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Weihnachtsbaum im Topf: Eine nachhaltige Alternative?

Einen Weihnachtsbaum im Topf zu kaufen, den man jedes Jahr wiederverwenden kann, klingt zunächst nach einer tollen und nachhaltigen Idee. Aber funktioniert das wirklich? Wir verraten, ob Tannen im Topf mehrere Jahre lang halten.

Kleiner Weihnachtsbaum im Wohnzimmer
Der Weihnachtsbaum im Topf ist eine nachhaltige Alternative [Foto: New Africa/ Shutterstock.com]

Was wäre Weihnachten ohne einen prächtigen Christbaum? Für viele ist der geschmückte Tannenbaum unverzichtbar für das Weihnachtsfest. Doch der hübsch geschmückte Baum steht immer öfter in der Kritik: Besonders die Tatsache, dass der Weihnachtsbaum bereits nach wenigen Wochen in der Wohnung einfach weggeworfen wird, stößt vielen sauer auf. Abhilfe soll der Weihnachtsbaum im Topf schaffen, der nicht gefällt wird, sondern auch nach dem Weihnachtsfest als Zimmer- oder Gartenpflanze weiterwachsen kann. Ob dieser neue Trend wirklich eine nachhaltige Alternative darstellt und welche Pflege die Weihnachtsbäume im Topf benötigen, erfahren Sie hier.

Weihnachtsbaum im Topf: Funktioniert das wirklich?

Viele bezweifeln, dass es tatsächlich möglich ist, einen Christbaum im Topf dauerhaft zu kultivieren und so auf den jährlichen Weihnachtsbaumkauf zu verzichten. In Wahrheit lässt sich dieser Trend aber relativ simpel auch in der eigenen Wohnung realisieren, wenn man ein paar Tipps kennt: Besonders beim Kauf ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Bäume sind für ein Leben als Weihnachtsbaum im Topf geeignet. Vor allem Pflanzen, die bis kurz vor dem Verkauf im Freiland gezogen wurden, gehen meist nach einer bestimmten Zeit ein, da beim Eintopfen ihre empfindlichen Wurzeln beschädigt wurden. Deshalb sind Tannenbäume, die von Beginn an im Topf gezogen wurden, deutlich besser für ein Leben als nachhaltiger Weihnachtsbaum geeignet. Auch die Art des Baumes ist für ein erfolgreiches Überleben des Weihnachtsbaumes von entscheidender Bedeutung: Tannen (Abies), insbesondere die beliebte Nordmanntanne (Abies nordmanniana), sind nicht besonders gut für die Topfhaltung geeignet, da sie eine tiefe Pfahlwurzel ausbilden. Als Ersatz für den Tannenbaum im Topf kommen hingegen vor allem Fichten (Picea) in Frage – als Flachwurzler fühlen sich diese auch in einem Kübel wohl.

Vorteile von Weihnachtsbäumen im Topf

Als Alternative zum klassischen Weihnachtsbaum liegt die Stärke des Tannenbaums im Topf vor allem in seiner Nachhaltigkeit: Statt jährlich einen Weihnachtsbaum aus einer großen Monokultur zu holen, kann der Weihnachtsbaum im Topf über mehrere Jahre hinweg genutzt werden. Allerdings stammen auch viele der Topfbäume aus solchen großen Plantagen und sind deshalb mit einer Belastung für die Umwelt verbunden, da in den großen Weihnachtsbaum-Monokulturen oftmals mit Pestiziden und Kunstdüngern gearbeitet wird. Diesen unangenehmen Nebeneffekt kann man jedoch umgehen, indem man bereits beim Kauf auf einen Baum aus regionaler Herkunft und biologischer Forstwirtschaft setzt.

Tannen im Topf draußen
Tannen im Topf sind deutlich nachhaltiger, da weniger Bäume in Monokulturen gepflanzt werden müssen [Foto: Chamille White/ Shutterstock.com]

Einen weiteren Pluspunkt sammeln die Weihnachtsbäume im Topf neben ihrer Nachhaltigkeit auch durch ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. So können die Pflanzen nach dem Weihnachtsfest sowohl als Topfpflanze weiter genutzt, aber auch in den Garten umgesiedelt werden. Wer keine Zeit oder Lust auf die Pflege des Tannenbaums für den Rest des Jahres hat, kann auch zu Leihangeboten greifen: Hier können die Weihnachtsbäume über die Feiertage ausgeliehen werden und später wieder an ihren Verleiher zurückgegeben werden, welcher sich dann um die weitere Pflege des Baumes kümmert. Zuletzt kann der Christbaum aber auch in Sachen Optik und Symbolik überzeugen: Im Gegensatz zum typischen Tannenbaum nadelt die Variante im Topf nicht so stark und überzeugt auch noch nach Jahren durch seinen nostalgischen Charme, der an vergangene Weihnachtsfeste erinnert.

Nachteile von Weihnachtsbäumen im Topf

Leider hat die Tanne im Topf nicht nur positive Seiten. Der größte Kritikpunkt, der immer wieder gegen diese Variante angeführt wird, ist die beschränkte Varianz in der Optik. Diese rührt zum einen daher, dass viele bekannte Weihnachtsbaumsorten, beispielsweise die Nordmanntanne, nur bedingt für die Topfhaltung geeignet sind. Zusätzlich muss man sich in der Regel mit kleinen Weihnachtsbäumen im Topf zufriedengeben – größere Bäume brauchen aufgrund ihrer Wurzeln einen extrem sperrigen Topf, der mit einem immensen Gewicht verbunden wäre.

Außerdem muss bedacht werden, dass der Christbaum im Topf das ganze Jahr für einen nicht zu unterschätzenden Pflegeaufwand sorgt. Wie jede andere Kübelpflanze muss nämlich auch der Nadelbaum im Topf regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Außerdem sollten die Pflanzen von Zeit zu Zeit umgetopft werden, um richtig wachsen zu können. Die Pflege der immergrünen Gehölze wird zudem dadurch erschwert, dass sie immer verzögert auf Pflegefehler reagieren – so ist die eigentliche Ursache für die Kränklichkeit des Baumes oftmals nur schwer zu erkennen, da der Fehler bereits mehrere Wochen zurückliegt.

Kleine Weihnachtsbäume im Topf mit Schnee
Häufig sind nur kleine Bäume im Topf erhältlich [Foto: Katya_Bogomolova/ Shutterstock.com]
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Christbaum im Topf richtig pflegen

Wenn man sich für einen Weihnachtsbaum im Topf entscheidet, ist die richtige Pflege das A und O, um an Heiligabend einen gesunden Baum präsentieren zu können. Besonders wichtig ist dabei unter anderem, dass der Tannenbaum bereits ausreichend früh gekauft wird – bevor er nämlich ins beheizte Wohnzimmer zieht, sollte er sich bereits eine Woche akklimatisieren dürfen. Dafür wird der Weihnachtsbaum erst einmal an einen kühlen, unbeheizten Ort, beispielsweise einen Flur oder Wintergarten, gestellt. Bekommt dem Christbaum diese Akklimatisierungsphase nicht, verliert er schnell Nadeln und wirkt kränklich.

Im Wohnzimmer angekommen, ist die Wahl des richtigen Stellplatzes entscheidend: Heiße Heizungsluft mögen die Nadelbäume gar nicht, weshalb idealerweise die kälteste Stelle im Zimmer als Standort für den Weihnachtsbaum ausgesucht werden sollte. Fichten stehen hier besonders gerne hell bis halbschattig, während Tannen auch schattige Bereiche im Winter mögen. Gegossen werden sollte der Weihnachtsbaum nach Möglichkeit alle zwei Tage mit lauwarmem Wasser, dabei ist jedoch darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht. Zusätzlich kann man die Nadeln mit einer Sprühflasche anfeuchten, um das Austrocknen durch die warme Heizungsluft zu vermeiden.

Weihnachtsbaum mit Sprühflasche besprüht
Eine Sprühflasche schützt die Nadeln vor dem Austrocknen [Foto: TANAGRITYE/ Shutterstock.com]

Wer auch längerfristig etwas von seinem Weihnachtsbaum im Topf haben möchte, sollte diesen maximal zehn Tage im warmen Wohnzimmer aufstellen. Danach sollte der Weihnachtsbaum im Topf wieder langsam an eine kältere Umgebung gewöhnt und ein neuer Standort an der frischen Luft gesucht werden. Einen dauerhaften Aufenthalt in der warmen Wohnung vertragen die Nadelgehölze oftmals nicht.

Verbleibt der Tannenbaum auch den Rest des Jahres im Topf, braucht er zusätzliche Pflege. Nach den ersten Frösten empfiehlt es sich, etwas Tannendünger in den Topf zu geben, um den Baum mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Zusätzlich muss die Tanne besonders in der Anfangszeit alle paar Monate umgetopft werden, um optimal wachsen zu können. Der neue Topf sollte etwa zehn Zentimeter größer sein als der alte und wird etwa eine Handbreit mit Rhododendronerde gefüllt. Diese eignet sich für Tannen und Fichten besonders gut, da sie einen sauren pH-Wert hat, wie es von Nadelbäumen oftmals verlangt wird. Beim Umtopfen selbst sollte man darauf achten, dass keine Wurzeln verletzt werden. Nach dem Umtopfen sollte der Weihnachtsbaum gewässert werden und auch in den folgenden Tagen besonders viel Wert auf eine abgestimmte Bewässerung gelegt werden.

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Weihnachtsbaum im Garten auspflanzen

Neben der Kultivierung im Kübel wünschen sich viele, ihren Baum nach Weihnachten im heimischen Garten auszupflanzen. Damit dies gelingt, ist es besonders wichtig, dass ein passender Standort für den Baum ausgewählt wird: Viele Nadelbäume erreichen große Höhen und sollten deshalb mit Bedacht gepflanzt werden. Tannen und Fichten bevorzugen helle bis halbschattige Standorte mit einem eher feuchten Boden, sind aber bei ihren Bodenansprüchen oft nicht besonders wählerisch.

Ist ein passender Standort für den Weihnachtsbaum gefunden, wird es Zeit, Vorbereitungen für das Auspflanzen zu treffen: Graben Sie ein Loch, das mindestens zehn Zentimeter tiefer ist als die unterirdischen Teile der Pflanze. Nun wird der Tannenbaum vorsichtig aus seinem alten Topf befreit – hier sollte man besonderen Wert darauf legen, dass keine Wurzeln verletzt werden. Der Nadelbaum wandert nun in das vorgesehene Loch, welches mit Erde und etwas Humus gefüllt wird. Es ist jedoch darauf zu achten, dass der Stamm dabei nicht mit Erde bedeckt wird. In den ersten drei Wochen nach dem Eingraben sollte der Baum täglich kräftig gegossen werden.

Tanne im Garten ausgepflanzt
Der Weihnachtsbaum kann auch in den Garten gepflanzt werden [Foto: Miriam82/ Shutterstock.com]

Der perfekte Zeitpunkt zum Auspflanzen des Weihnachtsbaumes ist ab Mitte März, denn es sollte nur bei frostfreiem Boden stattfinden und auch Spätfröste sollten nach Möglichkeit nicht mehr auftreten. Ein erneutes Ausgraben für das nächste Weihnachtsfest wird allerdings nicht empfohlen – hierbei würden zu viele Wurzeln beschädigt werden, was im schlimmsten Fall zum Absterben des Baumes führt. Stattdessen sollten ausgepflanzte Weihnachtsbäume ihr Leben im Garten das ganze Jahr genießen dürfen.

Wie Sie Ihren Weihnachtsbaum auch auf andere Weise recyceln können, erfahren Sie hier.

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