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Bärlauch anpflanzen: Den wilden Knoblauch selbst pflanzen

Bärlauch ist ein naher Verwandter des Knoblauchs und der Zwiebel. Wir zeigen Ihnen, wie und wann Sie Bärlauch anpflanzen, ernten und haltbar machen können.

wilder Bärlauch im Wald

Bärlauch kommt typischer Weise in feuchten, europäischen Auenwäldern vor [Foto: iStock.com/wayra]

Bärlauch (Allium ursium) zählte für lange Zeit nicht zu den typischen Gartengemüsen. Heute erfreut er sich jedoch wieder vermehrt größerer Beliebtheit. Woher der Name des würzigen Frühblühers stammt, ist nicht endgültig geklärt. Die einen behaupten, dass der Bärlauch aufgrund seiner gesunden Inhaltsstoffe und seines frühen Wachstums auch von Bären nach langen und kargen Wintern verspeist wurde. Andere wiederum sagen, er verleihe „Bärenkräfte“ und habe eine heilende Wirkung. Bärlauch kommt typischer Weise in feuchten, europäischen Auenwäldern vor. In diesem Artikel finden Sie hilfreiche Tipps und Tricks, wie Sie das aromatische Würzkraut auch im heimischen Garten anbauen können.

Bärlauch anbauen: Der richtige Standort

In der Natur bevorzugt der Bärlauch halbschattige Plätze in feuchten Auenwäldern oder an Bachläufen. Auch im heimischen Garten sollte man diesen Standortansprüchen gerecht werden. Halbschattig bedeutet in diesem Fall nicht, dass der Bärlauch auf der Nordseite einer Hecke oder eines Hauses am besten gedeiht, wo ganztägig Schatten herrscht. Es genügt ein Ort, an dem nur halbtägig Sonneneinstrahlung vorhanden ist, wie unter großen, freistehenden Bäumen.

Der Bärlauch liebt einen nährstoffreichen und humosen Untergrund. Im eigenen Garten genügt es, Kompost  oder ähnliche Pflanzsubstrate bei der Beetbereitung unterzumengen. Man sollte darauf achten, dass der Boden eine lockere Struktur hat. Vorzugsweise wächst der Bärlauch auf sandig-lehmigen Standorten. Um die Bedingungen eines Waldbodens zu simulieren, können beim Anpflanzen des Bärlauchs auch Laubreste untergemischt werden. Typisch für Auenwälder ist ein alkalisch bis neutraler pH-Wert im Boden. Im heimischen Garten kann man bei Bedarf etwas nachkalken, um den pH-Wert zu heben. Sie sollten den Standort zudem etwas feucht halten. An besonders trockenen Standorten freut sich der Bärlauch über eine gelegentliche Wassergabe, jedoch sollte der Boden nicht durch das Gießen gesättigt werden.

Wer keinen eigenen Garten zur Verfügung hat, kann seine Bärlauchpflanzen im Topf auch auf dem Balkon großziehen. Auch hier sollte auf einen halbschattigen Standort geachtet werden, den man z.B. durch das Platzieren des Bärlauchs neben einer wüchsigeren Pflanze einrichten kann. Die Bedingungen für das Pflanzbett sind denen des Anbaus im eigenen Garten sehr ähnlich. Allerdings genügt hier die alleinige Verwendung von Kompost.

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Bärlauch-Pflanzen kaufen oder Bärlauch säen?

Es gibt zwei Möglichkeiten, Bärlauch im heimischen Garten anzubauen. Zum einen können Setzpflanzen gekauft werden, zum anderen sind Bärlauch Samen im Handel erhältlich. Die Setzpflanzen sind im Handel für 3 bis 5 Euro je Topf erhältlich, wobei ein Topf meist mehrere Pflanzen enthält. Samen sind wesentlich günstiger: 100 Samen gibt es schon ab 0,99 Euro (plus Versand) zu kaufen.

Wilder Bärlauch Blütenmeer

Bärlauch kann wie ein grünes Meer über den Boden wachsen [Foto: Till WestermayerCC BY-SA 2.0]

In der Pflanz-, bzw. Saattechnik unterscheiden sich die beiden Anbauweisen jedoch nur wenig. Beide bevorzugen die oben beschriebenen Bodenverhältnisse. Einzig die Ablagetiefe und der Anbauzeitpunkt unterscheiden sich. Entscheidet man sich für die Setzpflanzen, so sollten die in der Regel jungen Pflanzen im März gesetzt werden, da hier auch die eigentliche Erntezeit der hellgrünen und saftigen Blätter stattfindet. Hierzu sollte die gesamte Pflanze samt Zwiebelknolle aus dem Topf entfernt werden und in 7 bis 10 cm Tiefe gepflanzt werden. Ein Abstand von 10 cm zur nächsten Pflanze ist ausreichend.

Der Bärlauch ist ein Kaltkeimer. Wer sich dafür entscheidet, Bärlauch säen zu wollen, der muss die Samen im Herbst ausbringen oder vorher im Gefrierfach stratifizieren (Keimung aktivieren). Entscheidet man sich für die direkte Saat der Samen, so sollte diese im Herbst stattfinden, um den Samen genügend Bodenfrost zu garantieren. Die Ablagetiefe sollte 3 bis 5 cm betragen. Auch hier genügen 10 cm Abstand zum nächsten Samen.

Bärlauch vermehren

Der Bärlauch ist eine sehr robuste Wildart. Nach einigen Jahren sollten sich die Pflanzen über Streuung selbst vermehren. Nach der Blüte des Bärlauchs im April, beginnt die Abreife und die Blätter der Pflanze vertrocknen. Im späten Mai bis frühen Juni sind die Samen reif und fallen auf den Boden. Hier verharren sie in Keimruhe bis sie durch die Winterfröste aktiviert werden, sodass sie im nächsten Frühjahr wieder keimen können.

Achtung: Es kann dazu kommen, dass die Samen erst im zweiten Jahr nach der Aussaat keimen, da die Bedingungen im Winter nicht geeignet waren, um die Keimruhe zu unterbrechen.

Alternativ kann man den Bärlauch auch über die Zwiebeln vermehren. Hierzu müssen die Bärlauchzwiebeln ausgegraben und geteilt werden. Die geteilte Zwiebel ist voll keimfähig und sollte an anderer Stelle in 7 bis 10 cm Tiefe wieder eingepflanzt werden.

Hinweis: Lassen Sie Ihrem Bärlauch bei der Vermehrung etwas Platz, da sich der Bestand im Laufe der Zeit ohnehin verdichtet.

Bärlauch pflanzen im Garten

Bärlauch kann entweder über Samen oder die Zwiebel vermehrt werden [Foto: iStock.com/emer1940]

Die wichtigsten Schritte der Vermehrung kurz zusammengefasst:

Vermehrung über Samen

  • Samen werden Ende Mai/Anfang Juni reif
  • Verbreitung durch Säen (spätestens im Herbst!) oder Selbststreuung
  • Keimruhe wird durch Frost im Winter unterbrochen
  • Keimung im nächsten Frühjahr

Vermehrung durch Zwiebeln

  • Bärlauchzwiebel ausgraben und teilen
  • beide Hälften wieder eingraben (7-10 cm Ablagetiefe)
  • genügend Platz zur Nachbarpflanze lassen

Bärlauch ernten

Der Bärlauch ist ein aromatisches Würzkraut, dessen Blätter vielfältige Verwendungsmöglichkeiten bieten. Am schmackhaftesten sind die Blätter, wenn sie noch jung und saftig sind. Der beste Zeitpunkt zur Ernte ist Mitte März. Die Blätter des Bärlauchs weisen hier noch eine leicht hellgrüne Farbe auf, sind saftig und voller Nährstoffe. Je länger man wartet, umso faseriger und dunkler werden die Blätter. Im April können die Blätter schon einen Großteil ihres Aromas eingebüßt und einen bitteren Geschmack entwickelt haben, da der Bärlauch kurz vor der Blüte steht. Bevor man seinen Bärlauch das erste Mal erntet, sollte die erste Blüte abgewartet werden, um ein Fortbestehen des Bestandes durch Selbstaussaat zu sichern. In den folgenden Jahren kann dann bis zur Hälfte des Bärlauchs geerntet werden, um eine stabile Vermehrung und Aufrechterhaltung des Pflanzenbestandes zu gewährleisten.

Der Anbau von Bärlauch im Überblick:

  • Geeigneten Standort finden
  • Boden mit Substrat aufwerten (evtl. Kalken)
  • Boden auflockern
  • Bärlauch säen (Herbst) oder Bärlauch pflanzen (im Frühjahr)
  • Bärlauch ernten (Mitte März)

Bärlauch haltbar machen

Da der Bärlauch nur in einem relativ kurzen Zeitfenster geerntet werden kann, ist es wichtig, ihn richtig zu lagern. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie Sie Ihren schmackhaften Bärlauch auch noch lange nach der Ernte genießen können:

  • Bärlauch frisch lagern: Im frischen Zustand lässt sich der Bärlauch leider nur einige Tage aufbewahren. Hierzu sollte er in einem feuchten Tuch eingewickelt oder einem leicht angefeuchteten Gefrierbeutel in den Kühlschrank gelegt werden.
  • Bärlauch trocknen: Sie können Ihren selbst geernteten Bärlauch auch getrocknet aufbewahren, jedoch gehen beim Prozess des Trocknens die charakteristischen Aromen verloren und auch die wertvollen Nährstoffe verflüchtigen sich zum Großteil. Von dieser Methode der Lagerung raten wir demnach eher ab.
  • Bärlauch einfrieren: Wenn Sie länger von Ihrer Ernte zehren wollen, sollten Sie den Bärlauch einfrieren. Dazu sollten die Blätter geschnitten bzw. gehackt werden und in ein Gefriergefäß gegeben werden. Der Bärlauch kann nun direkt eingefroren werden. Zusätzlich kann man den Bärlauch auch mit Wasser übergießen und dann einfrieren, um eine bessere Portionierung zu erreichen.
  • Bärlauch verarbeiten: Eine weitere und gute Möglichkeit, um Bärlauch haltbar zu machen, stellt die direkte Verarbeitung dar. Dies kann in Form eines leckeren Pestos oder Öls passieren.

Bärlauch sammeln: Im Wald eigene Setzlinge suchen

Anstatt Setzlinge im Handel zu kaufen, können Sie natürlich auch selber losziehen, um wilden Bärlauch zu sammeln. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, da die Pflanzen mit Fuchsbandwürmern infiziert sein können. Es empfiehlt sich daher, den Bärlauch vor dem Verzehr zu kochen. Auch lässt sich der Bärlauch leicht mit dem giftigen Maiglöcken oder der Herbstzeitlose verwechseln. Hier finden Sie 13 Unterschiede, um eine Verwechslung auszuschließen.

Bärlauch pflücken ist nicht verboten, jedoch ist ein Rückgang der wilden Bestände zu beobachten. Beim Sammeln des Bärlauchs sollte daher gewissenhaft vorgegangen werden, um die Bestände nicht zu überstrapazieren. Wer Bärlauch pflücken möchte, ist gut beraten, sich vor der Suche über die Beschaffenheit des Bodens zu informieren. In Wäldern, die auf kalkhaltigem Gestein wachsen, sind besonders große Mengen an Bärlauch zu erwarten. Besonders am Fuß von Hanglagen kann man auf einen guten Fang hoffen, da hier größere Mengen an Kalk durch das herabfließende Wasser akkumuliert werden und so für einen hohen pH-Wert im Boden sorgen, was der Bärlauch liebt.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

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