Thymian: Steckbrief, Blüte & Herkunft

Franziska
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Ich studiere ökologische Landwirtschaft an der Uni Hohenheim und bin sehr pflanzen- und naturverbunden. Zuhause bewirtschaften wir einen kleinen Biobetrieb mit einigen Tieren, verschiedenen Ackerfrüchten und etwas Wald. Die Gewinnung von gesunden Lebensmitteln im Einklang mit der Natur begeistert mich jedes Mal wieder aufs Neue.

Lieblingsobst: Apfel, Birne und Zwetschge
Lieblingsgemüse: Kartoffel, Kürbis und Spinat

Thymian ist ein beliebtes Kräutergewächs, das aus kaum einem Kräuterbeet wegzudenken ist. Mit seinem mediterranen Aroma verfeinert er Speisen und seine Blütenpracht zieht verschiedenste Insekten an.

Thymian
Ein Thymianstrauch gehört in jeden Kräutergarten [Foto: Emilio100/ Shutterstock.com]

Der Echte Thymian (Thymus vulgaris) ist ein echter Klassiker unter den Gartenkräutern. Er gedeiht sowohl im Topf auf der Fensterbank als auch im Gartenbeet. Alles, was Sie über die Gewürzpflanze wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Thymian: Herkunft und Eigenschaften

Der Name Thymian ist vom Griechischen abgeleitet und bedeutet so viel wie Mut, Kraft oder Gemüt. Botanisch gesehen gehört der Echte Thymian neben anderen beliebten Kräutern wie Salbei (Salvia) und Lavendel (Lavandula angustifolia) zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Er ist auch unter dem Namen Gartenthymian oder Immenkraut bekannt. Ursprünglich stammt der Thymian aus dem Mittelmeerraum. Bereits im Mittelalter brachten Benediktinermönche den Thymian über die Alpen mit in heimische Klostergärten.

Heute wachsen in Deutschland noch einige Thymian-Sorten wild, dazu gehören zum Beispiel der Quendel (Thymus pulegioides), Frühblühender Thymian (Thymus praecox), Alpen-Thymian (Thymus alpinus) und Sand-Thymian (Thymus serpyllum). Mehr Informationen zu den verschiedenen Thymian-Arten und -Sorten erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Die Wirkung von Thymian als Heilkraut ist bereits lange bekannt, weshalb er nach wie vor zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Magenbeschwerden eingesetzt wird. Mindestens genauso beliebt ist das Kraut als Gewürz. Die ganze Pflanze enthält ätherische Öle, die einen mediterranen Geschmack entfalten und gut zu Fleisch- und Fischgerichten passen.

Thymian in Natur
Thymian kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum [Foto: jackbolla/ Shutterstock.com]

Thymian-Blüten und -Blätter

Der Echte Thymian wächst als mehrjähriger Halbstrauch und erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 40 cm. Je nach Art ist der Wuchs aufrecht oder kriechend. Seine vierkantigen Triebe sind stark verzweigt und mit zunehmendem Alter verholzen die Zweige immer mehr. Das ausgedehnte Wurzelwerk des Thymians bildet schnell Ausläufer. An den Zweigen befinden sich relativ kleine, kurz gestielte, elliptische Blätter, die am Rand etwas eingerollt sind. Sie sind meist silbrig-grün gefärbt, das variiert allerdings je nach Sorte. Die Blätter sind nicht behaart, dafür enthalten sie eine Menge Öldrüsen, die mit ätherischen Ölen gefüllt sind und dem Thymian sein typisches Aroma verleihen.

Die Blütezeit von Thymian erstreckt sich von Juni bis Oktober. In dieser Zeit bringt das Kraut kleine, blassrosa bis hellviolette Blüten in Scheinquirlen hervor. Die Form der Thymianblüten ist typisch für einen Lippenblütler, bestehend aus 5 Kronblättern und 4 Staubblättern. Nach der Blüte entwickeln sich ovale, dunkelbraune Nüsschen, die jeweils mehrere Samen enthalten.

Thymian-Blüte
Die typischen Lippenblüten blühen rosa oder violett [Foto: Petr Ganaj/ Shutterstock.com]

Ist Thymian bienenfreundlich?

Ja, Thymian ist bienenfreundlich. Mit seinen rosafarbenen Lippenblüten lockt er nicht nur Bienen, sondern auch noch eine ganze Menge weiterer Insekten an. Vor allem für Wildbienen stellt er eine wichtige Nahrungsquelle dar. Schmetterlinge machen sich den hohen Nektarwert der Thymianblüten ebenfalls gerne zunutze.

Thymian mit Biene
Thymian eignet sich wunderbar als Bienenweide [Foto: jlf06/ Shutterstock.com]

Ist Thymian mehrjährig?

Der Thymian ist ein mehrjähriger Halbstrauch. Das heißt, sobald die Temperaturen im Frühjahr wieder wärmer werden, treibt er nach der winterlichen Vegetationspause erneut aus. Hierbei ist der Echte Thymian im Vergleich zu anderen Thymianarten recht frosthart und hält Temperaturen bis –23 °C stand. Lavendelthymian (Thymus thracicus), Orangenthymian (Thymus fragrantissimus), Kümmelthymian (Thymus herba-barona) und Zitronenthymian (Thymus x citriodorus) hingegen sind nicht so robust gegenüber kalten Wintertemperaturen. Alle Informationen rund um das Überwintern von Thymian erfahren Sie hier.

mehrjähriger Thymian
Nach dem Winter treibt der Thymian erneut aus [Foto: Shaplov Evgeny/ Shutterstock.com]

Thymian-ähnliche Pflanzen mit Verwechslungsgefahr:

Gewächse der Gattung Thymiane (Thymus) sind in der Regel gut zu erkennen und werden kaum mit anderen Pflanzen verwechselt. Die Hauptmerkmale des Thymians sind zuallererst sein intensiver Geruch durch das ätherische Öl Thymol, die charakteristischen, kleinen Blätter, der halbaufrechte, kriechende Wuchs und die häufig rosafarbenen Lippenblüten. Lediglich innerhalb der Gattung kann es zu Bestimmungsschwierigkeiten kommen. Hier wird zum Beispiel häufig der Echte Thymian mit dem Quendel verwechselt, welcher ein milderes Aroma als der Echte Thymian besitzt.

Thymian pulegioides
Quendel wächst auch wild und sieht dem Echten Thymian zum Verwechseln ähnlich [Foto: Cora Mueller/ Shutterstock.com]

Gibt es giftigen Thymian?

Nein, Thymian ist nicht giftig. Der im Thymian enthaltene Wirkstoff Thymol ist zwar schwach giftig – um Symptome wie Schwindel, Erbrechen und Kopfschmerzen hervorzurufen, muss aber eine sehr große Menge an Thymian aufgenommen werden. Wird er ganz normal als Gewürz oder Heilkraut verwendet, ist er völlig unbedenklich. In der Schwangerschaft sollten Sie allerdings auf Thymiantee und ähnliches verzichten, da die ätherischen Öle eine entspannende Wirkung auf die Gebärmuttermuskulatur haben und somit vorzeitige Wehen auslösen können. Für Haustiere wie Hund und Katze ist Thymian unbedenklich. Teilweise wirkt er sogar förderlich, da er in geringen Dosen die Verdauung anregt und somit das Wohlbefinden Ihrer Lieblinge steigert. Auch als Bodendecker verwendete Thymian-Arten sind ungiftig, sie werden nur nicht als Gewürz verwendet, da sie nicht den typischen Thymiangeschmack haben.

ungiftiger Thymian
Eine normale Dosis Thymian ist unbedenklich für Mensch und Tier [Foto: Madeleine Steinbach/ Shutterstock.com]

Möchten Sie nun selbst Thymian in Ihrem Garten anbauen? Hier finden Sie Tipps zum Pflanzen von Thymian.

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