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Pestizide im Garten: Nachteile, Auswirkungen & Alternativen

Regina
Regina
Regina
Regina

Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Der Kauf und die Nutzung von Pflanzenschutzmitteln erscheinen Vielen als saubere, schnelle Lösung für Schädlinge oder Krankheiten. Welche Auswirkungen Pestizide im Garten haben und welche Alternativen es gibt, erfahren Sie bei uns.

Tote Bienen auf Tischplatte
Bienen können bestimmte Pestizide aufnehmen und daran sterben [Foto: Perutskyi Petro/ Shutterstock.com]

Pestizide schließen alle Stoffe ein, die zum Schutz von Pflanzen und zur Tötung von Schadorganismen eingesetzt werden. Sie wirken als Insektizid und Akarizid gegen Insekten und Milben, als Fungizid gegen Pilzkrankheiten und als Herbizid gegen Unkräuter.

Nicht nur die Agrarwirtschaft, sondern auch Privatpersonen und Gemeinden greifen auf die chemischen Stoffe zurück. Der Einsatz im Hausgarten sollte jedoch unbedingt gut durchdacht sein, denn es gibt oft Alternativen und präventive Maßnahmen zu den häufig gesundheits- oder umweltgefährdenden Pflanzenschutzmitteln.

Abgabe von Pflanzenschutzmitteln

Landwirte und Gärtner müssen vor dem Kauf und der Ausbringung mit dem Nachweis der Pflanzenschutz-Sachkunde ihr Wissen über Gesetze, erforderliche Schutzmaßnahmen und die Wirkung der Mittel nachweisen. Diese Weiterbildung muss alle 3 Jahre aufgefrischt werden. Privatpersonen und damit auch Hobbygärtner benötigen diesen Nachweis nicht, wenn sie ein Pflanzenschutzmittel im Baumarkt oder Gartencenter kaufen.

Pestizide im Garten
Die eigene Gesundheit kann durch Missachten der Packungsangaben und wenig Schutzkleidung leiden [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch Nützlinge, Gartentiere, Boden und Grundwasser können darunter leiden, dass Hobbygärtner nicht im Umgang mit Pestiziden geschult werden und sich teils auch nicht ausreichend selbst informieren. So kann gemäß dem Grundsatz „viel hilft viel“ leicht die Dosierung überschritten werden, ohne dass der Hausgärtner sich darüber im Klaren ist, welche Auswirkungen das mit sich bringt. Als Folge verbleiben oftmals Reste des Pestizids in Boden und Grundwasser – zum Teil sogar auch auf Obst und Gemüse. Viele Pestizide schädigen dabei nachgewiesenermaßen Bodenorganismen und besonders Gewässertiere.

Auch der möglicherweise krebserregende Inhaltsstoff Glyphosat sowie manche bienenschädigende Neonicotinoide finden sich nach wie vor in frei verkäuflichen Spritzmitteln für Hausgärten. Wie viel von den toxischen Mitteln jedes Jahr in Hausgärten eingesetzt wird, ist schwer zu sagen. Im Gegensatz zu Gärtnern und Landwirten müssen Privatpersonen nicht melden, welche Menge an welchem Pflanzenschutzmittel sie ausgebracht haben. Der BUND, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V., geht von über 500 Tonnen pro Jahr aus, andere Quellen sprechen von deutlich größeren Mengen, genau Zahlen gibt es jedoch nicht.

Unkrautvernichter
Auch in Hausgärten werden viele verschiedene Pestizide verwendet [Foto: Mabeline72/ Shutterstock.com]

Pestizide im Garten: Auswirkungen

Pflanzenschutzmittel werden nicht nur in der Landwirtschaft in großen Mengen verwendet. Auch in Hausgärten und von großen Firmen oder Kommunen werden gegen Insekten und Unkraut regelmäßig Pestizide ausgebracht. Dass dies oftmals nicht nur die Schadinsekten trifft, sondern auch Nützlinge, ist allgemein bekannt. Dennoch werden die Mittelchen als schnelle Lösung für ein eigentlich strukturelles Problem angesehen. Oft fehlen die Gegenspieler von Schadinsekten wie Vögel, weil es keine guten Nistmöglichkeiten oder verwilderte Flächen mit Hecken gibt.

Langfristig weiß niemand, welche Auswirkung die Verwendung von diesen oft umweltschädigenden Stoffen auf unsere Ökosysteme in den Gärten und unsere Wasserqualität hat. In der Politik gehen die Meinungen dazu auseinander. Zuletzt wurden lediglich 3 der bienenschädigenden Neonicotinoide im EU-Parlament verboten – und das auch nur für die Freilandnutzung. Im September 2019 ging Frankreich noch einen Schritt weiter als die EU und Deutschland – es verbietet seitdem landesweit alle 5 bienengefährlichen Neonicotinoide. Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat steht weiter in der Debatte. Das von der WHO als potenziell krebserregend eingestufte Herbizid wird seit 2017 in der EU trotz langatmiger Debatten und offensichtlicher Einflussnahme der Pestizidindustrie weiterhin genehmigt.

Doch es gibt auch Positives zu vermerken: Der Volksentscheid „Rettet die Bienen“ gab glücklicherweise vielen Kommunen nochmals Rückenwind, um in ihren Gebieten zumindest auf Glyphosat und bienenschädliche Pestizide freiwillig zu verzichten. Auch über 500 gänzlich „Pestizidfreie Kommunen“, ein vom BUND gestütztes Projekt, finden sich mittlerweile in Deutschland.

Alternativen zu Pestiziden

Viele Gärtner sehen oft keine Alternative dazu, schnell zum Vernichtungsspray zu greifen. Dabei gibt es verschiedene Methoden und Mittel, um ohne Pflanzenschutzmittel im Garten auszukommen:

  • Wildkräuter händisch oder mit Werkzeugen entfernen, schlecht zugängliche Beikräuter Abflammen
  • Essbare Beikräuter ernten
  • Passende Sorten mit Resistenzen auswählen
  • Auf Fruchtfolge, Pflanzabstand und gute Nachbarn in Mischkulturen achten
  • Mulchmaterial ausbringen
  • Nützlinge im Garten ansiedeln und fördern
  • Pflanzenbrühen und Extrakte ausbringen
  • Natürliche Wirkstoffe wie Kieserit oder Neem-Öl nutzen

Das Unkrautjäten kann händisch erfolgen oder man behilft sich mit Gartenwerkzeugen, die nebenbei den Boden auflockern. Alternativ kann man versuchen Mulch zwischen den Pflanzen zu verteilen und so das Unkraut zu unterdrücken. Auch mit einem Abflammgerät können Beikräuter aus Mauerfugen und an Gehwegplatten im Zaum gehalten werden, ohne auf gesundheitsgefährdende Chemikalien zurückzugreifen.

Eine weitere Möglichkeit, seine Pflanzen biologisch und natürlich zu schützen, ist das Ansetzen von Pflanzensud und Brühen: Gegen viele Schädlinge wie Blattläuse (Aphidoidea) helfen Pflanzenjauchen und Extrakte, die einerseits zur Stärkung der Pflanze beitragen und andererseits die kleinen Plagegeister vertreiben, ohne giftige Stoffe in der Umgebung freizusetzen. Beispiele dafür sind Knoblauchtee sowie Brennnesseljauche.

Marienkäfer frisst Schädlinge
Marienkäfer ernähren sich von unseren Schädlingen [Foto: encierro/ Shutterstock.com]

Nützlinge wie Marienkäfer (Coccinella) und Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea) vertilgen unglaublich viele unserer Schädlinge.

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Pflegt man sie, kümmert man sich indirekt auch um die Blattlausplage. Ein kleinerer Befall regelt sich in einem funktionierenden Ökosystem ohnehin von selbst. In vielen Rasendüngern sind ebenfalls Herbizide enthalten, damit sich außer den Rasengräsern keine anderen Wildkräuter ansiedeln. Hier bedürfte es eines Umdenkens, denn eine artenreiche, blühende Rasenmischung lockt nicht nur emsige Bestäuber, sondern auch Nützlinge in den Garten, die sich um Blattlausplagen kümmern. Einziges „Manko“ daran ist, dass man keine perfekten englischen Rasenflächen besitzt. Wie man mit Unkraut im Rasen umgehen kann, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Statt mit chemischen Mitteln schnell ein „Problem“ aus der Welt zu schaffen, sollten wir lieber den Ursprung suchen. Meist liegt dieser nämlich in der Art, wie wir mit der Natur umgehen, unseren Garten pflegen und mit welchen Pflanzen wir den Hausgarten gestalten. In einer vielfältigen Mischkultur und Fruchtfolge, einer insektenfreundlichen Umgebung, noch dazu mit der passenden Sortenwahl für den eigenen Standort benötigt man oft von Natur aus überhaupt keine Pestizide. Für besonders starke Befälle, wie sie zum Beispiel beim Buchsbaumzünsler oft vorkommen, gibt es neben den künstlichen Chemikalien auch natürliche Produkte aus biologischen Quellen. Unser Plantura Zünslerfrei XenTari® beispielsweise ist wirksam, selektiv und nachhaltig zugleich. Der Inhaltsstoff wird hierbei von einem Bakterium, Bacillus thuringiensis, hergestellt.

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