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Chili haltbar machen: Tipps zum Einlegen, Einfrieren & Co.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Schärfe von Chilis zu konservieren. Wir zeigen, wie man Chilis durch Einlegen, Einfrieren und Co. haltbar machen kann.

Durch Einlegen kann man die Chilis haltbar machen und sie auch noch nach der Saison genießen [Foto: Jullius/ Shutterstock.com]

Wer auch im Winter nicht auf den Genuss feuriger Chilischoten (Capsicum) verzichten will, muss im Sommer Vorsorge treffen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Chilis zu konservieren und haltbar zu machen. Wir verraten Ihnen alles über das Einlegen in Öl, Einfrieren, Dörren, Einkochen und Fermentieren von Chilis.

Chili haltbar machen

Chilis zählen zur Pflanzengattung Paprika (Capsicum) und sind vor allem wegen ihrer Schärfe so beliebt. Weltweit gibt es fünf verschiedene Chili-Arten. Zu diesen Arten zählen wiederum unzählige verschiedene Chilisorten. Anders als die Paprika enthalten Chilis einen Stoff, der sie scharf macht. Eigentlich als Abwehr gegen Fressfeinde gedacht, ist der Genuss der scharfen Schoten für uns besonders verführerisch. Es gibt die unterschiedlichsten Methoden, um Chilis haltbar zu machen. So sind Sie nicht auf den ständigen Nachschub von frischen Chilis angewiesen, der sich vor allem außerhalb der Anbauzeit schwierig gestalten könnte.

Chilis
Sind die Chilis frisch, halten sie nicht sehr lange, können aber haltbar gemacht werden [Foto: AllaBond/ Shutterstock.com]

Chili in Öl einlegen

Eine simple und sehr effektive Art, um Chilis zu konservieren, ist das Einlegen in Öl. Das macht die Chilis nicht nur haltbar, sondern auch sehr aromatisch. Allerdings konserviert hierbei nicht das Öl die Chilis, sondern schließt sie nur luftdicht ein. Weil die Chilis in Öl keinen Kontakt mehr zu Sauerstoff haben, halten sie sich erheblich länger.

Zum Einlegen von Chilis in Öl benötigen Sie:

  • Einen großen Topf
  • Einmachglas (zum Beispiel Weck)
  • Gutes Öl (vorzugsweise kaltgepresstes Olivenöl)
  • Weißwein-Essig (6% Säure)
  • Salz
  • Zucker
  • Chilis nach Wahl

Als ersten Schritt waschen Sie die Chilis sehr gründlich mit kaltem Wasser und schneiden sie einmal längs ein. Das ist wichtig, damit es zu keinen Lufteinschlüssen kommt. Nun können Sie entweder die Plazenta (das Weiße im Chili) und die Kerne entfernen oder nicht. In den Kernen steckt die meiste Schärfe. Bringen Sie dann in einem großen Topf Wasser zum Kochen und geben pro Liter Wasser 200 Milliliter Essig, 10 Gramm Zucker und 20 Gramm Salz hinzu. Die vorbereiteten Chilis geben Sie nun für drei Minuten in das kochende Wasser.

Gläser mit Jalapenos
Je nach Dicke der Fruchtwand müssen manche Chili-Sorten länger oder kürzer gekocht werden [Foto: Gatis Grinbergs/ Shutterstock.com]

Tipp: Jalapeños sollte man mit ihrer dicken Fruchtwand gut fünf Minuten kochen. Habaneros mit ihrer dünnen Fruchtwand sollten hingegen nur zwei Minuten im Wasser bleiben.

Anschließend lassen Sie die Chilis gut abtropfen und legen sie auf ein sauberes Küchenhandtuch. Die Chilis sollten möglichst gut abgetrocknet sein, bevor Sie sie in Öl geben. Die trockenen Chilis werden dann in ein Einmachglas gefüllt. Im Glas sollten die Chilis circa 90 % einnehmen, damit sie auch restlos mit Öl umschlossen werden können. Je nach Belieben können Sie auch ganze Knoblauchzehen mit abkochen und ins Glas füllen. Je nach Geschmack passen mediterrane Kräuter und Gewürze auch sehr gut zu den Chilis in Öl. Nun füllen Sie das Glas komplett mit Öl auf. An einem kühlen und dunklen Ort halten sich die Chilis in Öl dann vier bis sechs Monate.

Chilis in Öl einlegen in 7 Schritten:

  • Chilis mit kaltem Wasser waschen, längs einschneiden, ggf. Gehäuse entfernen
  • Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen
  • Pro Liter Wasser 200 ml Essig, 10 g Zucker und 20 g Salz hinzugeben
  • Chilis 3 Minuten im Wasser kochen lassen
  • Chilis gut abtrocknen und ins Glas geben
  • Je nach Geschmack Kräuter und Knoblauch hinzufügen
  • Das Glas mit Öl auffüllen, sodass die Chilis komplett bedeckt sind
Ein Glas mit Chilis
Im Glas sollten die Chilis eng aneinander liegen und dann mit Öl aufgegossen werden [Foto: Branimir Dobes/ Shutterstock.com]

Tipp: Große Chilisorten, wie zum Beispiel Habaneros, lassen sich gut mit Frischkäse füllen und in Öl einlegen. Dann beträgt ihre Haltbarkeit allerdings nur zwei Wochen.

Alternativ können Chilis auch in Essig und nicht in Öl eingelegt werden. Hierbei werden die Schoten mit Wasser, 300 Milliliter Essig, 70 Gramm Zucker und 30 Gramm Salz pro Liter abgekocht, in Gläser gefüllt und dann mit dem zum Abkochen verwendeten Sud übergossen. Abschließend ist ein Sterilisieren der Gläser erforderlich: Dies erfolgt entweder in einem Einwecktopf (Wasserbad) bei 90 °C oder im Backofen, beides für 15 Minuten. Chilis in Essig halten sich bis zu ein Jahr.

Chili einfrieren

Noch simpler als das Einlegen von Chilis in Öl ist das Einfrieren. In der Kühltruhe halten sich Chilis bis zu zehn Monate. Zum Einfrieren können Sie die Schoten ganz verwenden oder kleinschneiden. Es bleibt Ihnen auch überlassen, ob Sie die Kerne entfernen wollen oder nicht.

Chilis einfrieren in 4 Schritten:

  • Chilis waschen und trocken tupfen
  • Gefrierbeutel oder Boxen mit Datum und Inhalt beschriften
  • Optional: Chilis schneiden/Kerne entfernen
  • Chilis in das Gefrierbehältnis geben und einfrieren
Gefrorene Chili
Das Einfrieren ist besonders simpel und funktioniert mit ganzen oder geschnittenen Chilis [Foto: Foxxy63/ Shutterstock.com]

Tipp: Tiefgekühlte Chilis brauchen Sie vor der Verarbeitung nicht auftauen zu lassen. Geben Sie sie einfach beim Kochen gefroren in das Gericht.

Chili dörren

Durch das Trocknen werden den frischen Chilis das Wasser entzogen, sodass sie haltbar gemacht werden. In mediterranen Gebieten reicht es, die Chilis für einige Tage in die Sonne zu legen. Bei uns ist dafür ein bisschen mehr Aufwand notwendig. Chilis können im Backofen, über dem Ofen oder der Heizung oder in einem Dörrgerät getrocknet werden.

Chilis im Backofen dörren:

  • Chilis gut waschen und abtrocknen
  • Chilis aufschneiden
  • Chilis auf Backblech legen
  • Backofen auf maximal 50 °C einstellen
  • Kochlöffel zwischen die Ofentür stecken
  • Chilis im Backofen für ca. 6 Stunden trocknen lassen

Im Dörrgerät können Sie ähnlich vorgehen. Zum Trocknen über der Heizung oder dem Holzofen werden die Chilis entweder im Ganzen oder kleingeschnitten auf einer Schnur aufgefädelt und über die Heizung oder den Ofen gehängt. Hierbei dauert es allerdings mehrere Tage, bis die Chilis ganz getrocknet sind.
Die getrockneten Chilis können Sie als Ganzes aufbewahren oder zu Chili-Pulver zermahlen. Trocken und dunkel gelagert halten sich die gedörrten Chilis für eine sehr lange Zeit.

Getrocknete Chili
Das Dörren der Schoten kann mehrere Tage lang dauern, doch danach halten sie sehr lang [Foto: littlenySTOCK/ Shutterstock.com]

Ein Dörrgerät eignet sich ideal zum Trocknen von Chili und Paprika. Dazu werden die Stiele und Blütenkelche abgeschnitten, der Chili längs halbiert und mit der Hautseite nach unten auf das Gitter des Dörrgerätes gelegt. Sollte das Dörrgerät neben einem stufenlosen Temperaturregler auch eine Zeitschaltuhr aufweisen, ist der Rest einfach. Die Temperatur wird auf 50 °C gestellt und die Zeit je nach Anzahl der benutzten Siebe und der Dicke der Chili auf circa sechs Stunden eingestellt. Danach sind die Chilis so trocken, dass sie wie Glas brechen können. Die Farbe und das Aroma bleiben bei dieser Technik aber voll erhalten.

Chili einkochen

Der schlichte Klassiker der Chili-Verarbeitung: Chilis einkochen. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt: Sei es als Salsa, Chutney, Relish oder Marmelade – aus Chilis lässt sich unglaublich viel herstellen. Die Art der eingekochten Soßen hängt dabei von Ihrem Geschmack ab. Für eine Salsa werden die Chilis zusammen mit Tomaten, Knoblauch und Gewürzen eingekocht.

Chilis in 6 Schritten einkochen:

  • Chilis und Tomaten waschen und klein schneiden
  • In einen größeren Kochtopf geben und nach Belieben mit weiteren Zutaten wie Knoblauch, Lorbeerblättern, Pfeffer, Oregano, Thymian und Rosmarin verfeinern
  • Die Masse eine dreiviertel Stunde auf mittlerer Stufe köcheln, ab und zu umrühren
  • Wenn Sie keine Stücke in der Soße mögen, können Sie das Ganze pürieren
  • Heißes Wasser in die sauberen Einmachgläser füllen, auskippen und Salsa einfüllen
  • Gläser verschließen, stürzen und langsam abkühlen lassen.
Relish aus Chilis auf einem Tisch
Eingekocht als Relish oder Chutney machen sich die Chili sehr gut zu Fleisch oder Käse [Foto: HandmadePictures/ Shutterstock.com]

Für Chutneys werden die Chilis mit einem Obst Ihrer Wahl (zum Beispiel Äpfel, Mangos oder Quitten) und Zwiebeln angebraten und dann mit Zucker karamellisiert. Dann wird das Ganze mit Essig abgelöscht und nach Belieben gewürzt. Nachdem das Chutney für eine Stunde eingekocht worden ist, sollte es eine dickliche Konsistenz haben. Chutneys passen sehr gut als raffinierte Verfeinerung von Fleisch und Käse.

Chili fermentieren

Gemüse zu fermentieren ist gerade wieder voll im Trend. Zu Recht, denn durch das Fermentieren wird dieses nicht nur haltbarerer sondern auch leichter verdaulich – dank der probiotischen Bakterien, die beim Fermentieren entstehen. Außerdem wird beim Fermentieren das Gemüse nicht erhitzt, sodass alle wichtigen Nährstoffe erhalten bleiben. Chilis eignen sich hervorragend zum Fermentieren. Beim Fermentieren werden die Chilis in einem natürlichen Gärungsprozess durch „freundliche“ Milchsäurebakterien haltbar gemacht. Hierzu benötigt man lediglich reichlich frische Chilis und ein geeignetes Gärgefäß, zum Beispiel einen Gärtopf oder ein Einmachglas.

Chilis in 5 Schritten fermentieren:

  • Chilis gut waschen
  • Ggf. zerkleinern und Kerne entfernen
  • Chilis in Gärgefäß geben
  • Nach Geschmack Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter, Senfkörner, Kümmel oder Pfeffer hinzugeben
  • Chilis mit Wasser übergießen
  • Salz nach Bedarf hinzugeben
Chili in Einmachgläsern
Die probiotischen Bakterien machen die Chilis beim Fermentieren leichter verdaulich [Foto: Coltty/ Shutterstock.com]

Dann heißt es nur noch abwarten. Die Gärgefäße sollten am besten an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur gelagert werden. Nach einigen Wochen sollten die Chilis ausreichend milchsauer vergoren sein. Hierbei können Sie gern nach Ihrem Geschmack gehen. Manche mögen ihre Chilis mehr vergoren, manche eher weniger. Schon nach einer Woche können Sie die Chilis einmal probieren, um zu sehen, wie sie Ihnen schmecken. Sind sie Ihnen noch nicht sauer genug, dann einfach weiter stehen lassen. Sind Sie mit dem Säuregehalt zufrieden, können Sie Ihre fermentierten Chilis ab dann im Kühlschrank aufbewahren. Bei den geringen Temperaturen fermentieren die Chilis nicht weiter.Bevor Sie Ihre Chilis haltbar machen können, müssen sie natürlich erst mal geerntet werden. Alles über die fachgerechte Ernte von Chilis erfahren Sie hier.

Wie Sie Chilis am besten anbauen und pflegen, können Sie hier nachlesen.

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