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Zero Waste: Der Kampf gegen den Müll

Was Zero Waste genau bedeutet und warum das Thema uns alle betrifft, können Sie hier bei uns nachlesen.

ReginalerEinkauf ohne Müll

Regional und Saisonal Einkaufen erspart weite Wege und viel Müll [Foto: Michaela Ondráčková]

Müll ist auf den ersten Blick vermutlich erst mal kein Thema, dem man sich besonders genau widmen möchte. Doch blickt man mal auf die Zahlen, dann versteht man vermutlich schnell, warum das Thema uns alle etwas angeht. 45 553 000 Tonnen – das ist die Menge an Haushaltsmüll, die in Deutschland pro Jahr produziert wird. Ganz schön beachtlich und auch im Europäischen Vergleich sind wir Bio-Deutschen leider an zweiter Stelle mit 631,56 kg Müll pro Einwohner und Jahr. Nur die Dänen werfen noch mehr in die Tonne. Das Gute an diesen Zahlen jedoch ist, dass man als einzelner vermutlich schnell einsieht, dass man etwas an seinem Müllverhalten ändern sollte. Und da kommt Zero Waste ins Spiel.

Zero Waste, was wörtlich ungefähr so viel wie „null Müll“ bedeutet ist eine Bewegung, die seit der Jahrtausendwende stetig gewachsen ist und heute unter dieser Bezeichnung, Menschen in allen Ländern zu einem bewussteren Umgang mit Abfällen aller Art anregt. Und wer glaubt, er hätte es mit ordentlicher Mülltrennung schon getan und seinen Beitrag geleistet, der irrt sich gewaltig. Denn bei Zero Waste geht es vor allem darum, den Müll gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein gutes und anschauliches Beispiel dafür kennen wohl die meisten von uns. Wir gehen in den nächsten Supermarkt wollen ein paar Äpfel kaufen, suchen die schönsten Exemplare aus und packen sie in den dünnen Plastikbeutel, der gleich neben der Obstablage ausliegt. Genau bei letzteren Schritt liegt der Ansatz der Zero Waste Bewegung: die Plastiktüte wird liegen gelassen und die Äpfel entweder direkt in den Einkaufskorb gelegt oder in einen mitgebrachten Stoffbeutel, der natürlich wiederverwendet wird.

Das Motto der Bewegung, die mittlerweile stark über das Internet vernetzt ist und daher zumeist Englische Begriffe verwendet, lautet: reduce, reuse, repair, refuse, recycle, rot, also Müll reduzieren, Dinge wiederverwenden und reparieren, wie bereits angesprochen Müll auch generell vermeiden, recyceln und kompostieren. Das mag auf den ersten Blick recht komplex erscheinen, an sich ist es aber gar nicht so schwer, ein paar Dinge in seinem Alltag zu verändern und damit einen enormen Unterschied in Sachen persönlicher Müllbilanz zu machen.

Wir haben mit Jana Karasová gesprochen, die mit zwei weiteren jungen Frauen ein erfolgreiches Internetportal über Zero Waste in der Tschechischen Republik führt (www.czechzerowaste.cz). Jana ist seit fast drei Jahren bei der Zero Waste Bewegung dabei und hat mit uns ihre 5 Tipps geteilt, wie man ganz leicht einen Unterschied machen kann.

Jana Karasova Zero Waste Bewegung

Jana ist seit fast drei Jahren bei der Zero Waste Bewegung dabei

Tipp 1: Müllbegutachtung

Janas erster Tipp bedeutet, sich damit auseinander zu setzen, aus was der eigene Müll eigentlich besteht – eher viele Plastikabfälle oder gar so viele Werbeprospekte im Papiermüll? Dieser Schritt hilft dabei, sich über seinen eigenen Abfall bewusst zu werden und Maßnahmen zu finden, die den Müll effektiv reduzieren. Also beispielsweise versuchen weniger Produkte in Plastikverpackung zu kaufen oder einen „Bitte keine Werbung-Sticker“ an seinen Briefkasten zu kleben.

Tipp 2: Kompostieren

Kompostieren ist gleich ein doppelter Gewinn: Zum einen sind Küchenabfälle oft ein enormer Müllfaktor, der durchs Kompostieren ganz natürlich gelöst wird und zum anderen gelangt man so ganz umsonst an Kompost für den eigenen Garten oder Balkon. Mittlerweile braucht man auch nicht mal einen eigenen Garten sein Eigen nennen, um Essensreste richtig kompostieren zu können. Sogenannte Wurmkisten oder auch die Japanische Methode Bokashi, über die wir bei Plantura auch schon mal berichtet haben, sind Alternativen für die Wohnung.

Tipp 3: Verpackungsfrei einkaufen

Ein weiterer Tipp, der viel Müll sparen kann, ist beim Einkaufen auf verpackungsfreie Produkte zu setzen. Das fängt mit der eigenen mitgebrachten Einkaufstasche an und hört beim komplett verpackungsfreien Supermarkt auf. Diese gibt es mittlerweile fast in jeder größeren Stadt und sind leicht über Suchmaschinen im Internet zu finden. Jana rät außerdem, erst mal langsam anzufangen und beispielsweise bei Gemüse und Obst auf verpackte Produkte zu verzichten oder sich einen eigenen Coffee-to-go Becher anzuschaffen und dann auch regelmäßig zu benutzen anstatt der Wegwerfbecher.

verpackungsfreier Einkauf Lauchzwiebeln Zucchini Karotte Tomaten Zwiebeln Zitrone Knoblauch Brot

Ein verpackungsfreier Einkauf [Foto: Jana Karasová]

Tipp 4: Einfach mal Selbermachen

Wenn es nach einiger Zeit ans Angemachte geht, dann stellt sich die Frage, woher Menschen wie Jana beispielsweise ihr Haarshampoo oder Putzmittelchen herbekommen, wenn sie auf Plastikverpackungen verzichten. Ganz einfach: Sie machen es selber. Im Internet sind viele Rezepte zu finden, wie man sämtliche Produkte relativ einfach selbst herstellen kann. Der weitere Vorteil ist, dass man genau weiß, was man sich da eigentlich sprichwörtlich in die Haare schmiert.

Tipp 5: Regional, Saisonal einkaufen und selbst anbauen

Ein weiterer Weg, weniger Müll zu produzieren, ist regional und saisonal einzukaufen. Das erspart weite Transportwege und unnötige Verpackungen. Dafür unterstützt man häufig lokale Firmen und erhält zumeist frischere Produkte. Der eigene Anbau von Obst und Gemüse ist natürlich besonders Müll-freundlich, da alle Abfälle kompostierbar sind, nichts verpackt werden muss und auf keinen langen Weg geschickt wird. Noch dazu hat man leckeres Obst und Gemüse, wo man genau weiß, wo es herkommt, immer frisch parat oder auch eingemacht für die kalte Jahreszeit.

Dass sich mehr Menschen diesem Thema zuwenden und auch Firmen und Staaten ihre Müllpolitik überdenken, ist ein großes Anliegen der Zero Waste Bewegung. Auch wenn das Ziel jedes einzelnen ja nicht sein muss, gar keinen Müll mehr zu produzieren, so kann mit diesen Tipps jeder versuchen, seine Abfälle zumindest zu reduzieren.

Fühlen Sie sich inspiriert? Lassen Sie es uns wissen und teilen Sie Ihre Erfahrung mit uns!

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