkennt man die Eier der Kohlmeise?

Die Eier der Kohlmeise sind glänzend weiß und mit hellbraunen, leicht rötlichen Sprenkeln übersäht, die sich besonders am stumpfen Ende häufen. Die 1,8 Zentimeter hohen und 1,4 Zentimeter breiten Eier werden in ein Nest aus Moos und Gräsern gelegt, welches mit Haaren und Feder ausgepolstert wird. Kohlmeisen legen zwischen 8 und 12 Eier pro Brut.

Kohlmeise-Eier im Nest
Kohlmeisen betten ihre Eier auf ein Polster aus Federn und Haaren [Foto: Sandra van der Stehen/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich weibliche und männliche Kohlmeisen?

Es braucht ein klein wenig Übung, um die weiblichen Kohlmeisen von ihren Gefährten zu unterscheiden. Als deutlichstes Merkmal gilt dafür das schwarze Brustband, das bei den Weibchen schmaler und blasser ausfällt als bei den Männchen und manchmal sogar unterbrochen ist. Auch fällt das Gelb auf Brust und Bauch bei den weiblichen Kohlmeisen etwas weniger kräftig aus.

Kohlmeisen-Weibchen auf Ast
Bei weiblichen Kohlmeisen ist das schwarze Brustband schmaler und ausgefranster als bei den Männchen [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugen Kohlmeisen?

Kohlmeisen brüten bevorzugt in alten Misch- und Laubwäldern, in denen es reichlich alte Bäume mit Höhlen zum Nisten gibt. Sie konnten sich allerdings hervorragend an die Ausbreitung menschengemachter Lebensräume anpassen und kommen heute auch zahlreich in Parks und Gärten vor.

Wo bauen sie ihr Nest?

Kohlmeisen sind Höhlenbrüter und bevorzugen natürliche Baumhöhlen als Nistplätze. Auch alte Spechthöhlen werden dafür verwendet. In Städten und Siedlungen ist das Angebot an derartigen Strukturen allerdings gering – ein Glück, dass die kleinen Vögel sich als ausgesprochen erfinderisch erwiesen haben. Sie nutzen Mauerritzen, Hohlräume unter Dachziegeln und sogar Briefkästen. Auch Nistkästen nehmen sie sehr gut an.

Kohlmeise an Nesthöhle
Ihr Nest bauen Kohlmeisen bevorzugt in natürlichen Baumhöhlen [Foto: Borislav Borisov/ Shutterstock.com]

Wann brüten Kohlmeisen?

Die Brutzeit der Kohlmeise dauert von März bis Juli. Der genaue Brutbeginn hängt von den Temperaturen im Frühjahr ab und kann um wenige Woche variieren. Kohlmeisen ziehen in der Regel nur eine Brut pro Saison auf, doch unter Umständen kann sich eine zweite anschließen. Die Brutzeit dauert 14 Tage und die Jungvögel werden anschließend etwa 20 Tage im Nest gefüttert. Danach unternehmen sie erste Flugversuche, sind aber als sogenannte Ästlinge, die sich noch nicht selbst versorgen können, weitere zwei Wochen von ihren Eltern abhängig.

Wo verbringen Kohlmeisen den Winter?

Unsere heimischen Kohlmeisen sind Standvögel, das heißt, sie entfernen sich auch im Winter nicht weit von ihren Brutrevieren und ziehen nicht in den Süden. Lediglich ihre Artgenossen in nördlicheren Ländern ziehen manchmal in den Süden, um den strengen Wintern dort zu entkommen. Im Allgemeinen gilt die Kohlmeise deshalb als Teilzieher.

Kohlmeise im Winter
Kohlmeisen sind bei uns das ganze Jahr über im Garten zu beoachten

Wie klingt der Gesang der Kohlmeise?

Die Kohlmeise hat einen sehr variablen Gesang und ein großes Repertoire. Die markanteste Strophe, an der man die Art immer erkennen kann, ist ein sich wiederholendes, zweisilbiges „zi-be“ oder dreisilbiges „zi-zi-be“, bestehend aus lauten, klaren Tönen. Darüber hinaus verfügt die Kohlmeise über mehrere Rufe und das für Meisen typische „Zetern“.

Kohlmeisen unterstützen: So geht´s

Besonders in kalten Wintern sind Kohlmeisen auf Futterstellen angewiesen, da ihre natürlichen Nahrungsquellen nur schwer zugänglich sind. Diese werden sehr gut angenommen und eignen sich außerdem hervorragend für spannende Vogelbeobachtungen. Darüber hinaus können Nistkästen angeboten werden, sowie zahlreiche vogelfreundliche Pflanzen.

Was fressen Kohlmeisen?

Kohlmeisen ernähren sich von Insekten, Spinnen, Samen, Nüssen und Früchten. Im Winter sind ölhaltige Nüsse und Samen eine besonders wichtige Nahrungsquelle. Wer zufüttern möchte, sollte deshalb insbesondere zu Fettfuttermischungen oder Meisenknödeln greifen, die einen hohen Fettanteil besitzen. Es können auch reine Sonnenblumenkerne, Erdnussbruch oder Mehlwürmer angeboten werden. Eine besondere Freude machen Sie ihren Gartenmeisen mit unseren Plantura Meisenknödeln. Denn diese sind aus reinem Insektenfett sowie wertvollen Nüssen, Samen und Beeren zusammengesetzt und bieten daher eine hochwertige und energiereiche Nahrungsquelle. Außerdem kommen unsere Meisenknödel ganz ohne Plastiknetze aus, in denen sich die kleinen Singvögel mit ihren Füßen verheddern und verletzen könnten.

Plantura Meisenknödel
Plantura Meisenknödel
Nachhaltige Meisenknödel ohne Netz,
artgerechtes Wildvogelfutter mit Insektenfett zur ganzjährigen Fütterung

Tipp: Wer die Bestandteile des Futters im Auge behalten möchte, kann auch ganz einfach Vogelfutter selber machen.

Kohlmeise mit Futter
Besonders während der Brutzeit sind Kohlmeisen auch auf tierische Kost angewiesen

Nistkästen für Kohlmeisen: Einflugloch, Standort und Co.

Kohlmeisen sind nicht sonderlich kritisch gegenüber menschlicher Hilfe und nehmen daher auch Nistkästen sehr gerne für die Aufzucht ihrer Brut an. Diese sollten bis auf ein Einflugloch rundum geschlossen sein, um die Struktur einer natürlichen Baumhöhle zu simulieren. Das Einflugloch sollte für Kohlmeisen einen Durchmesser von 32 mm haben. Der Nistkasten wird bevorzugt in wenigen Metern Höhe an einem Baumstamm angebracht– mit der Öffnung nach Osten oder Südosten gerichtet.

Tipp: In unserem Artikel „Nistkasten selber bauen“ lernen Sie nicht nur, wie Sie den perfekten Vogelkasten ganz einfach selber bauen können, sondern bekommen auch praktische Tipps zu Materialien, Farben und Reinigung.

Kohlmeise an Nistplatz
Kohlmeisen sind Höhlenbrüter und bevorzugen deshalb geschlossene Nistkästen

Wie kann man Kohlmeisen zusätzlich unterstützen?

Während der Brutzeit werden die jungen Kohlmeisen hauptsächlich mit Raupen gefüttert, deren Angebot im Garten oft sehr viel geringer ist als im Wald. Tatsächlich legen Kohlmeisen in Gärten deshalb nachweislich weniger Eier als in ihrem natürlichen Lebensraum. Abhilfe schaffen hierbei beliebte Raupen-Nahrungspflanzen, wie Brombeere, Brennnessel, Sal-Weide oder Schlehe. Dies kommt auch der kleinen Schwester der Kohlmeise, der Blaumeise, zugute, da auch sie ihren Nachwuchs überwiegend mit Raupen füttert. Besonders in heißen Sommern und versiegelten Städten finden Gartenvögel nur schwer Wasser. Eine Vogeltränke oder auch ein gut gefüllter Topfuntersetzer können hier nicht nur der Kohlmeise, sondern zum Beispiel auch dem Rotkehlchen, sehr viel Freude bereiten.

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