logo

Wie überwintern Schmetterlinge?

Im Sommer sieht man Schmetterlinge überall, doch wie überwintern Schmetterlinge eigentlich? Wir klären auf, was Schmetterlinge im Winter machen.

Schmetterlinge im Winter
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie Schmetterlinge überwintern? [Foto: Natalya Rozhkova/ Shutterstock.com]

Der Winter ist für alle Gartentiere eine besonders anstrengende und widrige Jahreszeit. Während viele Vögel über den Winter in den Süden fliegen, Eichhörnchen eine Winterruhe einlegen und Igel die kalte Jahreszeit sogar verschlafen, verschwindet der Schmetterling im Winter scheinbar spurlos. Viele fragen sich daher, ob und wie Schmetterlinge überwintern. Tatsächlich haben die zahlreichen heimischen Schmetterlingsarten ganz verschiedenen Techniken entwickelt, um diese Jahreszeit zu überstehen. Welche dies sind und wie man den Schmetterling beim Überwintern helfen kann, erfahren Sie in unserem Artikel.

Machen Schmetterlinge Winterschlaf?

Wechselwarme Tiere, zu denen neben Reptilien ebenso die Insekten gehören, halten im Winter oft eine Art Winterschlaf, der auch als Winterstarre bekannt ist. Doch halten auch Schmetterlinge Winterschlaf? Das kommt jeweils auf die Art an: Viele Schmetterlinge überwintern als Raupe, Puppe oder Ei, da sie in diesem Stadium oft deutlich robuster sind. Bei diesen Arten sterben die Schmetterlinge im Winter, wenn ihre kurze Lebenspanne als ausgewachsenes Tier nicht schon vorher geendet hat. Es kommt jedoch auch vor, dass Schmetterlinge in die Winterstarre fallen. Bei einigen Schmetterlingsarten überwintern auch die adulten Tiere. Hier überleben die Schmetterlinge den Winter, indem sie geschützte Ort aufsuchen und dort bis zum Frühling ausharren.

Tipp – Raupen im Winter: Viele Schmetterlingsarten überwintern nicht etwa als adultes Tier, sondern vielmehr im Raupenstadium. Wie die Raupen überwintern, hängt dabei ebenfalls von der Art ab: Viele Raupen überwintern geschützt im Erdreich oder unter der Borke von Bäumen. Andere Raupen sind im Winter der Witterung beinahe schutzlos ausgeliefert – der Kleine Schillerfalter (Apatura ilia) harrt beispielsweise den gesamten Winter an seiner Futterpflanze aus. Die Raupen des Großen Eisvogels (Limenitis populi) haben eine ganz besondere Art entwickelt, um sich vor der Witterung zu schützen: Sie spinnen sich ein Winterlager, das sogenannte Hibernarium, in welchem sie als Raupe im Winter vor Wind und Witterung geschützt werden.

Raupen im Winter
Viele Schmetterlinge harren als Raupe im Winter aus [Foto: Belozorova Elena/ Shutterstock.com]

Wo überwintern Schmetterlinge?

Wenn man im Winter durch den Garten geht, ist der Anblick eines Schmetterlings eine mehr als seltene Erscheinung. Da kommt schnell die Frage auf: Wo sind die Schmetterlinge im Winter? Grundsätzlich suchen sich die meisten Schmetterlinge im Winter einen geschützten Platz. Natürlicherweise sind das häufig Baumhöhlen, Zwischenräume in Steinen oder Lücken in immergrünen Pflanzen.

Häufig findet man aber auch Schmetterlinge beim Überwintern in der Wohnung. Insbesondere ungeheizte Räume sind für das Schmetterlinge-Überwintern im Haus prädestiniert, da die Temperaturen nicht unter den Minuspunkt fallen, gleichzeitig aber gering genug für die Winterstarre sind.

Einzige Ausnahme ist der Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni): Oftmals trifft man diesen Schmetterling im Winterschlaf an scheinbar völlig ungeschützten Orten an. Tatsächlich ist der kleine Falter nicht auf ein frostgeschütztes Witterungsquartier angewiesen, da er einen eingebauten Frostschutz hat. Durch die gezielte Abgabe von Wasser kann der Zitronenfalter im Winter seinen Gefrierpunkt nach unten setzen – so übersteht er auch Temperaturen von bis zu -20 °C problemlos.

Zitronenfalter im Winter
Der Zitronenfalter übersteht auch tiefe Temperaturen problemlos [Foto: George Shpikalov/ Shutterstock.com]

Übrigens: Die Überwinterung der Schmetterlinge findet nicht nur in Deutschland statt. Einige Schmetterlingsarten flattern wie Vögel im Herbst einfach Richtung Süden und überbrücken dort die kälteren Monate. Die Überwinterung des Distelfalters findet beispielsweise nicht im kalten Deutschland, sondern vielmehr im warmen Südeuropa oder sogar in Afrika statt.

Welche Schmetterlinge überstehen den Winter?

Die Anzahl der Schmetterlinge, die bei uns den Winter als ausgewachsener Falter überstehen, ist tatsächlich geringer, als man denkt: Nur sieben von beinahe 200 Tagfalterarten überleben den Winter als Schmetterling. Alle anderen Arten überwintern als Raupe, Puppe oder Ei oder fliegen im Winter in wärmere Gebiete. Am häufigsten ist der Zitronenfalter im Winter anzutreffen. Durch ihr ausgeklügeltes Frostschutzsystem ist kein geschützter Platz nötig, damit die Zitronenfalter überwintern können – zur Freude vieler Gärtner, welche die Tiere im verschneiten Garten entdecken können. Auch Tagpfauenaugen (Aglais io) überwintern in Deutschland – allerdings suchen die Pfauenaugen im Winter am liebsten einen geschützten Platz auf. Auch sucht der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) für die Überwinterung einen geschützten, frostfreien Platz. Großer und Kleiner Fuchs (Nymphalis polychloros und Aglais urticae), der Admiral (Vanessa atalanta), der Trauermantel (Nymphalis antiopa) und der C-Falter (Polygonia c-album) zählen ebenfalls zu den Schmetterlingen, die als Falter überwintern.

Pfauenauge im Winter
Das Tagpfauenauge überwintert bei uns [Foto: Vilant/ Shutterstock.com]

Welche Schmetterlinge überwintern bei uns als ausgewachsener Falter?

  • Zitronenfalter
  • Tagpfauenauge
  • Großer Fuchs
  • Kleiner Fuchs
  • Admiral
  • Trauermantel
  • C-Falter

Wie kann ich Schmetterlingen im Winter helfen?

Gartentiere im Winter sind beinahe immer auf menschliche Hilfe angewiesen – auch Schmetterlinge sind hier keine Ausnahme. Insbesondere geschützte Stellen für die Winterstarre sind leider rar geworden. Wer den Schmetterlingen beim Überwintern helfen möchte, sollte daher in erster Linie darauf achten, Unterschlupfmöglichkeiten bereitzustellen: Dichte Kletterpflanzen, Stein- und Reisighaufen sowie Totholz und Baumhöhlen sind ideal für die Überwinterung der Schmetterlinge. Sorgen Sie daher am besten für einen abwechslungsreichen Garten mit vielen wilden Ecken, in denen es genug Unterschlüpfe für die kleinen Falter gibt. Alternativ kann auch ein Insektenhotel oder ein Schmetterlingshaus im Garten als Witterungsschutz für die Falter dienen. Zudem können Sie unbeheizte Gartenhütten oder Geräteschuppen Schmetterlingen zum Winterschlaf anbieten, indem Sie ein Fenster einen Spaltbreit offenlassen.

Schmetterlingsfreundliche Pflanzen sind für Schmetterlinge beim Überwintern aber ebenso wichtig wie ein passender Unterschlupf. Sie versorgen die Schmetterlinge nach Ende der Winterstarre nicht nur mit dringend benötigten Nährstoffen, sie dienen vielen Raupen im Winter auch als Überwinterungsmöglichkeit. Pflanzen Sie daher bereits im Frühjahr oder Sommer eine möglichst vielfältige, schmetterlingsfreundliche Saatgutmischung wie den Plantura Schmetterlingstreff aus und lassen Sie die Pflanzen auch im Winter unbedingt stehen: Auf ihnen können nämlich Raupen überwintern.

Plantura Schmetterlingstreff
Plantura Schmetterlingstreff
Ein- & mehrjährige Arten für Schmetter-
linge & deren Raupen, pflegeleichter
Blütentraum in Beet, Topf & Balkonkasten

Wie kann ich Schmetterlingen beim Überwintern helfen?

  • Garten möglichst naturnah belassen
  • Schmetterlingshaus oder Insektenhotel aufstellen
  • Fenster vom Gartenhaus und Geräteschuppen einen Spalt breit offen lassen
  • Schmetterlingsfreundliche Pflanzen aussäen
  • Mähen von schmetterlingsfreundlichen Pflanzen im Winter vermeiden

Häufig kommt es vor, dass man einen Schmetterling im Winter gefunden hat. Insbesondere wenn Schmetterlinge zum Überwintern die Wohnung wählen, treffen sich Tier und Mensch häufig zwangsläufig. Wo der Schmetterling überwintern möchte, ist hierbei entscheidend für das weitere Vorgehen.
Hat sich das Tier einen unbeheizten Raum mit Temperaturen unter 12 °C, beispielsweise den Dachstuhl oder die Garage, ausgesucht, können Sie ruhig die Schmetterlinge im Winter im Haus behalten.
Sollte der Falter allerdings einen Raum gewählt haben, der beheizt werden soll, ist der Schmetterling beim Überwintern auf Hilfe angewiesen: Die warmen Temperaturen wecken die Lebensgeister des Schmetterlings und reißen ihn aus seiner Winterstarre – im schlimmsten Fall geht der Schmetterling dann bereits nach kurzer Zeit ein, da er zu viel Energie verbraucht.

Schmetterling überwintert im Haus
Schmetterlinge brauchen im Haus manchmal Hilfe beim Überwintern [Foto: Anastasia Myasnikova/ Shutterstock.com]

Um dem Schmetterling beim Überwintern zu helfen, fangen Sie das Tier vorsichtig in einer Pappschachtel und setzen Sie es an einem geeigneteren Ort wieder aus. Achten Sie dabei darauf, dass das Tier im Frühling eine Möglichkeit hat, aus seinem Winterquartier zu entkommen – ein geöffnetes Fenster ist beispielsweise ein geeigneter Fluchtweg. Finden Sie einen Schmetterling im Winter draußen, sollten Sie diesen bestenfalls an seinem Platz belassen, um seine Winterstarre nicht zu stören. Auf gar keinen Fall dürfen Sie den Schmetterling in das warme Haus bringen – diese gut gemeinte Hilfe ist leider häufig ein Todesurteil für die bunten Insekten.

Was mache ich, wenn ich einen Schmetterling im Winter gefunden habe?

  • Fundort im Freien: Schmetterling nach Möglichkeit an Fundstelle belassen, niemals ins Haus tragen.
  • Fundort in unbeheiztem Raum (< 12 °C): Schmetterling an Fundstelle belassen.
  • Fundort in beheiztem Raum (< 12 °C): Schmetterling vorsichtig mit einer Pappschachtel einfangen und behutsam an einen kühleren Ort transportieren, am neuen Standort auf Fluchtwege für den Frühling achten.

Nicht nur Schmetterlinge benötigen im Winter Hilfe, auch andere Tiere sind bei Anbruch der kalten Jahreszeit auf Menschen angewiesen. Wie man beispielsweise Igel unterstützen kann, erfahren Sie in unserem Artikel Igel im Herbst unterstützen.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.