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Aubergine anbauen: Tipps vom Experten

Die Aubergine ist ein mediterraner Gemüse-Klassiker. Dennoch kann eine Auberginen-Pflanze auch hierzulande mit ein paar Tipps angebaut werden.

Bisher ist die Aubergine (Solanum melongena) eher selten in den Gärten unserer Breitengrade anzutreffen und wird meistens einfach im Supermarkt gekauft. Doch generell weist der Auberginenanbau eine lange Kulturgeschichte auf. Die Aubergine ist ein Nachtschattengewächs (Solanaceae) stammt ursprünglich aus Ostasien. Über die Jahrhunderte hat sie sich bis zum Mittelmeerraum ausgebreitet, wo sie auch heute noch auf vielen Tellern zu finden ist. Hierzulande ist die Auberginenpflanze kühleren Temperaturen ausgesetzt – mit der richtigen Technik gelingt der Anbau aber auch hier. Wir geben Tipps und Tricks, wie der Auberginenanbau auch in Ihrem Garten von Erfolg gekrönt wird.

Aubergine – Obst oder Gemüse?

Viele stellen sich die Frage, ob es sich bei der Aubergine aufgrund ihres ungewöhnlichen Aussehens um Obst oder Gemüse handelt. Tatsächlich gibt es kaum definierte Unterschiede zwischen Obst und Gemüse, trotzdem wird die Aubergine allgemein als Fruchtgemüse bezeichnet. Auberginenpflanzen werden meist mehrjährig kultiviert und sind eng verwandt mit Tomaten und Paprika, die eher als Gemüse bezeichnet werden. Zudem wird Aubergine nicht roh gegessen und ist nicht sehr süß, daher wird auch sie als Gemüse eingestuft.

Auberginen-Anbau: Wann ist Saison?

Anders als bei vielen anderen Gemüsesorten sollten Sie früh mit der Aussaat beginnen. Die Saison beginnt bereits im Winter ab Januar-Februar mit dem Aussäen in Töpfen. Die Ernte kann vom Spätsommer bis in den Herbst dauern. Generell ist die Auberginenpflanze ein Gemüse mit langer Wachstumsdauer. Bei der Aubergine handelt es sich um ein Nachtschattengewächs, das (ähnlich wie die verwandte Tomate) empfindlich auf Kälte reagiert. In unseren Breiten empfiehlt sich daher der Anbau im Gewächshaus. Alternativ kann auch ein sonnenverwöhnter Platz an der Südseite von Gebäuden gewählt werden. Achten Sie in jedem Fall auf einen ausreichend warmen Standort.

Aubergine Blüte lila violett

Auberginen zählen, wie die Tomate zu den Nachtschattengewächsen [Foto: ali graneyCC BY 2.0]

Auberginen richtig pflanzen

Da es sich bei der Aubergine um eine sehr langsam keimende Pflanze handelt (2-6 Wochen), werden die Samen ab Ende Januar bis spätestens Anfang März ausgesät und auf der Fensterbank vorgezogen. Wichtig dabei ist eine Temperatur von 20-25 °C. Säen Sie die Samen 1 bis 2 cm tief ein und drücken Sie die Erde dann ein wenig an. Sobald die Samen keimen und sich die ersten Laubblätter (nicht Keimblätter) zeigen, können Auberginenpflanzen pikiert werden. Am besten verwenden Sie nicht allzu kleine Töpfe, da die Jungpflanzen noch einige Zeit dort verbringen werden.

Folgende Produkte unterstützen eine erfolgreiche Anzucht:
  • Floragard Bio Kräuter- & Aussaaterde: Hochwertige Spezialerde zur Anzucht von Pflanzen oder Kultivierung von Kräuter. Die feine und lockere Struktur sorgt für eine gute Wasseraufnahme, eine sichere Keimung und ein kräftiges Wachstum.
  • Anzuchttöpfe: Aus natürlichem Torf mit Spurennährstoffen für ein kontrolliertes Wachstum der Sämlinge.
  • Zimmergewächshaus: Mini-Gewächshaus mit wasserdichter Plastikwanne und durchsichtiger Abdeckhaube.

Auberginen im Freiland oder Gewächshaus pflanzen

Genau wie alle anderen wärmeempfindlichen Gewächse können die jungen Auberginenpflanzen nach den Eisheiligen ab Mitte Mai ins Freiland gepflanzt werden. Auberginen lieben einen nährstoffreichen Boden, es sollte deshalb am besten vor dem Auspflanzen Kompost eingearbeitet werden. Perfekt für den Auberginenanbau ist ein Gewächshaus, da die Pflanze dort mehr Wärme bekommen  als das im Freiland der Fall wäre. Pflanzen Sie die jungen Auberginenpflanzen mit einem Abstand von 60 x 60 cm aus. Da Auberginen gerne sehr ausladend wachsen und die Früchte schwer werden können, empfiehlt sich ein Stab als Stütze für die Pflanze. Im Freiland empfiehlt sich am Anfang die Verwendung einer schwarzen Mulchfolie, damit die Pflanze eine wärmere Umgebung hat.

Für das richtige Pflanzen bei Auberginen sollten Sie auf diese Hinweise achten:

  • Aussaat von Ende Januar bis Anfang März im Haus (1-2 cm tief bei mindestens 20°C)
  • Pikieren nach den ersten Laubblättern
  • Auspflanzen ins Freiland ab Ende Mai an geschützten Standort oder ins Gewächshaus (Abstand 60 x 60 cm)
  • Stab als Stütze für die Pflanzen
  • Als Kälteschutz am Anfang schwarze Mulchfolie verwenden

 Auberginen im Topf

Auberginenpflanzen eignen sich ebenso prima für die Kultur im Topf, auf dem Balkon oder der Terrasse. Wichtig für die erfolgreiche Aufzucht ist ein ausreichend großer Kübel von mindestens zehn Litern Fassungsvermögen. Da es in vielen Regionen ein wenig kühl für das exotische Gemüse ist, empfiehlt sich ein Standort direkt an der Hauswand. Die Pflanze kann so von der Wärmestrahlung profitieren.

Auberginen pflegen

Damit der Auberginenanbau zum Erfolg wird, sollten Sie mehrere Tipps zur Pflege der Pflanzen beachten:

Auberginen ausgeizen und schneiden

Bei Auberginen kann es sich durchaus lohnen, einige Seitentriebe zu entfernen. Dies führt dazu, dass die Pflanze mehr Energie für die Versorgung der übrigen Triebe hat und sie nicht zu ausladend wird. Es wird dabei folgendermaßen vorgegangen: Lassen Sie nur 2 bis 3 Haupttriebe wachsen und entfernen Sie weitere Seitentriebe regelmäßig. Untere Blatttriebe sollten ebenfalls entfernt werden. Anders als beim Geizen von Tomaten sollten die Triebe lieber mit einem scharfen Messer abgeschnitten werden, damit es nicht zu Infektionen kommt. Sobald Blüten gebildet werden, sollten Sie darauf achten, dass nur 2 bis 3 Früchte pro Trieb gebildet werden. Dadurch kann die Pflanze genug Energie in die Ausbildung der wachsenden Auberginen stecken.

Aubergine im Beet

Das Ausgeizen der Seitentriebe wirkt sich positiv auf die Fruchtentwicklung aus [Foto: hardworkinghippy : La Ferme de SourrouCC BY-SA 2.0]

Auberginen gießen und düngen

Auberginenpflanzen sollten regelmäßig gegossen werden, da die Früchte ansonsten kleiner ausfallen können. Es ist zu beachten, dass beim Anbau im Topf öfter gegossen werden muss, da die Erde schneller austrocknet. Trotzdem sollten Sie die Pflanzen sowohl im Freiland als auch im Topf nicht übermäßig bewässern, um das Risiko von Wurzelfäule zu minimieren. Auberginenpflanzen vertragen als Starkzehrer im Garten viele Nährstoffe. Das Einarbeiten von Kompost vor dem Auspflanzen ist ein sehr guter Start für die jungen Pflanzen. In der Hauptwachstumsphase im Sommer empfiehlt sich darüber hinaus der mehrmalige Einsatz von Tomatendünger. Als organische Alternative bietet sich Brennnesseljauche an.

Bei der Pflege von Auberginenpflanzen sollten die folgenden Tipps beachtet werden:

  • Seitentriebe ausgeizen und nur 2-3 Früchte pro Trieb wachsen lassen
  • Pflanzen regemäßig, aber nicht übermäßig gießen
  • Als Düngung zu Anfang Kompost und später einige Male Tomatendünger oder Brennnesseljauche verwenden

Auberginen-Pflanzen: Ausgewählte Sorten

Wer an Auberginen denkt, hat das Bild des länglichen und tiefvioletten Gemüses im Kopf. Tatsächlich sind die Sortenvariationen sehr ausgefallen und reichen von der klassisch violetten Farbe über weiße Sorten bis hin zu gestreiften Exemplaren. Wir stellen Ihnen hier kurz die beliebtesten Auberginensorten vor:

Klassisches Aussehen:

  • Adria (F1): neuere Sorte mit keulenförmigen, dunkelvioletten Früchten; gutes Aroma.
  • Anet (F1): klassische Auberginenoptik mit keulenförmigen, dunkelvioletten bis schwarzen Früchten; besonders wärmeliebend und bestens für einen Anbau im Folientunnel oder Tomatenhaus geeignet.
  • Money Maker (F1): moderne und besonders im Hobbyanbau beliebte Sorte; frühreif und reichtragend; sehr längliche, dunkelviolette Früchte; benötigt weniger Wärme als andere Sorten.
  • Ophelia (F1): Züchtung, die sich aufgrund des kompakten Wuchses besonders für die Kultur auf dem Balkon oder der Terrasse eignet; kleinere, keulenförmige und lilafarbene Früchte mit einem sehr guten Geschmack; sehr reichtragend.

Außergewöhnliche Sorten:

  • Bambino: kleine, runde Früchte mit violetter Farbe; eignet sich perfekt für die Kultur im Topf.
  • Casper: keulenförmige Auberginensorte mit auffällig weißer Schale; besonders zart und feines Fruchtfleisch.
  • Prosperosa: Traditionssorte aus Italien mit kugelförmigen, tiefvioletten (mit einem weißen Rand an den Kelchblättern) Früchten; hervorragender Geschmack.
  • Violette de Firenze: weiß-hellviolette runde Früchte; traditionelle Sorte aus Norditalien mit mittlerem Wärmebedarf

Auberginen ernten und lagern

Je nach Sorte und Entwicklung können Auberginen ab Ende Juli und bis zu den ersten Nachtfrösten im Herbst geerntet werden. Der richtige Erntezeitpunkt ist bei Auberginen besonders wichtig, da sie bei einer zu frühen Ernte als auch bei Überreife nicht mehr gegessen werden sollten. Ist das Gemüse noch zu unreif und grün, ist der Verzehr giftig. Verantwortlich dafür ist das Toxin Solanin, mehr über das Thema giftige Auberginen können Sie hier lesen. Bei einer Überreife wird die Frucht im Innern allmählich braun und weich – auch nicht mehr wirklich für den Verzehr zu empfehlen.

Auberginen schmecken am besten, wenn sie direkt nach der Ernte gegessen werden. Eine kurze Lagerung ist bei niedrigen Temperaturen im Kühlschrank möglich. Wir empfehlen jedoch immer den Verzehr innerhalb weniger Tage.

Mehr Informationen zur Ernte und Lagerung von Auberginen finden Sie hier.

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