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Weihnachtsbaum recyceln: So schenken Sie Ihrem Baum ein zweites Leben

Was Sie aus den verschiedenen Bestandteilen Ihres Weihnachtsbaums machen können und wie Sie ihn richtig auspflanzen, haben wir hier für Sie zusammengetragen.

Alle Jahre wieder landen Fichte (Picea), Tanne (Abies) und Kiefer (Pinus) nach den Festtagen einfach im Müll. Doch das muss nicht sein: Verhelfen Sie Ihrem Weihnachtsbaum nach seinem treuen Dienst doch zu einem zweiten Leben. Tatsächlich kann fast jeder Weihnachtsbaum mit ein paar Tipps und Tricks recycelt und damit zugleich die Umwelt geschont werden. Haben Sie sich bereits für einen Weihnachtbaum mit Wurzeln im Topf entschieden, können Sie ihn einfach auspflanzen und er führt noch jahrelang ein glückliches Leben im Garten. Aber auch gefällte Bäume sind viel zu schade, um einfach entsorgt zu werden: Aus ihnen können noch zahlreiche nützliche Haushaltshelfer und Dekorationsgegenstände gemacht werden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihren Tannenbaum auch nach den Feiertagen sinnvoll verwenden können.

Weihnachtsbaum recyceln: Neue Verwendungsmöglichkeiten

Aus einem ausgedienten Weihnachtsbaum lässt sich so allerhand machen, auch wenn es auf dem ersten Blick gar nicht so scheint. Wir erklären Ihnen hier verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihren Weihnachtsbaum recyceln können.

1. Badezusatz mit Heilwirkung

Besonders im kalten Winter ist ein schönes Vollbad eine wahre Wohltat: Im heißen Wasser kann man einfach mal entspannen und gemütlich die Seele baumeln lassen. Außerdem kann so ein heißes Bad bei allerlei Beschwerden wie Erkältungen und Verspannungen helfen. Aber was hat das mit Ihrem Weihnachtsbaum zu tun? Ganz einfach: Die ätherischen Öle von Fichte, Tanne oder Kiefer wirken schleimlösend und entspannend und sind deswegen ein idealer Badezusatz. Kochen Sie etwa 100 g der Nadeln zehn Minuten lang in Wasser aus und gießen Sie den Sud durch ein Sieb in die volle Badewanne – fertig ist ein tolles Erkältungs- und Entspannungsbad.

Öl aus Tannennadeln auf einem Holztisch

Als Badezusatz wirken Fichte, Tanne und Kiefer wahre Wunder [Foto: Chamille White/ Shutterstock.com]

2. Fichten- und Kiefernadeln als Tee

Nicht nur als Badezusatz haben Fichten- und Kiefernadeln einen heilsamen Effekt – auch als Tee wirken die beiden Pflanzen wahre Wunder. Aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts und ihrer ätherischen Öle wirkt ein Tee aus ihren Nadeln hervorragend gegen Erkältungssymptome und Frühjahrsmüdigkeit. Schneiden Sie für eine Tasse Tee etwa einen Teelöffel voll Tannennadeln klein, geben Sie diese in die Tasse (wer keinen Bodensatz möchte, kann die Nadeln selbstverständlich vorher auch in ein Filterpapier oder Teesieb geben) und füllen die Tasse mit heißem Wasser auf. Nachdem der Tee etwa zehn Minuten gezogen hat, ist er auch schon bereit für den Verzehr.

Tee aus Tannennadeln auf einem Holztisch

Ein Tee aus Kiefern- oder Fichtennadeln hilft gegen Erkältungen und Frühjahrsmüdigkeit [Foto: Auhustsinovich/ Shutterstock.com]

3. Schneckenabwehr ohne Chemie

Nicht nur im Haus kann der alte Weihnachtsbaum noch nützlich sein, auch im Garten können Fichte, Tanne oder Kiefer ein zweites Leben beginnen. Deren Nadeln gelten beispielsweise als ein altes Hausmittel gegen Schnecken. Dafür heben Sie die Nadeln Ihres Weihnachtsbaumes einfach an einem trockenen Ort auf und streuen diese im Frühling um besonders schneckengefährdete Pflanzen. Da Schnecken nur sehr ungern über die piksenden Nadeln kriechen, werden sie lieber einen Bogen darum machen. So hilft der Tannenbaum in seinem zweiten Leben, den Garten ganz ohne Chemie schneckenfrei zu halten.

Schnecke auf Tannennadeln

Schnecken mögen die piksenden Nadeln nicht und halten sich von diesen fern [Foto: crazymonke9/ Shutterstock.com]

4. Turbo für den Kompost

Wer seinen Bioabfall selber kompostiert, kam bestimmt auch schon einmal in die Versuchung, seinen alten Weihnachtbaum dort zu entsorgen. Tatsächlich sind die Zweige des Nadelbaums auf dem Kompost ein wahrer Segen, denn sie sorgen für eine bessere Kompostierung. Der Grund: Während Küchenabfälle (welche im Winter den größten Teil des Komposts ausmachen) sehr matschig sind, sorgen die großen Zweige und Blätter des Weihnachtsbaumes für mehr Struktur und damit auch für eine bessere Durchlüftung. Hierdurch wird die Zersetzung beschleunigt und die alten Küchenabfälle können schneller kompostiert werden. Aber auch der Weihnachtsbaum profitiert letztlich von den Küchenabfällen – denn diese sorgen dafür, dass die trockenen Äste wieder befeuchtet werden und die zersetzenden Organismen schneller arbeiten können.

Kompost mit Mistgabel im Garten

Komposthaufen? Eine gute Idee für den Weihnachtsbaum [Foto: Jaromir Klein/ Shutterstock.com]

5. Frostschutz und Mulchen

Wie wäre es mit einem zweiten Leben als Held der Schwachen? Für den Weihnachtsbaum kann dieser Traum in Erfüllung gehen. Schließlich sind Tannenzweige seit jeher ein bekanntes Hausmittel, um empfindliche Pflanzen im Winter vor eisiger Kälte und frischem Wind zu schützen. Besonders früh austreibende Blumenzwiebeln und Stauden profitieren von einer solchen Hilfe: Legt man die Tannenzweige in mehreren Schichten flach aufs Beet, schirmen sie die empfindlichen Jungpflanzen zuverlässig gegen Frost ab. Vor Kälte schützt auch Mulch, den man aus den Zweigen des Weihnachtsbaumes herstellen kann. Dazu schreddern Sie einfach die Zweige auf etwa 4 cm Länge –wem dies per Hand zu anstrengend ist, kann sich in den meisten Baumärkten ein Häckselgerät ausleihen. Großzügig im Beet verteilt sorgt diese Mulchschicht aber nicht nur für Frostschutz, sondern sie versorgt den Boden auch mit neuen Nährstoffen, vermindert die Verdunstung von Feuchtigkeit und hält zudem noch Unkraut vom Wachsen ab – ein wahrer Alleskönner also.

Mulch Stücke Kiefer

Alte Weihnachtsbäume eignen sich super zum Mulchen [Foto: Maria Evseyeva/ Shutterstock.com]

6. Heimwerkermaterial

Sie sind leidenschaftlicher Bastler und Heimwerker? Dann haben Sie mit Ihrem Weihnachtsbaum das perfekte Ausgangsmaterial für neue Dekorationen oder sogar neue Möbel. Nadelbäume eignen sich besonders für Anfänger gut zum Basteln, da sie deutlich weicher als beispielsweise Eiche oder Buche sind und sich deshalb besser bearbeiten lassen. Aus dem alten Weihnachtsbaum lässt sich so unter anderem ein toller Kleiderständer bauen. Dabei dienen die Ast-Achsen als Haken, sodass man auf verschiedenen Ebenen Mäntel, Jacken und Taschen aufhängen kann. Werden der Stamm und die Äste zusätzlich noch geschält, abgeschmirgelt und beispielsweise weiß getüncht, wird aus dem alten Weihnachtsbaum ein stilvoll aussehendes Möbelstück. Aus den dickeren Ästen können Sie aber auch Holzknöpfe für selbstgemachte Kleidungsstücke herstellen. Sägen Sie dafür einfach ein paar Baumscheiben ab und entfernen Sie die Rinde. Mit Schmirgelpapier können Sie jetzt alles in die richtige Form bringen und anschließend mit Löchern versehen. Zum Schluss sollten Sie das Ganze nur noch mit Pflanzenöl einreiben und trocknen lassen. Schon sind die individuellen Holzknöpfe fertig.

Knöpfe aus Holz

Aus dem alten Tannebaum können schöne Knöpfe entstehen [Foto: Marie C Fields/ Shutterstock.com]

7. Wohlige Wärme aus dem Ofen

Die Besitzer eines Kamins oder eines Ofens haben es im Winter besonders schön: Mit wohliger Wärme, sanftem Knistern und einer gemütlichen Atmosphäre versüßt ein solcher auch die dunkle Jahreszeit. Natürlich eignet sich auch der ausgediente Weihnachtsbaum wunderbar als Brennmaterial – in ofengerechte Stücke zersägt, versorgt er den Kamin mit Nachschub für sein wärmendes Feuer. Achten Sie jedoch auf den Restfeuchtegehalt im Holz: Je nachdem, wie lange der Baum im Haus stand, kann es sein, dass er noch nachtrocknen muss. Der Restfeuchtegehalt im Holz sollte stets unter 20 Prozent liegen, da es sonst zu einer starken Rauchentwicklung kommt und der Kamin verrußt. Ist das Holz noch zu feucht, lagern Sie die geschnitten Stücke zunächst lieber noch einige Zeit an einem trockenen Ort.

Kamin mit Holz eines alten Weihnachtsbaumes

Im Kamin sorgt der Weihnachtsbaum für wohlige Wärme [Foto: Carol A Hudson/ Shutterstock.com]

Weihnachtsbaum auspflanzen

Wer seinen Weihnachtsbaum nach dem Fest nicht einfach wegwerfen will, kann sich schon beim Kauf für einen Weihnachtsbaum im Topf entscheiden. Mittlerweile bieten viele Verkäufer ihre Bäume auch mit Wurzelballen an, sodass man die Tanne, Fichte oder Kiefer nach dem Weihnachtsfest einfach wieder auspflanzen kann. Doch schon beim Kauf ist Vorsicht geboten: Viele Bäume werden erst kurz vor dem Verkauf gestochen und in den Topf gesetzt. Dadurch wird der Wurzelballen oftmals beschädigt und ein Anwachsen im Garten deutlich erschwert. Prüfen Sie deshalb vor dem Kauf die Festigkeit des Wurzelballens. Wenn dieser bröckelt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen ausgestochenen Baum, der im Garten nicht gut anwachsen wird. Auch von der berühmten Nordmanntanne sollten Sie Abstand nehmen. Da diese ausschließlich Pfahlwurzeln bildet, die tief in die Erde reichen, ist ein artgerechtes Wachsen im Kübel nicht möglich – der Baum wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit nach dem Auspflanzen eingehen.

Ist der Weihnachtsbaum erst einmal im Haus, sollte auch hier besonders auf die richtige Pflege geachtet werden, denn nur ein gesunder Baum lässt sich später auch gut auspflanzen. Wichtig ist vor allem die Wahl einer hochwertigen Blumenerde für die Pflanze: Auch wenn Nadelbäume in der Natur als recht anspruchslos gelten, kann eine gute Blumenerde die Chance auf ein erfolgreiches Auspflanzen deutlich erhöhen. Zum einen enthalten hochwertige Erden bereits (Depot-)Dünger, der den Weihnachtsbaum mit ausreichend Nährstoffen versorgt, sodass nicht zusätzlich gedüngt werden muss. Zum anderen ist die Bodenstruktur besser, sodass sich das Gießwasser gut speichern lässt. Am besten ist es für den Weihnachtsbaum, wenn er möglichst kurz im warmen Wohnzimmer steht. Außerdem sollten Sie auf eine gute Wasserversorgung Acht geben: Etwa alle zwei Tage muss gegossen werden, damit der Ballen nicht austrocknet. Das Besprühen der Nadeln mit Wasser hilft dabei, dass diese durch die trockene Heizungsluft nicht abfallen.

Tanne im Topf mit gesunden Wurzeln

Beim Kauf sollte auf eine gute Qualität der Wurzeln geachtet werden [Foto: AnastasiaPetropavlovskaya/ Shutterstock.com]

Hat der Baum das Weihnachtsfest gut überstanden, wird es Zeit, ihn auf sein zweites Leben vorzubereiten: Stellen Sie ihn zunächst an einen kühlen, aber frostfreien Ort, damit er sich langsam an die Klimabedingungen gewöhnen kann. Trotzdem sollte der Weihnachtsbaum weiter gegossen werden, wenn auch nicht ganz so häufig wie in der warmen Wohnung. Nach etwa 14 Tagen darf der er schließlich in den Garten umziehen – solange es die Witterung zulässt. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ist es ratsam, den Baum lieber noch etwas länger im Haus zu pflegen. Lockern Sie die Erde am gewünschten Standort ordentlich auf und mischen Sie Humus oder Kompost mit hinein, sodass das Bäumchen am Anfang mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird. Achten Sie beim Austopfen nun besonders darauf, die empfindlichen Wurzeln des Weihnachtsbaums nicht zu beschädigen. Eine dicke Mulchschicht kann die empfindlichen Wurzeln zusätzlich vor Kälte und Trockenheit schützen – so kann Ihr Weihnachtsbaum in Ruhe wachsen und gedeihen.

Weihnachtsbaum auspflanzen: Zusammenfassung

Ihr Weihnachtsbäumchen soll im Garten zu einem stattlichen Nadelbaum heranwachsen? Hier finden Sie noch einmal alle Schritte vom Kauf bis zum Auspflanzen zusammengefasst.

  1. Bereits beim Kauf auf Wurzelqualität und Sorte achten
  2. Weihnachtsbaum im Topf mit hochwertiger Blumenerde versorgen
  3. Möglichst kurz in der warmen Wohnung lassen
  4. In der Wohnung alle zwei Tage gießen und täglich Nadeln mit Wasser besprühen
  5. Vor dem Auspflanzen etwa 14 Tage lang in einem kühlen, aber frostfreien Raum akklimatisieren lassen
  6. Nur bei mildem Klima auspflanzen
  7. Boden gut durchlockern und mit Humus oder Kompost durchmischen
  8. Wurzeln beim Austopfen nicht beschädigen
  9. Mulchschicht als Schutz gegen Kälte und Trockenheit verteilen

Weihnachtsbaum richtig entsorgen

Wer keine Zeit oder Lust hat, seinen Weihnachtsbaum zu recyceln, muss trotzdem kein schlechtes Gewissen haben: Es gibt mittlerweile viele gute Angebote und Möglichkeiten, bei denen man seinen Weihnachtsbaum zwar einfach entsorgen kann, ihm aber dennoch ein zweites Leben ermöglicht. Wildtiergehege, Zoos, Förster oder Reitanlagen nehmen die alten Weihnachtsbäume oft dankend entgegen. Hier werden die Bäume zur Fütterung und Beschäftigung der Tiere genutzt und erfüllen damit noch einen guten Zweck.

Affe und alter Weihnachtsbaum im Zoo

Viele Zoos nehmen die alten Weihnachtsbäume gern für ihre Tiere an [Foto: Igor Kovalchuk/ Shutterstock.com]

Sie sollten jedoch darauf achten, dass der Baum vollständig abgeschmückt ist und nicht chemisch behandelt wurde. Manche Organisationen wie die Landjugend oder Pfadfindergruppen holen die Bäume sogar gegen eine kleine Spende direkt vor der Haustür ab. Während das Geld in verschiedene Hilfsprojekte fließt, werden die Bäume für das nächste Osterfeuer aufbewahrt und spenden dort Wärme und Behaglichkeit.

Wer weder einen Tierpark in der Nähe hat noch eine Organisation, welche die Bäume annimmt, sollte seinen alten Weihnachtsbaum am besten bei einem Recyclinghof oder einer Annahmestelle für Grünschnitt abgeben. Hier werden die Tannenbäume meist gehäckselt und kompostiert. Auf gar keinen Fall sollten Sie aber Ihren Weihnachtsbaum im nächsten Wald entsorgen: Nicht nur zersetzen sich die Bäume extrem langsam, es droht zudem noch ein saftiges Bußgeld von bis zu 100 Euro pro Baum.

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Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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