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Karotten pflanzen und anbauen: Experten-Tipps

Als wohl beliebtestes Wurzelgemüse dürfen Karotten in keinem Garten fehlen. Hier gibt es hilfreiche Tipps zum Pflanzen und Anbauen der knackigen Karotten.

 

Der Anbau von Karotten (Daucus carota subsp. sativus) im Hausgarten hat einen ganz besonderen Vorteil: Die leckeren Wurzeln können über lange Zeit immer frisch geerntet werden. Zu Beginn sind sie noch etwas kleiner, dafür jedoch besonders mild und süß im Geschmack. Mit der Zeit intensiviert sich das Aroma und die Erntemenge wird immer größer.

Karotten pflanzen: Standort und Ansprüche

Die Karotte, Daucus carota, mag genauso wie alle anderen Wurzel- und Knollengewächse lockeren, sandigen Boden. Ist der Boden zu lehmig oder steinig, neigen Karotten zur Beinigkeit (statt einer Spitze gibt es zwei oder drei), bilden sonderbare Formen oder sind schlimmstenfalls stark im Wachstum gehemmt. Auf schweren Böden hilft eine vorangehende, stark wurzelbildende Gründüngung (z.B. Ölrettich), den Boden zu lockern. Außerdem können Dammkulturen, Hügel- oder Hochbeete eine gute Möglichkeit sein, auch auf schlechten Standorten ertragreich Karotten zu kultivieren

Sonnige Standorte mögen Karotten besonders gern. Aufgrund des höheren Risikos die Möhrenfliege anzulocken, sollten Karotten nicht auf Beeten wachsen, die frisch mit Stallmist gedüngt wurden. Karotten mögen besonders gern Standorte, auf denen zuvor Lauch angebaut wurde und freuen sich über Zwiebeln, Dill, Knoblauch oder Lauch in ihrer Nachbarschaft. Der Geruch der Zwiebelgewächse hilft den Karotten nämlich, die ihnen so lästige Möhrenfliege fern zu halten.

Tipp: Wenn Sie Probleme mit der Möhrenfliege hatten, säen Sie auf dem befallenen Beet frühestens nach drei Jahren wieder Karotten an. Vorsorglich können Sie auch jedes Jahr einen anderen Platz auswählen.

Karotten selbst vermehren und aussäen

Karotten selbst zu vermehren, ist eine recht aufwendige Angelegenheit. Karotten sind zweijährige Pflanzen und produzieren erst im zweiten Jahr Blüten und Samen. In unseren Breiten überstehen Karotten den Winter nicht, deshalb müssen zur Vermehrung bestimmte Karotten im Herbst geerntet werden. Die Karotten müssen unverletzt geerntet werden und ungefähr 2 cm ihres Grüns behalten. Am besten werden sie dann ungewaschen in Sand in einem Erdkeller oder an einem anderen kühlen Ort über den Winter gelagert

Karotte Blüte weiß

Die Karotte bildet wunderschöne Doldenblüten

Im Frühjahr pflanzen Sie beispielsweise zwei der eingelagerten Möhren wieder in Ihr Beet. Die Karottenpflanzen werden mehr als einen Meter hoch und bilden ungefähr im Juli schöne Doldenblüten. Ende September sind die Samen reif. Um das Selbstaussäen zu verhindern, schneiden Sie die Samendolden rechtzeitig ab und hängen diese dann zum Trocknen auf. Durch leichtes Reiben der Dolden zwischen den Fingern lösen sich die Samen heraus.

Karotten aussäen: Der richtige Zeitpunkt

Karotten sind nicht besonders kälteempfindlich und können deshalb schon zeitig im Frühling gesät werden. Das frühe Säen beispielsweise schon Anfang März empfiehlt sich aber eher für frühe Sorten, die man je nachdem wie warm der Frühling ist, ab ungefähr Ende Mai/Anfang Juni ernten kann. Um fortlaufend frisch ernten zu können, säen Sie beispielsweise ab Anfang März alle vier Wochen bis Mai. Sogenannte Lagermöhren, die man für den Winter aufbewahren möchte, sollten ebenfalls erst im Mai gesät werden. Sie werden dann bis zum Herbst gerade noch groß genug und können dann eingelagert werden.

Karotten aussäen: Das richtige Vorgehen

  • Ziehen Sie mehrere ungefähr 3 cm tiefe Rillen in einem Abstand von jeweils 20 cm
  • Säen Sie die Möhren dünn aus, am besten mit einem Abstand von 2 bis 4 cm zwischen jedem Samenkorn

Tipp: Karotten haben eine sehr lange Keimzeit. Es kann bis zu vier Wochen dauern, bis Sie die Keimblätter an der Bodenoberfläche zu Gesicht bekommen. Wenn Sie in Ihre vorgezogenen Rillen zwischen jede Karotte ein Radieschen säen, nutzen Sie optimal den Platz zwischen den Karotten. Je nach Witterung sind die Radieschen nach ungefähr sechs Wochen erntereif und den Karotten steht ihr Platz wieder zur vollen Verfügung.

  • Säen Sie rund um die Karotten eine Reihe Dill oder Radieschen. Diese keimen schneller und markieren somit den Standort der Karotten. Dill und Karotten fördern sich übrigens gegenseitig im Wachstum.
  • Bedecken Sie die Rillen mitsamt den Samen mit Erde, drücken Sie die Erde leicht an und gießen Sie.

Eine weitere Möglichkeit zu säen, ist das Legen von Saatbändern. Bei ihnen haben die Karottensamen schon den richtigen Abstand und man muss später sicher nicht ausdünnen.

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Karotten anbauen: Geeignete Sorten

Die verschiedenen Karottensorten unterscheiden sich vor allem im Reifezeitpunkt, in der Standorteignung, im Geschmack und in der Form. Es gibt stark konisch geformte Karotten, die auch oft als „Chantenay-Typ“ bezeichnet werden, eher runde, zylindrische bis stumpfe oder sehr lange Sorten. Auch die Lagerungseignung kann variieren, die frühen Sorten eignen sich meistens schlechter für die Lagerung. Eine große Auswahl an Karottensorten finden Sie hier.

Karotten pflegen, gießen und düngen

Karotten sind im Allgemeinen eine sehr pflegeleichte Gemüsekultur. Sie müssen erst bei Trockenheit gegossen werden, bei gutem Beet-Management nicht extra gedüngt werden und bei richtigem Saatabstand oder der Benutzung von Saatbändern auch nicht ausgedünnt werden. Wenn sich die Erde Ihres Beets etwas absetzt oder die Karotten etwas zu hoch gesät wurden, kann es sein, dass die Köpfe der Wurzeln aus dem Boden herausschauen. Indem Sie die Wurzeln wieder mit Erde anhäufeln, verhindern Sie die Bildung grüner Karottenköpfe.

Karotten richtig gießen

Karotten mögen es gleichmäßig feucht, reduzieren ihre Feuchtigkeitsansprüche aber mit zunehmender Wurzelgröße. Je größer die Karotten werden, desto eher vertragen sie auch mal ein bisschen Trockenheit. Sowieso sollten Karotten nur bei Trockenheit gegossen werden. Denn ein Überfluss an Wasser führt dazu, dass die Pflanzen ihre Energie in starkes Blatt- statt Wurzelwachstum stecken.

Karotten richtig düngen

Karotten gehören zu den Mittelzehrern. Sie benötigen also nicht besonders viel Stickstoff und reagieren bei starker Düngung mit starkem Blattwuchs. Da man aber keine Blätter, sondern die Wurzel ernten möchte, sollte man sich bei der Düngung zurückhalten. Kompostierter Stallmist oder Kompost, im Herbst zusammen mit einer bodendurchwurzelnden Gründüngung wie beispielsweise Ölrettich, bieten genügend Nährstoffe für eine nachfolgende, reiche Möhrenernte.

Wenn das Beet im letzten Jahr schon früh geräumt ist, kann auch gut eine stickstofffixierende Gründüngungspflanze wie Klee oder Lupine gepflanzt werden. Mist sollte im Frühjahr auf keinen Fall gedüngt werden, kleine Mengen Kompost können aber zur Aussaat oder Jugendentwicklung helfen, wenn das Beet sehr nährstoffarm ist.

Karotten pflegen: Ausdünnen und Unkraut jäten

Zu eng gesäte Karotten müssen unbedingt ausgedünnt werden. Geschieht das nicht, erntet man auch nach noch so langem Warten sehr viele Mini-Möhren, jedoch keine großen Exemplare. Die Pflanzen haben dann einfach zu wenig Platz, um größere Wurzeln zu bilden. Zu Beginn der Entwicklung ist vor allem bei sehr eng gesäten Pflanzen schwer zu erkennen, um wie viele Pflanzen es sich handelt und wie viele herausgezogen werden sollten. Deshalb sollte man mit dem Ausdünnen abwarten, bis die Pflanzen mindestens 5 cm hoch gewachsen sind. Das Ausdünnen sollte bei feuchtem Regenwetter stattfinden. Der Regen verhindert, dass der Geruch, der von den kleinen Wurzeln ausgeht, weit verbreitet wird und die Möhrenfliege in Ihren Garten lockt.

Die herausgezogenen Möhren wachsen sehr schlecht, wenn man versucht, sie an einem anderen Ort einzupflanzen. Sind die Pflänzchen noch sehr klein, ersparen Sie sich die Arbeit und geben Sie die Pflänzchen auf den Kompost. Sind schon minikleine Karotten da, genießen Sie die süßen Köstlichkeiten. Schließen Sie die entstandenen Hohlräume neben den verbleibenden Möhren wieder mit Erde und drücken Sie die Erde gut fest. Nach dem Ausdünnen sollte jede Pflanze mindestens zwei Zentimeter Platz zur nächsten Pflanze haben. Bei Herbstsorten, die sehr dick geerntet werden sollen, kann ein Ausdünnen dünnerer Karotten ungefähr einen Monat vor der endgültigen Ernte sinnvoll sein.

Karotten sind nicht besonders stark und konkurrenzfähig und sollten in der Jugendentwicklung daher unbedingt von Unkraut befreit werden. Beim Unkrautjäten mit der Hacke muss man sehr vorsichtig sein, da die kleinen Wurzeln leicht zu verletzen sind. Sicherer ist es, wenn man das Unkraut mit der Hand entfernt.

Karotten ernten: Die Erntezeit erkennen

Bei der Karottenernte gibt es keinen optimalen Zeitpunkt. Wann geerntet wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes Geschmackssache. Denn je größer die Wurzeln werden, desto intensiver wird ihr Geschmack. Früher geerntet sind die Karotten süßer und milder und fast jedermann wird sie ungeschält essen wollen. Wer die leckeren Wurzeln in allen Größen gerne mag, der kann einfach je nach Bedarf ernten.

Im Allgemeinen sagt man, dass Karotten ungefähr nach drei Monaten geerntet werden können. Dieser Zeitpunkt variiert natürlich je nach vorherrschenden Witterungsbedingungen. In einem kalten März ausgesäte Karotten brauchen wahrscheinlich schon für die Keimung einige Tage bis Wochen mehr als Karotten, die im April oder Mai ausgesät werden. Dementsprechend werden sehr früh gesäte Karotten bei einer Ernte nach drei Monaten dann eher noch kleiner und dünner sein und sollten vielleicht noch ein wenig länger in der Erde bleiben.

Wie geerntet wird, erfahren Sie hier.

Karotten einfrieren und lagern

Da Karotten sich ausgezeichnet bedarfsweise ernten lassen, besteht in vielen Hausgärten oft gar kein Bedarf nach langer Lagerung.

KArotten Bund Möhren

Meist ist ein Bund Möhren schnell verarbeitet

Karotten im Kühlschrank

Karotten verlieren schnell an Feuchtigkeit und sollten deshalb im Kühlschrank aufbewahrt werden. In Zeitungspapier eingewickelt oder in einem Frischhaltebeutel mit einigen Luftlöchern, um Schimmelbildung zu vermeiden, halten sich die Karotten eine gute Woche. Anschließend fangen sie langsam an zu schrumpeln.

Karotten einfrieren

Karotten können küchenfertig zubereitet, also gegebenenfalls geschält und klein geschnitten, auch eingefroren werden. Sie verändern allerdings ihre Konsistenz ein wenig. Für Eintöpfe, zum Mitkochen in verschiedenen Gerichten oder für eine Suppe, die nachher sowieso püriert wird, ist diese Form der Haltbarmachung jedoch ideal.

Karotten anders aufbewahren

Karotten können aber auch in Sandkisten in dunklen und kalten Kellerräumen, traditionell in sogenannten Erdkellern, eingelagert werden.

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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