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Welche Pflanzen mögen Bienen nicht?

Oft ist die Rede von bienenfreundlichen Pflanzen, aber welche Pflanzen mögen Bienen denn nicht? Folgende Pflanzen kommen bei den Brummern nicht gut an.

Biene fliegt vor gefüllter Christrosen-lüte
Nicht alle Pflanzen sind für Bienen geeignet [Foto: StGrafix/ Shutterstock.com]

Bienen sind für unseren Lebensraum von besonderer Bedeutung, denn sie gehören zu den wichtigsten Bestäubern für viele Pflanzenarten. Leider nimmt die Zahl der Bienen aus vielfältigen Gründen, beispielsweise einer steigenden Anzahl von Monokulturen und dem Einsatz giftiger Insektizide, immer weiter ab. Um diesem Trend entgegenzuwirken, entscheiden sich immer mehr Hobbygärtner dazu, den Bienen in ihrem eigenen Garten unter die Arme zu greifen. Doch wussten Sie, dass nicht jede Pflanze bienenfreundlich ist oder dass es gar Pflanzen gibt, die Bienen schaden können? Welche Pflanzen sich als bienenunfreundlich erwiesen haben und damit keine Bereicherung für einen bienenfreundlichen Garten darstellen, erfahren Sie hier.

Pflanzen, die Bienen nicht mögen

Der Irrglaube, dass alle Pflanzen automatisch bienenfreundlich sind, ist leider weit verbreitet. Tatsächlich gibt es aber zahlreiche bienenunfreundliche Pflanzen, mit denen man den fleißigen Insekten keine Freude macht. Die Gründe, warum Pflanzen sich für Bienen nicht eignen, sind vielfältig: Manche Pflanzen produzieren weder Pollen noch Nektar, bei anderen ist das Nahrungsangebot durch gefüllte Blüten stark eingeschränkt. Wir haben für Sie zehn Pflanzen zusammengetragen, die von Bienen überhaupt nicht gemocht werden.

10. Garten-Chrysanthemen

Wie kaum eine andere Pflanze sorgt die Chrysantheme (Chrysanthemum) im Herbst für strahlende Farbakzente. Besonders die tollen Blüten, die von strahlendem Weiß über warmes Orange bis zu intensivem Violett erstrahlen, verdrehen vielen Gärtnern den Kopf. Für Bienen sind allerdings nicht alle Chrysanthemen-Arten geeignet: Besonders die hochgezüchteten Garten-Chrysanthemen haben oft gefüllte Blüten, was dazu führt, dass sie als Bienenweiden ungeeignet sind. Greift man als Gärtner dagegen auf Chrysanthemen mit einfachen, ungefüllten Blüten wie die Herbst-Chrysantheme ‘Hebe’ (Chrysanthemum indicum ‘Hebe’) zurück, kann man der Biene eine richtige Freude machen – durch ihre Blütezeit von Oktober bis November dient die Pflanze als wichtige Nahrungsquelle im Herbst, wenn die meisten anderen Pflanzen schon verblüht sind.

Bunte Chrysanthemen im Beet
Gefüllte Chrysanthemen sind Bienen ein Graus [Foto: Slastick_Anastasia Dudnyk/ Shutterstock.com]

9. Zuchtrosen

Für viele Gärtner ist ein Garten ohne Rosen (Rosa) kaum vorstellbar, schließlich veredeln die majestätischen Blumen jedes Beet. Nur Bienen können der eleganten Schönheit nichts abgewinnen: Die meisten Rosen sind so gezüchtet, dass sie durch ihre gefüllten Blüten keine oder nur sehr wenig Nahrung für Nützlinge bieten. Glücklicherweise gibt es auch Rosen, die bienenfreundlich und schön sind. Besonders ungefüllte Sorten wie die Zwergrose ‘Bienenweide Rot®’ oder die Strauchrose ‘Global Water®’ sind perfekt für die Brummer geeignet. Besonders beliebt bei Bienen sind aber Wildrosen: Apfelrose (Rosa villosa), Weinrose (Rosa rubiginosa) und Kriechrose (Rosa arvensis) beeindrucken mit ihrem Blütenreichtum Mensch und Tier und sind eine romantische Zier für jeden Garten.

Biene auf Weinrose mit einfachen Blüten
Bienen lieben die Weinrose – gefüllte Rosen mögen sie hingegen gar nicht [Foto: Maxal Tamor/ Shutterstock.com]

8. Tulpen

Was wäre ein Frühling ohne den Exportschlager aus den Niederlanden? Für viele Gärtner gehören Tulpen (Tulipa cultivars) zu den schönsten Frühjahrsblühern im Beet. Besonders die farbefrohen Sorten, die im Beet einen leuchtenden Blickfang bilden, machen die Tulpe zu einem beliebten Gast im Garten. Für Nützlinge sind Tulpen allerdings ein zweischneidiges Schwert: Während Wildtulpen wie die Weinberg-Tulpe (Tulipa sylvestris) gerne von vielerlei Nützlingen angeflogen werden, ist der Trachtwert von Gartentulpen oft sehr gering, sodass die Blume damit für Bienen unattraktiv ist.

Weinberg-Tulpe mit gelben Blüten
Die Weinberg-Tulpe ist eine der wenigen Arten, die von Bienen angeflogen werden [Foto: Oxik/ Shutterstock.com]

7. Gefüllte Dahlien

Ob im Garten oder auf dem Balkon – Dahlien (Dahlia) gehören zu den Klassikern im Blumenbeet und sind aus der Gartengestaltung kaum wegzudenken. Besonders die Vielzahl an teils spektakulären Blütenformen und -farben haben der Pflanze zu dem Kultstatus geholfen, den sie heute inne hat. Doch genau diese opulenten Blüten machen der Biene das Leben schwer: Nicht nur sind oft die Staubblätter, die für die Pollenproduktion zuständig sind, verkümmert, sondern auch der Weg zum Nektar durch die zahlreichen Blütenblätter versperrt. Hier finden Bienen keine Nahrung. Wer nicht auf Dahlien verzichten will, kann zu ungefüllten Sorten wie den Orchideen-Dahlien und den Bishop-Dahlien greifen, denn diese werden von Bienen gerne angeflogen.

Gefüllte Dahlien in Pfirsichfarben
Gefüllte Dahlien sind bei Bienen nicht sehr beliebt [Foto: billysfam/ Shutterstock.com]

6. Stiefmütterchen

Das Stiefmütterchen (Viola wittrockiana) ist ein altbekannter Klassiker unter den Balkonpflanzen, wird aber auch überaus gerne in Beeten oder als Grabschmuck verwendet. Hierbei besticht die Pflanze besonders durch ihr enormes Farbspektrum: Beinahe alle Schattierungen des Regenbogens, sowie verschiedene Blütenzeichnungen sind bei den Stiefmütterchen zu finden. Bienen erfreuen sich dagegen nicht an den bunten Blumen – durch die lange Zucht auf eine möglichst schöne Blüte sind die Nektarien des Stiefmütterchens oft verkümmert, sodass sie kaum oder keine Nahrung für Nützlinge bieten. Beim nahe verwandten Hornveilchen (Viola cornuta) tritt dieses Problem glücklicherweise nicht auf, wodurch es eine tolle Alternative zum bienenunfreundlichem Stiefmütterchen darstellt.

Bunte Stiefmütterchen in Lila und Gelb
Stiefmütterchen sind für Bienen nicht ideal [Foto: Anjo Kan/ Shutterstock.com]

5. Geranien

Sie ist ein Dauerbrenner auf der Terrasse oder dem Balkon – die Geranie (Pelargonium) ist ein echter Klassiker, wenn es um die Sommerbepflanzung von Blumenkästen und Töpfen geht. Mit ihrer strahlenden Farbkraft und ihren toll gefüllten Blüten ist die Geranie ein echter Hingucker und verwandelt jeden Balkon in eine Wohlfühloase. Doch was uns Menschen gefällt, ist den Nützlingen ein Graus: Die gefüllten Blüten der Geranie sorgen dafür, dass die Pflanzen kaum noch Pollen produzieren und der Nektar für die Insekten unerreichbar hinter einer Wand aus Blütenblätter schlummert. Somit sind die Pflanzen nutzlos für die Biene. Wer auf bienenfreundlichere Balkonpflanzen setzen möchte, sollte stattdessen ein Auge auf Glockenblumen (Campanula) oder Lavendel (Lavandula angustifolia) werfen – diese Pflanzen sind nicht nur schön anzusehen, sondern bieten Bienen auch genug Nahrung.

Geranien im Kasten auf Fensterbrett
Die Geranie ist als Balkonpflanze beliebt – leider ist sie nicht bienenfreundlich [Foto: Tunatura/ Shutterstock.com]

4. Lebensbaum

Sie ist eine der beliebtesten Heckenpflanzen überhaupt und wird gerne als immergrüner Sichtschutz eingesetzt – der Lebensbaum (Thuja occidentalis) ist mit seinen glatten, leicht glänzenden Nadeln ein beliebter Gast in vielen Gärten. Besonders ihre extrem frostharte und pflegeleichte Art sorgen dafür, dass die Heckenpflanze gerne gepflanzt wird. Für Bienen ist der Lebensbaum allerdings kein Lebensretter – wie alle Nadelbäume setzt auch die Thuja auf Windbestäubung, weshalb sie weder Nektar noch Pollen für die kleinen Tiere bereitstellt. Doch eine Hecke muss nicht immer bienenunfreundlich sein: Bienenfreundliche Heckenalternativen, die auch optisch etwas hermachen, wären zum Beispiel Liguster (Ligustrum), Schneebeere (Symphoricarpos) oder auch die Deutzie (Deutzia).

Thujabäume im Beet
Der Lebensbaum macht Bienen keine Freude [Foto: topseller/ Shutterstock.com]

3. Waldbäume

Leider sind nicht nur Nadelbäume bienenunfreundlich – auch zahlreiche Waldbäume sind für die kleinen Insekten wertlos. Besonders Eichen (Quercus), Birken (Betula) oder Buchen (Fagus) setzen auf die Windbestäubung und haben damit keinerlei Trachtwert für Bienen. Nur das seltene Honigtauangebot, das beim Befall der Bäume mit Blattläusen auftritt, sorgt dafür, dass man ab und an Bienen an den Waldbäumen findet. Auch Espen (Populus tremula) und Erlen (Alnus) sind keine gute Bienenweide, denn sie spenden zwar eine kleine Menge an Pollen, jedoch keinerlei Nektar. Um einen bienenfreundlichen Garten anzulegen, sollte man deshalb am besten auf Obstbäume zurückgreifen: Diese liefern Bienen nicht nur ein sehr gutes Nahrungsangebot, sondern belohnen ihren Gärtner auch mit leckeren Früchten. Auch Laubbäume wie der Bienenbaum (Tetradium daniellii), die Edelkastanie (Castanea sativa) oder verschiedene Weidenarten (Salix) eignen sich hervorragend für eine bienenfreundliche Bepflanzung.

Obstbäume auf Wiese
Obstbäume sind praktisch und bienenfreundlich [Foto: Creative Travel Projects/ Shutterstock.com]

2. Flieder

Mit seinen zahlreichen, blauvioletten Blüten zählt der Flieder (Syringa vulgaris) wohl zu den schönsten Ziergehölzen, die man im Garten finden kann. Neben ihrem prächtigen, fast opulenten Blütenschmuck begeistert die Pflanze vor allem mit ihrem wunderbar süßen Duft, der durch den ganzen Garten weht. Doch trotz der Vielzahl von Blüten handelt es sich bei dem Flieder tatsächlich nicht um eine bienenfreundliche Art: Ein Problem der Pflanze ist, dass viele hochgezüchtete Edelsorten nur noch wenig Nektar produzieren und sich deshalb nicht als Futterpflanze eignen. Doch auch wilde Fliedersorten werden von Bienen gemieden. Grund dafür sind giftige Inhaltsstoffe der Pflanze, die unter anderem den Nektar extrem bitter schmecken lassen – das macht die Pflanze extrem uninteressant. Doch keine Sorge – der Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) und der Schwarze Holunder (Sambucus nigra), die beide ebenfalls als Flieder bezeichnet werden, sind im Gegensatz zum Gewöhnlichen Flieder eine sehr gute Bienenweide.

Bunter Flieder in Weiß und LIla
Der Nektar von Flieder schmeckt bitter [Foto: Shulevskyy Volodymyr/ Shutterstock.com]

1. Forsythie

Was für eine Blütenpracht – wenn die Forsythie (Forsythia x intermedia) im März ihre zahlreichen, goldgelben Blüten zeigt, verwandelt sie sich zu einem wahren Hingucker im Garten. Der leuchtende Blickfang, der auch unter dem Namen Goldglöckchen bekannt ist, ist aber auch wegen seiner Frostfestigkeit und seines kompakten Wuchses sehr beliebt. Doch wer glaubt, dass ein solches Blütenmeer bienenfreundlich ist, liegt falsch. Tatsächlich handelt es sich bei der Forsythie um eine Mogelpackung: Die Blüten sehen zwar wunderschön aus, sind allerdings trocken, dass heißt sie produzieren weder Nektar noch Pollen. Für Bienen ist die Pflanze damit vollkommen wertlos, denn sie bietet ihnen keinerlei Nahrung. Eine gute Alternative zur Forsythie ist die Kornelkirsche (Cornus mas), denn auch diese blüht zur selben Zeit wunderbar gelb und ist zusätzlich eine gute Bienenweide. Wer nicht auf die Forsythie verzichten möchte, kann auf die Sorte ‘Beatrix Farrand’ zurückgreifen – diese gehört zu den wenigen Forsythien-Arten, die Pollen produzieren.

Forsythiemit gelben Blüten
Zwar blüht die Forsythie reichlich, produziert aber weder Nektar noch Pollen [Foto: Ihor Hvozdetskyi/ Shutterstock.com]

Natürlich gibt es neben den bienenunfreundlichen Pflanzen auch zahlreiche Arten, die besonders gut für Bienen geeignet sind. Welche Pflanzen von den gestreiften Nützlingen besonders gemocht werden, erfahren Sie hier.

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