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Gurken anpflanzen: Anbauen, pflegen und lagern

Das Anbauen von Gurken ist und bleibt unter Hobbygärtnern ein Dauerbrenner.  Tipps für den Anbau, die Pflege und Ernte von Gurken finden Sie hier.

Gurke anbauen im Garten

Der Anbau von Gurken ist auch im heimischen Garten möglich

Der Anbau von Gurken (Cucumis sativus) gestaltet sich im eigenen Garten nicht sonderlich schwer. Mit der richtigen Anzucht und Pflege kann der Bedarf für die ganze Familie über den Sommer locker gedeckt werden. In der warmen Jahreszeit erfrischt die grüne Frucht mit ihrem hohen Wassergehalt. Für den Winter lässt sich die Gurke einlegen und ist somit über Monate haltbar. Das gesunde Gurkengemüse stammt ursprünglich aus Indien und ist bereits seit Jahrhunderten in Europa bekannt. Trotz ihrer exotischen Herkunft gedeiht die Gurke auch hierzulande bei kühleren Temperaturen prächtig. Was es für den erfolgreichen Anbau von Gurken zu beachten gilt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Gurken anpflanzen

Die einjährige Gurkenpflanze ist anders als ihre Verwandten Kürbisgewächse (wie Zucchini, Kürbisse) relativ kältetolerant. Nichtsdestotrotz verträgt auch sie keinen Frost. Damit der Gurkenanbau reibungslos klappt, sollten einige Hinweise zu Standort, Anzucht und Pflege beachtet werden.

Der richtige Standort

Obwohl die Gurke kältetoleranter ist als beispielsweise Kürbisse oder Melonen, gilt im Freiland folgende Devise: Je sonniger, desto besser! Der Standort sollte idealerweise warm und windgeschützt sein. Im Gewächshaus dagegen kann es beim Gurkenanbau schon mal etwas zu heiß werden, daher sollte dort auf ein wenig Schatten geachtet werden. Gut durchlüftete, humose und leichtere Böden mit einem gewissen Sandanteil eignen sich für den Anbau von Gurken sehr gut. Allerdings kann ein zu hoher Sandanteil auch zu viel Wasser hindurch lassen und so schnell zu Wassermangel bei den Gurkenpflanzen führen.  Zu schwere Böden wirken sich wiederum negativ auf das Wachstum aus.

Die meisten Gurkensorten sind rankende Pflanzen, sich eine Kletterhilfe anbietet. Empfehlenswert ist ein Spalier, der mit ca. 50 cm Abstand vor der Pflanze steht. Die Pflanzen müssen zunächst eine gewisse Größe erreichen, damit sie Ranken ausbilden und am Gerüst hochwachsen können. Alternativ funktioniert das Ganze auch mit einer Schnur, an der die Gurkenpflanze sich dann nach oben schlängeln kann. Der Aufwand lohnt sich, denn die Pflanzen bringen so einen höheren Ertrag und längere Gurken hervor. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Auswahl des Standort: Gurken sind nicht selbstverträglich, deshalb muss eine Anbaupause von 4 Jahren eingehalten werden! Dies gilt ebenso für andere Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) wie Kürbis, Zucchini und Melone.

Bei der richtigen Standortwahl sollten die folgenden Hinweise beachtet werden:

  • sonniger, warmer und windgeschützter Platz
  • lockerer, luftiger und humoser Boden (nicht zu schwer und nicht zu viel Sandanteil)
  • für eine Rankhilfe sorgen (Spalier oder Schnur)
  • 4 Jahr Anbaupause nach Gurken und anderen Kürbisgewächsen

Gurkensorten: Für jeden etwas dabei

Auch wenn man es bei dem grünen Gemüse nicht denkt – die Auswahl an Gurkensorten ist größer als man glaubt! Grundsätzlich wird zwischen Salatgurken (max. 40-60cm), Einlegegurken (bis 15cm) und Schälgurken (bis 40cm) unterschieden. Je nach Verwendungszweck und Anbau-Ort (Freiland oder Gewächshaus) gibt es eine Vielzahl an Gurkensorten. Eine größere Auswahl finden Sie in unserer Sortenübersicht.

Salatgurken

  • Bella (F1): Salatgurke; Sorte ohne Bitterstoffe und gute Erträge; gut für den Anbau im Gewächshaus geeignet.
  • Chinese Slangen: Salatgurke; Freilandanbau wird empfohlen; winziges Kerngehäuse und viel Fruchtfleisch.
  • Eiffel (F1): widerstandsfähige Sorte mit 30-35 cm langen Früchten; ideal zum Anbau im Gewächshaus; guter Geschmack.
  • Delikateß: altbewährte Sorte (10-15 cm); zum Einlegen und frischen Verzehr geeignet.

Einlegegurken

  • Vorgebirgstrauben: sehr robuste und rasch wachsende Einlegegurke; hohe Erträge und aromatischer Geschmack.
  • Excelsior (F1): neu gezüchteter F1-Hybrid; äußerst ertragreich; dezente Stacheln an den Gurkenfrüchten; knackige Früchte mit ausgezeichnetem Geschmack; hohe Qualität.
  • Corentine (F1): bildet ausschließlich weibliche Blüten; sehr ertragreich; herausragendes Aroma ohne Bitterstoffe; gute Resistenz gegen Mehltau, Mosaikvirus und Gurkenkrätze.

Schälgurken

  • Fatum: altbewährte Gurkensorte mit üppigen Früchten (40-50 cm lang; 8-12 cm dick); die Ernte sollte vor dem Verzehr besser geschält werden, da die Schale recht zäh ist.

Gurken anpflanzen

Beim Gurkenanbau gibt es grundsätzlich zwei Wege, die Pflanzen zu ziehen: In der Direktsaat oder in Vorkultur im Topf.

Als Direktsaat

Bei der Direktsaat kann erst ab Mitte Mai mit der Aussaat begonnen werden, da auf keinen Fall vor den Eisheiligen gepflanzt werden sollte. Bei dieser Form der Aussaat sollte die Saatstelle im Beet vorher ungefähr 20 cm angehäufelt werden. Die Samen werden anschließend 3-4 cm tief und im Abstand von 30-50 cm gesät. Es sollte zudem ein größerer Reihenabstand von 1-1,5 m eingehalten werden, da Gurkenpflanzen sehr ausladend werden können.

Als Vorkultur

Als sinnvolle Alternative bietet sich die Vorkultur auf der Fensterbank oder im Frühbeet an, da man früher mit der Ernte rechnen kann. Bei der Vorkultur sollte frühestens Ende April gesät werden, weil die Jungpflanzen beim Auspflanzen ins Freiland im Mai noch nicht zu groß sein dürfen. Für die Anzucht im Haus wird der Topf nur zur Hälfte mit Erde befüllt und 2-3 Samen ca. 1-2 cm tief gesät. Bei 20°C keimen die Samen schon nach einigen Tagen. Sobald der größte und stärkste Keimling über den Topfrand hinausschaut, werden die anderen Sämlinge entfernt und der Topf bis oben mit Erde aufgefüllt, sodass die Blätter weiterhin hinausschauen. Diese Technik dient dazu, dass die junge Gurkenpflanze Adventivwurzeln ausbildet. Dabei handelt es sich um Wurzeln, die oberhalb der eigentlichen Wurzel am Spross entstehen.  Diese sorgen für mehr Stabilität und erhöhen die Aufnahme von Nährstoffen.

Wenn die Eisheiligen vorüber sind, können die vorgezogenen Jungpflanzen wie bei der Direktsaat ins Beet gepflanzt werden. Vor dem endgültigen Pflanzen lohnt es sich, die jungen Pflanzen abzuhärten, indem sie zunächst mehrere Stunden am Tag ins Freie gestellt werden. Im Beet ist es zudem empfehlenswert, die Gurkenpflanzen am Anfang mit Vlies zu schützen. Ein Schutz aus Vlies sollte allerdings nur bei kalten Temperaturen verwendet werden und nicht dauerhaft, damit sich die Luft darunter nicht zu sehr staut. Einige Gurkensorten bilden ihre Früchte auch ohne Bestäubung, trotzdem sollte das Vlies spätestens zur Blütenbildung abgenommen werden. Eine sinnvolle Methode zur Unterstützung am Anfang ist außerdem, schwarze Folie unter der Pflanze auszulegen. Beide Materialien helfen, die empfindlichen Pflänzchen bei späten Kälteeinbrüchen warm zu halten.

Diese Tipps helfen beim Gurkenanpflanzen im Freiland:

  • Direktsaat ab Mitte Mai, Erde 20 cm anhäufeln und 3-4 cm tief säen (Abstand 30-50 cm und Reihenabstand 1-1,5 m)
  • Vorkultur ab Ende April; 2 bis 3 Samen in halbvollen Topf bei 20 °C; wenn stärkster Sämling über den Rand wächst, Topf mit Erde auffüllen
  • Vlies oder schwarze Folie als Kälteschutz verwenden

Werden diese Hinweise beim Gurkenanpflanzen beachtet, haben die jungen Pflanzen einen guten Start für den Sommer.

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Pflege beim Gurkenanbauen

Gurken für gewöhnlich sehr gesund. Doch damit die Gurkenpflanzen auch schön gesund bleiben und einen hohen Ertrag abwerfen, gilt es einige Pflegehinweise zu berücksichtigen.

Gurken richtig gießen

Gurken bestehen zu einem Großteil aus Wasser. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch ihr Wasserbedarf sehr hoch ist. Der Boden sollte stets schön feucht gehalten werden, eine Mulchschicht um die Pflanze herum verhindert zudem eine zu starke Verdunstung. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass keine Staunässe entsteht – das mögen Gurkenpflanzen nämlich überhaupt nicht.

Um Infektionen durch Pilze vorzubeugen, sollte nicht über die Blätter gegossen werden, sondern immer nur direkt in die Erde. Ein Hinweis beim Gießen ist besonders wichtig: Das Wasser sollte niemals zu kalt sein! Am besten wird dazu nur erwärmtes Wasser aus der Regentonne verwendet. Der Grund dafür ist, dass die Gurken später (ebenso durch starke Trockenheit) bitter werden können.

Gurken richtig düngen

Um genügend Nährstoffe für den Anfang bereitzustellen, empfiehlt es sich, vor dem Auspflanzen der Gurken Kompost in den Boden einzuarbeiten. Dieser stellt auf organischer Basis ausreichend Nährelemente zur Verfügung. Gurken müssen in der Regel nicht viel gedüngt werden, solange der Standort sinnvoll gewählt ist. Zu viel Stickstoff verträgt die Pflanze nicht gut, daher sollten mineralische Dünger vermieden werden. Zusätzlich kann eine Belastung des Bodens vermieden werden.  Auf der sicheren Seite ist man daher bei einer bedarfsmäßigen Düngung mit organischem Material wie Stallmist, Kompost oder Brennnesselsud. Grundsätzlich gilt aber: Gurken lieber weniger als mehr düngen!

Bei der Pflege im Gurkenanbau sollten einige Punkte beachtet werden, damit die Ernte ertragreich wird:

  • Viel gießen
  • Staunässe vermeiden und Blätter nicht mit Wasser benetzen
  • Nur vorgewärmtes Wasser verwenden (Gurken können sonst bitter werden)
  • Wenig düngen
  • Boden vor dem Auspflanzen mit Kompost vorbereiten

Krankheiten und Schädling bei Gurken

Gurkenpflanzen gelten als nicht besonders anspruchsvoll. Trotzdem kann es bei unsachgemäßer Pflege passieren, dass Schäden durch Krankheiten und Schädlinge auftreten. Ein häufiges Problem, das nicht durch einen Pilz oder Tiere auftritt, ist das Abstoßen von jungen Früchten. Dies passiert durch das übermäßige Ansetzen von Früchten, welche die Pflanze selbst nicht optimal versorgen kann. Hier hilft das Entfernen einiger Fruchtansätze, um den bestehenden Früchten genug Energie übrig zu lassen.

Ein ebenfalls sehr oft auftretendes Problem entsteht durch den Befall von Echtem und Falschem Mehltau. Echter Mehltau ist an einem weißen Belag auf den Blättern zu erkennen, Falscher Mehltau an gold-braunen Flecken auf der Oberseite und weißem Belag an der Unterseite. Eine ebenfalls relativ häufig auftretende Erkrankung ist die Eckige Blattfleckenkrankheit. Die bakterielle Infektion ist an eckigen und braunen Stellen am Blatt zu erkennen. Diese Tipps helfen, solche Krankheiten bei Gurkenpflanzen zu vermeiden:

  • Keine zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Blätter beim Gießen nicht benetzen
  • Bestand nicht zu dicht halten
  • Fruchtfolge beachten
  • Keine übermäßige Stickstoffdüngung
  • Gesunde und resistente Sorten auswählen

Gurken ernten und lagern

Noch bevor die meisten Gemüse-Sorten reif sind, heißt es bei der Gurke Zeit für die Ernte. Die folgenden Tipps reichen vom Ernteprozess bis hin zur idealen Lagerung der Gurken.

Gurken richtig ernten

Bei Gurken handelt es sich um sehr schnell wachsendes Gemüse, daher kann in Freilandkultur schon ab Juli geerntet werden. Noch früher geht es im Gewächshaus: Dort ist es sogar bereits ab Ende Mai möglich! Knapp zwei Wochen nach der Blüte können die gesunden Gurken für die Küche verwendet werden. Dabei gilt: Salat- und Einlegegurken werden noch im unreifen Zustand geerntet (satt-grüne Farbe), Schälgurken können etwas länger ausreifen. Damit man den richtigen Erntezeitpunkt nicht verpasst, sollte auf diese Anzeichen geachtet werden:

  • Glatte Schale
  • Gleichmäßiges Grün
  • Keine gelbe Farbe (Überreife)

Um die Gurken zu ernten, wird die Frucht mit einem Messer direkt am Stiel abgeschnitten. Es sollte regelmäßig geerntet werden, damit die Pflanze weiter Früchte produziert. Zudem sollte man ab August neue Blütenansätze abschneiden – so hat die Pflanze genug Energie für die bereits wachsenden Gurken.

Gurken richtig lagern

Wie und wie lange Gurken gelagert werden können, hängt ganz von der Sorte ab. Während Salatgurken am besten frisch gegessen werden, macht man Einlegegurken typischerweise im Glas ein.

Salatgurken halten sich in der Regel nicht lange. Entscheidend für die Lagerungsdauer ist die Temperatur. Optimalerweise liegt diese bei rund 10-13 °C – damit sind weder der Kühlschrank noch Zimmertemperatur ideal. Gurken kommen ursprünglich aus wärmeren Gegenden, was sich beim Lagern noch abzeichnet. Gurken sollten daher nur wenige Tage im Kühlschrank lagern. Sie können ansonsten matschig und fleckig werden.

Da das grüne Gemüse zum größten Teil aus Wasser besteht, gehört es auf gar keinen Fall in den Gefrierschrank! Auch sollte die direkte Lagerung mit Äpfeln oder Tomaten vermieden werden. Grund dafür ist das sogenannte Ethylen, ein Gas, das die Reifung anregt. Das Gas wird von den Früchten produziert und führt bei Gurken zu einer schnellen Überreife.

Gurken einlegen

Wie der Name es schon andeutet, eignen sich Einlegegurken perfekt für die Lagerung im Einmachglas. Gurken können dadurch über viele Monate und durch den Winter hinweg gegessen werden. Beim Einmachen werden die Gurken meist mit Essig, Knoblauch, Zwiebeln, Dill, Lorbeer und Senfkörnern eingelegt. Entscheidend für die Haltbarkeit ist, ob die Gurken und die anderen Zutaten vorher erhitzt wurden. Denn nur so lässt sich das gesunde Gemüse auch länger lagern. Eine genaue Anleitung zum Lagern und Einlegen von Gurken finden Sie hier.

Leo

Ich bin Student der Geographie und außerdem Hobbybotaniker. Deshalb stecke ich viel Zeit in meinen eigenen Nutzgarten, in dem ich mit viel Erfolg verschiedene Gemüsesorten anbaue. Dabei ist mir ein nachhaltiger und ökologischer Anbau im Einklang mit dem Naturschutz sehr wichtig.
Lieblingsobst: Feigen
Lieblingsgemüse: Aubergine und verschiedene Kohlsorten

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