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Schwanzmeise: Bilder, Lebensraum, Nest & mehr im Steckbrief

Sie haben einen kleinen, schwarz-weißen Federball in ihrem Garten gesehen? Dabei könnte es sich um die Schwanzmeise handeln. Wie Sie die Schwanzmeise identifizieren können, weitere Informationen sowie Bilder finden Sie in unserem Artenportrait.

Schwanzmeise auf Baum
Vogel oder Federball? [Foto: fernando sanchez/ Shutterstock.com]

Die Schwanzmeisen (Aegithalos caudatus) gehören wohl zu den süßesten Singvögeln aller Zeiten. Die kleinen, schwarz-weißen Vögel wären ohne ihren langen Schwanz gerade einmal 5 Zentimeter groß und sehen aus wie kleine Federbälle, die durch die Äste von Bäumen huschen. Dieser Effekt verstärkt sich im Winter noch mehr, wenn die Singvögel sich zum Schutz vor der Kälte aufplustern. Der namensgebende Schwanz gibt den kleinen Vögeln jedoch eine fabelhafte Balance, weshalb ihnen trotz ihrer rundlichen Gestalt erstaunlich grazile Manöver auf sehr feinen Zweigen möglich sind. Der zweite Teil ihres Namens ist jedoch etwas irreführend. Schwanzmeisen sind nämlich nicht näher mit unseren herkömmlichen Blaumeisen oder Kohlmeisen verwandt. Wie Sie die lustigen Singvögel bestimmen, Jungtiere erkennen und Schwanzmeisen ein Zuhause geben können, erfahren Sie in unserem großen Steckbrief mit Bildern und weiteren spannenden Informationen.

Schwanzmeise: Steckbrief

GrößeEtwa 14 cm
GewichtBis zu 10 g
BrutzeitMärz - Juni
LebensdauerEtwa 5 Jahre
LebensraumWälder, Parks und Gärten mit viel Unterwuchs
FutterpräferenzInsekten, Spinnen, Samen und Nüsse
BedrohungenRückgang an Nahrung und Lebensraum

So erkennt man die Schwanzmeise

Schwanzmeisen sind unverwechselbar. Die kleinen Vögel besitzen schwarz-weiße Flügeldecken, einen schwarzen Rücken und rosafarbene Schultern. Ihre Unterseite und ihr Gesicht sind weißlich, die Flanken leicht rosa angehaucht. Der lange, dunkle Schwanz macht mehr als die Hälfte der Körperlänge aus. Männliche und weibliche Schwanzmeisen lassen sich rein optisch nicht unterscheiden.

Die bei uns in Mitteleuropa vorkommende Unterart Aegithalos caudatus europaeus zeichnet sich außerdem durch einen dunklen Überaugenstreif aus. Die Unterart Aegithalos caudatus caudatus, die hauptsächlich in Nordeuropa beheimatet ist, hat dagegen einen reinweißen Kopf.

Vogel der Art Schwanzmeise
Der Schwanz der ‚Meise‘ macht mehr als die Hälfte ihrer Körperlänge aus [Foto: Erni/ Shutterstock.com]

Wie erkennt man einen Schwanzmeisen-Jungvogel?

Junge Schwanzmeisen sind genauso unverwechselbar wie ihre Eltern. Sie sind schon früh an der typischen kleinen Körperform und dem langen Schwanz erkennbar. Von den erwachsenen Tieren unterscheiden sie sich durch eine dunkle Stirn und dunkle Kopfseiten, die ihren roten Lidring zur Geltung bringen. Außerdem fehlen ihnen noch die rosafarbenen Schultern.

junge Schwanzmeise
Junge Schwanzmeisen haben ein dunkles Gesicht [Foto: tony mills/ Shutterstock.com]

Wie sehen Schwanzmeisen-Eier aus?

Schwanzmeisen legen sieben bis zwölf glanzlose, weißliche Eier. Diese sind etwa 1,4 Zentimeter groß und von bräunlichen oder gräulichen Sprenkeln überzogen. Die Eier werden in ein kunstvolles, ovales Nest gelegt, das einen seitlichen Eingang besitzt und aus Materialien wie Moos, Pflanzenfasern, Federn, Spinnweben und Haaren konstruiert wird.

Welchen Lebensraum bevorzugt die Schwanzmeise?

Schwanzmeisen kommen in Misch- und Laubwäldern, strukturreichen, offenen Flächen, Parks und Gärten vor. Wichtig für die Wahl eines Lebensraumes ist ihnen ein dichter Unterwuchs aus Hecken, Büschen oder Sträuchern.

Schwanzmeise auf Ast
In dichter Vegetation fühlen sich die langschwänzigen Vögel wohl [Foto: Sandra Standbridge/ Shutterstock.com]

Wo baut die Schwanzmeise ihr Nest?

Ihr Nest errichtet die Schwanzmeise in dichter Vegetation. Dies kann in einem bodennahen Strauch oder in der Zweiggabel eines hohen Baumes sein. Das Nest selbst wird mit sehr viel Sorgfalt und viel dicht gewebtem Nistmaterial errichtet. Der Bau dieses kugeligen Kunstwerkes kann bis zu drei Wochen dauern. Von außen wird das Nest zusätzlich mit Flechten oder Rinden getarnt.

Nest der Schwanzmeise
Schwanzmeisen bauen kugelförmige Nester [Foto: Andi111/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit der Schwanzmeise?

Die Brutzeit der Schwanzmeisen dauert von März bis Juni. In dieser Zeit ziehen die Paare in der Regel nur eine Brut auf. Die Eier werden vom Weibchen etwa 14 Tage lang bebrütet. In dieser Zeit wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach dem Schlupf werden die Jungvögel im Nest gefüttert. Je nach Anzahl der Eier können bei Schwanzmeisen neben den Eltern auch noch andere Vögel bei der Fütterung helfen. Diese Helfer sind meist eng mit dem Männchen verwandt und selbst unverpaart oder in ihrem Brutversuch gescheitert.

Wo verbringt die Schwanzmeise den Winter?

Unsere heimischen Schwanzmeisen verbringen auch den Winter bei uns. Die kleinen Vögel sind sehr empfindlich gegenüber Kälte und schlafen deshalb gerne eng aneinander gekuschelt in kleineren Gruppen auf Ästen oder in schützenden Büschen. Harte Winter können die Bestände stark dezimieren.

Aus diesem Grund entfliehen Populationen aus nördlicheren Regionen ihren Brutgebieten und ziehen in den Süden. Dann sind sie auch bei uns zu Gast und wir haben die Möglichkeit, die weißköpfige Unterart Aegithalos caudatus caudatus zu beobachten, die sonst in Nordeuropa beheimatet ist

Schwanzmeise im Winter
Im Winter kommen uns auch die weißköpfigen Exemplare aus dem Norden besuchen [Foto: Tobyphotos/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Schwanzmeisen-Gesang?

Der Gesang der Schwanzmeisen ist recht unauffällig und selten zu hören. Er besteht aus einem leisen, hohen Zwitschern und Trillern. Neben dem Gesang besitzt der kleine Vogel jedoch noch andere Vogelstimmen, wie zum Beispiel mehrere Rufe: Von einem schnurrenden „Zerrr“ über ein dreisilbiges „Sri-sri-sri“ bis zu einem schnalzenden „Teck“.

Die Schwanzmeise im Garten unterstützen: So geht´s

Strukturreiche Flächen mit Feldgehölzen und Wälder mit dichtem Unterwuchs sind in unserer intensiv genutzten Landschaft eine Seltenheit geworden. Deshalb finden zahlreiche Wildvögel Refugien in Parkanlagen oder wilden Gärten. Wie Sie der Schwanzmeise in ihrem eigenen Garten ein Zuhause geben können, erfahren Sie hier.

Was fressen Schwanzmeisen?

Schwanzmeisen ernähren sich hauptsächlich von Insekten und anderen Kleintieren. Im Winter sind diese jedoch Mangelware, weshalb das Nahrungsspektrum durch pflanzliche Kost, wie Sämereien oder Beeren, erweitert wird.

Wenn Sie den kleinen Singvögeln durch die kalte Jahreszeit helfen und zusätzliches Futter anbieten möchten, dann sollten Sie zu Körner- oder Fettfutter greifen. Erdnüsse und andere ölhaltige Samen zum Beispiel werden gerne angenommen, da sie viel Energie liefern. Und auch an Meisenknödeln sind Schwanzmeisen im Winter zu beobachten.

Schwanzmeisen an Futterstelle
Schwanzmeisen nehmen im Winter gerne zusätzliches Futter an [Foto: Dawn Quadling/ Shutterstock.com]

Welche Nisthilfen eignen sich für Schwanzmeisen?

Klassische Nistkästen, wie man sie für Blaumeisen oder Kohlmeisen anbringt, werden von Schwanzmeisen nur selten bezogen. Wer sein Glück versuchen möchte, sollte zu einem Vollhöhlenkasten greifen, der ein Einflugloch von 3 cm hat. Wie Sie ganz allgemein einen Nistkasten selber machen können, erfahren Sie in unserem Spezial-Artikel.

Seinen Sie jedoch nicht enttäuscht, wenn ihre Nisthilfe von einer anderen Vogelart bezogen wird, denn in der Regel bauen Schwanzmeisen ihr Nest lieber selbst. Und auch hierbei können Sie die kleinen Vögel unterstützen, denn durch das Angebot von buschigen Hecken oder Sträuchern können Sie natürliche Nistplätze schaffen. Besonders empfehlenswert sind hierfür sehr dichte oder mit Dornen bewehrte Pflanzen, wie zum Beispiel Wildrosen, die die Brutstätten vor Katzen und anderen Räubern schützen.

Dornen-Schutz für Schwanzmeise
Dornen sind ein guter Schutz vor Räubern [Foto: surowa/ Shutterstock.com]

Wie kann man die Schwanzmeise zusätzlich unterstützen?

Vogelfutter kann eine wichtige Unterstützung für Wildvögel sein – besonders in der kalten Jahreszeit. Nichtsdestotrotz stellt es nur ein Zubrot dar und es ist daher ungemein wichtig, das natürliche Nahrungsangebot der Vögel zu fördern. Im Falle der Schwanzmeisen und vieler weiterer Gartenvögel gilt hier das Motto: Insektenschutz ist Vogelschutz. Mit der Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens bringen Sie nicht nur jede Menge Nützlinge in Ihren Garten, sondern bieten Wildvögeln einen reich gedeckten Tisch. Das Anlegen einer Blühwiese zum Beispiel lockt Bestäuber, Schädlingsbekämpfer und weitere Kleintiere in Ihren Garten. Besonders schnell und einfach gelingt Ihnen dieses Unterfangen beispielsweise mit unserem Plantura Nützlingsmagnet.

Plantura Nützlingsmagnet
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Ein- & mehrjährige Arten für Nützlinge
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Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln sollten Sie jedoch lieber verzichten, denn diese enthalten oft toxische Stoffe und sorgen damit nicht nur für ein geringeres Insektenangebot, sondern können die Vögel sogar über die Nahrungskette vergiften.

Über einen giftfreien, nachhaltigen und lebendigen Garten freuen sich übrigens auch noch viele weitere insektenfressende Gartenvögel, wie zum Beispiel die Heckenbraunelle oder der Grauschnäpper.

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