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Garten im Herbst: So bleibt er länger nutzbar

Der Garten muss nicht nur ein Refugium für die Frühlings- und Sommermonate sein. Im Gegenteil, auch im Herbst kann man ihn sowohl zum Entspannen wie Gemüseanbau nutzen – wenn man etwas trickst.

Herbst im Garten mit Gartentühlen ornagen Blättern am Baum

Auch im Herbst lädt der Garten zum Verweilen ein [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Es ist mal wieder soweit. Die Tage werden kürzer und sobald die Sonne sich hinterm Horizont verzogen hat, möchte man sich eine Jacke überziehen. Besonders hart trifft das Gartenfreunde – erst recht nach diesem Sommer. Denn wo monatelang Sonne satt regierte, kommt einem der Garten in diesen Tagen ziemlich melancholisch vor. Doch warum eigentlich? Mit entsprechenden Helfern kann man seine persönliche Gartensaison ein gutes Stück verlängern – mit genug Wetterfestigkeit sogar ganzjährig. Welche Helfer man sich dafür anschaffen sollte, zeigt der folgende Artikel.

1. Das Dach

Weißer Gartenpavillion

Für eine wetterfeste Sitzecke ist man im Herbst dankbar [Foto: Milosz Maslanka/ Shutterstock.com]

Ein Dach über der Terrasse oder Garten-Sitzecke? Für viele ist das schon ein Sakrileg. Allenfalls ein Sonnensegel ist als Schattenspender noch erlaubt. Allerdings ist ein „echtes“ Dach über dem Kopf die absolute Basis, um sein persönliches Stückchen Natur auch dann genießen zu können, wenn von oben etwas anderes als Sonnenstrahlen kommt.

Ob man zu einem fertigen, ganzjahres-wetterfesten Pavillon greift, lieber als Heimwerker selbst Säge und Akkuschrauber schwingt, um sich aus Holz und Plexiglas ein Dach zu zimmern, ist dabei nur Einstellungs- (und Budget-) Sache. Wer es üppig möchte, könnte sich sogar ein Holz-Gartenhäuschen bauen (lassen) und dort ofenbeheizte Winterhalbjahres-Stunden verbringen – wenngleich das schon fast ein wenig zu viel „Indoor“ wäre und außerdem je nach Bundesland auch Baugenehmigungen benötigt.

Aber irgendetwas, unter dem man vor Regen und Co geschützt sitzen kann, an dem man vielleicht sogar Seitenwände herablassen/einstecken kann, sollte man in jedem Fall aufstellen – idealerweise auch mit einem festen Untergrund aus Steinplatten, Holz oder Beton.

2. Das Frühbeet

Frühbeet im GArten

Aus einem Frühbeet lässt sich auch ganz leicht ein Spätbeet bauen [Foto: alho007/ Fotolia]

Wenn erst mal die letzten Tomaten geerntet wurden, wird es im Garten für viele Gemüsesorten ungemütlich – zumindest, weil die tägliche Sonnenstundenanzahl nicht mehr ausreicht, das Gemüsebeet verwaist dann.

Auch das muss nicht sein, mithilfe eines Frühbeets – das ungeachtet seines Namens auch als „Spätbeet“ taugt. In der einfachsten Variante ist es nicht mehr als eine Holzkiste ohne Boden mit aufklappbarem Dach aus transparenten Dachplatten (etwa als Resteverwertung vom Sitzecken-Dachbau). Das wird einfach ins Beet gestellt und fungiert dort als Mini-Gewächshaus, unter dem es Treibhauseffekt-verstärkt auch noch im Oktober warm genug sein kann, um robuste Gemüsesorten (etwa den beliebten Endiviensalat) zu züchten.

Die gleiche Konstruktion kann man auch auf einer Holzpalette aufbauen, unter die man vier Räder schraubt. Als frostsicherer Boden wird eine dicke Styroporplatte genommen, darauf kommt eine zehn bis fünfzehn Zentimeter starke Schicht Mutterboden. Dieses mobile Spätbeet kann man sogar an die sonnigsten Plätze rollen.

3. Etwas Wärme

Feuerkorb mit Feuer im Garten

Für ein Lagerfeuer im Garten empfeheln sich Feuerkörbe [Foto: MakroBetz/ Shutterstock.com]

„Hässlich“ ist ein Garten auch dann nicht, wenn alle Blätter abgefallen sind. Aber spätestens ab Oktober ist er rein von den Temperaturen kein Ort, an dem man ungeschützt lange verweilen möchte. Doch Wärme lässt sich ziemlich leicht herstellen. Die natürlichste Ausgangsbasis ist Feuer. Natürlich könnte man das auf dem Boden in einem Steinkreis machen, gut für den Rasen wäre das jedoch nicht. Die auch optisch gefälligere Alternative dazu ist die Feuerschale. Eine meistens stählerne/eiserne Schale, die als tragende Basis für brennende Scheite dient. Vorteil: Sie ist höher als ein Boden-Lagerfeuer, daher komfortabler zu „bedienen“. Außerdem fällt bei ihr, ungleich zum ähnlichen Feuerkorb, keine Asche nach unten. Es braucht nur einen feuerfesten Stellplatz – das kann schon eine Gehwegplatte sein. Und ein Feuer entfachen kann wirklich jeder.

Dazu braucht es aber auch noch Decken, weil selbst die schönste Feuerschale nur aus einer Richtung wärmt. Am besten solche aus Synthetikfasern (nicht in die Nähe der Feuerschale bringen). Diese Fasern saugen sich durch herbstliche Luftfeuchtigkeit nicht so voll wie etwa (Baum-) Wolle und wärmen generell etwas besser. Am besten sollte jeder Sitzplatz zwei haben: Eine für den Rücken, eine für die Vorderseite (letztere gerne auch mit Ärmellöchern, sogenannte Snuggies).

Dann braucht es für die Stühle richtig dicke Polster; je dicker, desto besser. Idealerweise solche, die wetterfest eingeschweißt sind, damit sich darin keine muffige Feuchtigkeit sammeln kann – notfalls helfen dabei große Müllbeutel und eine Rolle wasserfestes Klebeband. Sie verhindern zusammen mit der Rücken-Decke, dass einem von unten und hinten bei längerem Sitzen kalt wird.

4. Das Fernglas

Igel im Garten unter Blättern versteckt

Im Herbst lasen sich noch viele Tiere im Garten entdecken [Foto: Coatesy/ Shutterstock.com]

Viele glauben, nur, weil es gegen Ende September im Garten nicht mehr so umfangreich zwitschert, wäre dort alles bereits im Winterschlaf. Ganz falsch. Bei Igeln beispielsweise wird es mindestens Oktober, bis sie sich zurückziehen. Ähnliches gilt für viele andere Bodentiere und natürlich auch Vögel; manche, etwa Eichhörnchen, winterschlafen auch gar nicht.

Aus diesem Grund sollte man sich ein Fernglas zulegen. Kein teures für aberhunderte Euros, es reicht, 75-125€ auszugeben. Mit einer Vergrößerung zwischen acht- und zwölffach (darüber kann man ohne Stativ kaum noch beobachten, weil die Vergrößerung selbst geringstes Händezittern extrem verstärkt). Mit diesem Glas setzt man sich in aller Ruhe nachmittags unter sein Dach – und wird erstaunt feststellen, wie viel Leben auch im vermeintlich ruhigen Herbstgarten kreucht und fleucht.

5. Der Ansitzsack

Wie bereits eingangs erwähnt, kann man mit persönlicher Wetterfestigkeit durchaus das ganze Jahr über seinen Garten genießen. Allerdings: Mit den beiden erwähnten Decken wäre das trotz winterlicher Kleidung ein ungemütliches Unterfangen, wenn man nur ruhig sitzen und naturgenießen möchte. Doch das muss es ja nicht sein – wenn man sich im Fachhandel derjenigen umblickt, die bei kalten Temperaturen stundenlang stillsitzen müssen, Jäger, ferner Angler. Die haben dagegen den Ansitzsack. Je nach Bauweise wirkt der ein bisschen wie eine Mischung zwischen Schlafsack und Daunenjacke oder Schlafsack und Latzhose. In jedem Fall ist es aber ein dicker, wetterfester und kuschlig warmer Helfer, in den man mit normaler Kleidung hineinsteigt. Sind die Reißverschlüsse geschlossen und die teilweise zugehörige Kapuze übergezogen, kann man selbst bei Minusgraden noch draußen sitzen, ohne, dass einen auch nur das kleinste Bibbern überkommt.

6. Das Licht

Petroleumlampe im Dunklen im Gras

Petroleumlampen sind gut windgeschützt [Foto: Shamaan/ Shutterstock.com]

Ganz gleich, ob die EU nun künftig die Zeitumstellung kippt oder nicht, Fakt ist, im Oktober wird es schon zur Feierabendzeit relativ dämmerig; bis man mal zuhause im Garten ist, ist es auch schon recht trüb. Zumindest, falls man dort in Ruhe ein bisschen lesen möchte – was bei nicht ausreichendem Licht die Augen sehr anstrengt.

Ein wenig Beleuchtung sollte man sich besorgen, aber abhängig davon, was genau man tun möchte. Will man einfach nur sitzen, etwas mit anderen reden, dann reicht „Stimmungslicht“. Ziemlich günstig und dabei optimal gegen herbstliche Wetterphänomene und ähnliche Unbilden geeignet, sind klassische Petroleumlampen bzw. Sturmlaternen. Da bleibt die Flamme dank des Glases windgeschützt und falls man ein paar Zeilen lesen will, ist der Docht schnell etwas weiter herausgedreht und das Licht wird heller.

Wer jedoch draußen an der frischen Herbstluft über Stunden Romane und Co. genießen möchte, der will das natürlich nicht vorgebeugt über den Tisch tun, auf dem die Lampe steht. Für den Fall empfiehlt sich ein Gang ins nächste Sportgeschäft – wo man sich eine kleine, günstige Stirnleuchte mit LEDs besorgt. Damit lässt es sich auch im Dämmerlicht komfortabel in der „Sessel-Haltung“ lesen, ohne dass man seine Sitzecke dazu verkabeln müsste.

Fazit

Nur weil der Sommer Adieu sagt, muss man nicht gleich auch seinem Garten Adieu sagen. Im Gegenteil. Denn auch dann draußen zu sitzen, wenn Petrus einem nicht so gewogen ist, hat eine Menge Vorteile. Denn neben der Tatsache, dass solche regelmäßigen Sitzungen das Immunsystem ganz hervorragend für die kommende Jahreszeit abhärten, lernt man seinen Garten und die Natur auch von einer ganz neuen Seite kennen.

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