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Frühlingszwiebeln anbauen: Aussaat, Pflege und Erntezeit

Frühlingszwiebeln pflanzen: Wir stellen geeignete Sorten vor und geben Tipps zur Aussaat, über Pflege & Düngung, bis zur Ernte.

Anzucht Frühlingszwiebel

Auf Anzuchtplatten können viele Jungpflanzen zeitgleich vorgezogen werden [Foto: Dwight Sipler]

Eigentlich sollte in keinem Garten die gesunde Frühlingszwiebel (Allium fistulosum) fehlen und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Sie ist eine sehr anspruchslose Gemüsekultur, braucht kaum Pflege und Sie können über die gesamte Gartensaison frische und leckere Frühlingszwiebeln ernten. Die winterharte Pflanze kann sogar schon im Herbst ausgesät werden. Beim Anbau von Bohnen, Erbsen oder Möhren kann oft schon Ende Juli oder im August geerntet werden. Das Beet steht danach meistens leer, wenn nicht gerade eine Gründüngung vorgenommen wird. Diese leeren Stellen eignen sich perfekt für Frühlingszwiebeln. Durch den Wachstumsvorsprung kann die erste Frühlingszwiebelernte bereits im Frühjahr erfolgen.

Vermehrung von Frühlingszwiebeln

Die Frühlingszwiebel wird in aller Regel über Samen vermehrt. Der Zeitpunkt für die Aussaat ist dabei sehr variabel. Theoretisch kann sie aber von Frühjahr bis zum Herbst erfolgen. Aus unserer Sicht ist der beste Aussaatzeitpunkt aber der Spätsommer oder Herbst. Für eine sehr frühe Ernte im nächsten Frühjahr werden die kleinen Sämlinge vorgezogen. Dafür eignen sich am besten Anzuchtplatten aus Plastik, die aus vielen kleinen Töpfen bestehen. Der Vorteil davon ist, dass jede Frühlingszwiebel bereits in ihrem eigenen kleinen Topf wächst und dadurch wird ein verwachsen verschiedener Pflanzenwurzeln vermieden. Wenn dann im Herbst die ersten Beete abgeerntet sind, können dort die vorgezogenen Pflanzen in einem Abstand von 2,5 cm gepflanzt werden. Bei uns hat sich der Anbau in Doppelreihen am besten bewährt. Dafür werden zwei Reihen mit einem Abstand von 5 cm angelegt; der Abstand bis zur nächsten Doppelreihe sollte dann zwischen 30 und 40 cm betragen. Natürlich muss die Frühlingszwiebel nicht unbedingt vorgezogen werden und kann auch direkt im Herbst oder Frühling ausgesät werden:

  • Keimung: Optimal bei 15 – 25 °C in 3 bis 14 Tagen.
  • Aussaat: Samen in Reihe auslegen und leicht (0,5 cm) mit Erde bedecken, benutzen Sie genug Samen, um die Pflanzen später auf einen 2,5 cm Abstand in der Reihe zu vereinzeln.
  • Wässern: Bei Trockenheit vorsichtig bewässern und darauf Acht geben, dass die Samen nicht weggespült werden.

Neben der generativen Vermehrung, also der Anzucht aus Samen, gibt es auch die vegetative Vermehrung. Hier wird aus einem bestehenden Pflanzenteil eine neue und eigenständige Pflanze gebildet. Bei der Frühlingszwiebel ist das möglich, weil sie im Wachstumsverlauf einen Horst bildet. Ein Horst sind engstehende Pflanzentriebe, die geteilt werden können. Bei der Frühlingszwiebel sollte ein Teilstück von einem Horst mindestens aus drei Trieben bestehen. Dadurch wird ein sicheres Anwachsen gewährleistet. Wenn Sie also einen Nachbarn oder einen Bekannten mit einer bestehenden Frühlingszwiebelkultur haben, dann können Sie sich die Anzucht über Samen sparen.

Frühlingszwiebel Hort

Aus diesem Hort können Teilstücke entnommen werden und zu neuen Pflanzen gedeihen [Foto: Eric ToensmeierCC BY 2.0]

Frühlingszwiebelsorten: neue, altbewährte und robuste

Wie bei jedem Gemüse gibt es auch bei der Frühlingszwiebel unterschiedlichste Sorten. Unter den angebotenen Sorten sind allerdings auch unechte Frühlingszwiebeln vertreten. Die Sorte De Vaugirard wird zum Beispiel als Frühlingszwiebel verkauft, obwohl es sich eigentlich um eine normale Zwiebel (Allium cepa) handelt. Echte Frühlingszwiebeln (Allium fistulosum) bilden keine runden Zwiebeln aus; im Zweifel hilft immer ein Blick auf den lateinischen Namen.

Gängige Frühlingszwiebelsorten sind Freddy, Tonda, Musona, Pal, Ishikura, Negaro und Totem (F1). Bei den Sorten gibt es keine größeren Unterschiede im Erscheinungsbild und es handelt sich um ganz normale Frühlingszwiebeln mit einem weißen Schaft und grünen Blättern. Eine Sorte, die gesondert erwähnt werden sollte, ist Da Mazzi Bunching. Hier wurde bei der Züchtung viel Wert auf einen möglichst langen Schaft gelegt. Da der Schaft sehr mild im Geschmack ist, eignet sich die Sorte für Gerichte, wo nur ein milder Zwiebelgeschmack erwünscht ist. Auch die Sorte Feast hat unserer Meinung nach besondere Eigenschaften. Sie soll hitzetoleranter als andere Sorten sein. Deswegen eignet sich die Sorte besonders für den Sommeranbau oder für Gärten mit schlechten Bewässerungsmöglichkeiten.

Für gesundheitsbewusste Hobbygärtner empfehlen wir die Sorten Red Toga und Rote von Florenz. Bei den beiden Sorten ist der Schaft rot und nicht weiß. Die rote Färbung wird durch Anthocyane hervorgerufen und diese sollten in keiner gesunden Ernährung fehlen. Der gesunde Farbstoff fängt freie Radikale in unserem Körper ein. Zudem sind die roten Frühlingszwiebeln natürlich auch optisch ein echter Hingucker.

Standort für Frühlingszwiebeln

Egal, zu welcher Jahreszeit die Frühlingszwiebel ausgesät wird, der Standort sollte immer stimmen. Für einen erfolgreichen Anbau benötigt die Frühlingszwiebel einen vollsonnigen Standort. Der Halbschatten eignet sich auch noch, doch dort werden weniger Aromastoffe gebildet. Neben der Lichtversorgung ist auch die Beschaffenheit der Erde nicht unwichtig. Sie sollte locker, sandig und durchlässig sein. Auf schweren Böden kann sich leicht Staunässe bilden und die mögen Frühlingszwiebeln überhaupt nicht. Bei einem optimalen Standort und bei Temperaturen um 18 °C entwickelt sich die Frühlingszwiebel besonders gut. Sie können dann drei Monate nach der Aussaat mit der ersten Ernte rechnen.

Frühlingszwiebel als Mischlutur mit Mangold im Beet

Die Frühlingszweibel eignet sich hervorragend als Mischkultur [Foto: lebenswandel – VeränderungCC BY 2.0]

Weil die Frühlingszwiebel am Anfang nur langsam wächst, kann der Platz um sie herum für eine Mischkultur benutzt werden. Dafür eignen sich Pflanzen, die schnell wachsen und früh geerntet werden. Radieschen, Spinat oder andere kleine und schnellwachsende Gemüsepflanzen sind dafür perfekt. Die Mischkultur sorgt nebenbei dafür, dass der vorerst nackte Boden vor Bodenerosion geschützt wird. Auch auf dem Balkon ist der Anbau von Frühlingszwiebeln kein Problem. Wenn die Frühlingszwiebeln einen mindestens 10 Liter großen Topf mit durchlässigem Substrat bekommen, wachsen sie wie von selbst. Natürlich können Sie die Frühlingszwiebel auch auf einem Hochbeet anpflanzen, allerdings sollte das Hochbeet eher anspruchsvolleren Pflanzen (wie Brokkoli) zur Verfügung stehen.

Gießen und Düngen

Wie anfangs versprochen ist die Frühlingszwiebel nicht sehr pflegebedürftig. Aus diesem Grund muss auch nicht häufig gewässert werden. Nur bei länger anhaltenden Trockenperioden darf gerne gegossen werden. Dabei sollte es aber nie zu Staunässe kommen!

Die Blüte lockt so manch Insekt an – Ein wahres Naturschauspiel! [Foto: lebenswandel – VeränderungCC BY 2.0]

Die Lauchzwiebel benötigt nicht viel Dünger. Eine zu starke Düngerversorgung kann sogar für einen faden Geschmack sorgen. Am besten werden Zwiebeln nur organisch gedüngt. Aber Achtung: Vermeiden Sie frischen Kompost oder bringen Sie ihn einige Zeit vor der Aussaat aus, denn frischer Kompost fördert den Befall durch die Zwiebelfliege. Besser eignen sich Schafwollpellets oder Hornspäne. Hier werden die Nährstoffe nur langsam freigesetzt und eine Überdüngung der Frühlingszwiebel ist praktisch unmöglich. Eine einmalige mineralische Düngung ist nicht zu empfehlen, da mineralische Nährstoffe wie Stickstoff auf leichten Böden sehr schnell ausgewaschen werden.

Folgende Produkte haben sich bei uns im Garten bewährt:
  • Floragard Bio-Erde Beeren Obst: Bio Spezialerde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf für die Anzucht von Beeren- und Säulenobst.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden fruchtbar.
  • Plantura Bio Universaldünger: Bio-zertifizierter, tierfreier, organischer Langzeitdünger aus vornehmlich organischen Ausgangsstoffen. Ideal für die langfristige Nährstoffversorgung Ihrer Pflanzen. Begünstigt ein gesundes Bodenleben und ist schonend für Haus- und Gartentiere.

Erntezeit der Frühlingszwiebel

Nach einer frühen Herbstaussaat können Sie bei guter Witterung schon im April Ihre ersten saftigen Lauchzwiebeln ernten. Haben Sie einen anderen Aussaattermin gewählt, sollten Sie warten, bis die Zwiebeln eine Höhe von 25 cm erreicht haben. Nun müssen Sie sich entscheiden, ob Sie die ganze Frühlingszwiebel ernten oder nur ein Teil abschneiden. Bei der kompletten Ernte werden die Pflanzen vorsichtig aus der Erde gezogen und anschließend gründlich gewaschen. Nach der Ernte können die Frühlingszwiebeln im Kühlschrank bis zu einer Woche gelagert werden. Wir empfehlen aber den baldigen Verzehr, da die Frühlingszwiebel frisch einfach am besten schmeckt.

Frühlingszwiebeln in Korb

am besten schmecken Frühlingszwiebeln frisch geerntet [Foto: Tim Sackton]

Neben der Ernte der ganzen Zwiebel, können Sie ein und dieselbe Pflanze auch über mehrere Jahre beernten. Es handelt sich dann um eine mehrjährige Dauerkultur. Hier schneiden Sie einfach nur die Blätter und einen Teil des Schafts ab. Schneiden Sie dabei aber nicht zu tief und lassen mindestens 5 cm vom Schaft stehen. Die Pflanze kann sich dann immer wieder regenerieren und neue Blätter wachsen nach. Dabei muss aber beachtet werden, dass die abgeschnittenen Frühlingszwiebeln nicht so lange haltbar sind. Über die Schnittstelle vertrocknen Sie schneller als eine komplette Frühlingszwiebel.

Schädlinge der Frühlingszwiebel

Natürlich kann auch die Frühlingszwiebel (wie jedes andere Gemüse) von Schädlingen befallen werden. In der Regel passiert das aber eher selten. Die meisten Sorten sind gegen viele Pilzerreger resistent. Nur der falsche Mehltau kann bei feuchter Witterung und einem schweren Boden Probleme machen. Für befallene Zwiebeln gibt es dann leider oft keine Rettung mehr. Außerdem können Zwiebelfliegen kleine Löcher in die Zwiebel fressen. Dagegen hilft nur ein engmaschiges Kulturschutznetz, wodurch die Fliegen nicht mehr zu den Pflanzen gelangen können. Meistens kommen die Frühlingszwiebeln aber ohne Pflanzenschutzmaßnahmen aus.

David

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und zudem gelernter Zierpflanzengärtner. Das Thema Anbau lässt mich seit meiner Kindheit einfach nicht los: Egal, ob auf der kleinen Stadtfensterbank oder im großzügigen Garten - Gärtnern muss ich auch in meiner Freizeit immer und überall.
Lieblingsobst: Himbeeren
Lieblingsgemüse: Brokkoli

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