skip to Main Content

Knoblauch anbauen: Stecken, pflanzen und ernten

Knoblauch im eigenen Garten pflanzen – mit dieser Anleitung gelingt der Anbau Schritt für Schritt vom Stecken bis zum Ernten.

Nahaufnahme von violettem Knoblauch aus dem eigenen Garten

Nahaufnahme von frischem Knoblauch mit einer leichten Violettfärbung [Foto: ilovebutterCC BY 2.0]

Aus der Küche ist er nicht wegzudenken und gilt in den meisten Ländern der Welt als absolutes Muss! Der Knoblauch (Allium sativum) stammt ursprünglich aus Asien und ist als Gewürz beim Kochen weltweit sehr beliebt. Als Verwandter von Küchenzwiebel, Lauch und Co. handelt es sich bei der „Knolle“ des Knoblauchs übrigens ebenfalls um eine Zwiebel. Hierzulande werden die Knoblauchzehen meist aus anderen Ländern importiert, dabei schmeckt Knoblauch am besten frisch. Auch in unseren Breiten klappt der Anbau der pflegeleichten Knoblauchpflanzen sehr gut. Die folgenden Tipps helfen beim erfolgreichen Anpflanzen des Knoblauchs auch in Ihrem Garten.

Knoblauch anpflanzen

Für das Pflanzen des Knoblauchs gilt es einige Dinge zu beachten, damit der Anbau gelingt und eine ordentliche Ernte erwartet werden kann.

Der ideale Standort

Knoblauchpflanzen gelten nicht als besonders anspruchsvoll, dennoch sollte beim Setzen (in der Fachsprache auch Stecken) der Knoblauchzehen der richtige Standort gewählt werden. Für den Anbau sollte der Boden locker und nährstoffreich sein, ideal ist ein sandiger Lehmboden. Für die Pflanze ist es sehr wichtig, dass Regen- und Gießwasser abfließen können. Daher ist Staunässe unbedingt zu vermeiden. Durchlässige Böden mit einem hohen Sandanteil sind deshalb für den Anbau von Knoblauch gut geeignet. Schwere Böden mit hohem Lehm- oder Tonanteil eignen sich eher weniger. Für ein optimales Wachstum sollte zudem ein sonniger Standort ausgesucht werden. Knoblauch lässt sich wunderbar in Mischkultur anbauen, da er mit seinem intensiven Duft unerwünschte Schädlinge wie Blattläuse fernhält. Als Nachbarn eignen sich Tomaten, Erdbeeren und Möhren besonders gut. Es ist allerdings genau darauf zu achten, in nächster Nähe zu den Knoblauchpflanzen keinen Lauch oder Zwiebeln anzubauen, da diese engen Verwandten von den gleichen Schädlingen befallen werden. Es sollte daher auch unbedingt die Fruchtfolge berücksichtigt werden: Knoblauch sollte in keinem Fall auf derselben Fläche angebaut werden, in der im Vorjahr Lauchgewächse (Allioideae) wuchsen.

Diese Standorteigenschaften sind für den Knoblauchanbau wichtig:

  • Lockerer, durchlässiger und nährstoffreicher Boden
  • Keine Staunässe (wie z.B. bei sehr tonigen Böden)
  • Sonniger Standort
  • In Mischkultur mit Tomaten, Erdbeeren, Möhren
  • Nicht in die Nähe von Lauch oder Zwiebeln pflanzen
  • Nicht als Nachkultur von Lauchgewächsen

Auch im Topf ist der Anbau von Knoblauchpflanzen problemlos möglich. Als Flachwurzler reicht eine Tiefe von 10cm im Topf für das erfolgreiche Anpflanzen aus. Wichtig ist, dass das Wasser gut ablaufen kann. Im Wesentlichen gelten für diese Kultivierung ansonsten die gleichen Bedingungen wie im Beet.

Knoblauch im Topf mit Erde

Der Anbau im Topf ist problemlos möglich (Anzeige: Herzlichen Dank an Floragard)

Knoblauchsorten – Normaler oder Schnittknoblauch?

Bei der Auswahl der geeigneten Knoblauchsorte sollte zunächst beachtet werden, dass Knoblauchzehen aus dem Supermarkt sich nur begrenzt für den Anbau im Garten eignen. Der Grund ist folgender: Die dort zu kaufenden Sorten sind meist aus wärmeren und sonnigeren Ländern importiert. Unser kühleres Klima hierzulande sind sie demnach nicht gewohnt und wachsen nicht optimal. Anbieter für Saatgut oder Zwiebeln verfügen daher über eine überschaubare Anzahl an Sorten für den eigenen Garten. Zu unterscheiden ist zwischen normalem Knoblauch, bei dem die Zehen verwendet werden und Schnittknoblauch (Allium tuberosum), bei dem das Grün der Pflanze geerntet wird.

Zur Übersicht eine Auswahl über die beliebtesten Knoblauchsorten:

  • Arno: Gut wachsende Knoblauchsorte mit gutem Ertrag und weißer Außenschale.
  • Fat Leaf: Bei dieser Sorte erntet man nicht die Knollen, sondern das Blattgrün. Diese Art von Knoblauch wird folglich als Schnittknoblauch bezeichnet.
  • Neko: Wüchsiger Schnittknoblauch mit einem guten Aroma; weniger intensiver Knoblauchgeschmack.
  • Rosa: Ertragreiche Sorte mit einer intensiv gefärbten Außenschale.
  • Vivalto: Ertragreiche Knoblauchsorte mit leicht rosagefärbter Außenschale; einfach und robust im Anbau.

Knoblauch stecken

Beim Knoblauch handelt es sich um eine Pflanze, die am besten aus Zehen gezogen wird.  Die Knoblauchzehen lassen sich zwei Mal im Jahr setzen, zum Frühjahr und zum Herbst. Zum Stecken werden die Zehen im Abstand von 15-20 cm in einer Tiefe von 3-4 cm platziert. Dabei ist ein Reihenabstand von 30 cm ideal. Bei der pflegeleichten Knoblauchpflanze ist eine Düngung nicht unbedingt notwendig. Für eine verbesserte Nährstoffzufuhr empfiehlt es sich trotzdem, den Boden vor dem Setzen mit Gründüngung und Kompostgabe vorzubereiten. Für das Stecken sollten nur bereits getrocknete Knoblauchzehen verwendet werden, um einer Fäulnis vorzubeugen. Die Anwendung von bereits austreibenden Zehen, die bereits von innen grün sind, verkürzt zudem den Anbau.

Die folgenden Tipps helfen beim erfolgreichen Stecken des Knoblauchs:

  • Stecken im Frühjahr und/oder Herbst
  • Vorbereitung des Bodens mit Gründüngung und Kompostgabe
  • Abstand von 15-20 cm, Tiefe von 3-4 cm, Reihenabstand 30 cm
  • Vorgetriebene Zehen kommen schneller zur Reife

Pflege der Knoblauchpflanzen

Die Knoblauchpflanze ist prinzipiell sehr pflegeleicht. Die Anwendung von Dünger ist während der Vegetationsphase der Pflanze nicht unbedingt notwendig. Zwar steigert Stickstoffdünger den Ertrag, der Geschmack wird dadurch aber abgeschwächt. Um den in der Anfangszeit langsam wachsenden Knoblauch zu unterstützen, sollten Unkräuter im Beet regelmäßig entfernt werden, da diese mit der Knoblauchpflanze um Nährstoffe konkurrieren. Auch beim Thema Wasser ist der Knoblauch leicht zu handhaben: Es sollte sparsam gegossen werden, da die aromatische Pflanze empfindlich auf Überwässerung reagiert. Gegossen werden sollte nur an sehr heißen Tagen.

Die Pflege der Knoblauchpflanzen gestaltet sich kinderleicht, wenn diese Punkte berücksichtigt werden:

  • Düngung während des Wachstums nicht notwendig
  • Regelmäßiges Entfernen von Unkräutern
  • Wenig gießen – am besten nur an heißen Tagen
Wir von Plantura empfehlen folgende Produkte:
  • Floragard Bio Tomaten- & Gemüseerde: Torffreie Spezialerde mit Kompost zur optimalen Nährstoffversorgung für Tomaten im Gemüsebeet, Gewächshaus sowie Balkon und Terrasse.
  • Floragard Kompost-Erde: Spezialerde aus unkrautfreiem Edelkompost und ausgesuchten Torfqualitäten. Sie versorgt Ihre Pflanzen lang anhaltend und gleichmäßig mit allen wichtigen Nährstoffe und der hohe Humusgehalt macht leichte und schwere Böden.
  • Cuxin organischer Volldünger Orgasan: Organischer Gartendünger für Gemüse, Obst und Ziergärten mit langer und kontinuierlicher Wirkungsdauer.

Knoblauch ernten

Der Zeitpunkt der Ernte hängt davon ab, wann die Knoblauchzehen gesteckt wurden: Beim Setzen des Knoblauchs im Herbst kann man sich bereits im Juli über die ersten frischen Knoblauchzwiebeln freuen. Beim Auspflanzen im Frühjahr dauert die Reife einige Wochen länger, sodass der Erntezeitpunkt ab August bis in den Herbst hinein liegt. Empfehlenswert ist es, den Knoblauch zu ernten, sobald das obere Drittel der Pflanze zu welken beginnt. Zum Ernten wird die ganze Pflanze aus der Erde gezogen. Es ist darauf zu achten, die Knolle nicht zu beschädigen, da dies die Haltbarkeit verringert.

Bei trockenem Wetter kann der frisch geerntete Knoblauch auf dem Beet trocknen. Zum Lagern des Knoblauchs bietet es sich an, das Grün der Pflanze zu einem Zopf zu flechten und mitsamt der Knolle an einer gut durchlüfteten und trockenen Stelle aufzuhängen. Am längsten lässt sich Knoblauch an einem dunklen und kühlen Ort lagern. Ein kleiner Hinweis: Im Kühlschrank sollte er dennoch nicht aufbewahrt werden, da er dort nach wenigen Tagen an Aroma verliert! Als Alternative kann Knoblauch auch in Öl eingelegt werden, um das Aroma zu erhalten.

Krankheiten und Schädlinge beim Knoblauch

Knoblauch kann nicht gerade als krankheitsanfällig bezeichnet werden – im Gegenteil vertreibt er durch seinen Geruch Schädlinge wie Blattläuse, was ihn zum perfekten Nachbarn in einer Mischkultur macht. In seltenen Fällen kann trotzdem auch der sonst robuste Knoblauch von Zwiebelfliegen befallen werden. Die Larven der Tiere sind ein typischer Schädling bei Zwiebelgewächsen. Die Fliegen legen im Mai ihre Eier in der Knoblauchpflanze ab, die Larven fressen sich anschließend durch die Pflanze. Einen sicheren Schutz bieten Kulturschutznetze, durch deren enge Maschen die Fliegen nicht hindurchkommen. Wenn die Schädlinge dennoch auftreten, empfiehlt es sich beispielsweise Bio-Gemüse Streumittel anzuwenden, um die Widerstandsfähigkeit der Pflanze zu erhöhen. Weitere Probleme können in sehr regnerischen Sommern oder bei Staunässe auftreten. Bei diesen Bedingungen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Fäule im Wurzelbereich sowie Pilzinfektionen. Betroffene Pflanzen sollten aus dem Beet entfernt werden. In der Regel treten beim Knoblauch aber selten Probleme auf und der Anbau gestaltet sich sehr leicht.

Simon

Ich bin Student der Gartenbauwissenschaften und ein richtiges Dorfkind. Neben Kräutern- und Naschobst auf einem Balkon baue ich in meiner kleinen Parzelle am Ortsrand Gemüse an. Ich genieße die Zeit draußen in meinem Gemüsegarten, in dem ich ausschließlich biologische Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetze. Neben meiner Liebe zur Natur schreibe ich leidenschaftlich gerne und beschäftige mich auch mit Grundlagen der Psychologie und Ethik.

Lieblingsobst: Holunder und Himbeeren.
Lieblingsgemüse: Schwarzkohl, Artischocken und Spargel.

Back To Top
[i]
[i]
[i]
[i]