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Zimmerpflanzen aus Stecklingen ziehen: Unsere Top 10

Viele Zimmerpflanzen können mit wenigen Handgriffen vermehrt werden. Welche Pflanzen leicht aus Stecklingen gezogen werden können, erfahren Sie hier.

Viele verschiedene Stecklinge

Zahlreiche Zimmerpflanzen können durch Stecklinge schnell und einfach vermehrt werden [Foto: Luoxi/ Shutterstock.com]

Pflanzen haben eine faszinierende Fähigkeit: Sie können sich aus nur wenigen Zellen oder Teilen wieder vollständig regenerieren. Für einige Pflanzen, wie beispielsweise das Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha), reicht dafür sogar schon ein Stückchen Blatt aus. Diese Regenerationsfähigkeit kann man sich beim Vermehren von Pflanzen zunutze machen. Wir haben Ihnen eine Liste von 10 Zimmerpflanzen zusammengestellt, bei denen Sie nicht zum Geldbeutel, sondern zu einem scharfen Messer greifen dürfen, wenn Sie Ihrem Exemplar Gesellschaft verschaffen möchten.

Zimmerpflanzen aus Stecklingen ziehen

Pflanzen vegetativ, also nicht aus Samen, sondern beispielsweise aus Stecklingen zu vermehren, ist im Grunde ziemlich einfach. Dennoch gibt es ein paar Dinge zu beachten. Stecklinge sollten immer mit einem scharfen und sauberen Messer geschnitten werden, um eine saubere Schnittkante zu erzeugen. Besonders gut wurzeln Stecklinge, wenn sie im Frühjahr oder Frühsommer geschnitten werden, da in dieser Zeit ohnehin die neue Wachstumsperiode beginnt und zudem die Tage wieder länger werden, was die Pflanzen stärkt und in ihrem Wachstum fördert. Meist ist eine Länge von zehn bis fünfzehn Zentimeter ausreichend. Anschließend gilt es, die unteren und überzähligen Blätter des geschnittenen Stecklings vorsichtig zu entfernen, sodass die unteren Zentimeter frei von Blättern sind und generell nicht mehr zu viele Blätter aufweisen, da der Steckling sonst vorerst zu viele Ressourcen verbraucht, um seine Blätter zu versorgen. Ein paar schöne, junge Blätter sollten allerdings übrig gelassen werden. Verwenden Sie aus diesem Grund auch keinen Trieb mit Blüten oder Blütenknospen. Ist der Steckling fertig vorbereitet, sollte er schnellstmöglich und vorsichtig in Erde eingetopft werden. Der untere, blattlose Teil sollte dabei gut mit Erde bedeckt und leicht angedrückt werden. Achten Sie hierbei unbedingt darauf, die Erde immer feucht zu halten. Dabei kann ein durchsichtiger, über den Topf gestülpter Beutel helfen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Ist der Steckling fertig vorbereitet, muss er an einen nicht zu schattigen Ort gestellt werden und es heißt nun abwarten, bis sich die Pflanze zu entwickeln beginnt.

Monstera

Stecklinge können in Erde oder in Wasser Wurzeln entwickeln [Foto: dropStock/ Shutterstock.com]

Hinweis: Statt in Erde können Stecklinge auch in einem Glas mit Wasser herangezogen werden. Auch hier sollte der blattlose Teil vollständig unter Wasser sein. Das Wasser muss regelmäßig aufgefüllt und auch ab und an bei Trübung gewechselt werden. Ist der Steckling nach einigen Tagen bis wenigen Wochen ausreichend bewurzelt, sollte er vorsichtig eingetopft werden.

Zusammenfassung: Zimmerpflanzen aus Stecklingen ziehen

  • Immer eine sauberes Messer verwenden
  • In einer Länge von circa 10 – 15 cm schneiden
  • Bevorzugt im Frühjahr oder Frühsommer schneiden
  • Jungen, möglichst wenig verholzten Trieb ohne Blüten oder Blütenknospen verwenden
  • Einen Teil der Blätter beim Pflanzen der Stecklinge entfernen
  • In feuchter Erde oder einem Glas mit Wasser heranziehen

Generell gilt: Ihre Geduld ist gefragt. Nicht jede Pflanze bewurzelt innerhalb weniger Tage. Besonders verholzte Pflanzen brauchen häufig etwas länger. Geben Sie also nicht gleich nach zwei Wochen auf. Fängt der Steckling jedoch an zu faulen, ist es Zeit für einen neuen Versuch.

Rosmarin Steckling

Besonders verholzte Stecklinge brauchen etwas länger, bis sie Wurzeln schlagen [Foto: Khrystyna Sun/ Shutterstock.com]

Zimmerpflanzen aus Stecklingen: Liste der Top 10

Nachfolgend haben wir 10 Zimmerpflanzen zusammengetragen, die Sie zu Hause ganz einfach über Stecklinge vermehren können.

1. Efeutute (Epipremnum aureum)

Die Efeutute eignet sich hervorragend zur Vermehrung. Ihre langen Triebe bilden ohnehin gelegentlich Wurzelansätze aus und durch ihren raschen Wuchs fällt es gar nicht groß auf, wenn man ein Stück entfernt. Zur Vermehrung können sowohl Kopf- als auch Teilstecklinge verwendet werden.

2. Birkenfeige (Ficus benjamina)

In ihrer Heimat in den Tropen werden Birkenfeigen zu riesigen Bäumen, die unzählige Luftwurzeln ausbilden und äußerst beeindruckend wirken. Trotzdem ist es möglich, die in Europa beliebte Zimmerpflanze ganz einfach durch Stecklinge zu vermehren. Gerade weil die jungen Pflanzen im Einkauf nicht gerade günstig sind, kann sich das lohnen. Dazu einfach einen jungen, nicht allzu sehr verholzten Trieb abschneiden und wie oben beschrieben bewurzeln.

Ficus

Die Stecklingsvermehrung lohnt sich bei der Birkenfeige besonders [Foto: Stanislav71/ Shutterstock.com]

3. Monstera (Monstera deliciosa)

Von der aktuell aufgrund ihrer eleganten Blätter stark im Trend liegenden Monstera, auch Fensterblatt genannt, kann man nie genug haben. Und falls doch, ist sie immer ein gutes Geschenk an pflanzenbegeisterte Hobbygärtner. Bildet sie nicht ohnehin schon kleine Ableger, ist sie einfach durch Kopfstecklinge zu vermehren. Besonders sicher ist der Erfolg, wenn dabei ein Steckling mit Luftwurzel geschnitten wird.

4. Zebrakraut (Zebrina)

Diese krautige Zimmerpflanze eignet sich besonders gut für Hängeampeln. Die Stecklinge bewurzeln in Wasser schnell und unproblematisch.

5. Bubiköpfchen (Soleirolia soleirolii)

Wer kennt sie nicht aus seiner Kindheit, diese kleine, krautige Pflanze. Für Kindergeburtstage ist es eine schöne Idee, Töpfe zu bemalen und zu verzieren und anschließend die kleinen Bubiköpfchen hineinzupflanzen, beispielsweise als wallende Haarpracht zu einem Gesicht auf dem Topf. Dafür werden natürlich zahlreiche Pflänzchen benötigt, die aus einer Mutterpflanze als kleine Stecklinge gezogen werden können und sehr leicht bewurzeln. Aufgrund der geringen Stecklingsgröße ist es möglicherweise ratsam, die Stecklinge nicht in Wasser zu ziehen, sondern auf stets feucht gehaltener Küchenrolle oder Toilettenpapier zu bewurzeln.

Bubiköpfchen

Auch das Bubiköpfchen lässt sich durch Stecklinge vermehren [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

6. Drachenbaum (Dracaena)

Drachenbäume sollten regelmäßig geköpft werden, um ihre Verzweigung zu fördern. Diese automatisch anfallenden Kopfstecklinge können Sie einfach in Wasser stellen und sie so vermehren.

7. Zypergras (Cyperus)

Das dekorative Sumpfgras aus den Tropen und Subtropen muss zur Vermehrung nicht geteilt werden. Es durch Stecklinge zu vervielfältigen, ist problemlos möglich. Dafür einen der „Schirme“ mit fünf bis zehn Zentimeter langem Stiel abschneiden und die Blätter um ein Drittel einkürzen.

8. Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Zu Unrecht wird dieser mittelamerikanische Strauch nach Weihnachten meist weggeworfen, um dann im kommenden Jahr zu Weihnachten durch ein neues Exemplar ersetzt zu werden. Dabei ist der Weihnachtsstern, dessen großindustrielle Anzucht übrigens sehr ressourcenaufwendig ist, sehr wohl mehrjährig. Da wäre es doch eine schöne Idee, nicht nur die eigene Pflanze über den Sommer zu bringen, sondern die im Sommer durch Zurückstutzen anfallenden Kopfstecklinge zu nutzen, um Kollegen und Freunden zu Weihnachten eine kleine Freude zu bereiten.

Weihnachtsstern

Es lohnt sich, den mehrjährigen Weihnachtsstern über den Sommer zu behalten [Foto: Pixel-Shot/ Shutterstock.com]

9. Kamelie (Camellia)

Diese wunderschöne, auch als Zimmerpflanze geeignete Blütenpflanze, kann durch knospenlose Kopfstecklinge vermehrt werden. Diese sollten aber nicht im Frühjahr, sondern im August geschnitten werden. Olivfarbene Triebe eignen sich am besten. Bei der Bewurzelung ist etwas Geduld gefragt, da die Stecklinge der Kamelie etwa acht Wochen benötigen, um Wurzeln auszubilden.

10. Echte Aloe (Aloe vera)

Die Wüstenlilie ist schon lange bekannt für ihre heilende Wirkung, beispielsweise bei Sonnenbrand und Insektenstichen. Sie zu vermehren, ist nicht ganz einfach, aber immer einen Versuch wert und eine kleine Herausforderung für den Hobbygärtner. Zur Vermehrung sollten Sie gesunde äußere Blätter der Mutterpflanze wählen. Diese werden mit einem sauberen Messer in einer Länge von etwa acht Zentimetern abgeschnitten. Da die Blätter durch ihren hohen Saftanteil dazu neigen, an der Schnittstelle zu faulen, sollten die Stecklinge einige Tage antrocknen, bis sich ein dünner Film über die Schnittkante legt. Anschließend diese in ein Erde-Sand-Gemisch (zu gleichen Teilen) eintopfen, so dass in etwa ein Drittel des Blattes von Erde bedeckt ist. Die ersten vier Wochen konstant feucht halten, während das Blatt beginnt, etwas zu verdorren, bis es Wurzeln ausgebildet hat. Nach erfolgreicher Bewurzelung die Erde vor dem nächsten Gießen abtrocknen lassen.

Wer auch aus Gemüseresten neues Leben ziehen möchte, dem legen wir unseren Artikel zum Regrowing, also dem Nachwachsenlassen von Pflanzen, ans Herz.

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