Estragon-Sorten &-Varietäten: Die besten für den Garten

Alina
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Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Wenn der Estragon zur Verwendung in der Küche im eigenen Garten angebaut wird, sollte man sich im Vornherein über die verschiedenen Varietäten informieren, um eine passende Wahl zu treffen.

Estragon
Ein Unterscheidungsmerkmal der Estragon-Varietäten ist das Aroma [Foto: Nataliya Arzamasova/ Shutterstock.com]

Estragon (Artemisia dracunculus) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). In unseren Gärten sind drei verschiedene Varietäten des mehrjährigen Krautes anzutreffen. Wie diese heißen, in welchen Merkmalen sie sich unterscheiden und ob es auch Sorten mit besonderen Eigenschaften gibt, lösen wir im Folgenden auf.

Tipp: Die Varietät ist eine Rangstufe in der Taxonomie, welche für Pflanzenlinien verwendet wird, die sich nur in geringem Maße von der zugrundeliegenden Art unterscheiden. Von einer Pflanzenart kann es verschiedenen Varietäten geben. Diese unterscheiden sich zwar in der Optik und anderen Eigenschaften, sind aber noch verwandt genug, um miteinander kreuzbar zu sein.

Russischer Estragon (Artemisia dracunculus var. inodorus)

Der russische Estragon ist aufgrund einer bestimmten Zusammensetzung der Inhaltsstoffe in der Würze nicht ganz so intensiv, dafür bildet er einen eher herben Geschmack aus. Er enthält nämlich hauptsächlich den Pflanzenstoff Sabinen, welcher nicht den typisch aromatischen Geschmack bewirkt. Diesen verursacht das Estragol, welches im deutschen und französischen Estragon in großen Mengen enthalten ist. Das spiegelt sich auch in seinem Namen wider: inodora (lat.) bedeutet „geruchlos“. Deshalb wird er auch nicht so häufig angebaut oder im Handel angeboten. Jedoch kann diese Varietät mit einer guten Frosthärte überzeugen und eignet sich somit ideal für eine Pflanzung im Beet. Ein weiterer großer Vorteil des russischen Estragons: Er ist die einzige Varietät des Estragons, die über Samen vermehrt werden kann. Das ist meist einfacher und vor allem günstiger, als Pflanzen über Stecklinge zu vermehren. Generell ist diese Varietät sehr anspruchslos und vital – allerdings können durch Hitze und Trockenheit Bitterstoffe in der Pflanze entstehen. Sein volles Aroma entfaltet der russische Estragon, wenn er mehrere Jahre am gleichen Standort auf einem kargen Boden steht.

Artemisia dracunculus var. inodorus ˈSamiraˈ: Diese russische Sorte ist geprägt von einem pikant herben Geschmack. Sie ist frostfest und kann in Topf oder Beet mit einem Abstand von 15 x 15 cm gepflanzt werden. Der Boden sollte locker, durchlässig, sowie humus- und kalkreich sein.

Estragon im Frost
Im Freien muss der Estragon je nach Varietät vor Frost geschützt werden [Foto: Katarzyna Mazurowska/ Shutterstock.com]

Französischer Estragon (Artemisia dracunculus var. sativus)

Dieser Vertreter des Estragons ist im Aroma am intensivsten, was auch an seiner langjährigen Kultur und Selektion durch den Menschen liegt. Bekannt ist der französische Estragon als Komponente der berühmten Sauce Bernaise. Er gedeiht am besten an einem warmen und geschützten Standort. Diese Varietät ist etwas frostempfindlicher als der russische Estragon und eignet sich deshalb eher für die Topfkultur. Somit kann er im Winter entweder an frostfreien Standorten überwintert oder in eine schützende Vliesschicht eingewickelt an die Hauswand gerückt werden. Im Freiland sollte er unbedingt mit Reisig oder Vlies abgedeckt werden. Da der französische Estragon infertil ist und somit keine keimfähigen Samen ausbildet, kann er nur über Stecklinge vermehrt werden. Diese schneidet man im Frühjahr und Sommer, alternativ ist die Teilung der Pflanzen im Frühjahr möglich.

Artemisia dracunculus var. sativus ˈPfefferkornˈ: Die Sorte ˈPfefferkornˈ hat einen angenehm würzigen Geschmack und bevorzugt einen sonnigen, windgeschützten Standort. Sie kann eine maximale Wuchshöhe von etwa 60 cm erreichen.

Estragon im Garten
Die Triebspitzen sind frisch geerntet am aromatischsten [Foto: barmalini/ Shutterstock.com]

Deutscher Estragon (Artemisia dracunculus var. thuringiae)

Der deutsche Estragon ist ein lohnender Kompromiss zwischen den zuvor genannten Varietäten. Er liegt bezüglich des Aromas zwischen den beiden. Das gilt auch für seine Frosthärte – in der Regel kommt er ohne Schutzmaßnahmen unbeschadet durch den Winter. Selbst nach Frostschäden treibt er wieder zuverlässig aus. Neben einem lockeren und durchlässigen Boden sind regelmäßige Wassergaben bei Trockenheit notwendig. Staunässe sollte aber, wie bei allen Varietäten, vermieden werden. Bezüglich der Vermehrung gilt beim deutschen Estragon das gleiche wie für den französischen Estragon: Er bildet keine Samen und ist somit entweder über Stecklinge oder durch Teilung zu vermehren.

Artemisia dracunculus var. thuringiae ˈBaden Badenˈ: Diese Sorte besitzt einen anisartigen, bittersüßen Geschmack. Der Wuchs von ˈBaden Badenˈ ist kräftiger und robuster als die des französischen Estragons. Die Standortansprüche sind gleich und seine Höhe beträgt 40 bis 70 cm.

Tipp: Nach der Auswahl einer Varietät oder Sorte geht es daran, den Estragon zu pflanzen. Dafür wird am besten eine torffreie Bio-Erde wie unsere durchlässige und nährstoffarme Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde verwendet. Durch ihre hierfür optimale Zusammensetzung wird Staunässe, welche die Winterhärte und Aromaentwicklung Ihres Gewürzkrauts schmälern könnte, vermieden.

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Nach dem Auspflanzen der ausgewählte Estragon-Varietät, gilt es sich zu informieren, wie man den Estragon pflegen muss.

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