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Linsen anpflanzen: Alles zum richtigen Zeitpunkt, Standort & Anbau

Die kleinen Proteinlieferanten können ganz einfach im Garten angepflanzt werden. Wir verraten, was man beim Anbau von Linsen beachten sollte.

viele Linsen (Lens culinaris)
Wie Sie selbst Linsen in Ihrem Garten anbauen können, erfahren Sie in diesem Artikel [Foto: Claudio Divizia/ Shutterstock.com]

Linsen (Lens culinaris) sind eigentlich der Traum eines jeden Gärtners. Sie schmecken gut, sind pflegeleicht im Anbau und verbessern noch dazu den Boden. Es gibt also genug Gründe für den Anbau. Was will man mehr?

Linsen anpflanzen

Ihr Ruf als Arme-Leute-Essen eilte den Linsen lange Zeit voraus. Gerechtfertigt ist er wohl nicht, in Anbetracht all der positiven Eigenschaften, die die Linsen so mitbringen. Doch er rührt daher, dass Linsen auch dort wachsen, wo andere Kulturen nur schwerlich gedeihen. Da bis vor nicht allzu langer Zeit noch große Teile der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebten, waren die Linsenanbau-Regionen demnach die Gegenden mit schlechten Böden und großer Armut. Linsen waren hier oft eine willkommene Rettung.

Wann Linsen anpflanzen?

Pflanzen Sie Ihre Linse im Frühjahr. Da die Samen ab etwa 4 °C keimen können, ist eine Aussaat Ende April oder Anfang Mai optimal. Im warmen Mittelmeerraum kann die Linse sogar schon im Herbst eingesetzt werden, denn sie überlebt Temperaturen von bis zu -9 °C. Im deutschsprachigen Raum allerdings beschränkt sich die Anbauzeit ausschließlich auf das Frühjahr und den Sommer.

Wo Linsen anpflanzen?

Linsen gedeihen besonders gut auf kalkhaltigen Böden. Nicht umsonst wurde die Linse in Deutschland hauptsächlich auf dem Muschelkalk der Schwäbischen Alb, in der Eifel und in Franken angebaut. Geeignet als Boden ist kalkiger Mergel, Sand oder Schotter. Zu nährstoffreicher Boden ist sogar eher abträglich. Genau das ist auch die Stärke der Linse: Sie wächst dort, wo andere Kulturen nicht mehr angebaut werden können. Klimatisch gesehen mag es die Linse gern sonnig, warm und trocken.

grüne Linsenpflanze in Erde
Die Linse gedeiht auch auf nährstoffarmen und steinigen Böden [Foto: Mathia Coco/ Shutterstock.com]

Linsen anpflanzen: Das richtige Vorgehen

Vor dem Anbau sollten Sie sich zuerst über die Wahl der Linsensorte im Klaren sein, denn es gibt durchaus Unterschiede zwischen den verschiedenen Linsen. Haben Sie eine passende Sorte gefunden, geht es an den Anbau. Da Linsen nicht besonders stabil sind, sondern sich gern an andere Pflanzen stützen, kann es bei größeren Anbauflächen sinnvoll sein, zwischen die Linsen etwas Getreide wie Hafer oder Gerste zu pflanzen. So knickt die Linse nicht so schnell um. Wenn Sie die Linse oder das Gemisch aus Linse und Getreide im Frühjahr aussäen, sollten Sie die Linse etwa vier bis fünf Zentimeter tief in die Erde stecken.

Haben die Pflänzchen zu keimen begonnen, können Sie ihnen dabei im Grunde bis zum Spätsommer zusehen und währenddessen Däumchen drehen. Die Pflanzen kommen mit wenig Wasser zurecht und auch die Düngung gestaltet sich sehr unkompliziert. Erst die Ernte wird dann wieder spannend, denn Linsen reifen von unten nach oben ab. Sie können mit der Ernte beginnen, sobald die Linsenkörner hart sind und sich die Hülsen am unteren Teil der Pflanze braun verfärben. Da die Linsen nicht alle gleichzeitig reif sind, ist die Ernte jedoch recht mühsam – immer wieder muss nachgeerntet werden. Um sie dann aus den Hülsen zu bekommen, kann man diese beispielsweise in einem Tuch eingewickelt zerreiben. Zum aufwendigen Reinigen der Linsen eignet sich wohl am besten ein Sieb.

Wollen Sie auch im kommenden Jahr nicht auf Linsen verzichten, dann sollten Sie für den Anbau einen anderen Ort im Garten wählen, denn Linsen sind nicht selbstverträglich. Vier bis sechs Jahre sollten Sie abwarten, bis Sie wieder eine Linse an dieselbe Stelle pflanzen.

Zusammenfassung Linsen anpflanzen:

  • Kalkhaltiger Boden
  • Abstand von 4 bis 6 Jahren einhalten
  • Aussaat in Mischung mit Getreide zwischen April und Anfang Mai
  • Saattiefe: Etwa 5 cm
  • Ernte im Spätsommer, wenn die untersten Hülsen braun und die Linsenkörner hart sind

Wer sich noch nicht für die richtige Linsensorte für seinen Garten entscheiden konnte, der wird in unserem Sortenartikel bestimmt fündig.

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