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Wintergemüse: 5 Tipps rund um den Gemüseanbau im Winter

Im Winter wächst kein Gemüse? Falsch gedacht – wir zeigen Ihnen, wie Sie auch im Winter frisches Gemüse aus Ihren Beeten bekommen.

Nahaufnahme von Frost auf Kohl

Viele Gemüsesorten lassen sich auch im Winter problemlos kultivieren [Foto: Iuliia Karnaushenko/ Shutterstock.com]

Im Winter stehen viele Gemüsebeete, die noch im Sommer liebevoll umsorgt wurden, verlassen da. Der Grund: Viele Gärtner glauben, dass man im Winter kein Gemüse anbauen kann. Dabei lassen sich in Wirklichkeit viele Gemüsesorten auch im Winter problemlos kultivieren. Vor allem die richtige Wahl der Sorten, aber auch ein paar einfache Tipps und Tricks sorgen im Winter für leckeren Nachschub vom gesunden Gemüse. Hier erfahren Sie, was Sie beim Anbau im Winter beachten müssen.

1. Tipp für Wintergemüse: Die richtigen Sorten

Natürlich eignet sich nicht jedes Gemüse für den Anbau im Winter – vor allem sonnenliebende Arten wie Tomaten oder Zucchini sind im Winter ohne beheiztes Gewächshaus und aufwendige Lichtanlagen kaum heranzuziehen. Zum Glück gibt es aber auch eine ganze Reihe von Pflanzen, die frosthart sind und somit den Winter im Garten überstehen. Dabei unterscheidet man grob in drei Kategorien: Schnell, mittel und langsam wachsende Sorten. Schnelle Gemüsesorten brauchen in der Regel etwa 40 Tage, bis sie bereit für die Ernte sind. Darunter fallen viele Salate wie Rucola, Feldsalat, Endivien oder Chicoree, aber auch Spinat und Pak Choi können dann bereits geerntet werden. Zu den mittel wachsenden Sorten gehören Radieschen, verschiedene Rüben und Grünkohl, Kohlrabi, Mangold und Lauch. Diese brauchen im Durchschnitt 55 bis 70 Tage bis zur Reife. Am langsamsten sind dagegen Rote Beete, Rosenkohl, Karotten, Zwiebeln und Pastinaken, denn bei ihnen geht man von 100 Tagen zwischen Einsaat und Ernte aus.

bunter Gemüsemix in Holzkiste

Nicht jedes Gemüse eignet sich für den Anbau im Winter [Foto: yonibunga/ Shutterstock.com]

2. Tipp für Wintergemüse: Der richtige Termin zur Einsaat

Der richtige Termin zur Einsaat ist vor allem von dem Datum des ersten Frostes abhängig. Dieser kann je nach Region stark variieren – so wird der erste Frost im Süden Deutschlands Mitte bis Ende September erwartet, während im Norden Deutschlands Fröste oft erst Anfang bis Mitte Oktober auftreten. Hobbygärtner können die Frostwahrscheinlichkeit in ihrer Region dabei gut beim Deutschen Wetterdienst nachlesen, um sich auf den Winter vorzubereiten. Schnell wachsende Gemüse sollten mindestens eineinhalb Monate, mittel schnell wachsende zweieinhalb Monate und langsam wachsende sogar dreieinhalb Monate vor dem ersten Frost eingesät werden. Nur so werden sie rechtzeitig groß genug, um die ersten Fröste zu überstehen.

Samen werden per Hand in Erde eingepflanzt

Der richtige Termin zur Einsaat ist von dem Datum des ersten Frostes abhängig [Foto: lovelyday12/ Shutterstock.com]

3. Tipp für Wintergemüse: Fruchtfolge beachten

Viele Wintergemüse werden erst eingesät, wenn das Sommergemüse schon in den Topf kommt. Deshalb ist es besonders wichtig, dass man verstärkt auf die Fruchtfolge in den eigenen Beeten achtet. So sollten zum Beispiel keine botanischen Verwandten direkt hintereinander in dasselbe Beet einziehen – im schlimmsten Fall können so Krankheiten von den vorherigen Pflanzen auf ihre noch gesunden Nachfolger übergehen und sich verbreiten. Aber auch den Nährstoffbedarf der Pflanze müssen Sie berücksichtigen: Wird nach einem Starkzehrer wieder ein Starkzehrer eingesät, hat die zweite Pflanze meist nicht nur zu wenig Nährstoffe und wächst schwächlich, sondern auch der Boden leidet und laugt aus. Daher will die Fruchtfolge im Gemüsebeet gut geplant sein.

Mann pflanzt Salat in Beet

Es ist sehr wichtig, verstärkt auf die Fruchtfolge in den eigenen Beeten zu achten [Foto: Rawpixel.com/ Shutterstock.com]

4. Tipp für Wintergemüse: Saison verlängern mit Mulchen, Hochbeet und Co.

Sobald die Temperaturen sinken, fangen viele Pflanzen an, deutlich langsamer zu wachsen oder beenden ihr Wachstum sogar ganz. Damit die Pflanzen trotzdem möglichst groß werden, kann man die Gartensaison mit ein paar Tricks etwas verlängern. Mulcht man das Beet etwa mit Stroh, Blättern oder Kiefernnadeln, bleiben die Wurzeln der Pflanzen länger warm und das Wachstum kann so ausgedehnt werden. Noch besser ist ein Hochbeet im Winter: Durch die Verrottungsprozesse im Inneren gibt das Beet Wärme ab und funktioniert somit wie eine natürliche Heizung. Zusätzlich kann man noch einem Frühbeetaufsatz auf dem Hochbeet installieren – so bleibt die Wärme in Beet und die Pflanzen können deutlich länger wachsen. Nur das regelmäßige Lüften an sonnigen Tagen sollte nicht vergessen werden. Auch das Gewächshaus muss im Winter nicht ungenutzt bleiben – viele Salate, aber auch Spinat wachsen im Schutz des Gewächshauses besser, schließlich kommt es hier an sonnigen Tagen zum Treibhauseffekt und die Luft im Gewächshaus wird deutlich wärmer als draußen.

Gewächshaus im Winter mit Schnee im Garten

Das Gewächshaus muss im Winter nicht ungenutzt bleiben [Foto: Ligak/ Shutterstock.com]

5. Tipp für Wintergemüse: Die Ernte

Viele Wintergemüse kann man beinahe den ganzen Winter über ernten. Grünkohl, Spinat und Co. vertragen nämlich auch Kälte und Frost. Auch viele Wintersalate vertragen den Frost und können sogar komplett einfrieren und wieder auftauen, ohne großen Schaden zu nehmen. Tatsächlich behaupten viele sogar, dass besonders Kohlsorten nach dem ersten Frost milder und besser schmecken – Warten lohnt sich also. Jedoch sollte man bei der Ernte eines beachten: Keine der Gemüsesorten sollte bei Frost geerntet werden. Ansonsten kann das Gemüse Schaden nehmen und wird nach dem Auftauen matschig und unansehnlich. Warten Sie lieber sonnige, frostfreie Tage ab, um das frische Gemüse zu genießen.

Frost auf Grünkohl

Kohlsorten vertragen Kälte und Frost [Foto: CLICKMANIS/ Shutterstock.com]

 

Frederike

Ich bin Studentin der Agrarwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Zuhause habe ich einen kleinen Gemüsegarten, den ich hege und pflege, und verbringe die Zeit am liebsten draußen. Wenn ich nicht gerade im Freien bin, schreibe ich leidenschaftlich gerne. Meine Liebe gilt aber nicht nur Pflanzen und dem Schreiben, sondern auch ganz besonders der Tierwelt.

Lieblingsobst: Johannis- und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzwurzeln, Wirsing und Kartoffeln.

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