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Sumpfmeise: Steckbrief & Unterschiede zur Weidenmeise

Wie bestimmt man eine Sumpfmeise richtig? Wie unterscheidet man sie von der Weidenmeise und wie hört sich ihr Gesang an? Diese und weitere spannende Fragen beantworten wir im Steckbrief.

Sumpfmeise auf Ast
Die Sumpfmeise ist ein bei uns heimischer Singvogel [Foto: Erni/ Shutterstock.com]

Die Sumpfmeise (Poecile palustris), auch Nonnenmeise genannt, ist eine in Mitteleuropa heimische und recht weit verbreitete Singvogelart. Obwohl sie nicht so häufig ist wie ihre allseits bekannten Verwandten, die Kohlmeise und die Blaumeise, kann sie dennoch in den verschiedensten Lebensräumen und sogar in Parks und Gärten beobachtet werden. Wie man eine Sumpfmeise sicher bestimmt und sie von anderen Arten unterscheidet, wann und wo die kleine Meise brütet und wie Sie den heimischen Vogel bei sich im Garten unterstützen können, erfahren Sie hier in unserem großen Artenportrait.

Sumpfmeise: Steckbrief

GrößeUngefähr 11 - 13 cm
GewichtEtwa 12 g
BrutzeitApril - Mai
LebensdauerDurchschnittlich 5 Jahre
LebensraumAlte Laub- und Mischwälder, Parks und Gärten
FutterpräferenzInsekten, Spinnen, Samen und Beeren
BedrohungenRückgang an Nahrung und Lebensraum

So erkennt man die Sumpfmeise

Die Sumpfmeise ist etwas kleiner als eine Kohlmeise und auf Rücken und Flügeldecken unscheinbar bräunlich gefärbt. Der Bauch ist etwas heller und weiße Wangen zieren das Gesicht, die in starkem Kontrast zu einer glänzend schwarzen Kappe stehen, welche bis zu den Augen reicht. Passend dazu besitzt die Sumpfmeise außerdem einen kleinen schwarzen Kehlfleck.

Nonnenmeise auf Ast
Die Sumpfmeise ist leicht an der schwarzen Kappe und dem kleinen Kehlfleck zu erkennen [Foto: Arnau Soler/ Shutterstock.com]

Männliche und weibliche Sumpfmeisen sowie ausgewachsene Jungtiere lassen sich dem Aussehen nach nur schwer voneinander unterscheiden.

Wie unterscheiden sich Sumpfmeise und Weidenmeise?

Die sehr viel weniger häufige Weidenmeise sieht der Sumpfmeise zum Verwechseln ähnlich. Unterscheiden kann man die beiden Arten am besten an ihrem artspezifischen Gesang. Rein optisch gibt es ebenfalls einige Unterscheidungsmerkmale – diese sind jedoch nicht immer leicht zu erkennen. Dazu zählt zum einen die schwarze Kappe, die bei der Weidenmeise matt und nicht ganz so intensiv schwarz gefärbt ist, und zum anderen der Kehlfleck, der bei der Weidenmeise dafür oft etwas größer ist als bei der Sumpfmeise. Außerdem ziert die Flügeldecken der Weidenmeise ein helles Armschwingenfeld, welches bei der Sumpfmeise nicht vorhanden ist.

Weidenmeise
Die Weidenmeise (Poecile montanus) sieht der Sumpfmeise sehr ähnlich [Foto: Nata Naumovec/ Shutterstock.com]

Wie klingt der Sumpfmeisen-Gesang?

Der Gesang der Sumpfmeise besteht aus schnell aneinandergereihten, einsilbigen und hohen Tönen: „Tjip-tjip-tjip-tjip-tjip-tjip“. Der Gesang der Weidenmeise dagegen ist etwas variabler und melodischer und besteht in der Regel aus zweisilbigen Strophen.

Den Sumpfmeisen-Gesang können Sie sich hier anhören:

Neben dem Gesang besitzt die Sumpfmeise auch noch eine Reihe weiterer Vogelstimmen. Die charakteristischste ist dabei ein scharfes „Pi-tscha!“, welches von den Männchen außerhalb der Brutzeit als Reviermarkierung gebraucht wird.

Wie sehen Sumpfmeisen-Eier aus?

Sumpfmeisen-Weibchen legen matte, schmutzig weiße Eier mit braunroten Sprenkeln. Das Gelege besteht meist aus sieben bis neun Eiern, welche auf eine Unterlage aus Moos, Tierhaaren und Federn gebettet werden.

Welchen Lebensraum bevorzugt die Nonnenmeise?

Anders als ihr Name suggeriert, lebt die Sumpfmeise nicht im Sumpf. Stattdessen bevorzugt sie Laub- und Mischwälder mit viel Altgehölz und Unterwuchs. Und auch in städtischen Parks, auf Friedhöfen oder in Gärten mit alten Bäumen kommt die Sumpfmeise vor.

Wo baut sie ihr Nest?

Wie die meisten Meisen ist auch die Sumpfmeise ein Höhlenbrüter. Sie nutzt natürliche Baumhöhlen in alten Bäumen, wie zum Beispiel Astlöcher oder alte Spechthöhlen, die sie dann nach ihren Bedürfnissen ausbaut. Die Höhle wird mit weichem Nistmaterial ausgelegt und befindet sich in der Regel in mehreren Metern Höhe.

Nest der Sumpfmeise
Sumpfmeisen sind Höhlenbrüter [Foto: MMCez/ Shutterstock.com]

Wann brüten die Sumpfmeisen?

Sumpfmeisen brüten zwischen April und Mai. Die Eier werden etwa 12 bis 15 Tage lang bebrütet und die Jungvögel nach dem Schlupf weitere zwei bis drei Wochen im Nest gefüttert und umsorgt. Dann unternehmen die Kleinen erste Flugversuche und verlassen schließlich das Nest. Sie werden jedoch auch nach diesem Zeitpunkt noch einmal für zwei Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt. Nicht selten kann sich bei Sumpfmeisen nach der ersten erfolgreichen Jungenaufzucht im gleichen Jahr noch eine zweite Brut anschließen.

Wo verbringt die Sumpfmeise den Winter?

Sumpfmeisen sind Standvögel und daher das ganze Jahr über bei uns zu beobachten. Sie sind sehr standorttreu und entfernen sich von ihren Brutgebieten nie weiter als ein paar Kilometer. Selbst die Jungvögel, die sich im nächsten Frühjahr ein eigenes Revier suchen müssen, wandern nicht weit ab und lassen sich oft in unmittelbarer Nähe zu ihrem Geburtsort nieder.

Sumpfmeise im Winter
Auch im Winter sind die kleinen Meisen bei uns zu beobachten [Foto: adamikarl/ Shutterstock.com]

Die Sumpfmeise im Garten unterstützen: So geht´s

Mit dem zunehmenden Schwund an natürlichem Lebensraum, zum Beispiel alten Laub- und Mischwäldern, finden sich Sumpfmeisen immer häufiger auch in Menschennähe wieder. Wie Sie den Wildvögeln ein willkommenes Zuhause in Ihrem eigenen Garten bieten können, erfahren Sie hier.

Wovon ernährt sich die Nonnenmeise?

Sumpfmeisen haben einen sehr abwechslungsreichen Speiseplan, der sich mit den Jahreszeiten verändert. Im Frühjahr und im Sommer jagen die Meisen hauptsächlich Insekten und andere Kleintiere. Im Spätjahr und im Winter nutzen sie dagegen eine Vielzahl an Sämereien und Nüssen. Ab und an werden außerdem Beeren und Früchte verzehrt.

Sumpfmeise an Futterstelle
An Futterstellen nehmen Sumpfmeisen gerne Nüsse und Sämereien an [Foto: Julian Popov/ Shutterstock.com]

Unterstützen können Sie die Sumpfmeise gerade in der kargen Winterzeit daher hervorragend mit energiereichen Sämereien. Unsere Plantura Sonnenblumenkerne zum Beispiel eignen sich optimal für eine artgerechte Wildvogelfütterung, die im Winter viele Gartenvögel mit Energie und einer extra Ladung an Nährstoffen versorgt.

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Welche Nistkästen eignen sich für Sumpfmeisen?

Für Sumpfmeisen eignen sich klassische Vollhöhlennistkästen, die bis auf ein kleines Einflugloch rundherum geschlossen sind. Das Einflugloch selbst sollte zwischen 26 und 28 mm groß sein. Wie Sie ganz leicht einen solchen Nistkasten selber bauen können und was Sie bei der Materialauswahl, dem Standort und der Reinigung beachten sollten, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Wie kann man die Nonnenmeise zusätzlich unterstützen?

Da Sumpfmeisen neben Sämereien und Nüssen im Sommer hauptsächlich Insekten fressen, können Sie mit der Gestaltung eines naturnahen Gartens den natürlichen Speiseplan der Singvögel ausbauen. Eine Wiese mit heimischen und insektenfreundlichen Blumen beispielsweise lockt zahlreiche kleine Gartenbesucher an, die nicht nur den Vögeln gelegen kommen, sondern auch Ihre Obst- und Gemüsepflanzen bestäuben. Außerdem ist es empfehlenswert, weitestgehend auf chemische Spritzmittel zu verzichten. Diese können nicht nur für Insekten, sondern auch für Vögel gefährlich sein und hinterlassen schädliche Stoffe im Boden.

Eine weitere Meisenart, die nicht jeder kennt und die Sie ebenfalls mit Futter und Nisthilfen in Ihrem Garten gezielt unterstützen können, ist die Schwanzmeise. Lernen Sie auch diesen heimischen Gartenvogel in unserem Artenportrait kennen.

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