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Tannenmeise: Lebensraum, Bilder & Co im Steckbrief

Welche Unterschiede gibt es zwischen Tannenmeise und Kohlmeise? Wie sieht das Nest der Tannenmeise aus? Diese und weitere interessante Informationen sowie Bilder zur Tannenmeise erhalten Sie in unserem Steckbrief.

Tannenmeise auf Ast
Tannenmeisen sind recht dunkel gefärbt [Foto: Fabio Sacchi/ Shutterstock.com]

Die Tannenmeise (Periparus ater) ist ein sehr weit verbreiteter heimischer Brutvogel, der sich – wie der Name schon verrät – am liebsten in dichten Nadelwäldern aufhält. Häufig wird er mit seiner größeren Verwandten, der Kohlmeise, verwechselt, die sich jedoch durch ihr farbenfrohes Gefieder abhebt. Tannenmeisen sind eher dunkle und schlichte Vögel, was auch zu ihrer Namensgebung beigetragen hat: Der Artname ater bedeutet im Lateinischen nämlich so viel wie „düster“. Dafür sind die kleinen Meisen sehr soziale, muntere Vögel, die außerdem über einen lieblichen Gesang verfügen. Wie Sie die Tannenmeise von der Kohlmeise unterscheiden, sie sogar am Gesang erkennen und wie Sie den kleinen Singvogel in Ihrem eigenen Garten unterstützen können, erfahren Sie hier in unserem großen Steckbrief voller Bilder und spannender Fakten.

Tannenmeise: Steckbrief

GrößeCirca 10 – 11 cm
GewichtBis zu 10 g
BrutzeitApril – Juli
LebensdauerEtwa 5 Jahre
LebensraumNadel- und Mischwälder, Parks und Gärten
FutterpräferenzInsekten und Sämereien
BedrohungenRückgang an Nahrung und Lebensraum

So erkennt man die Tannenmeise

Tannenmeisen sind sehr kleine, rundliche Vögel mit einem recht großen Kopf. Diese Proportionen geben ihnen ein sehr putziges Aussehen. Rücken und Flügeldecken der kleinen Meisen sind grau gefärbt, ihr Kopf ist tiefschwarz und von kontrastreichen weißen Wangen- und Nackenflecken gezeichnet. Ihren Scheitel ziert außerdem oft eine kleine „Haube“ aus schwarzen Federn. Bauch und Flanken der Tannenmeise sind von einem schmutzigen Beige.

Tannenmeise auf Ast sitzend
Die Tannenmeise ist eine eher kleine Meise [Foto: John Navajo/ Shutterstock.com]

Eine optische Unterscheidung von männlichen und weiblichen Tannenmeisen ist leider nicht möglich. Das Gleiche gilt für die Jungtiere: Sobald die Kleinen das Nest verlassen und ihre volle Größe erreicht haben, sehen sie ihren Eltern zum Verwechseln ähnlich.

Tannenmeisen-Jungvogel neben adultem Vogel
Junge Tannenmeisen sehen bereits aus wie ihre Eltern [Foto: Pouakai Photos/ Shutterstock.com]

Wie unterscheiden sich Tannenmeise und Kohlmeise?

Tannenmeisen und Kohlmeisen werden auf den ersten Blick gerne verwechselt. Aber bereits auf den zweiten Blick fallen einige Unterschiede auf: Tannenmeisen sind nämlich sehr viel kleiner als Kohlmeisen und bei weitem nicht so farbenfroh. Kohlmeisen zeichnen sich durch einen strahlend gelben Bauch mit kontrastreichem schwarzem Mittelstreif aus, während Tannenmeisen unterseits einfach nur beige gefärbt sind. Ihnen fehlen außerdem die blauen Schwanz- und Flügelspitzen der Kohlmeisen. Von oben kann man den weißen Nackenfleck erkennen, den die größeren Verwandten wiederum nicht besitzen.

Blaumeise auf Ast
Zum Vergleich: Kohlmeisen haben eine leuchtend gelbe Unterseite [Foto: ihelgi/ Shutterstock.com]

Wie sehen Tannenmeisen-Eier aus?

Tannenmeisen-Eier sind etwa 1,5 Zentimeter groß, weiß bis cremefarben und mit kleinen braun-roten Sprenkeln überzogen. Bis zu zwölf solcher Eier können die Weibchen pro Nest legen. Das Nest selbst besteht aus Gras, Moos und anderen Pflanzenfasern und wird mit Tierhaaren und Federn ausgepolstert.

Tannenmeisen-Nest mit Jungvögeln
Tannenmeisen sind Höhlenbrüter [Foto: PhotoChur/ Shutterstock.com]

Welchen Lebensraum bevorzugt die Tannenmeise?

Wie der Name bereits vermuten lässt, lieben Tannenmeisen Nadelwälder. Sie kommen zwar auch in Mischwäldern, Parks oder größeren Gärten vor, aber auch dort halten sie sich recht strikt an Nadelbäume. Tannenmeisen sind sowohl im Flachland als auch in höheren Lagen anzutreffen und fühlen sich im Grunde überall dort zuhause, wo es Nadelbäume gibt.

Wo baut die Tannenmeise ihr Nest?

Tannenmeisen sind Höhlenbrüter und sehr kreativ, wenn es um die Wahl ihres Nistplatzes geht. Sie nutzen Astlöcher, ausgehöhlte Baumstümpfe, alte Eichhörnchennester und sogar Erdhöhlen von Mäusen oder Kaninchen. Das Nest selbst wird im Inneren der Höhle aus Gras, Moos und anderen Pflanzenteilen gefertigt.

Tannenmeise beim Nestbau
Tannenmeise sammelt Nistmaterial [Foto: Steve Midgley/ Shutterstock.com]

Wann ist die Brutzeit der Tannenmeise?

Die Brutzeit der Tannenmeise reicht von April bis Juli. In der Regel ziehen die Vogeleltern in dieser Zeit nur eine Brut auf, die jedoch aus bis zu zwölf Nachkommen bestehen kann. Die Eier werden 13 bis 16 Tage lang bebrütet und die Jungvögel nach dem Schlupf bis zu drei Wochen lang im Nest mit Nahrung versorgt. Danach verlassen die Kleinen das Nest und unternehmen erste Flugversuche. Trotzdem werden sie noch einige Wochen von ihren Eltern bei der Nahrungssuche unterstützt, bevor sie auf sich allein gestellt sind.

Wo verbringen Tannenmeisen den Winter?

Unsere heimischen Tannenmeisen verbringen auch den Winter bei uns. Die kleinen Vögel trotzen der kalten Jahreszeit und machen sich gerne mit anderen Artgenossen und näheren Verwandten, wie zum Beispiel Kohlmeisen oder Blaumeisen, in kleineren Gruppen auf gemeinsame Nahrungssuche.

Tannenmeise im Winter
Die Tannenmeise scheut sich nicht vor dem Winter [Foto: clarst5/ Shutterstock.com]

Wie klingt Tannenmeisen-Gesang?

Tannenmeisen besitzen einen besonders lieblichen, zweisilbigen Gesang: „Si-tüh-si-tüh-si-tüh-si-tüh“. Dieser erinnert sehr an die Vogelstimme der Kohlmeise, ist jedoch schneller, höher und feiner und passt deshalb perfekt zu der kleineren Tannenmeise.

Die Tannenmeise im Garten unterstützen: So geht´s

Die kleinen, munteren Tannenmeisen sind auch gerne in heimischen Gärten zu Gast. Wie Sie den Singvögeln ein Zuhause bieten und sie ihm Winter und während der Brutzeit unterstützen können, erfahren Sie hier.

Was fressen Tannenmeisen?

Tannenmeisen ernähren sich von einer Mischung aus pflanzlicher und tierischer Kost. Im Frühjahr und während der Brutzeit sammeln sie gerne kleinere Insekten von Bäumen und Blättern. Im Spätjahr und Winter ernähren sie sich dagegen von Sämereien wie Lärchen-, Buchen- oder Tannensamen. Auch an Futterstellen sind sie vor allem im Winter zu beobachten. Dort bedienen sie sich besonders gerne an Streu- und Körnerfutter oder an reinen Sonnenblumenkernen.

Hinweis: Was Sie bei der Ausbringung von Vogelfutter und bei der Wahl einer geeigneten Futterstelle beachten sollten, erfahren Sie in unserem Spezialartikel zum Thema „Vogelfutterhaus selber bauen“.

Tannenmeise an Futterstelle
Tannenmeise bedient sich am Futtersilo [Foto: Ballygally View Images/ Shutterstock.com]

Welche Nistkästen eignen sich für Tannenmeisen?

Wer der kleinen Tannenmeise eine Nistmöglichkeit im eigenen Garten bieten möchte, kann ganz leicht einen Nistkasten selber bauen oder auch käuflich erwerben. Am besten eignen sich dafür sogenannte Vollhöhlenkästen, die bis auf ein kleines Einflugloch rundherum geschlossen und daher den natürlichen Höhlen von Tannenmeisen am ähnlichsten sind. Das Einflugloch für die kleinen Meisen sollte 25 mm groß sein.

Tannenmeise in Nistkasten
Tannenmeisen bevorzugen geschlossene Nistkästen [Foto: Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com]

Wie kann man die Tannenmeise zusätzlich unterstützen?

Neben Vogelfutter kann man im Garten auch eine Wasserstelle anbieten. Dies ist gerade an heißen Tagen sehr wichtig und wird von vielen Vögeln dankend angenommen. Es braucht dazu auch keine ausgefallene Vogeltränke – eine flache Schale oder ein Topfuntersetzer reichen völlig aus. Wichtig ist jedoch, dass die Wasserstellen regelmäßig gereinigt werden, da sie sich sonst in Brutstätten und Ansteckungsorte für Vogelkrankheiten entwickeln können. Dieses Risiko steigt bei hohen Temperaturen an, weshalb Wasserstellen im Sommer am besten täglich gereinigt werden sollten.

Während der Brutzeit sind Tannenmeisen außerdem auf ein reichliches Insektenangebot angewiesen. Die Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens kommt daher nicht nur sechsbeinigen Gartenbesuchern zugute, sondern unterstützt auch die kleinen Meisen bei ihrer Kinderaufzucht.

Ein weiterer kleiner Singvogel, der ebenfalls im Winter bei uns anzutreffen ist und sich gerne in Nadelbäumen versteckt, ist das Wintergoldhähnchen. Auch diesen Gartenvogel können Sie in unserem nächsten Artenportrait kennenlernen.

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