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Was machen Bienen im Winter?

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie Bienen den Winter überleben? Während man bei Wildbienen verschiedene Überwinterungsstrategien findet, stehen Honigbienen den Winter gemeinsam im Volk durch.

Bienenstöcke im Schnee
Wie Bienen überwintern, hängt von der Bienenart ab [Foto: Polikarpova Darya/ Shutterstock.com]

Der Winter ist eine kritische Phase für Bienen. Nahrung in Form von Pollen oder Nektar ist nicht vorhanden und zusätzlich müssen sie mit den kalten Temperaturen umgehen. An diese widrigen Bedingungen haben sich Bienenarten auf verschiedene Weisen angepasst. In diesem Artikel erfahren Sie, wo Bienen im Winter sind und was Honig- sowie Wildbienen im Winter machen. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie die Tiere unterstützen und was Sie tun können, wenn Sie mitten im Winter eine Biene gefunden haben.

Sterben Bienen im Winter? Ja, viele Bienen überleben den Winter nicht. Honigbienen (Apis mellifera) ziehen ungefähr ab September aus ihren Eiern Winterbienen. Diese überstehen den Winter. Die Sommerbienen aber sterben im Herbst. Ein Honigbienenvolk ist im Winter nur ungefähr halb so groß wie im Sommer.
In der großen Gruppe der Wildbienen gibt es unterschiedliche Strategien: Viele erwachsene Wildbienen sterben ebenfalls im Herbst, nur wenige überdauern den Winter lebend in Winterstarre. Bei den allermeisten Wildbienenarten überdauern Eier oder Larven die kalte Jahreszeit.

Biene in Winterstarre
Bei einigen Wildbienen überwintern auch adulte Tiere in Winterstarre [Foto: Yuttana Joe/ Shutterstock.com]

Wo sind Bienen im Winter?

Biene ist nicht gleich Biene: Es gibt etliche Arten und gerade die diversen Wildbienen haben unterschiedliche Strategien entwickelt, um die nächste Generation im Folgejahr zu sichern.

Wo sind Honigbienen im Winter?

Honigbienen überwintern gemeinsam als Volk in ihrem Stock, wo sie die sogenannte Wintertraube bilden.

Bienenstock-Eingang
Im Winter verlassen Bienen ihren Stock nicht mehr [Foto: Dziajda/ Shutterstock.com]

Wo sind Wildbienen im Winter?

Die meisten Wildbienenarten sind einjährig, die Individuen sterben im Herbst. Die allermeisten ausgewachsenen Wildbienen sind also im Winter tot. Die nächste Generation überwintert dann als Ei, Larve oder Puppe zum Beispiel in Stängeln, Holzhöhlen, Sandlöchern oder verlassenen Schneckenhäusern. In diesem Stadium sind sie meist deutlich robuster und unempfindlicher.

Es gibt aber ein paar wenige Ausnahmen, unter anderem:

Hummeln (Bombus): Hummeln bilden kleine Völker mit etwas über 100 Tieren, von denen im Herbst ebenfalls alle bis auf die neue Jungkönigin sterben. Diese überwintert allein, zum Beispiel in verlassenen Mäusenestern, und gründet im folgenden Frühjahr ein neues Volk.

Holzbienen (Xylocopa): Holzbienen überwintern allein oder in kleinen Gruppen in ihren selbstgebauten Nestern, Baumhöhlen oder Spalten.

Keulhornbienen (Ceratina): Bei Keulhornbienen überwintern Männchen und Weibchen gemeinsam. Anders als Holzbienen suchen sie sich ihr Winterquartier meist in hohlen Stängeln zum Beispiel von Brombeeren, Holunder, Königskerzen oder Heckenrosen.

Himbeerbüsche im Winter
Keulhornbienen überwintern in Stängeln von Stauden oder Sträuchern [Foto: MVolodymyr/ Shutterstock.com]

Was machen Bienen im Winter?

Das Ziel aller Bienen im Winter ist es, diesen gesund zu überstehen. Dafür haben verschiedene Arten unterschiedliche Strategien entwickelt.

Was machen Honigbienen im Winter?

Honigbienen überwintern gemeinsam als Volk. Sie sitzen in der Wintertraube sehr dicht zusammen und verlassen den Stock meist nicht mehr. Da es draußen kalt ist und es kein Futter gibt, zehren sie von den Futterreserven, die sie über den Sommer eingelagert haben oder in den meisten Fällen von Zuckerwasser, das der Imker zur Verfügung gestellt hat.

Wintertraube bei Bienen: Honigbienen überwintern als sogenannte Wintertraube. Dabei sitzt die Königin in der Mitte. Sie ist die einzige, die Eier legen kann und damit die wichtigste Biene des Volkes. Um sie herum findet man die anderen Bienen, die durch spezielle Muskelbewegungen für eine Temperatur von circa 15 °C bis 25 °C sorgen. Dabei wechseln sie ständig ihre Plätze, sodass jede mal weiter außen und mal weiter innen sitzt.

Bienen in einer Wintertraube
In der Wintertraube halten sich die Bienen gegenseitig warm [Foto: kosolovskyy/ Shutterstock.com]

Was machen Wildbienen im Winter?

Kurz gesagt lässt sich diese Frage so beantworten: „Nicht viel.“ Da bei den meisten Wildbienenarten die adulten Tiere im Herbst sterben, müssen nur Eier, Larven oder Puppen durch den Winter kommen. Das gelingt in der Winterstarre. Bei wenigen Ausnahmen begeben sich auch die adulten Tiere für die kalte Jahreszeit in Winterstarre. Da diese Winterstarre von der Temperatur abhängig ist, bleiben die Tiere bewegungsunfähig, bis die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen. Dabei müssen sie unbedingt die Bildung von Eiskristallen in ihrem Körper verhindern, denn das würde zum sicheren Tod der Bienen führen. Hummeln schützen sich davor, indem sie unterirdisch überwintern, wo die Temperaturen nicht so tief fallen. Oberirdisch überwinternde Bienenarten können auf verschiedenen Wegen den Gefrierpunkt ihrer Körperflüssigkeiten herabsetzen, sodass sie auch Temperaturen unter 0 °C überstehen.

Wildbiene
Viele Wildbienen legen ihre Eier im Sommer geschützt ab und sterben dann [Foto: lcrms/ Shutterstock.com]

Halten Bienen Winterschlaf?

Als Winterschlaf bezeichnet man einen Zustand, in den sich einige gleichwarme Tiere, also Vertreter von Säugetieren und einige Vögel, unter Herabsenkung ihrer Körpertemperatur begeben. Dabei verlangsamt sich auch ihr Herzschlag und ihre Atemfrequenz, sodass sie deutlich weniger Energie verbrauchen als normalerweise. Das ermöglicht es den Tieren in der Regel, den ganzen Winter über von ihren angefressenen Fettreserven zu zehren.

Honigbienen können also gar keinen Winterschlaf halten, da sie nicht zu den gleichwarmen, sondern zu den wechselwarmen Tieren zählen. Auch sie fahren zwar ihren Stoffwechsel minimal herunter, fliegen kaum noch aus und begeben sich in eine Art Winterruhe. Honigbienen bleiben jedoch den ganzen Winter aktiv, um den Bienenstock warm zu halten. So ist es auch völlig normal, wenn man an einzelnen wärmeren Tagen im Januar hin und wieder Bienen fliegen sieht. Sie nutzen die wärmeren Tage für ihren Reinigungsflug oder sammeln unter Umständen sogar etwas Pollen von Winterblühern.

Fliegende Biene
An manchen warmen Tagen fliegen Bienen auch im Winter [Foto: Okyela/ Shutterstock.com]

Wildbienen überdauern den Winter je nach Spezies als Larven oder erwachsene Tiere in Winterstarre. Man könnte die Winterstarre als das Pendant zum Winterschlaf bei wechselwarmen Tieren bezeichnen. Es gibt jedoch einige Unterschiede. Bei Säugetieren wird der Winterschlaf über Hormone eingeleitet. Werden sie durch irgendetwas gestört, können sie ihren Schlaf notfalls unterbrechen und wieder aktiv werden, um auf Futtersuche zu gehen. Hierzu wird die Körpertemperatur kurzzeitig wieder unter Energieaufwand angehoben. Bei wechselwarmen Tieren ist die Winterstarre einzig von der Temperatur abhängig, sie können sich nicht selbst wärmen. Die Körpertemperatur wechselwarmer Tiere entspricht der Außentemperatur. Die Tiere können sich daher auch in kurzen Warmphasen nicht bewegen, denn auch in milden Wintern wird ihre Betriebstemperatur kaum erreicht. Sie brauchen aber im Gegenzug deutlich weniger Energie, sodass sie den Winter ohne Fressen überleben können.

Sollte man Bienen im Winter füttern oder anders unterstützen?

Auch, was Bienen im Winter essen, ist von Art zu Art unterschiedlich.
Da Honigbienen in der kalten Jahreszeit aktiv sind, brauchen sie ausreichend Nahrungsreserven. Wer ein eigenes Bienenvolk besitzt und im Sommer Honig geerntet hat, muss seine Bienen im Winter deshalb füttern. Das geschieht meist mit Zuckerwasser.

Glas mit Zuckerwasser im Bienenstock
Honigbienen werden im Winter meist mit Zuckerwasser gefüttert [Foto: FotoHelin/ Shutterstock.com]

Anders sieht es bei Wildbienen aus, denn sie nehmen den Winter über keine Nahrung zu sich. Trotzdem kann man auch einiges tun, um Wildbienen in der kalten Jahreszeit zu helfen.

  • Schneiden Sie Blumenwiesen, Beeren- und andere Sträucher sowie hohle Stängel von sommergrünen Stauden und einjährigen Pflanzen erst im Frühjahr, denn die Stängel werden oft von Wildbienen als Winterquartier ausgewählt.
  • Sorgen Sie im Garten für ein möglichst frühes und bis in den Herbst hinein durchgängiges Nahrungsangebot. Zu den Frühblühern mit Pollen zählen zum Beispiel Krokusse (Crocus), Schneeglöckchen (Galanthus), Haselnüsse (Corylus avellana) oder Erlen (Alnus). Für ein ausreichendes Nahrungsangebot im Herbst sorgen unter anderem Herbstastern (Symphyotrichum und Aster) und die Fetthenne (Sedum).
  • Lassen Sie Haufen mit Laub und Totholz einfach einmal liegen. Das erleichtert nicht nur Bienen die Suche nach einem Überwinterungsplatz, sondern auch vielen anderen Gartentieren.
  • Insektenhotels werden zum Ablegen von Eiern und zum Überwintern angenommen. Tipps, was man beim Kauf oder Bau von solchen Nisthilfen für Wildbienen beachten sollte, haben wir in einem eigenen Artikel zusammengefasst.
Insektenhotel im Schnee
Insektenhotels bieten Wildbienen Überwinterungsmöglichkeiten [Foto: Uellue/ Shutterstock.com]

Ansonsten kann man im Winter nicht viel für die kleinen Helfer tun, weshalb es umso wichtiger ist, die Bienen im restlichen Jahr gut zu unterstützen. Eine Möglichkeit stellt zum Beispiel die Aussaat unserer Plantura Bienenweide dar. Hier finden Bienen Nahrung, sodass sie gut gestärkt in die kalte Jahreszeit gehen. Lässt man die Bienenweide zusätzlich den Winter über stehen, bietet sie reichlich Unterschlupf, nicht nur für Wildbienen, sondern auch für viele andere Insekten. Viele Schmetterlings-Raupen überwintern beispielsweise ebenfalls in hohlen Stängeln oder Totholz.

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Biene im Winter gefunden: Was tun?

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass man an wärmeren Wintertagen Bienen fliegen sieht. Da Honigbienen keinen Winterschlaf, sondern nur eine Winterruhe halten, können sie schnell wieder aktiv werden. Sie nutzen dann die wärmeren Tage, um ihre Kotblase zu entleeren, sowie um sich auf Wasser- und Nahrungssuche zu begeben.
Dabei kann es vorkommen, dass die Bienen zwar genug Energie für den Start haben, diese dann aber relativ schnell verbrauchen oder ihnen schlechte Witterung den Heimflug erschwert. Hat man daher im Winter eine Biene im Haus oder in der Wohnung gefunden, die kraftlos wirkt, kann es unter Umständen helfen, wenn man sie auf einen Teller mit Honig oder Zuckerwasser an einen Ort mit mindestens 15 °C setzt. So kann sie sich Aufwärmen und genug Energie für den Rückflug zu ihrem Volk tanken. Denn nur, wenn sie es dorthin zurückschafft, hat die Honigbiene eine Chance, den Winter zu überleben.
Es kann jedoch auch vorkommen, dass kranke Bienen den Stock verlassen, um außerhalb des Stockes zu sterben. Wenn man eine solche Biene im Winter gefunden hat, können auch Zuckerwasser und Wärme nicht mehr helfen.

Selten kann es auch vorkommen, dass man zum Beispiel in geschützten Mauerspalten am Haus auf überwinternde Wildbienen trifft. Dann ist es am besten, die Tiere in Ruhe zu lassen und möglichst nicht zu stören.

Biene trinkt Zuckerwasser
Wärme und Zuckerwasser helfen Bienen im Winter, genug Energie für den Rückflug zu tanken [Foto: Karina Kimask/ Shutterstock.com]

Nicht nur für Bienen ist der Winter eine harte Jahreszeit. Daher haben wir viele nützliche Empfehlungen gesammelt, wie Sie Gartentieren im Winter helfen können.

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