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Zwergobst: Patiobäume im eigenen Garten anbauen

Auf dem Balkon und in Kleingärten haben sich Mini-Obstbäume ihren Platz erobert. Was es mit diesem Zwergobst auf sich hat, erfahren Sie hier.

Apfelbäume im Topf
Zwergobst wie diese Apfelbäume können gut im Topf gehalten werden [Foto: DanielW/ Shutterstock.com]

Die Mini-Obstbäume, oder auch Patiobäume, sind mittlerweile in vielen Baumschulen und Gartencentern erhältlich. Für viele Gartenbesitzer, vor allem aber Stadtbewohner, sind die Zwergbäume eine echte Chance, verschiedenste Obstarten auf kleinstem Raum anzubauen. Alles Wissenswerte zu Patiobäumen und zu ihrem Anbau haben wir für Sie in diesem Artikel zusammengestellt.

Zwergobst

Obstbäume gibt es in allen Größen – von Hochstämmen über Halbstämme bis hin zur Säule und Spindel rangieren unsere gängigen Obstarten zwischen drei und mehr als zehn Metern Wuchshöhe. Und nun kommen noch die extrem kleinwüchsigen Patiobäume dazu. Sie erreichen Endhöhen von gerade einmal 1,2 bis 2 Meter und sind damit noch kleiner und platzsparender als Spindelbäume. Patiobäume tragen das spanische Wort „patio“ im Namen, was mit „Innenhof“ oder „Terrasse“ übersetzt werden kann. Die Namensgebung deutet schon auf den passenden Ort für die Bäumchen hin, denn in den allermeisten Fällen werden sie im Topf gehalten und ermöglichen so eben auch fern des Gartens den Anbau von Obst.

Warum bleiben Zwergobstbäume so klein?

Dass die Bäumchen so winzig bleiben, hat zweierlei Gründe. Zum einen werden die meisten Obstbäume auf eine Unterlage veredelt, was bedeutet, dass die Wurzeln und der unterste Stammteil von einer anderen Sorte, teils auch von einer anderen Art kommen. Diese Unterlage bringt ihre ganz speziellen Eigenschaften mit und ist auch maßgeblich für den Wuchs der Pflanze verantwortlich. Für Spindelbäume etwa werden schwachwüchsige Unterlagen verwendet, die den Baum auf etwa drei bis vier Meter begrenzen. Auch manche Miniobstsorten bleiben nur dank der Unterlage so winzig.

Ein anderer Grund für diese extreme Schwachwüchsigkeit ist die Genetik der Bäume. Eine zufällige Mutation ist für einige Sorten der Patios verantwortlich, die später von gewieften Gärtnern weitergezüchtet wurden. Genau so ist übrigens auch der Säulenapfel (Malus x domestica) entstanden. Die Mutation hat allerdings nur Auswirkungen auf Wurzeln und Stamm, die Größe der Früchte bleibt davon unberührt. Daher eignen sich die Minibäume auch so gut für die Topfkultur und so kann man auch große Äpfel von gerade einmal mannshohen Bäumen ernten. Die Fruchtbildung setzt zudem früher ein als bei normal großen Bäumen. Ein Nachteil der Patiobäume ist allerdings ihre vergleichsweise geringe Lebensdauer. Während Streuobstbäume bis über 100 Jahre alt werden können, erreichen ihre kleinen Verwandten gerade mal ein Alter von etwa 15 Jahren.

Obstbaum Veredelung
Mithilfe von Veredelung werden zwei Pflanzen zu einer kombiniert [Foto: Lynsey Grosfield/ Shutterstock.com]

Empfehlenswerte Zwergobst-Sorten

An Miniobst gibt es mittlerweile eine breite Vielfalt, wie sie auch von unseren normal großen Bäumen bekannt ist. Von Äpfeln über Birnen (Pyrus communis), Kirschen (Prunus avium & Prunus cerasus) und Pfirsiche (Prunus persica) bis hin zur Zwetschge (Prunus domestica) bleibt kaum ein Wunsch offen.

Hinweis: Unter Zwergobst führen manchen Anbieter auch Säulenbäume. Diese werden zwar nicht sonderlich breit, können dafür aber zum Beispiel bei Äpfeln bis zu fünf Meter erreichen!

Nachfolgend haben wir daher eine Auswahl an kleinwüchsigen Sorten für den Balkon und Kleingarten für Sie zusammengestellt.

Welche Zwergobst-Sorten sind empfehlenswert?

  • Zwergapfel ‘Delgrina‘: Gelbrote aromatische mittelgroße Früchte; Baum bis 1,8 m hoch
  • Zwergbirne ‘Helenchen‘: Gelbgrüne, süße, normalgroße Birne; bis 1,5 m Höhe
  • Mini-Süßkirsche ‘Stella Compact‘: Hellrote, selbstfruchtbare Mini-Version der bekannten Sorte ‘Stella‘; bis 2 m hoch
  • Mini-Sauerkirsche ‘Griotella‘: Früchte ab Ende Juli; reichtragend; bis 2 m Wuchshöhe
  • Zwergmirabelle: Höhen bis zu 1,6 m; kleine, sonnengelbe, süße Früchte ab August
  • Zwergnektarine (Prunus nucipersica): Eigenständige Art, bis 1,5 m hoher Baum mit pinken Blüten und dunkelrot-gelben Früchten; Reife ab August
  • Zwergpflaume ‘Imperial‘: Violett-blaue Früchte mit tiefgelbem Fruchtfleisch; bis 1,5 m hoch
  • Zwerg-Blutpflaume (Prunus cistena): Dunkelrote, süß-säuerliche Wildpflaume mit dunklem Laub; ca. 2 m hoch; hoher Zierwert
  • Israelische Zwergfeige (Ficus carica): Trägt bereits ab etwa 20 cm Höhe Früchte; bestens für Topfhaltung geeignet, da Endhöhe kaum 2 m beträgt; frostfreie Überwinterung nötig
  • Zwergwalnuss ‘Mini Multiflora Nr. 14‘: Sehr schwachwüchsige Walnuss von 2 – 3 m
Blüten der Zwerg-Blutpflaume
Die Zwerg-Blutpflaume blüht im Frühjahr wunderschön [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Zwergobst im eigenen Garten anbauen

Zwergobstbäume sind zwar nicht viel anders als gewöhnliche Obstbäume, doch ein paar Kniffe sind schon notwendig, um auf dem Balkon eine reiche Ernte einzufahren.

Zwergobst im Kübel kultivieren

Zwergobstbäume können recht einfach gehalten werden. Bei einer Topfkultur empfiehlt es sich, nach dem Kauf die Pflanze in ein größeres Gefäß umzusetzen. Das ist aber natürlich nur notwendig, wenn der vorhandene Topf bereits vollständig durchwachsen ist und die Wurzeln unten herausschauen. Der Topf für ein Mini-Obstbäumchen sollte mindestens 30 Liter Erde fassen. Wählen Sie für den Patiobaum einen möglichst sonnigen Standort und versorgen Sie das Bäumchen ausreichend mit Wasser. Staunässe sollten Sie aber unbedingt vermeiden, weshalb das neue Pflanzgefäß Löcher im Boden haben sollte. Alle drei bis fünf Jahre empfiehlt es sich, das Bäumchen in ein größeres Gefäß umzusetzen. Bei veredelten Sorten ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle, also dort, wo die Unterlage auf das Edelreis trifft, über der Erde bleibt. Man erkennt die Veredelungsstelle meist recht gut an einer wulstigen Verwachsung am Stamm. Vergräbt man die Veredelungsstelle mit, ist das Risiko hoch, dass Sprossen aus der Unterlage entstehen, die man gar nicht haben möchte. Auch ist diese Verwundung dann schlechter vor Krankheitserregern geschützt.

Zwergobst im Freiland anbauen

Natürlich können Sie den Zwergobstbaum auch im Garten direkt in die Erde setzen. Feigen und andere Sonnenanbeter vertragen den Winter allerdings nicht und sollten daher besser in einem Topf gehalten und überwintert werden. Winterharte Obstgehölze wie Apfel, Birne und Co. können Sie aber getrost auspflanzen. Auch hier darf die Veredelungsstelle nicht unter die Erdoberfläche wandern. Eine detaillierte Anleitung, wie man beispielsweise Apfelbäume ins Freie pflanzt, finden Sie hier. Vor dem Pflanzen lockern Sie den Boden etwas auf und vermischen ihn mit etwas Humus. Am besten wird auch ein Bio-Dünger mit organischer Langzeitwirkung wie unser Plantura Bio-Tomatendünger in die Erde eingearbeitet, damit das Bäumchen einen optimalen Start ins Leben bekommt.

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Zwergobst düngen und pflegen

Obstbäume lieben nährstoffreiche, durchlässige Böden mit einer ausreichenden Wasserversorgung. Im Topf ist die Düngung mit vornehmlich organischen Langzeitdüngern daher besonders wichtig, da aus der Umgebung keine Nährstoffe nachgeliefert werden. Hierfür eignet sich unser Plantura Bio-Tomatendünger besonders gut. Direkt beim Umtopfen und im Laufe des Sommers reichen dem Bäumchen zwei Gaben Düngegranulat aus. Wie und wann man Obstbäume am besten düngt, erfahren Sie hier.

Auf dem Balkon ist es grundsätzlich wärmer und trockener als im Freien, weshalb regelmäßig und gut gegossen werden muss. Obstbäume besitzen einen hohen Wasserbedarf, nur so können sie ihre Früchte gut versorgen. Auch der Schnitt der Obstbäume ist bei den Zwergsorten zu beachten. Bei extrem schwachwüchsigen Pflanzen muss grundsätzlich kaum je geschnitten werden. Nur Äste, die sich in die Quere kommen oder nach innen wachsen, sollten kurz vor einer Knospe abgeschnitten und so umgeleitet werden. Man sollte jedoch beachten, dass ein zu starker Schnitt besonders bei solch kleinen Bäumen zu vielen Wasserschossen führt und kaum mehr Blüten und Früchte gebildet werden.

Obstbaumschnitt bei Zwergobst
Der Obstbaumschnitt fällt bei Zwergobst etwas reduzierter aus [Foto: Andrei Mayatnik/ Shutterstock.com]

Zwergobst ernten

Wie bei ihren großen Verwandten beginnt die Ernte bei Patiobäumen je nach Sorte ab Juni (Kirschen) bis in den Spätherbst hinein (Äpfel, Birnen und Zwetschgen). Jede Sorte hat dabei ein optimales Erntefenster, das sich auch je nach Witterung verschieben kann. Der Ertrag hält sich bei den Minibäumen in Grenzen, dafür ist oftmals die Qualität der Früchte besser als bei Massenträgern. Zudem beginnt der Patiobaum schon wesentlich früher mit dem Fruchtbehang als normal große Obstbäume. Alles in allem sind Zwergobstbäume also eine tolle Möglichkeit, auf engstem Raum eine Vielzahl an Obstarten anzubauen und sich so die Natur auf den Balkon oder die Terrasse zu holen.

Wenn Sie nicht nur Platz, sondern auch bares Geld beim Gärtnern sparen möchten, schauen Sie doch mal bei unserem Artikel zu 10 Tipps zum günstigen Gärtnern vorbei.

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