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Griechischer Bergtee: Pflanzen, Ernte & Wirkung

Niaef
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Ich habe Biologie und Hortikulturelle Wissenschaften studiert. Meine Liebe gilt allen Pflanzen, die wild oder im Garten wachsen und insbesondere denen, die man verspeisen kann. In meiner Freizeit treibt es mich oft in den Wald oder auch in den Stadtpark, wo sich so manche Nutzpflanzen verstecken - man muss nur wissen, welche einen Mehrwert für die Küche haben.
Meinen Sammlertrieb kombiniere ich dann gerne auch mit meinem zweiten Hobby: Dem Kochen!

Lieblingsobst: Feige, Kaki und Felsenbirne
Lieblingsgemüse: Kürbis, Wirsing und Schalotte

Ob frisch oder getrocknet, Griechischer Bergtee aus eigenem Anbau tut Seele und Körper gut – das wusste man auch schon vor vielen Jahrhunderten.

Sideritis scardica-Pflanze
Griechischer Bergtee wird, wie der Name sagt, traditionell als Tee aufgegossen [Foto: Vicki Z/ Shutterstock.com]

Bereits antike Kulturen wussten den Griechischen Bergtee (Sideritis scardica) für seine besondere Heilwirkung zu schätzen. Heiß begehrt ist das Gebirgskraut mit dem zitronigen Geschmack noch heutzutage, doch die pflegeleichte Staude kann auch einfach selbst angebaut werden. Alles Wissenswerte zum Griechischen Bergtee sowie zur Pflege und Vermehrung bis hin zur Verwendung schildern wir in diesem Artikel.

Griechischer Bergtee: Eigenschaften und Herkunft

Der Bergtee (Sideritis) umfasst die Gattung der Gliedkräuter, die der Pflanzenfamilie der Lippenblütler (Lamiaceae) zugeordnet wird. Die wohl bekannteste der über 200 Sideritis-Arten, aus denen der Bergtee gewonnen wird, ist Sideritis scardica, der sogenannte Olympische Bergtee, ebenfalls unter dem Namen Griechisches Eisenkraut oder Kretischer Bergtee bekannt. Seine Heimat befindet sich ursprünglich im östlichen mediterranen Raum, wo er sich vor allem in den Hochgebirgen Nordgriechenlands finden lässt, daneben in Syrien bis in den Iran hinein. Angepasst an kalte Höhenlagen kann sich die robuste Bergstaude in unseren Breiten ebenfalls wohlfühlen. Auch andere Sideritis-Arten, die als Teepflanze angebaut werden, gedeihen gut in unseren Klimata. So lassen sich der winterharte Syrische Bergtee (Sideritis syriaca), das Ysopblättrige Gliedkraut (Sideritis hyssopifolia), der Goldene Bergtee (Sideritis congesta) oder Sideritis clandestina in unserem Garten kultivieren und zu schmackhaftem Tee aufkochen.

Griechischer Bergtee-Blüte
Vor allem die Sidertis scardicas-Blüten verleihen dem Griechischen Bergtee sein Aroma [Foto: Picture Partners/ Shutterstock.com]

Als mehrjährige Staude wächst Sideritis scardica flachwüchsig, wobei sie eine Wuchshöhe zwischen 30 und 50 cm erreichen kann. Dem Stängel des Griechischen Bergtees sitzen elliptische Blätter auf, die graugrün gefärbt und mit einem grauen Filz überzogen sind. Während seiner Blütezeit von Juni bis August bildet der Griechische Bergtee hellgelbe, lippenförmige Blüten aus, welche in langen Ähren zusammengefasst sind. Die Blütenstände von Sideritis scardica verbreiten einen zitronenartigen Duft und dienen diversen Nützlingen als reiche Nektarquelle. Auf die Blüte folgt die Ausbildung von vielen kleinen Klausenfrüchten mit Samen.

Griechischer Bergtee-Blätter
Lanzettliche Blätter zeichnen die meisten Sideritis-Arten aus [Foto: zcebeci/ Shutterstock.com]

Griechischen Bergtee pflanzen

Es lohnt sich durchaus, den Griechischen Bergtee selber anzubauen: Hierfür benötigt man keinen eigenen Garten, denn Sideritis scardica lässt sich auch leicht auf Terrasse oder Balkon kultivieren.

Da das mediterrane Kraut in seiner gebirgigen Heimat starker Sonne ausgesetzt ist, sollte man den Griechischen Bergtee an einen sonnigen und warmen Standort pflanzen. Zudem bevorzugt Sideritis scardica einen trockenen, nährstoffarmen sowie kalkhaltigen Untergrund. Besonders im Kübel sollte eine ausreichende Drainage gewährleistet werden, um Wurzelfäulnis zu verhindern. Für eine Topf- sowie Beetkultur eignet sich eine spezielle Kräutererde, wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Dieses Substrat ist der Umwelt zuliebe torffrei und schafft mit seinem geringen Nährstoffgehalt ideale Bedingungen für die Entwicklung sowie Aromaentfaltung Ihres Griechischen Bergtees. Um Staunässe zu vermeiden, sollte die Erde zusätzlich mit etwas Kies oder Sand abgemagert und die Topfbasis mit einer Drainageschicht aus Blähton ausgebettet werden.

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Nach den letzten Frösten kann der Griechische Bergtee Mitte oder Ende Mai direkt ins Beet gepflanzt werden. Pro Quadratmeter sollten maximal 4 bis 5 Pflanzen Platz finden. Der optimale Pflanzabstand beträgt etwa 30 cm. Für die Topfkultur sollte ein Kübel mit einem Volumen von 5 bis 10 l gewählt werden.

Alternativ empfiehlt es sich, den Griechischen Bergtee in Steingärten oder Mauerritzen zu integrieren, die seinen Bodenansprüchen entgegenkommen.

Sideritis scardica
Da das gekaufte Kraut teuer ist, lohnt es sich, Griechischen Bergtee selbst anzubauen [Foto: Plam Petrov/ Shutterstock.com]

Tipp: Auch im Kräuterbeet, neben mediterranen Nachbarn wie Thymian (Thymus officinalis) oder Rosmarin (Rosmarinus officinalis), macht sich der Griechische Bergtee gut.

Die richtige Pflege

Als robustes Gebirgskraut bedarf der Griechische Bergtee kaum Pflege. Grundsätzlich gilt, nur wenig zu gießen, doch bei Bedarf sollte die Pflanze mäßig gewässert werden. Wichtig ist hierbei, unbedingt Staunässe zu vermeiden. Zudem tut ein jährliches Umtopfen dem wuchsfreudigen Kraut sehr gut. Damit die Sideritis-Pflanze fest wurzeln kann, sollte dies im Frühjahr, am besten im März, erfolgen. Hierfür muss man die Wurzeln des Gewächses mit einer Grabegabel vorsichtig ausgraben und in einen größeren Topf mit durchlässiger, nährstoffarmer Erde setzen. Da die Sideritis scardica-Pflanzenährstoffarmen Boden bevorzugt, kann das Düngen vernachlässigt werden. Ein ordentlicher Rückschnitt im Herbst – und zwar nach der Blütezeit – tut dem winterharten Kraut äußerst gut. Hierfür können Sie Ihren Griechischen Bergtee radikal bis zur Stielbasis schneiden. Im kommenden Frühjahr wird Sideritis scardica dann wieder kräftig sprießen. Für raue, frostreiche Lagen empfiehlt es sich aber eher, das abgestorbene Kraut über den Winter an der Pflanze zu lassen und erst im Frühjahr vor dem Neuaustrieb zu schneiden.

Ist Griechischer Bergtee winterhart?

Angepasst an das raue Bergklima ist der Griechische Bergtee recht winterhart und kann bei Temperaturen bis zu -23 °C auch im Freien überwintern. Zur frostigen Jahreszeit empfiehlt es sich, ihn bodennah mit Reisig zu bedecken, um ihn vor Wintersonne sowie Kälte abzuschirmen. Die Topfkultur stellen Sie am besten an eine Hauswand, die vor kaltem Wind und Staunässe schützt.

Griechischer Bergtee
Als Gebirgskraut toleriert der Griechische Bergtee durchaus niedrige Temperaturen [Foto: herryN/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Am einfachsten gelingt eine Vermehrung von Griechischen Bergtee-Pflanzen mittels Aussaat. Hierfür können Sie gerne Ihre eigenen Sideritis scardica-Samen verwenden. Angezogen wird das Saatgut bereits zwischen März und Mai. Da der Griechische Bergtee zu den Lichtkeimern zählt, ist es wichtig, dass seine Samen nicht zu sehr mit Erde bedeckt werden:

  • Samen in einen Topf mit sandiger Anzuchterde leicht eindrücken
  • Pflanztopf an einen hellen Ort stellen und bei 20 °C feucht halten
  • Nach der Keimung, nach ungefähr 7 – 14 Tagen, die Keimlinge kühler weiterkultivieren bei etwa 15 °C
  • Jungpflanzen nach den letzten Frösten ab Mitte Mai in Topf oder Beet pflanzen

Auch eine Vermehrung mittels Stecklingen ist möglich:

  • Etwa 15 cm des oberen Triebes abschneiden und die untere Hälfte der Blätter entfernen
  • Steckling bis zur Hälfte in einen Topf mit sandiger Anzuchterde stecken
  • An einen hellen Ort stellen und direkt angießen
  • Bei Zimmertemperatur belassen und Substrat feucht halten, damit der Steckling nach etwa 2 – 3 Wochen Wurzeln schlägt
  • Jungpflanze mit Wurzeln ab Mitte Mai an einen sonnigen, kargen und trockenen Standort pflanzen
Sideritis scardica-Samen
Nach der Blüte entwickelt das Eisenkraut Samen, die sich zur Anzucht eignen [Foto: Tfotographia/ Shutterstock.com]

Griechischen Bergtee ernten und trocknen

Bereits zur ersten Blüte im Juni können Sie den Griechischen Bergtee ernten. Für den Tee werden Stiel, Blätter sowie Blüte verwendet. An einem warmen Tag können Sie die Teile vor der Mittagszeit abschneiden. Achten Sie darauf, dass vorzugsweise jegliche Tautropfen auf der Pflanze bereits verdunstet sind. Griechischer Bergtee kann entweder frisch zubereitet oder in Bündel gefasst und mit der Schnittseite nach oben zum Trocknen aufgehängt werden. Hierfür und für die Lagerung wählt man einen absonnigen und luftigen Ort. Zudem sollte dieser trocken sein, um Schimmelbildung zu verhindern. Getrocknetes Kraut kann in der Regel mehrere Jahre aufbewahrt werden, allerdings wird es mit der Zeit an Aroma verlieren.

Griechischer Bergtee-Ernten
Getrocknet kann man den Bergtee lange lagern [Foto: Lydia Vero/ Shutterstock.com]

Verwendung und Wirkung von Griechischem Bergtee

Stängel, Blüte und Blätter werden zu einem aromatischen Kräutertee aufgegossen. Der Griechische Bergtee besitzt einen zitronig-minzigen Geschmack mit feiner Zimtnote. Für die Zubereitung werden frische oder getrocknete Pflanzenteile zerstückelt und etwa 5 bis 10 g davon in einem Liter heißem Wasser aufgebrüht. Die übliche Ziehzeit des Griechischen Bergtees beträgt bis zu 15 min.

Bereits in der Antike wurde Sideritis scardica gepflückt und als Heißgetränk aufgegossen. Traditionell wurde er zur Beruhigung getrunken. Schon die alten Griechen schätzten den Griechischen Bergtee für seine gesunde und heilende Wirkung. Heutzutage werden die Inhaltsstoffe des Griechischen Bergtees den sogenannten adaptogenen Stoffen zugeordnet, welche die Gesundheit des menschlichen Körpers auf diverse Weise fördern sollen. Diese umfassen unter anderem Spurenelemente wie Zink und Kalium, verschiedene ätherische Öle sowie Flavonoide, die antiinflammatorisch, antiseptisch und antioxidativ wirken. So wird Sideritis scardica insbesondere als immunfördernde Pflanze gegen Erkältung eingesetzt. Griechischer Bergtee findet ebenfalls Verwendung als Mittel gegen Magen-Darm-Probleme. Das Kraut lindert Entzündungen im Verdauungstrakt und regt zudem den Stoffwechsel an. Auch die Psyche soll von dem Heilkraut profitieren: So fördert der Tee das mentale Wohlbefinden, indem er den Abbau des Botenstoffes Serotonin im Gehirn verlangsamt.

Als Heilpflanze ist Griechischer Bergtee nicht giftig. Schwangere sollten allerdings auf einen Konsum verzichten, da seine Inhaltsstoffe in hoher Dosierung als weheneinleitend gelten.

Zubereitung des Griechischen Bergtees
Der Griechische Bergtee hat ein zitronig-minziges Aroma [Foto: Lana_M/ Shutterstock.com]

Wenn man von Schnupfen und Halsschmerzen geplagt wird, wird erstmal versucht, die Symptome selbst zu lindern, bevor der Hausarzt aufgesucht wird. Nicht nur Griechischer Bergtee hilft gegen die verstopfte Nase, die Auswahl an Kräutern gegen Erkältungen ist groß.