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Saatkrähe: Jungvogel, Brutzeit & mehr im Steckbrief

Sie möchten wissen, wie Sie Saatkrähe und Rabenkrähe unterscheiden und einen Saatkrähen-Jungvogel erkennen können? Dann lesen Sie unseren Steckbrief zu diesem prächtigen Krähenvogel.

Saatkrähe in Baum
Die Saatkrähe ist bei uns weit verbreitet

Die Saatkrähe (Corvus frugilegus) wird häufig mit der allgemein bekannten Rabenkrähe verwechselt. Dabei handelt es sich bei den beiden Wildvögeln um verschiedene Arten, die sich teilweise stark in ihrer Brutbiologie und in anderen Bereichen ihres Lebens unterscheiden. Saatkrähen halten sich, wie der Name bereits vermuten lässt, bevorzugt in landwirtschaftlichen Gebieten auf. Dort können sie häufig in großen Schwärmen auf Feldern bei der Nahrungssuche beobachtet werden. Wie man die Saatkrähe eindeutig erkennt und was man sonst noch über den Krähenvogel wissen muss, erfahren Sie hier in unserem großen Artenportrait.

Saatkrähe: Steckbrief

Größe41 – 49 cm
GewichtEtwa 500 g
BrutzeitMärz – Juni
LebensdauerBis zu 20 Jahre
LebensraumLandwirtschaftlich genutzte Gebiete, Siedlungen
FutterpräferenzSämereien, Insekten, Beeren und Obst
BedrohungenRückgang an Nahrung und Lebensraum, Vertreibung durch den Menschen

So erkennt man die Saatkrähe

Saatkrähen können bis zu 50 cm groß werden und zeichnen sich durch ein pechschwarzes, glänzendes Federkleid aus. Ihr Schnabel ist lang, kräftig und an der Spitze dunkel. Die Schnabelbasis dagegen zeigt sich hell und unbefiedert und steht in Kontrast zu dem dunklen Gefieder. Der helle Schnabel lässt sich auch im Flug und aus der Entfernung gut erkennen. Männliche und weibliche Saatkrähen können rein optisch leider nicht unterschieden werden.

Saatkrähen auf einer Stromleitung
Der helle Schnabelansatz der Saatkrähe steht in Kontrast zu ihrem dunklen Gefieder [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Saatkrähe und Rabenkrähe?

Um Saatkrähen und Rabenkrähen zu auseinanderhalten zu können, schaut man sich am besten den Schnabel der Tiere an. Denn während Saatkrähen eine unbefiederte, helle Schnabelbasis besitzen, ist die der Rabenkrähen von feinen schwarzen Federn bedeckt. Dadurch wirkt das Gesicht der Rabenkrähe einheitlich dunkel.

Rabenkrähe auf einem Ast
Rabenkrähen besitzen eine dunkel befiederte Schnabelbasis [Foto: Rudmer Zwerver/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man einen Saatkrähen-Jungvogel?

Junge Saatkrähen erkennt man daran, dass sie noch eine feine Befiederung an der Schnabelbasis besitzen und der Schnabel deshalb noch nicht so hell und groß erscheint wie der der adulten Tiere. Aufgrund dieser Eigenschaft sind junge Saatkrähen außerdem leicht mit Rabenkrähen zu verwechseln; ihr Schnabel ist jedoch spitz und gerade, während derjenige der Rabenkrähen kräftig und gewölbt ist.

junge Saatkrähe
Junge Saatkrähen haben noch einen befiederten Schnabelansatz [Foto: Denys R/ Shutterstock.com]

Wie sehen Saatkrähen-Eier aus?

Saatkrähen-Eier sind etwa 4 cm groß, von einer grünlichen Grundfarbe und teilweise stark mit dunklen Flecken überzogen. Die Eier werden in ein großes, aus Zweigen gefertigtes Nest gelegt, dessen Mulde mit den verschiedensten Materialien ausgepolstert wird.

Nest mit Saatkrähen-Eiern
Saatkrähen legen 3 bis 6 Eier [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugt die Saatkrähe?

Saatkrähen bevorzugen offenes Gelände, in welchem sie in kurzer Vegetation nach Nahrung suchen können. In den meisten Regionen sind sie deshalb auf menschengemachte, landwirtschaftliche Flächen angewiesen. Genauso wichtig wie die eigentlichen Flächen sind jedoch auch geeignete Niststrukturen in der näheren Umgebung, zum Beispiel einzelne Baumgruppen oder kleinere Waldstücke.

Wo baut die Saatkrähe ihr Nest?

Die Saatkrähe baut ein freistehendes Nest in den Kronen hoher Bäume. Am Nestbau selbst sind beide Brutpartner beteiligt. Saatkrähen sind außerdem sehr soziale Vögel und brüten gerne in großen Kolonien. Nicht selten können an einem Koloniestandort bis zu mehrere hundert Nester in den umliegenden Bäumen beobachtet werden.

Saatkrähen-Nester in Bäumen
Saatkrähen sind Koloniebrüter [Foto: LFRabanedo/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit der Saatkrähe?

Die Brutzeit der Saatkrähen dauert von März bis Juni. In dieser Zeit brüten die meisten Saatkrähen nur ein einziges Mal. Hat sich ein Brutpaar erst einmal gefunden, führt es in der Regel eine lebenslange, monogame Ehe.

Die Eier werden vom Weibchen zwischen 16 und 18 Tage lang bebrütet. Während dieser Zeit verlässt es das Nest kaum und wird vom Männchen mit Nahrung versorgt. Danach schlüpfen die jungen Saatkrähen und werden von beiden Elternteilen im Nest gefüttert. Nach etwa vier Wochen sind die Jungvögel groß genug, um das Nest verlassen und erste Erkundungen unternehmen zu können. Sie werden aber auch nach diesem Zeitpunkt noch eine Weile von ihren Eltern bei der Nahrungssuche unterstützt.

Wo verbringt die Saatkrähe den Winter?

Saatkrähen sind Teilzieher. Von den in Mitteleuropa angesiedelten Populationen zieht etwa die Hälfte in wärmere Regionen, die andere Hälfte verbleibt in ihren Brutgebieten. Die ziehenden Individuen sind Kurzstreckenzieher und entfernen sich nur etwa 1000 bis 2000 Kilometer von ihren Brutgebieten. Die verbliebenen Tiere sind auch im Winter in kleineren und größeren Scharen unterwegs und suchen gemeinsam in der kargen Landschaft nach Nahrung.

Saatkrähe im Schnee
Manche Saatkrähen harren auch die kalten Wintermonate bei uns aus [Foto: Nick Vorobey/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Saatkrähen-Ruf?

Wie alle Krähenverwandten hat die Saatkrähe einen eher krächzenden, unmelodischen Ruf. Im Vergleich zur Rabenkrähe klingt ihre Stimme jedoch noch heiserer und kehliger – ähnlich einem scharfen „Grääh“. Am Koloniestandort und dann, wenn sich große Trupps zusammenfinden, kann das Geschrei der Tiere manchmal ohrenbetäubend sein.

Die Saatkrähe im Garten unterstützen: So geht´s

Die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Saatkrähen-Kolonie in Ihrem Garten ansiedelt, ist relativ gering. Trotzdem können sich vereinzelte Tiere auf der Suche nach Nahrung auch mal in den Garten vorwagen. Wie Sie sich auf die geselligen Vögel vorbereiten können und was es dabei zu beachten gibt, erfahren Sie im Folgenden.

Was fressen Saatkrähen?

Saatkrähen ernähren sich sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Kost. Besonders im Frühjahr und Sommer gehen die Vögel in der niedrigen Vegetation von Feldern und Wiesen auf die Jagd nach Würmern, Schnecken, Insekten und anderen Kleintieren. Im Spätjahr und Winter fressen sie dann hauptsächlich Sämereien – vorwiegend Getreide.

Saatkrähen auf einem Feld
Saatkrähen sind oft auf landwirtschaftlichen Feldern in größeren Gruppen zu beobachten [Foto: Vishnevskiy Vasily/ Shutterstock.com]

Auch an Futterstellen sind Saatkrähen anzutreffen, wo sie Körnerfutter in verschiedenen Größenordnungen zu sich nehmen. Anbieten kann man beispielsweise unser Plantura Streufutter, welches viele Gartenvögel im Winter mit seinen sorgsam ausgewählten, energie- und nährstoffreichen Zutaten unterstützt.

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Wie kann man die Saatkrähe zusätzlich unterstützen?

Neben Vogelfutter können Sie in Ihrem Garten auch natürliche Nahrungsquellen für Vögel anlegen. Mit heimischen Blumen, Stauen und Sträuchern kann man Vögel direkt durch Samen und Beeren sowie indirekt durch die Schaffung von Lebensräumen für Insekten und andere Kleintiere unterstützen. Ein insektenfreundlicher Garten ist somit auch gleichzeitig vogelfreundlich.

Um das Insektenangebot nicht negativ zu beeinflussen, sollte man außerdem auf den Einsatz von chemischen Spritzmitteln verzichten – zumal diese sogar Vögel über die Nahrungskette vergiften können. Stattdessen freuen sich tierische Gartenbesucher über eine Spur Wildheit und jede Menge heimische Vielfalt in unseren Gärten.

Ein weiterer Gartenvogel, der sich über ein reiches Insektenangebot im Sommer freut und trotzdem auch im Winter bei uns zu beobachten ist, ist der Gartenbaumläufer. Woran Sie diesen kleinen Singvogel erkennen und was Sie ihm sonst noch Gutes tun können, erfahren Sie in unserem nächsten Artenportrait.

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