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Oregano ernten, haltbar machen & verwenden

Emile
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Ich habe Gartenbauwissenschaften im Bachelor studiert und spezialisiere mich in meinem Master auf Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau. Ganz besonders interessiere ich mich für moderne und nachhaltige Ansätze beim Anbau von Obst und Gemüse. Meine Faszination für Obst und Gemüse stammt von meiner Leidenschaft fürs Kochen. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen, egal ob zu Hause oder auf Reisen. Besuche in Parks und botanischen Gärten sowie Naturspaziergänge auf dem Land sind für mich ein wahrer Genuss.

Lieblingsobst: Erdbeere, Pfirsich und Nektarine
Lieblingsgemüse: Tomate, Pak Choi und grüner Spargel

Oregano zu ernten ist einfach und gehört zum Anbau des Krauts einfach dazu. Nach der Ernte kann man seinen Oregano auch trocknen, um ihn noch lange nutzen zu können.

getrockneter Oregano
Oregano ist ein wichtiges Gewürz in der italienischen Küche [Foto: catalina.m/ Shutterstock.com]

Der aus der Mittelmeerregion stammende Oregano oder Echter Dost (Origanum vulgare) gehört hierzulande zu den beliebtesten Küchenkräutern und zur Gattung Oregano (Origanum sp.). Egal ob frisch, getrocknet oder eingelegt, lässt sich der selbst geerntete Oregano ideal in fantastischen Gerichten einmischen. Wie man dafür bei der Oregano-Ernte sowie -Konservierung vorgeht und wie sich das Kraut gut verwenden lässt, erklären wir hier.

Oregano ernten: Wann und wie?

Während der Sommerzeit kann man ab Mai durchgehend Oregano ernten. Um eine optimale Ausbeute an geschmacksbildenden Aromastoffen zu erzielen, sollte die Oregano-Ernte im Sommer kurz vor Eintritt der Blüte durchgeführt werden. Ebenso ist der Gehalt ätherischer Öle höher, wenn in den Morgenstunden an regenfreien Tagen geerntet wird. Zwar kann man auch nach dem Eintreten der Blüte seinen Oregano ernten, allerdings wird er dann weniger Aroma haben. Der Zeitpunkt zur Ernte des Krauts bietet sich auch fabelhaft an, um Stecklinge zu sammeln,  mit denen man seinen Oregano vermehren kann. Alles, was man dazu wissen muss, haben wir bereits in einem Magazinartikel zusammengefasst.

Um Oregano richtig zu ernten besteht die Möglichkeit, die Blätter in Kleinstarbeit einzeln abzupflücken. Einfacher ist es jedoch, die Triebe als Ganzes etwa 10 cm oberhalb der Erdoberfläche abzuschneiden. Hierbei sollte man unbedingt ein sauberes und scharfes Messer oder eine Schere benutzen, um Verletzungen an den Pflanzen zu vermeiden. Diese radikalere Methode kann zu jedem Zeitpunkt im Sommer geschehen, da der Oregano sehr wuchskräftig ist und stets wieder austreibt. Es sollte einem jedoch bewusst sein, dass die Blüte ausbleiben kann, wenn der Schnitt in dem Jahr kurz vor der Blüte erfolgt. Wenn man die Aussaat des Oregano ernten möchte, sollte man daher nicht alles von der Pflanze ernten. Beide Erntemethoden fördern die Verzweigung der Pflanze.

Lagern von Oregano
Oregano sollte am besten kurz vor der Blüte geerntet werden [Foto: Michelle Lee Photography/ Shutterstock.com]

Oregano haltbar machen

Neben der erntefrischen Verarbeitung bieten sich drei Möglichkeiten an, um die Verwendbarkeit von Oregano zu verlängern.

Oregano trocknen

Seinen frischen Oregano zu trocknen ist kein Hexenwerk. Wie bei vielen Kräutern üblich, können die Triebe der Pflanze kopfüber aufgehängt werden. Ohne jeglichen Verlust an Aroma kann so der Oregano getrocknet werden. Im Anschluss rebelt man die Blätter von den Stielen und lagert diese unter Luftabschluss. So ist getrockneter Oregano länger als ein Jahr sehr gut verwendbar. Wer einen Dörrautomaten besitzt, kann auch mithilfe dieses seinen Oregano selber trocknen. Dafür legt man die einzelnen Blätter auf die Dörrgitter und lässt diese bei 35 bis 40 °C für 4 bis 5 Stunden trocknen. Wer seinen Oregano im Backofen trocknen will, kann die geernteten Blätter dort bei 50 °C ein bis zwei Stunden lang backen, bis sie trocken sind. Im getrockneten Zustand lässt sich der Oregano ideal verwenden, um Gerichte gut zu würzen.

Oregano einfrieren

In Eiswürfelbehälter oder Gefriertüten verpackt, können die erntefrischen Oreganoblätter prima portioniert eingefroren und je nach Bedarf wieder entnommen werden. Vor dem Einfrieren sollte man die Blätter erst einmal gründlich abwaschen und ordentlich abtropfen lassen. Eingefroren ist der Oregano dann bis zu 12 Monate lang haltbar. Das Oregano-Einfrieren kann allerdings teilweise dazu führen, dass das Aroma des Krauts etwas verloren geht, weshalb es nicht so empfehlenswert ist wie das Trocknen oder Einlegen.

Einlegen

Man kann seinen Oregano auch haltbar machen, indem man diesen in Öl einlegt. Die ätherischen Öle des Gewürzes gehen dann in das Speiseöl über. So eignet sich das würzige Öl sehr gut zum Braten, Marinieren oder für die Zubereitung von Salat-Dressing. Die Pflanzenteile sollten jedoch vollkommen im Öl versenkt sein und keinen Luftkontakt haben, damit Schimmelbildung verhindert wird. Es reicht bereits drei bis vier Zweige des Oregano zu verwenden, um dem Öl genügend Geschmack zu verleihen. Nachdem die Oregano-Triebe eingelegt wurden, sollte man diese mindestens zwei Wochen lang an einem dunklen und kühlen Platz durchziehen lassen. Dort ist das selbst gemachte Oregano-Gewürz-Öl etwa sechs Monate lang haltbar.

Oregano-Öl in einer kleinen Glaskaraffe
Oregano kann auch in Öl eingelegt werden [Foto: catalina.m/ Shutterstock.com]

Oregano: Wirkung und Verwendung

Beim Kochen findet Oregano oft eine Verwendung. Er ist wohl jedem aus der Zubereitung klassischer Gerichte der italienischen Küche bekannt. Saucen, Salatdressings und Marinaden lassen sich hervorragend mit dem herb-würzigen Kraut verfeinern. Es kann sowohl frisch als auch getrocknet mediterrane Stimmung bereiten. Zu Fleischgerichten eignet es sich ebenso wie für die Zubereitung von Eispezialitäten. Ein Alleskönner also, der wie kein Zweiter die passende Garnierung von herzhaften Teigspezialitäten beherrscht. Auf keiner Pizza darf gerebelter Oregano fehlen und auch andere italienische Klassiker wie das salzige Schiacciata oder Ciabatta mit Tomate-Mozzarella weiß Oregano gekonnt zu verfeinern.

Doch die Heilkraft soll bei all dem Können in der Küche nicht vergessen werden. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe entfaltet Oregano eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus. Er enthält gesunde ätherische Öle, Vitamine sowie Mineralstoffe und ist reich an Antioxidantien, wodurch Oregano für die menschliche Gesundheit viel Gutes leisten kann. Im Mittelalter wurde er bereits zum Einleiten der Geburt verabreicht und sollte als Räucherpflanze das Böse fernhalten. Heute weiß man, dass er bei Magen- und Darmbeschwerden als Tee eingenommen entkrampfend wirkt. Außerdem kann er bei bakteriellen Atemwegsinfektionen hilfreich sein. Zu Oregano-Öl verarbeitet kann das Kraut entzündungshemmend sein und allgemein gegen unreine Haut hilfreich sein. Allerdings kann Oregano bei manchen Menschen auch Allergien hervorrufen. Mögliche Symptome einer solchen Oregano-Allergie können ein Juckreiz oder Hautausschlag sein. Falls man eine solche Reaktion nach dem Verzehr von Oregano bemerkt, sollte man einen Arzt oder Apotheker aufsuchen.

Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Oregano und Majoran? In diesem Artikel können Sie nachlesen, wie man die beiden Kräuter auseinanderhalten kann.