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Baumwanzen: Ausbreitung im Haus & Möglichkeiten zur Bekämpfung

Baumwanzen verkriechen sich vor allem bei fallenden Temperaturen auch ins Haus. Was Sie dagegen tun und können, sowie mehr zur Baumwanze, finden Sie hier.

Baumwanze auf Blatt

Baumwanzen im Garten können zur Plage werden und sogar ins Haus kriechen [Foto: Marco Uliana/ Shutterstock.com]

Vor allem nach besonders warmen und langen Sommern können Baumwanzen (Petatomidae) zur echten Plage werden. Wenn die Temperaturen dann langsam sinken, suchen die Wanzen nach einem warmen Quartier für die Wintermonate, was sie häufig in unseren Wohnungen finden. Was Baumwanzen genau kennzeichnet, ob sie gefährlich sind und wie man sie im Haus am besten bekämpft, haben wir nachfolgende für Sie zusammengetragen.

Baumwanzen: Ein Steckbrief

Weltweit gibt es geschätzt 40.000 unterschiedliche Wanzenarten (Heteroptera) und von diesen leben ungefähr 3.000 hier bei uns in Europa. Die Baumwanzen sind eine Unterfamilie dieser Wanzen und sehen eigentlich relativ plump aus. Die Wanzen können von 5 mm bis zu 35 mm groß sein und haben stechende und saugende Mundwerkzeuge. Sie fressen (beziehungsweise saugen) an ihren Wirtspflanzen und verursachen dadurch Wachstumsstörungen und Verkrüppelungen. Leider können die Wanzen durch dieses Saugen an den Pflanzen auch Krankheitserreger übertragen und damit die Pflanzen noch zusätzlich schädigen. Erkennen lassen sich Wanzen relativ einfach an ihrer dreieckigen Form und ihrer unangenehmen Eigenschaft, übel zu riechen, denn die Wanzen können eine Flüssigkeit absondern, die alles andere als angenehm duftet. Sollten Sie schon einmal eine Wanze mit dem Finger zerdrückt haben, wissen Sie sicherlich, wovon hier die Rede ist.

Die Wanze, die im Herbst 2018 für Plagen in vielen Städten sorgte, ist die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), die in Asien beheimatet ist und nach Europa eingeschleppt wurde. Diese Marmorierten Baumwanzen sind ungefähr 15 mm groß und bräunlich-grau gefärbt. Sie besitzen ein schwarz-weißes Muster an den Seiten und auch ihre Fühler sind schwarz-weiß gestreift.

Stinkwanze

Die Marmorierte Baumwanze wird umgangssprachlich auch gerne als Stinkwanze bezeichnet [Foto: Nenad Nedomacki/ Shutterstock.com]

Lebenszyklus der Baumwanze

Wanzen ernähren sich von Pflanzensäften, doch es gibt auch einige wenige räuberische Arten, deren Nahrung winzige Insekten oder auch Spinnentiere sein können. Bei den Wanzen, die sich mit ihren stechenden und saugenden Mundwerkzeugen von Pflanzen ernähren, können einige einen giftigen Speichelsaft abgeben, der bei den Gewächsen zu Deformationen und Nekrosen – also dem Absterben von Zellen – führen kann.

Die erwachsenen Wanzen werden im Frühjahr bei einer Temperatur von über 10 °C wieder aktiv und suchen sich ihre um bei diesen einmal ordentlich Kraft nach dem Winter zu tanken. Die Wanze bevorzugt hierbei Rosengewächse (Rosales), Trompetenbäume (Catalpa), Vogelbeeren (Sorbus aucuparia) oder Eschen (Fraxinus), aber auch Sommerflieder (Buddleja) steht auf ihrem Speiseplan. Wenn sie sich einige Wochen mit Pflanzensäften vollgesogen haben, beginnen die Weibchen, Eier abzulegen. Diese Eier finden Sie an den Blättern in Grüppchen von 20 bis 30 Stück vor. Ein Weibchen kann dabei über 200 Eier in ihrem Leben ablegen. Nach einige Tagen schlüpfen die Larven aus diesen heraus und nach den fünf Larvenstadien entwickeln sie sich zu erwachsenen Baumwanzen. Diese Entwicklung vom Ei bis zum adulten Tier dauert bis zu zwei Monate. Im Herbst suchen sich die Wanzen ein Überwinterungsquartier und im Frühjahr beginnt dieser Zyklus schließlich wieder von vorn.

Eier der Stinkwanze

Wanzen legen ihre Eier immer in kleinen Grüppchen ab [Foto: Jennifer Bosvert/ Shutterstock.com]

Sind Baumwanzen gefährlich oder giftig?

Was sicherlich vielen bereits aufgefallen ist, ist der gewöhnungsbedürftige Geruch der Wanzen. Aber keine Sorge – die Wanzen stinken nur, sind aber nicht gefährlich. Besonders wahrnehmbar wird dieser Geruch, wenn man versucht, die Wanzen mit einer Fliegenklatsche loszuwerden. Dieser üble Duft wird in sogenannten Stinkdrüsen, die sich im Brustbereich befinden, gebildet. Auch können diese Wanzen Kontaktgifte zur Abwehr absondern, außerdem sind sie in der Lage, Alarm- und Aggregationspheromone zu bilden. Mit diesen Pheromonen können die Wanzen andere Artgenossen anlocken, aber auch alarmieren und fernhalten, wenn an einem Ort Gefahr droht. Also hat dieser üble Geruch letztlich doch einen Vorteil – andere Wanzen werden abgeschreckt.

Baumwanze: Pflanzenschädling oder nicht?

Wanzen können beides sein, sowohl schädlich als auch nützlich. Durch ihren Fraß und das Saugen an den Pflanzen können Wachstumsstörungen entstehen und auch Verkrüppelungen. Eine weitere schädliche Eigenschaft der Wanzen ist die Übertragung von Krankheitserregern – wie zum Beispiel Viren, Pilze oder Bakterien – auf unsere Kulturen. Durch das Saugen an den Pflanzen können diese Krankheitserreger in die Pflanzen eindringen und dort Schäden verursachen, doch es gibt auch nützliche Wanzen.

Räuberische Wanzen werden sogar als Nützlinge im Glashaus gegen Schädlinge wie Spinnmilben (Tetranychidae), Blattläuse (Aphidoidea) oder Blattflöhe (Psylloidea) verwendet. Diese Wanzen sind für unsere Pflanzen nicht schädlich, sondern nützen uns sogar. Man kann solche Wanzen fördern, indem man im Garten naturnahe Fleckchen hat und ihnen Überwinterungsmöglichkeiten in Hecken oder Bäumen bietet.

Blattläuse

Gegen Blattläuse können Wanzen auch sehr nützlich sein [Foto: schankz/ Shutterstock.com]

Baumwanze in Haus und Wohnung: Möglichkeiten zur Bekämpfung

Wenn die Wanzen in großer Zahl in unsere Wohnräume eindringen, kann das ganz schön lästig sein. Besonders der erwähnte unangenehme Geruch, der von zerdrückten Wanzen ausgeht, kann einen gehörig den Appetit verderben. Die einfachste Methode zur Abwehr dieser Tiere ist, sie am Eindringen in die Wohnräume zu hindern, denn die Wanzen suchen sich gern warme Winterquartiere und finden so ihren Weg in unsere vier Wände. Zuallererst können Sie Insektenschutzgitter anbringen, um trotzdem in Ruhe lüften zu können. Damit halten Sie nicht nur die lästigen Wanzen ab, sondern Sie halten damit auch andere Insekten aus Ihren Wohnräumen fern. Zusätzlich sollten Sie überprüfen, ob es noch andere Eintrittswege für die Wanzen gibt – wie zum Beispiel Ritzen und Spalten rund um die Fenster. Verschließen Sie diese sorgfältig.

Sind die Wanzen schon in Ihrer Wohnung, dann können Sie noch Klebefallen, die man ansonsten für Fliegen verwendet, rund um die Fenster anbringen. An diesen bleiben die Plagegeister hängen und man kann Sie aus den Wohnräumen einfach entfernen. Eine weitere Methode bietet der Staubsauger: Saugen Sie die Wanzen einfach ein. So werden Sie die Wanzen los und müssen sich auch nicht mit dem Gestank herumquälen.

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