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Mauersegler: Futter, Nistkasten, Brutzeit & Co.

Wie unterscheidet man Mauersegler von Schwalben? Wie sieht der perfekte Nistkasten für einen Mauersegler aus? Was sollte man tun, wenn man einen Mauersegler gefunden hat? Wir verraten es in unserem Steckbrief. 

Mauersegler im Flug
Mauersegler sind immer in Bewegung [Foto: Mircea Costina/ Shutterstock.com]

Wenn es einen Flugkünstler unter den Vögeln gibt, dann ist es der Mauersegler (Apus apus). Der Vogel ist für das Fliegen gebaut und macht auch praktisch nichts anderes. Von einer kurzen Brutzeit abgesehen, verbringt der Mauersegler sein ganzes Leben in der Luft. Selbst nachts landen die Tiere nicht zum Schlafen, sondern lassen sich vom Wind auftreiben und fallen lediglich in eine Art Halbschlaf. Während der Brutsaison können Mauersegler bei uns an vielen Orten bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Die Vögel fliegen in halsbrecherischem Tempo hoch in der Luft, über der Wasseroberfläche oder zwischen Gebäuden hindurch, auf der Jagd nach Fluginsekten. Wie Sie den Segler an seiner Stimme erkennen, ihn im eigenen Garten unterstützen und vieles mehr, erfahren Sie hier.

Mauersegler: Steckbrief

GrößeEtwa 16 - 17 cm
GewichtEtwa 40 g
BrutzeitMai - Juli
LebensdauerBis zu 20 Jahre
LebensraumÜberall, wo es Fluginsekten gibt
NahrungFluginsekten aller Art
BedrohungenStarker Rückgang an Nahrung und Nistmöglichkeiten

So erkennt man Mauersegler

Mauersegler sind recht schlicht gefärbte Vögel. Ihr komplettes Gefieder ist einheitlich dunkel – mit der Ausnahme eines hellen Kehlflecks, der im Flug jedoch kaum zu erkennen ist. Und da ein Mauersegler extrem selten landet, muss die Identifizierung fast immer über die Körperform und das Flugbild geschehen. Die Vögel jagen meist in Gruppen und vollziehen gerne schnelle und gefährlich aussehende Flugmanöver. Gut zu erkennen sind sie an ihrem gegabelten Schwalbenschwanz, dem einheitlich dunklen Gefieder und den langen, schmalen, sichelförmigen Flügeln.

Wie unterscheiden sich Mauersegler von Schwalben?

Segler und Schwalben werden gerne in einen Topf geworfen. Jedoch handelt es sich hierbei um zwei recht unterschiedliche Gruppen. Nichtsdestotrotz jagen die Arten gerne zusammen und machen die Unterscheidung für uns damit nicht immer leicht. Mauersegler heben sich jedoch sehr gut mit ihrer einheitlich dunklen Unterseite von unseren zwei häufigsten Schwalbenarten ab. Denn sowohl die Mehlschwalbe als auch die Rauchschwalbe besitzen einen hellen Bauch. Und obwohl Schwalben ebenfalls schmale, spitz zulaufende Flügel besitzen, können sie sich nicht mit den langen, sichelförmigen Schwingen der Mauersegler messen.

Mehlschwalbe im Flug
Die Mehlschwalbe ist an ihrer hellen Unterseite zu erkennen [Foto: Dennis Jacobsen/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Mauersegler-Ruf?

Im Flug kann man den Mauersegler nicht nur an seiner Gestalt, sondern auch an seinem Ruf gut erkennen. Besonders beim Jagen in größeren Trupps ist seine Stimme häufig zu hören: „Sriii-sriii“. Einen bestimmten Gesang besitzt der Segler dagegen nicht.

So klingt der Ruf des Mauerseglers:

Wie erkennt man ein Mauersegler-Baby?

Einen frisch geschlüpften Mauersegler wird man wohl eher selten zu Gesicht bekommen, da die Kleinen in Höhlen oder Spalten großgezogen werden. Die flugfähigen Jungvögel unterscheiden sich bereits kaum von den adulten Tieren. Ihr Gefieder ist lediglich etwas hell gesäumt und wirkt daher noch nicht ganz so dunkel wie das der Eltern. Aber auch die Jungtiere können nur ganz selten sitzend beobachtet werden und im Flug ist dieser feine Unterschied schwer zu erkennen.

Woran erkennt man Mauersegler-Eier?

Die Eier des Mauerseglers sind etwas länglicher als ein typisches Vogelei. Die Weibchen legen zwei bis drei weiße, matte Eier pro Saison. Das Nest im Inneren der Höhle wird aus feinen Halmen und Federn gefertigt, die die Eltern aus der Luft fischen oder im Flug pflücken. Das eher locker und unordentlich angeordnete Nistmaterial wird anschließend mit schnell härtendem Speichel verklebt.

Mauersegler mit Nistmaterial
Auch Nistmaterial fangen die Mauersegler im Flug [Foto: Dilomski/ Shutterstock.com]

Wie sieht der perfekte Lebensraum für den Mauersegler aus?

Mauersegler wählen ihren Lebensraum in erster Linie nach dem Nahrungsangebot aus. Ein reichliches Vorkommen an Fluginsekten ist ein Muss. Die Segler sind dabei nicht sehr wählerisch und jagen sowohl über Feldern und Wiesen als auch in Dörfern und Städten. Bevorzugt werden außerdem Gebiete mit großen Gewässern, über denen die Jäger auch bei Regen genügend Insekten finden können.

Wo baut der Mauersegler sein Nest?

Ursprünglich waren die Mauersegler Felsenbrüter und haben in Felsspalten gehaust. Später wurden sie zu Kulturfolgern und näherten sich immer mehr menschlichen Siedlungen an. Auch heute noch brüten die meisten in löchrigen Gebäudefassaden und Mauerspalten. Diese Nistmöglichkeiten gehen jedoch immer weiter zurück, da moderne Fassaden und sanierte Gebäude meist keinen Platz mehr für die Mauersegler bieten. Vereinzelt können die Segler auch in Baumhöhlen beim Nisten beobachtet werden.

Wann brüten Mauersegler?

Mauersegler fangen im Mai an zu brüten. Die Brutdauer kann bis zu 27 Tage betragen. Dies ist die einzige Zeit in ihrem Leben, welche die Segler vorwiegend sitzend verbringen. Die Partner wechseln sich mit dem Brüten ab und sind den Rest der Zeit auf Nahrungssuche. Nach dem Schlüpfen sind die Jungvögel zuerst federlos, blind und hilflos. In den nächsten Wochen werden sie von ihren Eltern mit Unmengen an Fluginsekten versorgt. Nach etwa 40 Tagen sind sie weit genug entwickelt, um das Nest zu verlassen. Dann beginnt direkt das Leben in der Luft, denn sobald die Jungtiere ausgeflogen sind, schlafen sie wie die adulten Tiere nur noch während des Flugs.

Mauersegler-Babys Fütterung
Junge Mauersegler werden mit reichlich Insekten gefüttert [Foto: Neil Bromhall/ Shutterstock.com]

Was macht der Mauersegler im Winter?

Mauersegler sind nur etwas über drei Monate in ihren Brutgebieten zugegen. Selbst die spät abreisenden Vögel sind im August bereits auf dem Weg in den Süden. Die Segler fliegen nach Afrika und wandern dort an der Atlantikküste entlang in ihre Überwinterungsgebiete. Und selbst nach der Ankunft ziehen viele Mauersegler dem Regenfall hinterher, um ihre Nachfrage nach Insekten zu decken. Im Frühjahr treffen die Segler zwischen April und Mai wieder bei uns ein.

Mauersegler unterstützen: So geht´s

Der Mauerseglerbestand geht langsam, aber sicher zurück. Besonders die Sanierung alter Gebäude sorgt für das Verschwinden von altbekannten Nistplätzen. Und auch der Insektenschwund macht den Jägern zu schaffen. Wie Sie den Mauersegler in Ihrem eigenen Zuhause unterstützen können, erfahren Sie hier.

Was fressen Mauersegler?

Mauersegler sind ausgesprochene Insektenfresser. Sie fressen Mücken, Falter, Blattläuse und eine Vielzahl anderer Fluginsekten. Wählerisch sind sie dabei nicht. Wenn das Nahrungsangebot wetterbedingt knapp wird, folgen die Segler dem Regen über weite Strecken und lassen alles andere stehen und liegen. Jungtiere können in solch einem Fall bis zu 14 Tage ohne Nahrung auskommen, indem sie in eine Art „Hungerschlaf“ verfallen und ihren Energiebedarf stark drosseln.

Mauersegler auf Futter-Jagd
Mauersegler jagen im Flug nach Insekten [Foto: Drakuliren/ Shutterstock.com]

Welche Nistkästen eignen sich für Mauersegler?

In Anbetracht der zurückgehenden Nistmöglichkeiten, sind Mauersegler immer mehr auf künstliche Nisthilfen angewiesen. Mit einem speziellen Nistkasten können auch Sie ganz einfach ein Zuhause für die geselligen Segler schaffen. Ein solcher Mauerseglerkasten sollte breiter als hoch sein – mindestens 28 Zentimeter breit und 17 Zentimeter tief – und ein ovales, quer liegendes Einflugloch von 64 x 32 Millimeter haben. Da Mauersegler oft in Kolonien brüten, bietet es sich an, gleich mehrere Kästen anzubringen. Weitere Tipps zum richtigen Holz, Standort und der Reinigung erhalten Sie in unserem Spezialartikel zum Thema „Nistkasten selber bauen“.

Tipp: Alternativ eignen sich für Mauersegler auch sogenannte Niststeine, die direkt in die Hauswand oder in eine Mauer verbaut werden können.

Mauersegler gefunden: Was ist zu tun?

Wenn Sie einen jungen Mauersegler außerhalb des Nestes finden, müssen Sie zwei Dinge überprüfen: In welchem Zustand ist der Vogel? Und wie weit ist er schon entwickelt? Wenn Sie einen fast ausgewachsenen Vogel finden, beobachten Sie zuerst, ob er nicht selbst wieder davonfliegt und sich vielleicht nur von einem missglückten Flugversuch erholen muss. Ist der Vogel dagegen noch sehr klein oder gar federlos, versuchen Sie zuerst, das Nest zu lokalisieren und den Jungvogel behutsam zurückzusetzen. Wenn Sie das Nest nicht finden können oder einen verletzten oder traumatisierten Vogel gefunden haben, melden Sie sich umgehend bei der Wildvogelhilfe. Die Aufzucht eines Jungvogels ist komplizierter als man denkt und kann für Laien sehr schnell schief gehen.

Achten Sie bei der Handhabung von gefundenen Mauerseglern auf mögliche Mauerseglerlausfliegen. Dabei handelt es sich um Parasiten, die sich im Gefieder von Seglern oder Schwalben einnisten. Die kleinen Tierchen können auch einen Menschen stechen, was mit Schmerzen und Jucken begleitet wird, aber sonst nicht weiter schädlich ist.

Mauersegler-Jungvogel gefunden
Vogelfunde sind nicht immer Grund zur Panik [Foto: Nailia Schwarz/ Shutterstock.com]

Wie kann man den Mauersegler zusätzlich unterstützen?

Durch die ausschließliche Nahrungssuche im Flug und die Tatsache, dass die Segler den Winter in Afrika verbringen, ist eine klassische Winterfütterung nicht möglich. Trotzdem kann man das Nahrungsangebot der kunstvollen Flieger fördern – hier gilt das Motto: Insektenschutz ist Vogelschutz. Es sollte daher beim Einkauf auf biologische Anbaumethoden, die das Insektenvorkommen fördern, geachtet werden. Vermeiden Sie auch in Ihrem eigenen Garten insektentoxische Spritzmittel und setzen Sie auf nachhaltige Alternativen. Einen Schritt weiter können Sie mit dem Anlegen einer Nützlingswiese gehen. Unser Plantura Nützlingsmagnet bieten Ihnen die Möglichkeit, ein Paradies für Insekten und andere kleine Gartenbesucher zu kreieren.

Plantura Nützlingsmagnet
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Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Auch andere Vogelarten freuen sich über einen vogelfreundlichen Garten. Mit ein bisschen Geduld können Sie eine ganze Reihe von Gartenvögeln bei sich zuhause beobachten – zum Beispiel den Girlitz oder den Feldsperling.

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