Kümmel: Anbau im eigenen Garten leichtgemacht

David
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Ich habe einen Master-Abschluss in Gartenbauwissenschaften und bin zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.

Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

Kümmel besticht durch seine würzenden Samen und deren Heilkraft. Wir zeigen, wie der Anbau im eigenen Garten gelingt.

Insekten auf Kümmel
Kümmel ist ein Doldenblütler und ein Insekten-Magnet [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Bereits zu Zeiten von Karl dem Großen wurde Kümmel (Carum carvi) als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden und als krampflösendes Mittel verwendet. Es ist bekannt, dass Kümmel in der Zubereitung von Speisen sogar noch früher Verwendung fand – schon vor rund 2000 Jahren würzten die ersten Gourmets nachweislich mit Kümmelsamen. Als Vertreter der Doldenblütler (Apiaceae) ist der Kümmel mit weiteren Größen aus dem Küchengarten wie Dill (Anethum graveolens) oder Fenchel (Foeniculum vulgare) verwandt. Ursprünglich aus Südeuropa und Vorderasien stammend, erstreckt sich die natürliche Verbreitung des Kümmels mittlerweile über ganz Europa, Sibirien bis nach China. Wir zeigen Ihnen, wie sie den zweijährigen Doldenblütler auch im eigenen Garten gedeihen lassen können.

Kümmel anbauen – Schritt für Schritt

  • Standort: Im Gegensatz zu den meisten mediterranen Küchenkräutern fühlt der Kümmel sich nicht auf einem gut drainierten, durchlässigen Boden wohl. Feuchte, lehmige Böden in sonniger bis halbschattiger Lage stellen das beste Habitat für das Doldenblütengewächs dar. Der pH-Wert sollte mit 6,0 – 7,5 verhältnismäßig hoch liegen. Wer dem Kümmel keinen optimalen Gartenboden bieten kann, der kann eine hochwertige Komposterde wie unsere Plantura Bio-Komposterde verwenden. Zu anderen Apiaceae wie Möhre, Fenchel oder Dill sollte in der Nachbarschaft aufgrund von Unverträglichkeiten Abstand gewahrt werden. Bis zum wiederholten Anbau von Kümmel an der gleichen Stelle ist es ratsam, eine fünfjährige Anbaupause einzuhalten. Grundsätzlich kann Kümmel natürlich auch in Gefäßen angebaut werden – auch dabei ist ein Substrat mit den oben genannten Eigenschaften empfehlenswert. Außerdem ist bei der Wahl des Gefäßes zu beachten, dass Kümmel eine etwa 15 cm lange Pfahlwurzel ausbildet – der Topf sollte also entsprechend tief sein.
Plantura Bio-Komposterde
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  • Vermehrung: Der echte Kümmel wird über Aussaat vermehrt. Etwa drei Wochen dauert es, bis die Keimung des Doldenblütlers bei durchschnittlichen Temperaturen von 20 °C eintritt. Die Abdeckung mit einer zu dicken Substratschicht kann die Keimung des Lichtkeimers ersichtlich erschweren. Soll direkt ins Freiland ausgesät werden, kann dies ab April durchgeführt werden. Natürlich kann Kümmel auch schon auf der Fensterbank vorgezogen und im Mai als Jungpflanze ausgesetzt werden. In diesem Fall kann mit der Aussaat bereits ab Februar begonnen werden. Wenn die zweijährige Pflanze im zweiten Standjahr an ihrem Platz abgeblüht werden lässt, so sät sie sich von selbst an Ort und Stelle aus und keimt im nächsten Frühjahr. Aufgrund der empfohlenen Anbaupause ist dies jedoch nicht ratsam – deshalb einfach die Dolden entfernen, um dann auch die begehrten Kümmelsamen zu ernten.
Samen des Kümmels
Kümmel bildet im zweiten Standjahr Blüten und Samen, die geerntet werden können [Foto: Dineshahir/ Shutterstock.com]
  • Kombinierter Anbau: Kümmel ist eine sogenannte zweijährige Pflanze. Im Jahr der Aussaat wächst sie einfach nur, ohne dass sie großen Nutzen bringt. Durch den Winter erfährt eine zweijährige Pflanze einen Reiz und blüht im zweiten Jahr. Danach stirbt sie ab. Die Blüte des Kümmels tritt übrigens im Mai und Juni ein. Da im ersten Jahr die Fläche durch den Kümmel sozusagen blockiert wird, ohne etwas ernten zu könne, sind im kommerziellen Anbau verschiedene kombinierte Anbausysteme mit weiteren Pflanzenarten gängige Praxis. Diese lassen sich auch auf den heimischen Garten übertragen. So kann Kümmel auch erst im Juli oder August im Anschluss an die Ernte einer vorausgehenden Kultur ausgesät werden. Populär ist auch der Anbau mit sogenannten Deckfrüchten wie zum Beispiel Mais. Die Deckfrucht überwächst den Kümmel im ersten Jahr, wird aber auch noch im Aussaatjahr geerntet. Im zweiten Jahr kann der Kümmel dann die gesamte Fläche für sich beanspruchen. In der Regel gehen diese kombinierten Anbausysteme etwas auf Kosten der Entwicklung und Wuchskraft und somit auch zu Ungunsten des Kümmelertrages.
  • Gießen und Düngen: Die ausgewogene Wasserversorgung des Kümmels ist sehr wichtig. Bereits bei kurzen Trockenperioden ist es essentiell, auch beim Anbau im Beet umgehend zu wässern. Die Nährstoffversorgung ist ausreichend, wenn wenige Wochen vor der Aussaat mit Vorbereitung des Saatbeetes etwas organisches Material wie Mist oder Kompost in den Boden eingearbeitet wird. Dies kann man im zeitigen Frühjahr des zweiten Jahres wiederholen, sodass die zweijährige Pflanze gestärkt aus der Winterruhe hervorgehen kann.
  • Ernte: Neben dem Kümmelsamen kann auch das Laub der zweijährigen Pflanze als Ersatz für Dill oder Petersilie in der Küche Verwendung finden. Die feinen Blätter können einfach bis zum Eintreten der Blüte im zweiten Jahr geschnitten werden. Wird zu viel Laub entfernt, schwächt das die Pflanze allerdings erheblich und führt zu einem geringeren Kümmelsamenertrag. Um an den würzig-scharfen Kümmelsamen zu gelangen, muss man die Pflanze im zweiten Jahr abblühen lassen. Im Juli färben sich die Blütenstände braun – dann ist die Zeit für die Ernte gekommen. Die ganzen Pflanzen können einfach abgeschnitten werden, denn der Kümmel würde ohnehin absterben. Im gleichen Zuge könnte noch die unterirdische Pfahlwurzel geerntet werden. Sie besitzt eine dezente Kümmelnote im Geschmack und kann als Gemüse gekocht werden.
getrocknete Kümmelsamen
Kümmelsamen können problemlos getrocknet und dunkel mehrere Jahre gelagert werden [Foto: Patimat05/ Shutterstock.com]
  • Lagerung: Nach der Ernte werden die Blütenstände des Kümmels zunächst für einige Tage getrocknet. So gelangt man einfacher an die Samen, welche im Anschluss problemlos in einem luftdichten Gefäß gelagert werden können. Dank der vorausgehenden Trocknung, beginnen sie auch nicht zu schimmeln.

Damit man würzig-scharfe Kümmelsamen ernten kann, kommt es besonders auf das Gießen an. Wie man Kümmel richtig gießt und erntet erfahren Sie in diesem Artikel.

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